Nachhaltigkeit Grünes Wachstum ist drin

Nachhaltigkeit geht nicht auf Kosten des Wohlstands.

Wachstum und Fortschritt sind die politischen Kampfbegriffe dieser Tage. Manche stilisieren sie, manche verteufeln sie. Vor allem bei denen, die es sich leisten können, ist Wachstumsskeptizismus wieder modern. Dabei vergessen diese Postmaterialisten nicht nur gern, worauf ihr Bionade-Lebensstil beruht. Sie haben auch die Idee und die Vorstellung von Fortschritt aufgegeben. Sie sind ökonomisch wie sozial blind und perspektivlos. Und sie können sich nicht mehr vorstellen, dass wir die Probleme der bestehenden, alten Industriegesellschaft mit neuen Methoden lösen können.

Matthias Machnig
Matthias Machnig

ist Wirtschaftsminister in Thüringen seit November 2009. Davor war der SPD-Politiker Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt,  Naturschutz und Reaktorsicherheit

Der Club of Rome wies 1972 in einer Studie mit dem Titel The Limits of Growth darauf hin, dass wir die Belastbarkeit unseres Planeten überschritten haben. Wenn die Bevölkerung, die Produktion von Nahrungsmitteln und Industriegütern, die Umweltverschmutzung und der Verbrauch nicht erneuerbarer Rohstoffe mit unverändertem Tempo weiter wachsen, dann, so der Schluss, wird die Weltwirtschaft kollabieren.

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Das ist richtig, bedeutet aber nicht, dass des Problems einzige Lösung Askese ist. Wir müssen vielmehr Massenwohlstand mit der Leistungsfähigkeit unseres Planeten in Einklang bringen. Wachstum und Ressourcenverbrauch können und müssen entkoppelt werden. Wir brauchen Wachstum mit Qualität.

Dazu ist ein Fortschrittsmodell nötig, in dessen Zentrum neue Technologien, Produkte und Produktionsverfahren für mehr Energie- und Ressourceneffizienz stehen. Das Statistische Bundesamt hat festgestellt, dass der Verbrauch von Ressourcen der größte Kostenfaktor in der Produktion des deutschen verarbeitenden Gewerbes ist. Er beträgt 46 Prozent des Bruttoproduktionswertes. Die Deutsche Materialeffizienzagentur (demea) schätzt, dass die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands pro Jahr 100 Milliarden Euro sparen könnte, wenn sie Rohstoffe und Materialien nur zu 20 Prozent effizienter nutzte. Und da tun wir so, als wären die Löhne, die nur knapp 20 Prozent der Kosten ausmachen, die einzige Stellschraube zum Kostensparen.

Allein die Recyclingtechnologien werden durch die weltweite Bevölkerungsexplosion zum großen Wachstumsmarkt. So dürften in Deutschland hier in den nächsten zehn Jahren 20 Milliarden Euro investiert werden. Dadurch können bis zu 200.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Zudem wird beim Recycling deutlich weniger Energie verbraucht als bei der Produktion von Primärrohstoffen. Auch die Kohlendioxidemissionen betragen beispielsweise beim Aluminiumrecycling nur ein Fünftel des Wertes, der bei der primären Aluminiumproduktion emittiert wird. Und Recycling bietet Exportchancen: Deutschland hat bei den entsprechenden Technologien bereits einen Marktanteil von gut einem Drittel.

Oder nehmen wir die Biotechnologie. Sie kann aufwendige und giftige chemikalische Vorgänge ablösen. Der Konzern Boehringer Mannheim (heute Roche Diagnostics) hat errechnet, wie der Einsatz einer gentechnisch veränderten Hefe die Herstellungskosten eines Medikamentenwirkstoffs reduzierte und die Umweltbilanz verbesserte. Die Produktionskosten sanken von 80.000 Euro auf 4500 Euro, die Abfälle und Abwässer von 200 Tonnen auf 40. Der Energieverbrauch der Produktion war um 80 Prozent geringer.

Um wirklich umzusteuern, müssen wir künftig allerdings auch den Verbrauch an frei verfügbaren natürlichen Ressourcen mit einem Preis versehen und nicht nur den Ausstoß von CO₂. Der wirtschaftliche Wert der Ökosysteme ist weitaus höher, als Ökonomen und Naturwissenschaftler bisher angenommen haben. Die rund 100.000 Naturschutzgebiete der Erde versorgen die Menschen mit Ökosystemdienstleistungen im Wert von 4,4 bis 5,2 Billionen US-Dollar pro Jahr. Das ist mehr als die Summe der Umsätze des weltweiten Automobilsektors, Stahlsektors und IT-Dienstleistungssektors.

