TeamarbeitDas Zitat ... und Ihr Gewinn

»Alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher « George Orwell, Animal Farm von 

Ein Geist geht um in deutschen Firmen – der Teamgeist. Er spukt durch Weihnachtsreden, taucht auf in Broschüren und leuchtet aus Stellenangeboten. Ohne »Teamfähigkeit« , ohne die Bereitschaft, sich zum Rädchen im Gruppengetriebe zu machen, scheint nichts mehr zu gehen. So mancher Bewerber verkleidet schon seine Hobbys: Aus »Joggen« wird »Training in einer Laufgruppe«, »Lesen« kommt als »Engagement in einem Literaturzirkel« daher. Die Botschaft: »Schaut hin, ich bin kein Eigenbrödler, sondern Teammensch!«

Doch der Teamgeist hat einen Geburtsfehler: Diejenigen, die ihn am lautesten fordern, sind nicht Mitglieder eines Teams, sondern stehen als Führungskräfte über ihm. Während sie als Alphatiere »gleicher« als gleich sind , um es mit Orwell zu sagen, ein Chefgehalt kassieren, einen Dienstwagen fahren, im Eckbüro residieren und Machtworte sprechen und dabei die Gleichheit aller predigen, ohne rot zu werden. Das ist so glaubwürdig, als priese ein Millionär die kollektive Armut.

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Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"

Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"  |  © Dwonderwall/Flickr.com

Schauen Sie einmal hin, wer in Ihrer Firma gefördert wird: Sind es wirklich die grauen Teammäuse? Ich garantiere Ihnen: Die Ritterschläge, die Beförderungen und Gehaltserhöhungen , treffen selten die Unauffälligen und niemals ganze Teams. Fast immer werden einzelne Teammitglieder, deren Namen für Erfolge stehen, aufs Podest gehoben. Und andere, deren Namen keiner kennt, bleiben auf der Strecke. Wer als Leistungsträger aus der Masse ragt, macht das Rennen. Sogar bei Massenentlassungen werden solche Kandidaten verschont , im Gegensatz zu grauen Teammäusen.

Martin Wehrle
Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".

Bin ich gegen Teamarbeit? Nein, ich rate Ihnen, dass Sie Ihr Wissen teilen und die Gruppe mit Ihrer Leistung vorwärts bringen. Aber Ihre Einzelleistung darf nicht wie Gemüse im Gruppeneintopf verschwinden; sie sollte sichtbar und mit Ihrem Namen verbunden bleiben. Machen Sie publik, was Ihr Anteil an einem Erfolg ist.

Sprechen Sie über Ihre Ideen, Ihre Lösungen, Ihre Glanztaten. Und setzen Sie Ihren Chef bei wichtigen Mails auf den Verteiler. Jeder in der Firma sollte wissen, wofür Sie (im Team) gut sind. Diese Einzelleistung – und nur sie – ist der Maßstab, wenn es um Ihr Gehalt und Ihre Karriere geht.

Indem Sie Ihren Anteil an Erfolgen deutlich machen, bringen Sie Ihre Karriere voran. Auch wenn die Firmen »Teamarbeit« predigen: Belohnt wird sie selten. Der Alltag ist nun mal keine Weihnachtsrede. Martin Wehrle

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Leserkommentare
    • Gerry10
    • 14. November 2010 8:52 Uhr

    ...entlich mal wieder ein offener, ehrlicher und vorallem richtiger Beitrag von einem "Coach".
    Normalerweise reihe ich mich ja in die Gruppe der Kommentatoren die diese Beiträge heftigst kritisieren.
    Aber hier hat Hr. Wehrle recht.
    Wer kein Selbstmarketing betreibt bekommt bestenfalls ein Danke Schön, aber bestimmt keine Gehaltserhöhung oder gar Beföderung.

