Carsten Maschmeyers Büro: der Schreibtisch, aus dunkel gemasertem Holz geschnitzt, mit vielen massiven goldenen Schnörkeln verziert. Sieht aus, als hätte der Sonnenkönig Ludwig XIV. persönlich schon viele wichtige Dekrete auf ihm unterzeichnet. An der Wand hängt ein überdimensionaler 500-Euro-Schein. So hat man sich das vorgestellt.

Carsten Maschmeyer selbst: weicher Händedruck, weiche Ausstrahlung. Seine erste Frage an den Gast: Dieses 500-Euro-Bild, würden Sie das da hängen lassen? Ist das zu protzig? Lieber einen alten Meister oder doch moderne Kunst? Seit Wochen schon fragt er das jeden, der in sein Büro kommt. So hat man ihn sich nicht vorgestellt.

Zahlreiche Etiketten haften an dem Mann. »Schillernd« sei er. Ein Guru. Menschenfänger. Anlegerausbeuter. Strippenzieher.

Seine Freunde: Gerhard Schröder, Ex-Kanzler, SPD. Christian Wulff , amtierender Bundespräsident, Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, beide CDU, Parteichef Sigmar Gabriel, SPD, Klaus Meine, Scorpions. Seine Lebensgefährtin: Deutschlands Superweib Veronica Ferres . Sein Vermögen: 650 Millionen Euro, geschätzt.

Wie er dazu gekommen ist? Seine Kritiker sagen: als Chef von Deutschlands größter Drückerkolonne, die den Menschen Finanzprodukte andrehte, die sie nicht brauchten . Als Abzocker eben.

Sein Image ist ihm nicht angenehm, seit Jahren versucht er es abzuschütteln. Ein bisschen ist es wie mit einem Hund, der durch den Regen getollt ist, aber eigentlich nicht nass werden wollte.

Am Schreibtisch will er nicht fotografiert werden. »Das sieht zu sehr nach reichem Sack aus.«

Kostspielige Schreibtische haben einen besonderen Stellenwert im Leben von Carsten Maschmeyer. Von seinem ersten größeren Verdienst, damals beim Finanzdienstleister OVB , kaufte er sich ein mit schwarzem Leder bezogenes Modell. Der Tisch sollte teuer aussehen. »Ich hab mir gedacht, wenn Bewerber oder Kunden kommen, sieht das seriös und solide aus. Da hab ich 9000 Mark investiert, mit dem klaren Ziel der Hebelwirkung.«