Leser-Kommentare
  1. Zitat:"Oder nehmen wir die Biotechnologie. Sie kann aufwendige und giftige chemikalische Vorgänge ablösen. Der Konzern Boehringer Mannheim (heute Roche Diagnostics) hat errechnet, wie der Einsatz einer gentechnisch veränderten Hefe die Herstellungskosten eines Medikamentenwirkstoffs reduzierte und die Umweltbilanz verbesserte."

    Das sind Feinchemikalien-Produkte. Löst die Gentechnik die Probleme ohne neue zu schaffen? Wieviele Chemikalien aus dem petrochemischen Zweig lassen sich nichtpetrochemisch und unter milden Bedingungen (Raumtemperatur, pH 7, Wasser als Lösungsmittel) herstellen? Auch die nobelpreisbelohnten metallkatalysierten Reaktionen (z. B. Heck) haben den Nachteil, dass sie nicht allgemein einsetzbar sind (Aktivierung durch Halogenide, Verfügbarkeit des Katalysators, der oft ein Element aus der Reihe der Übergangsmetalle ist).

    Zitat:"Um wirklich umzusteuern, müssen wir künftig allerdings auch den Verbrauch an frei verfügbaren natürlichen Ressourcen mit einem Preis versehen und nicht nur den Ausstoß von CO₂."

    Privatisierung? Verstaatlichung und anschließende Privatisierung?

    Egänzung zu den Palmwäldern: der Golf von Mexiko hat in den letzten Jahren unter Sauerstoffarmut gelitten, weil die Düngemittel zur Bioethanolherstellung (umweltfreundlicher Treibstoff) das Algenwachstum angeregt hatten.

    Mit Technologie allein wird man es nicht schaffen, umwelt- und sozialverträglich aus einem Raubtierkapitalismus mit Gewinnmaximierung ein Gänseblümchen zu machen.

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    "nobelpreisgekrönt" war gemeint, "awarded" hatte ich im Kopf, "belohnt" kam heraus...

    "nobelpreisgekrönt" war gemeint, "awarded" hatte ich im Kopf, "belohnt" kam heraus...

  2. 3. ~ 1194

    Um diesen Text zu kritisieren, ist mehr Platz nötig als hier vorgegeben. In aller Kürze lässt sich aber sagen, dass man sich verwundert die Augen reibt, wenn hier alte Forderungen der Grünen als innovative Idee verkauft werden, um schließlich ökologisches Denken im Einklang mit Wachstum nach alter Tradition zu fordern. Ob dies geht, wäre noch zu beweisen. Aber bis dahin genügt vielleicht schon der Hinweis, dass all dies in den "fetten" Jahren auch möglich gewesen wäre, dass immer schon diese Möglichkeiten bestanden und es auch entsprechende Denkansätze gab, doch nichts geschah. Heute, wo alles viel kritischer wurde, soll es nun gehen?

    Es tut mir leid, aber das ist wohl nur leeres Gerede. Vielleicht ist die entscheidende Aussage die mit dem Atom-Ausstieg - in Verbindung mit der Parteizugehörigkeit des Aussagenden.

  3. Als ein besonderes Beispiel für Fortschrittsverweigerung ist die Atomkraft anzusehen.

    Die Atomkraft ist eine Mischung aus High- und Low-Tech. Die Beherrschung der kontrollierten Atomkernspaltung ist der High-Tech Anteil daran. Allerdings ist ein AKW nur ein Wärmekraftwerk. Die Erzeugung von Strom erfolgt über Dampf, mit einem Wirkungsgrad von ca. 30-40% bei sehr guten Bedingungen. Das ist technologische Low-Tech. Bekannt seit den ersten Dampfkraftwerken.

    Mir ist nicht bekannt ob es bei AKWs Kraft-Wärme-Kopplungen gibt mit denen die Abwärme ebenfalls nutzbar ist, was den Wirkungsgrad auf 80-90% steigern würde. Der Logik nach würde ich es ausschließen da das Wasser das die Hitze transportiert auf jeden Fall radioaktiv wäre weil es direkt oder indirekt mit Strahlung in Kontakt kommt (Wärmetauscher).