    • peto1
    • 14. November 2010 9:22 Uhr

    Das jetzige Arbeitgeber und Arbeitnehmer Struktur system wird sich nicht halten, sie erlauben keine wächsel keine neuen ideen, innovationnen und die Möglichkeiten werden so ausgeschlossen, viele firmen lassen nicht zu oder verweigern ganz in die bestehende Arbeitsgruppe fremde aufzunehmen, die Stellen auschreibungen sind nur ein Fars weil schon vonvornerein abgesprochen wird wer den leeren Posten besetzt.
    Damit stricken aber diese Firmen ihren eigenen Strick und verstauben vor sich hin, wehrend andere Firmen auf Fluktuation setzen damit Neue Ideen und Neue Innovationen in Projekte einfließen.
    Man braucht sich nur den gesamt Markt anzuschauen und kann sehen wie marode das System schon ist, durch das Aroganz System sind schon viele Branchen zusammen gebrochen es gibt keine nachfrage mehr weil es woanders besser und günstiger gebaut wird und hier die Firmen keine ideen mehr haben.

    • BooNoc
    • 14. November 2010 9:27 Uhr

    ..."graue Teammäuse" ... "Gruppeneintopf"..., aber derart unterdurchschnittlichen Stil bekommt man ja scheinbar immer öfter serviert (von Zeichenfehlern mal ganz abgesehen).

    Darüber hinaus glaube ich nicht, dass man Dinge so ungenau verallgemeinern kann. Aufs Podest gehoben wird oft jemand, der am lautesten brüllt, selbst wenn er oder sie kein oder ein weniger wichtiger Leistungsträger ist. Des weiteren vergisst der 'erfolgreichste Karrierecoach Deutschlands', dass es unterschiedliche Typen von Menschen und - aus der Perspektive des Chefs - Untergebenen gibt. Selbst eher unauffällige Teamarbeiter, über die sich Herr Wehrle so herablassend äussert, können von hoher Bedeutung für die Abteilung sein, selbst, wenn sie nicht von unbändigem Aufstiegswillen beseelt sind. Ein guter Chef sieht das.

    In meiner inzwischen langen Erfahrung als Vorgesetzter hat es sich als sehr nützlich erwiesen, den, der seine Erfolge am lautesten besingt, besonders kritisch zu hinterfragen und den, der dazu neigt, im Team unterzugehen, auch mal zu ermutigen, denn oft sind die Dinge anders, als sie sich auf den ersten Blick darstellen.

    Texte wie diesen von Herrn Wehrle finde ich schlicht überflüssig.

  1. Solange als Leistungsträger diejenigen wahr genommen werden, die sich von den "grauen Mäusen" nur durch Bedenkenlosigkeit und eine große Klappe unterscheiden, bleibt das System marode, ob mit oder ohne "Teamarbeit". Es ist nicht weiter erstaunlich, dass allenthalben falsche Prioritäten gesetzt werden, Sachentscheidungen nur vorgeschoben werden, um Kompetenzeitelkeiten und Karriererangeleien zu bemänteln.

    • Infamia
    • 14. November 2010 10:08 Uhr
    5. TEAM.

    TEAM = Toll Ein Anderer Machts

    Nicht neu, aber immer wieder gut.

    Ich kann dieses Teamgeplapper auch langsam nicht mehr hören. Wenn man sich die Stellenausschreibungen der Firmen so anschaut, hat man den Eindruck, es wird nach gleichgeschalteten, uniformierten Duckäusern gesucht. Fragen nicht nach, machen, was man ihnen sagt und halten die Klappe. Es soll Unternehmen geben, die allmählich wieder nach Individualisten suchen, ohne dabei auf ein kooperatives Miteinander zu verzichten.

    • Debatz
    • 14. November 2010 11:50 Uhr

    der Einzelne kann genauso wenig wie eine Gruppe, die von einem einzelnen geführt wird.

    Es kommt darauf an, dass man im Team ein Problem angeht und jeder die Möglichkeit hat seine Sichtweise zu präsentieren, seine Gedanken zu äußern, ohne dass man sie bewertet. Nur so kann man eine Lösung finden, die optimal ist. Und wenn einer den Anspruch erhebt, dass seine Meinung die optimale ist, dann ist das bereits der Untergang des Teams. Dann brauche ich auch kein Team, sondern kann tatsächlich einen einzelnen Mitarbeiter entscheiden lassen.

