Jobchancen Das ist auch ungerecht!

Frauen werden bei Neueinstellungen bevorzugt. Junge Männer ziehen den Kürzeren. Eine Polemik

In der ZEIT 36/2010 haben wir eine Titelgeschichte zum lange überfälligen beruflichen Aufstieg der Frauen gebracht. Der, so hieß es da, könne sich selbst für die Männer als Segen erweisen: »Die Bildungserfolge der Frauen fallen in eine Phase, in der das Angebot an gut ausgebildeten Arbeitskräften in vier Jahren um 250.000 zurückgegangen ist und in der viele Männer gern kürzer und ein Großteil der Frauen länger arbeiten würde .« Überall Gewinner, nirgends Verlierer? Welch ein Ausblick.

Zwei Tage später traf ich mich mit einem guten Freund in einer Kneipe, Absolvent einer Journalistenschule, 32 Jahre alt, verheiratet, Vater einer kleinen Tochter. Er habe gerade den ZEIT- Titel gelesen, sagte er zur Begrüßung. Sonst nichts. Dieser Freund, nennen wir ihn Max, war jahrelang auf der Suche nach einem festen Job . Ohne Erfolg. Er kommt über die Runden, vor allem dank seiner Frau, die eine Anstellung als PR-Beraterin hat, er ist ein akribischer Rechercheur, er schreibt unterhaltsam, gelegentlich brillant. Was sein Problem ist? »Ich bin keine Frau« , sagt er.

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Es gibt sie eben doch, die Verlierer des Aufstiegs der jungen Frauen. Es sind die jungen Männer, die jetzt für die Fehler der alten büßen müssen. Die Fehler der alten Männer, die immer noch in den Vorstandsetagen der Konzerne und Verwaltungsbehörden hocken, die das Geschick dieser Republik immer noch weitgehend unter sich ausmachen. Diese alten Männer haben zunehmend ein schlechtes Gewissen . Und weil sie sich und ihre buddies natürlich nicht selbst abschaffen wollen, konzentrieren sie ihren Ablasshandel auf die Generation der Berufseinsteiger. Und stellen mit einem Mal junge Frauen in Serie ein.

Jetzt als Mann eine Uni-Karriere anstreben? Riskant, sagt der Prof

Keine Frage: Solange sie weniger draufhaben als ihre Konkurrentinnen, geht es vollkommen in Ordnung, wenn die jungen Männer bei der Jobsuche den Kürzeren ziehen. Doch das allein ist es nicht. Schließlich gibt es kaum noch einen Konzern, der nicht ein besonderes Förderprogramm für Frauen aufgelegt hat, kaum einen Firmenchef, der jetzt nicht ernst macht mit dem allzu lange leeren Versprechen: »Frauen werden bei gleicher Eignung bevorzugt.« Und das werden sie – koste es, was es wolle. Der Frauen-Auswahlbutton sei mittlerweile die meistgenutzte Vorauswahlfunktion, berichtet der Betreiber einer Online-Jobbörse, bei dem Unternehmen gezielt nach Uni-Absolventen fahnden können. Einige Unternehmen gehen so weit, dass Frauen nach vergeigten Vorstellungsgesprächen eine zweite Chance gegeben wird, während sich Männer mit einem falschen Spruch herauskatapultieren können. Und der BWL-Professor einer süddeutschen Uni rät seinem Doktoranden von der Hochschullaufbahn ab mit dem Satz: » Die Unis müssen ihre Professorinnenquote massiv hochsetzen , als Mann hast du da in den nächsten Jahren kaum eine Chance.«

Auch die harten Statistiken sind teilweise frappierend: Im gehobenen Dienst der Bundesverwaltung beträgt der Frauenanteil unter den Berufseinsteigern bereits 58 Prozent (unter den älteren Führungskräften aber nur ein Sechstel); die Telekom wiederum rühmt sich, ihre neu eingestellten »Top-Nachwuchskräfte« seien mittlerweile zu 52 Prozent Frauen. Und die ZEIT? 65 Prozent der in den vergangenen fünf Jahren eingestellten Jungredakteure sind weiblich. Zum Vergleich: Der Frauenanteil unter den 137 Redakteuren beträgt ein gutes Drittel, in den Ressortleitungen gerade mal ein Sechstel – noch viel schlechtes Gewissen arrivierter Männer, das auf Linderung wartet. Mein Freund Max kannte diese Zahlen bis vergangene Woche nicht. Doch er spürt sie jeden Tag in seiner Karriereplanung.