    Solarzellen dagen sind reine High-Tech. Sie wandeln Energie direkt aus Strahlung in Strom um. Ohne den Umweg über Hitze & Drehbewegung. Da die Entwicklung dieser Technologie geschichtlich betrachtet noch ziemlich am Beginn steht, wird da nach Oben noch einiges am Wirkungsgrad möglich sein. Standardmodule liefern derzeit ca 10-20%, Labormodule bereits an die 30-40% Wirkungsgrad und die Entwicklung geht weiter. Ein Nebenzweig ist die direkte Umwandlung von Wärme in Strom. Früher oder später wird das wohl zusammenfließen. Die Dampfturbine hingegen hat so etwas wie einen Totpunkt in der Entwicklung erreicht.

    Wachstum und Wohlstand sind in der ersten Welt nicht mehr gleichzusetzen.

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    Diese Solarenergie ist , nicht nur wegen des sporadischen Anfalls, in effektivste System zur Stromerzeugung! Und mit ihrer Wassertransporttheorie beweisen sie eigentlich schlichtweg ein ausgeprägte Unwissenheit!
    Das Problem ist eigentlich, dass jeder, der einen Rasenmäher bedienen kann sich als Energieexperte fühlt! Leider habe ich auch schon genügend Experten erlebt, insbesondere wenn sie
    von Umweltinstituten entsandt waren, deren Unwissen nur noch durch ihr Sendungsbewußtsein übertroffen wurde!

    schädlichen und seltenen Stoffen. Das Fraunhofer- Institut in Freiburg hat zwar jüngst eine Solarzelle mit einem dreischichtigen Aufbau vorgestellt, die 41% Wirkungsgrad hat, aber die Stoffe dazu sind selten teuer und teilweise giftig.
    Die Dampfturbinen heute erreichen 40% Wirkungsgrad, in Kombination mit einer vorgeschalteten Gasturbine sogar 61%, verglichen mit den Dampfmaschinen des 19. Jht. ist das schon beträchtlich mehr. Die von James Watt hatt noch keine 5%.

    Das Problem ist eher, dass die Politiker nicht begriffen haben, dass jede Effizienzsteigerung zuerst die Produkte verbilligt und dadurch im zweiten Schritt zu einer Produktionssteigerung führt. Der Energie- und Rohstoffverbrauch wird also nicht gesenkt - was nicht gegen eine Effizienzsteigerung spricht, sondern nur gegen die irrsinnige Wachstumsideologie. Rohstoffentnahme aus der Natur muß Geld kosten, das als Steuer an den Staat geht und so die üblichen Steuern entlastet. So bezahlt am Ende der, der die Rohstoffe in Anspruch nimmt.
    Warum muß die Wirtschaft wachsen? Warum reicht denn die produzierte Menge des Vorjahres heute nicht aus?
    Darauf geben die Politiker keine vernünftige Antwort, weil sie alle einer Denkblockade unterliegen.

    Die Ursache liegt im Geldsystem. Jedes Jahr werden die Zinsen für die Kredite der Wirtschaft und des Staates von den Geldbesitzern auf das schon vorhandene Kapital draufgeschlagen. Also müssen im folgenden Jahr höhere Kredite vergeben und mehr Zinsen gezahlt werden. Mit diesen höheren Krediten sollen Waren herggestellt werden. Da die Bevölkerung schon alles hat, macht man fleissig Werbung, um auch die unsinnigste Spielerei noch an einen Käufer zu bringen. Das nennt man dann qualitatives Wachstum, denn wir essen ja nicht zwei Schnizel täglich, sondern kaufen uns stattdessen elektronischen Schnickschnack.

    Da aber die höheren Kreditforderungen vom gleichen Kuchen nicht bezahlt werden können, ohne die Löhne zu kürzen, muß der Kuchen wachsen. Das ist die eigentliche Ursache des Wachstumswahns.
    Eine Abhilfe hat schin von fast einhundert Jahren Silvio Gesell vorgeschlagen: Eine stabile Wirtschaft braucht stabiles Geld, ohne Konjunkturschwankungen, ohne Inflation und Deflation. Heute haben wir beständig Inflation. Die DM war bei ihrer Ablösung durch den Euro nur ein Viertel dessen wert, was sie bei ihrer Erschaffunug 1949 hatte.