    Aber dass dieser eine Mitarbeiter die Weitsicht und die verschiedenen Perspektiven eines Teams hat wage ich zu bezweifeln. Es gibt da eine Reihe von Experimenten, wo sich heraus gestellt hat, dass wenn jeder seine Meinung uneingeschränkt und ohne Furcht vor einer Bewertung äußert sich das Ergebnis wesentlich verbessert weil man die Mitte aller Vorschläge nimmt. Die Intelligenz des einzelnen reicht nie an das heran, was ein Team leisten kann. So einfach ist das.

    Also treibt man am besten keinen Keil zwischen sein Team, denn so verliert man die Perspektiven einiger Mitarbeiter zu Gunsten eines einzelnen und verzerrt das Ergebnis. Und in allen Experimenten ist kein Einzelner, gleich mit welcher Erfahrung und Vorkenntnis, an den Mittelwert eines freien, unabhängigen Teams von gleichberechtigten heran gekommen. Ist so, Punkt.

    Bewerbertrainings die immernoch glauben bei Teamarbeit einen Anführer finden zu müssen sind schlicht unproduktiv.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Dem kann ich leider aus eigener Erfahrung absolut nicht zustimmen.

    "Es kommt darauf an, dass man im Team ein Problem angeht und jeder die Möglichkeit hat seine Sichtweise zu präsentieren, seine Gedanken zu äußern, ohne dass man sie bewertet. Nur so kann man eine Lösung finden, die optimal ist. "

    ...Das ist so der Grund warum diese ganzen Meetings hierzulande absolut nicht funktionieren, weil jeder sich zu profilieren versucht und es selten um eine Lösung geht, sondern nur um die Schuldigen. In den ostasiatischen Ländern klappt das doch hier streiten sich nur die Leute um einen einzelnen Punkt wo es nur um das Recht des EINZELNEN geht. Sollten sie einmal einen Streik organisiert haben wissen sie was ich meine.

    "Es gibt da eine Reihe von Experimenten, wo sich heraus gestellt hat, dass wenn jeder seine Meinung uneingeschränkt und ohne Furcht vor einer Bewertung äußert sich das Ergebnis wesentlich verbessert weil man die Mitte aller Vorschläge nimmt. Die Intelligenz des einzelnen reicht nie an das heran, was ein Team leisten kann. So einfach ist das."

    1. Quellen?
    2. Reicht die Intelligenz eines Einzelnen weit über den Rest des Teams oder was denken sie warum z.B. Hochbegabte in einer normalen Schule derartig schlecht integriert werden können? Ich verdamme grundsätzlich keine Teamarbeit, aber was hier steht ist größtenteils Blödsinn. [...]

    Nein, warum man nun "Team-Fähigkeit" reinschreibt ist nunmal um der Gesellschaft Willen weil man in diesen Breitengraden einfach nicht ehrlich schreiben kann, dass man eben genau solche Leute sucht. Es ist lediglich ein gesellschaftlicher Konsens ebenso wie der gesamte andere Mist der (abgesehen von der Schulnote o.Ä. Konkretes) bei einer Bewerbung dabei stehen muss, der aber lediglich nur dem Wert eines Konsens entspricht, und mehr nicht.

    "[...]verliert man die Perspektiven einiger Mitarbeiter zu Gunsten eines einzelnen und verzerrt das Ergebnis. Und in allen Experimenten ist kein Einzelner, gleich mit welcher Erfahrung und Vorkenntnis, an den Mittelwert eines freien, unabhängigen Teams von gleichberechtigten heran gekommen. Ist so, Punkt."

    Dann lesen sie einmal über Primaten nach. Bei denen gibt es eine Rangordnung unter den Individuen, und diese gibt es in abgeänderter Form auch unter Menschen. Der irrealistische Glaube an das große Heiligtum "Gleichberechtigung" der vor allem im Christentum verbreitet ist ist in anderen Kulturen u.U. gar nicht relevant. Ich darf hier auch noch einmal an die ostasiatischen Länder und vor allem Japan erinnern.

    De Facto funktioniert es dort nämlich schlichtweg mit Randordnung und Hierarchie, nur hat man es dort besser kapiert als hier: Dort werden Mitarbeiter durchaus eingespannt in das Unternehmen und auch die Entscheidungen. Wir brauchen keine Firma voller "Alphas", die sich gegenseitig behindern, das ist korrekt.

    • Gerry10
    • 14. November 2010 13:05 Uhr

    ...Teamwork ist Ausbeutung der Gutmütigen.
    Es gibt in der Gruppe Leute, die arbeiten, und andere, die sich dranhängen.
    Teamwork zerstört Originalität, Kreativität und Qualität. In Teams führen immer die Vielredner das Wort.
    Das sind aber nicht unbedingt diejenigen, die von der zu lösenden Aufgabe am meisten verstehen.
    Die sind vielleicht ruhiger, vielleicht schüchtern, vielleicht von den Vielrednern verunsichert.
    Teamwork heißt, dass Fachkompetenz unterdrückt wird und durch soziale ersetzt wird.
    Neue Ideen klingen seltsam, schlimmsten Falls sogar verboten.
    Im Team kann man keine neuen Wege gehen, weil es immer jemanden geben wird der "den alten Weg" nicht verlassen will.

  2. Dem kann ich leider aus eigener Erfahrung absolut nicht zustimmen.

    "Es kommt darauf an, dass man im Team ein Problem angeht und jeder die Möglichkeit hat seine Sichtweise zu präsentieren, seine Gedanken zu äußern, ohne dass man sie bewertet. Nur so kann man eine Lösung finden, die optimal ist. "

    ...Das ist so der Grund warum diese ganzen Meetings hierzulande absolut nicht funktionieren, weil jeder sich zu profilieren versucht und es selten um eine Lösung geht, sondern nur um die Schuldigen. In den ostasiatischen Ländern klappt das doch hier streiten sich nur die Leute um einen einzelnen Punkt wo es nur um das Recht des EINZELNEN geht. Sollten sie einmal einen Streik organisiert haben wissen sie was ich meine.

    "Es gibt da eine Reihe von Experimenten, wo sich heraus gestellt hat, dass wenn jeder seine Meinung uneingeschränkt und ohne Furcht vor einer Bewertung äußert sich das Ergebnis wesentlich verbessert weil man die Mitte aller Vorschläge nimmt. Die Intelligenz des einzelnen reicht nie an das heran, was ein Team leisten kann. So einfach ist das."

    1. Quellen?
    2. Reicht die Intelligenz eines Einzelnen weit über den Rest des Teams oder was denken sie warum z.B. Hochbegabte in einer normalen Schule derartig schlecht integriert werden können? Ich verdamme grundsätzlich keine Teamarbeit, aber was hier steht ist größtenteils Blödsinn. [...]

    Antwort auf "kontra Artikel"
  3. 8. Teil 2

    Nein, warum man nun "Team-Fähigkeit" reinschreibt ist nunmal um der Gesellschaft Willen weil man in diesen Breitengraden einfach nicht ehrlich schreiben kann, dass man eben genau solche Leute sucht. Es ist lediglich ein gesellschaftlicher Konsens ebenso wie der gesamte andere Mist der (abgesehen von der Schulnote o.Ä. Konkretes) bei einer Bewerbung dabei stehen muss, der aber lediglich nur dem Wert eines Konsens entspricht, und mehr nicht.

    "[...]verliert man die Perspektiven einiger Mitarbeiter zu Gunsten eines einzelnen und verzerrt das Ergebnis. Und in allen Experimenten ist kein Einzelner, gleich mit welcher Erfahrung und Vorkenntnis, an den Mittelwert eines freien, unabhängigen Teams von gleichberechtigten heran gekommen. Ist so, Punkt."

    Dann lesen sie einmal über Primaten nach. Bei denen gibt es eine Rangordnung unter den Individuen, und diese gibt es in abgeänderter Form auch unter Menschen. Der irrealistische Glaube an das große Heiligtum "Gleichberechtigung" der vor allem im Christentum verbreitet ist ist in anderen Kulturen u.U. gar nicht relevant. Ich darf hier auch noch einmal an die ostasiatischen Länder und vor allem Japan erinnern.