    Diese Inflation entwertet alle Sparvermögen, die deshalb mit dem Versprechen auf Zinsen auf die Bank gelockt werden.
    Aber den Zins, den der Sparer erhält, hat er vorher mehrfach selbst über die Preise bezahlt. Heute sind 40% aller Preise versteckte Zinsen, die von allen gezahlt,aber nur von sehr wenigen einkassiert werden.

    Diese Solarenergie ist , nicht nur wegen des sporadischen Anfalls, in effektivste System zur Stromerzeugung! Und mit ihrer Wassertransporttheorie beweisen sie eigentlich schlichtweg ein ausgeprägte Unwissenheit!
    Das Problem ist eigentlich, dass jeder, der einen Rasenmäher bedienen kann sich als Energieexperte fühlt! Leider habe ich auch schon genügend Experten erlebt, insbesondere wenn sie
    von Umweltinstituten entsandt waren, deren Unwissen nur noch durch ihr Sendungsbewußtsein übertroffen wurde!

    schädlichen und seltenen Stoffen. Das Fraunhofer- Institut in Freiburg hat zwar jüngst eine Solarzelle mit einem dreischichtigen Aufbau vorgestellt, die 41% Wirkungsgrad hat, aber die Stoffe dazu sind selten teuer und teilweise giftig.
    Die Dampfturbinen heute erreichen 40% Wirkungsgrad, in Kombination mit einer vorgeschalteten Gasturbine sogar 61%, verglichen mit den Dampfmaschinen des 19. Jht. ist das schon beträchtlich mehr. Die von James Watt hatt noch keine 5%.

    Das Problem ist eher, dass die Politiker nicht begriffen haben, dass jede Effizienzsteigerung zuerst die Produkte verbilligt und dadurch im zweiten Schritt zu einer Produktionssteigerung führt. Der Energie- und Rohstoffverbrauch wird also nicht gesenkt - was nicht gegen eine Effizienzsteigerung spricht, sondern nur gegen die irrsinnige Wachstumsideologie. Rohstoffentnahme aus der Natur muß Geld kosten, das als Steuer an den Staat geht und so die üblichen Steuern entlastet. So bezahlt am Ende der, der die Rohstoffe in Anspruch nimmt.
    Warum muß die Wirtschaft wachsen? Warum reicht denn die produzierte Menge des Vorjahres heute nicht aus?
    Darauf geben die Politiker keine vernünftige Antwort, weil sie alle einer Denkblockade unterliegen.

    Die Ursache liegt im Geldsystem. Jedes Jahr werden die Zinsen für die Kredite der Wirtschaft und des Staates von den Geldbesitzern auf das schon vorhandene Kapital draufgeschlagen. Also müssen im folgenden Jahr höhere Kredite vergeben und mehr Zinsen gezahlt werden. Mit diesen höheren Krediten sollen Waren herggestellt werden. Da die Bevölkerung schon alles hat, macht man fleissig Werbung, um auch die unsinnigste Spielerei noch an einen Käufer zu bringen. Das nennt man dann qualitatives Wachstum, denn wir essen ja nicht zwei Schnizel täglich, sondern kaufen uns stattdessen elektronischen Schnickschnack.

    Da aber die höheren Kreditforderungen vom gleichen Kuchen nicht bezahlt werden können, ohne die Löhne zu kürzen, muß der Kuchen wachsen. Das ist die eigentliche Ursache des Wachstumswahns.
    Eine Abhilfe hat schin von fast einhundert Jahren Silvio Gesell vorgeschlagen: Eine stabile Wirtschaft braucht stabiles Geld, ohne Konjunkturschwankungen, ohne Inflation und Deflation. Heute haben wir beständig Inflation. Die DM war bei ihrer Ablösung durch den Euro nur ein Viertel dessen wert, was sie bei ihrer Erschaffunug 1949 hatte.

    Diese Inflation entwertet alle Sparvermögen, die deshalb mit dem Versprechen auf Zinsen auf die Bank gelockt werden.
    Aber den Zins, den der Sparer erhält, hat er vorher mehrfach selbst über die Preise bezahlt. Heute sind 40% aller Preise versteckte Zinsen, die von allen gezahlt,aber nur von sehr wenigen einkassiert werden.