    De Facto funktioniert es dort nämlich schlichtweg mit Randordnung und Hierarchie, nur hat man es dort besser kapiert als hier: Dort werden Mitarbeiter durchaus eingespannt in das Unternehmen und auch die Entscheidungen. Wir brauchen keine Firma voller "Alphas", die sich gegenseitig behindern, das ist korrekt.

    Antwort auf "kontra Artikel"
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    • Debatz
    • 14. November 2010 13:12 Uhr

    Ich möchte nicht alles detailgetreu wiedergeben, aber lesen sich sich einmal das Buch "Spontane Evolution" von Bruce Lipton und Steve Bhaerman durch.

    Darin werden sie verschiedene Erklärungen mit Quellenangaben finden, bei denen man feststellte, dass beispielsweise Schätzungsaufgaben von mehreren Personen genauer gelöst werden, als von irgend einer Einzelperson, die sich sogar gut mit dem Thema auskennt.

    Natürlich haben sie eine Rangfolge im System von Primaten. Es geht hier aber nicht um Rangfolge, es um die verschiedenen Sichtweisen von Informationen und um die bestmögliche Lösung. Wenn ein Affe beispielsweise einen Weg findet, wie er eine Kokosnuss am einfachsten knackt, dann wird diese Technik von den anderen benutzt - ganz gleich ob er jetzt am lautesten schreit oder ob er garnichts sagt. Es spielt keine Rolle. Und selbst wenn es einen anderen, ranghöheren Affen gibt, der die gleiche Kokosnuss auf eine kompliziertere Art knackt - er wird diese Art nicht durchsetzen, denn sie ist ineffektiv. Genauso wie Ideen einzelner Politiker ineffektiv sind, man sie aber trotzdem umsetzt, weil sie lauter schreien können als andere.

    Gleichberechtigung finden sie überall in der Natur. Jede Zelle in ihrem Körper wird mit den gleichen Nährstoffen versorgt und mit der gleichen Aufmerksamkeit gepflegt wie alle anderen - ganz gleich ob es eine Gehirnzelle ist oder nur eine Hautzelle. Sie bekommen was sie brauchen und der Körper nutzt all die Informationen, die sie ausspucken.

    • Debatz
    • 14. November 2010 13:20 Uhr

    Das Problem ist, dass man bei "Teamarbeit" immer nur darauf schaut, wer seine Idee am besten verkauft. Aber nicht darauf, wessen Idee oder welche Teilideen von verschiedenen Personen am besten auf das Problem reagieren.

    Auch wenn wir politische Diskussionen haben, so wird immer nur darauf geschaut, wer seinen Willen am besten verkauft und wer sich durchsetzen kann. Das ist aber keine effektive Art Probleme zu lösen.

    Wenn sie ein Ziel erreichen wollen, dann müssen sie erst einmal das Ziel genau definieren bevor sie sich an den Weg machen. Und danach sollte man in wirklicher Teamarbeit jeden Gedanken der irgendwo gedacht wird aufschreiben und versuchen einen Konsenz zu finden aus all den Meinungen und Ideen die existieren. Den Mittelweg, nicht den der am lautesten schreit.

    Beispiel aus dem Buch:
    18xx nahm ein Biologe an einem Wettbewerb teil, bei dem es darum ging das Gewicht vom Fleisch einer Kuh nach ihrer Schlachtung zu schätzen. Dort haben 100 Leute teilgenommen, vom Bürokrat bis hin zum Metzger der sich damit auskennt. Und keiner hat genau das Gewicht geschätzt was rauskam. Aber: der Biologe hat alle Geschätzten Ergebnisse zusammen gerechnet und den Mittelwert genommen. Sie lagen gemeinsam nur 1Pfund daneben. So nah kam keine Einzelperson an das Ergebnis ran. Das nennt man Gruppenintelligenz. Klappt nur, wenn es keinen Anführer gibt, der sich behaupten will, sondern wenn jeder seine Meinung ohne Beeinflussung oder Furcht vor Konsequenzen sagen darf.

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  • Serie Das Zitat und Ihr Gewinn
  • Schlagworte Alltag | Armut | Botschaft | Dienstwagen | Führungskraft | Gehalt
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