  4. Der studierte Sprachwissenschaftler ist der begnadete Wissenschafts- und Wirtschaftsexperte schlecht hin! Seine genialen Schlussfolgerungen zum Grünes Wachstum werden dabei durch keinerlei Sachkenntnis getrübt. Bezeichnend ist auch, dass er jetzt, wo das Märchen von der Klimakatastrophe nicht mehr zieht, mit den Theorien des Club of Rome kommt und das als SPD-Vertreter! [...]!

    Bitte verzichten Sie auf beleidigende Aussagen. Danke, die Redaktion/vv

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    Zitat:"...dass er jetzt, wo das Märchen von der Klimakatastrophe nicht mehr zieht, mit den Theorien des Club of Rome kommt..."

    Für mich ist die Klimakatastrophe kein Märchen. Aber unabhängig von der Frage, ob es sie gibt, ob der Wandel existiert und ob er signifikant anthropogen ist (was ich alles bejahe), bin ich mir sicher, dass vieles, was unter dem Stichwort "Eine Welt" subsummiert (Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit etc.) bereits mit den verfügbaren Mitteln umgesetzt werden kann - zwar nicht optimal, aber in der richtigen Richtung. Ich bin Naturwissenschaftler und behaupte, dass Forschung für Energie- und Rohstoffeffizienz extrem wichtig ist, aber dass das Heil nicht allein von einer noch zu entwickelnden Technologie kommen wird. Wenn sich manche "umweltfreundlichen" Produkte erst im Verlauf von zehn Jahren amortisieren, werden die Massen in Afrika, Indien und China nicht die Abnehmer sein. Dagegen kann sich die Bevölkerung in Deutschland bereits jetzt ressourcenschonend verhalten - worauf also warten? Hängt die Frage des Energie- und Rohstoffsparens lediglich davon ab, ob eine "Klimalüge" damit verbunden ist? Ein Gramm Kupfer, dass in meinem Fernseher steckt (oder im Elektromotor eines Autos) kann nicht gleichzeitig in Afrika für Röntgengeräte verwendet werden.

    Zitat:"...dass er jetzt, wo das Märchen von der Klimakatastrophe nicht mehr zieht, mit den Theorien des Club of Rome kommt..."

    Für mich ist die Klimakatastrophe kein Märchen. Aber unabhängig von der Frage, ob es sie gibt, ob der Wandel existiert und ob er signifikant anthropogen ist (was ich alles bejahe), bin ich mir sicher, dass vieles, was unter dem Stichwort "Eine Welt" subsummiert (Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit etc.) bereits mit den verfügbaren Mitteln umgesetzt werden kann - zwar nicht optimal, aber in der richtigen Richtung. Ich bin Naturwissenschaftler und behaupte, dass Forschung für Energie- und Rohstoffeffizienz extrem wichtig ist, aber dass das Heil nicht allein von einer noch zu entwickelnden Technologie kommen wird. Wenn sich manche "umweltfreundlichen" Produkte erst im Verlauf von zehn Jahren amortisieren, werden die Massen in Afrika, Indien und China nicht die Abnehmer sein. Dagegen kann sich die Bevölkerung in Deutschland bereits jetzt ressourcenschonend verhalten - worauf also warten? Hängt die Frage des Energie- und Rohstoffsparens lediglich davon ab, ob eine "Klimalüge" damit verbunden ist? Ein Gramm Kupfer, dass in meinem Fernseher steckt (oder im Elektromotor eines Autos) kann nicht gleichzeitig in Afrika für Röntgengeräte verwendet werden.

  5. Diese Solarenergie ist , nicht nur wegen des sporadischen Anfalls, in effektivste System zur Stromerzeugung! Und mit ihrer Wassertransporttheorie beweisen sie eigentlich schlichtweg ein ausgeprägte Unwissenheit!
    Das Problem ist eigentlich, dass jeder, der einen Rasenmäher bedienen kann sich als Energieexperte fühlt! Leider habe ich auch schon genügend Experten erlebt, insbesondere wenn sie
    von Umweltinstituten entsandt waren, deren Unwissen nur noch durch ihr Sendungsbewußtsein übertroffen wurde!

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    Antwort auf "Fortschritt"
    • adept
    • 08.11.2010 um 21:52 Uhr

    ... neu aufgelegt mit grünen inhalten.

    Die SPD leute können es halt nicht lassen.

    Schade

    • isualK
    • 08.11.2010 um 21:53 Uhr

    Wenn man einen Irrtum an den Anfang aller Überlegungen stellt, kann auch das Nachfolgende nur bedingt richtig sein.
    In meinen Augen besteht der Irrtum darin, dass wir immer davon Ausgehen, dass wir prozentuales, also exponentielles Wachstum brauchen. Das weiß jeder, dass exponentielles Wachstum in der Natur vorkommt, aber immer nur am Anfang von entwicklungen, irgendwann muss einmal eine Stagnation, ja so gar Rückbildung einsetzen, sonst kann es nicht funktionieren.
    Bei jedem Menschen gibt es am Anfang, nach der Befruchtung der Eizelle, exponientielles Wachstum bis er zum Erwachsenen herangereift ist. Sobald es nach dem erwachsen Werden im Körper exponentielles Wachsum gibt, nennt man das Krebs und es wird aufs Heftigste bekämpft.
    Darüber sollten wir uns alle mal klar werden.

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    Auch wenn ich Ihnen gefühlt zustimmen möchte ist Ihre Theorie jedenfalls praxisfern.

    1) Solange es auf der Erde Bevölkerungswachstum gibt brauchen wir global betrachtet Wirtschaftswachstum, um den aktuellen Wohlstand auch nur zu erhalten.

    2) Solange wir in einer klassischen Zinswirtschaft leben brauchen wir Wachstum, weil die Zinslast ständig steigt d.h. insbesondere die Durchschnittslöhne würden durch Zinszahlungen aufgefressen. Stark vereinfachtes Beispiel: Jemand leiht sich 100 Euro und muss nach einem Jahr 120 Euro zurückzahlen. Wo kommen die 20 Euro her, wenn es kein Wachstum gab?

    3) Sowohl aus 1) als auch aus 2) folgt aus meiner Sicht eine hohe Wahrscheinlichkeit von (Bürger-)Kriegen wenn langfristig Wachstum ausbleibt solange wir Bevölkerungswachstum und Zinswirtschaft nicht überwinden.

    4) Nehmen wir mal als Beispiel Computerprozessoren. Die werden ständig kleiner und dabei leistungsfähiger. Da kann sich jetzt auch einer hinstellen und pathetisch sagen: Das geht ja nicht ewig. Hat er vielleicht sogar Recht. Vielleicht aber auch nicht. Aber solange es geht wirds eben gemacht. Da wird jetzt keiner Heute aufhören Prozessoren zu optimieren, nur weil das nach der Theorie fragwürdigen Theorie von irgendwem in 50 Jahren nicht mehr geht.

    Auch wenn ich Ihnen gefühlt zustimmen möchte ist Ihre Theorie jedenfalls praxisfern.

    1) Solange es auf der Erde Bevölkerungswachstum gibt brauchen wir global betrachtet Wirtschaftswachstum, um den aktuellen Wohlstand auch nur zu erhalten.

    2) Solange wir in einer klassischen Zinswirtschaft leben brauchen wir Wachstum, weil die Zinslast ständig steigt d.h. insbesondere die Durchschnittslöhne würden durch Zinszahlungen aufgefressen. Stark vereinfachtes Beispiel: Jemand leiht sich 100 Euro und muss nach einem Jahr 120 Euro zurückzahlen. Wo kommen die 20 Euro her, wenn es kein Wachstum gab?

    3) Sowohl aus 1) als auch aus 2) folgt aus meiner Sicht eine hohe Wahrscheinlichkeit von (Bürger-)Kriegen wenn langfristig Wachstum ausbleibt solange wir Bevölkerungswachstum und Zinswirtschaft nicht überwinden.

    4) Nehmen wir mal als Beispiel Computerprozessoren. Die werden ständig kleiner und dabei leistungsfähiger. Da kann sich jetzt auch einer hinstellen und pathetisch sagen: Das geht ja nicht ewig. Hat er vielleicht sogar Recht. Vielleicht aber auch nicht. Aber solange es geht wirds eben gemacht. Da wird jetzt keiner Heute aufhören Prozessoren zu optimieren, nur weil das nach der Theorie fragwürdigen Theorie von irgendwem in 50 Jahren nicht mehr geht.

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