Dabei ist die Feststellung, dass an Frauen und Männer mittlerweile in vielen Berufen unterschiedliche Maßstäbe angelegt werden – und zwar zugunsten der Frauen –, so neu nicht. Felix, 28, hat es schon vor zwei Jahren bei der Berliner Polizei erwischt. Trotz Einserexamens in Politologie. Er ist beim Einstellungstest die obligatorischen zwei Kilometer in 9:25 Minuten gerannt – und war draußen. Fünf Sekunden zu langsam. Eine Mitbewerberin, die sich anderthalb Minuten nach ihm ins Ziel schleppte, nicht: Für sie galt die Grenze von 11:20 Minuten. Als dann der Ausbilder ihn achselzuckend tröstete, so sei das eben, man müsse dringend die Zahl der Frauen erhöhen, war das zu viel für Felix. »Das ist doch alles großer Mist«, schimpfte er. Im Land Berlin hat der Anteil der Frauen unter den Beamtenanwärtern übrigens schon 53 Prozent erreicht – von den unter 30-Jährigen in Deutschland aber sind nicht einmal 49 Prozent weiblich.

Leser-Kommentare
  1. Mir fehlen einfach nur noch die Worte, ich wills trozdem versuchen.

    Ist ihnen dieser Geisesblitz erst jetzt gekommen ? Natürlich wird jemand benachteiligt, wenn jemand bevorzugt wird, das sollte ja wohl Sonnenklar sein.

    "ZEIT-Campus-Autorin Inge Kutter: „Männer müssen Familie als ihr neues Projekt begreifen“"

    Soll das ein Witz sein ?

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    10 Leser-Empfehlungen
  2. »dieses Leben hätte ich mir lieber freiwillig ausgesucht.«

    Gleich kommen mir die Tränen... was ist das für ein Jammerartikel? Willkommen in der Realität. Hier kreist mal wieder die Medienbranche um ihren eigenen Nabel...

    • LP
    • 15.11.2010 um 14:13 Uhr

    Wann darf ich Sie bei Frau Illner im Gespräch mit Alice Schwarzer sehen?

    Dürfte eine tolle Sendung werden.

    Gruß
    LP

    Eine Leser-Empfehlung
  3. Ich bin positiv überrascht, einen Artikel dieser Stoßrichtung in dieser Zeitung vorzufinden - um nicht zu sagen, mit dem Gefühl zu verbleiben, dass hier ein Kamel durch ein Nadelör gegangen ist.

    Es ist ein Verdienst des Autors, zum Ausdruck zu bringen, dass "positive Diskriminierung" nichts anderes als eine "negative Diskriminierung" mit zuvor aus ideologischen Gründen vorgenommenem Perspektivenwechsel darstellt.

    Leider konterkariert Herr Wiarda seine Botschaft teilweise, indem er zum Schluss in sanfter Anklage die Absenz von Frauenquoten für Chefetagen feststellt.

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  4. "[...] Er ist beim Einstellungstest die obligatorischen zwei Kilometer in 9:25 Minuten gerannt – und war draußen. Fünf Sekunden zu langsam. Eine Mitbewerberin, die sich anderthalb Minuten nach ihm ins Ziel schleppte, nicht: Für sie galt die Grenze von 11:20 Minuten. [...]"

    Es gilt ja immer noch: alles was echt Kraft kostet duerfen die Maenner machen. Ansonsten darf Madame auch mal ran, auch wenn sie die echte koerperliche Leistung (also 9:20) nicht bringen kann.

    (9:25 fuer 2km ist aber trotzdem erbaermlich)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ein wahrer Jammerartikel.....und ja...09:25 für 2000m...autsch!;-)

    Ein wahrer Jammerartikel.....und ja...09:25 für 2000m...autsch!;-)

  5. Diskriminierung ist nie richtig, ob man sie jetzt als positiv oder negativ darstellen möchte spielt keine Rolle. Die Frauen, die von den neuen Quotenregelungen profitieren haben nie Diskriminierung hinnehmen müssen und jene Männer, die aufgrund ihres Geschlechts den kürzeren ziehen, haben für die frühere Diskriminierung von Frauen genauso wenig Schuld wie ich für den Bau der Berliner Mauer. Warum nun also diese vermeindlich ausgleichende Gerechtigkeit? Emanzipation ja, aber bitte nur für Frauen? Man könnte zumindest den Eindruck bekommen, ich zumindest habe noch nie gehört, dass über eine allgemeine Wehrpflicht auch für Frauen nachgedacht wurde(ungeachtet der Aussetzung der Wehrpflicht, wodurch das Beispiel natürlich an Aktualität verliert, aber dennoch im Kern treffend ist!)Man sollte aufhören das Geschlecht zum Kriterium zu wählen, oder meint die Berliner Polzei etwa, ein Gangster würde auf eine Frau weniger schnell schießen, weil diese ja auch beim Einstellungstest nicht so schnell laufen musste wie der männliche Kollege? Leistung sollte nach wie vor das determinierende Faktum sein, warum man sich für/gegen die Besetzung einer Personalie durch eine/einen BewerberIN entscheidet.

    19 Leser-Empfehlungen
  6. daher ist ihr Einwand genauso "ideologisch" motiviert wie das was Sie kritisieren. Zweifellos gibt es Männer die ganz ohne Klüngeln nach oben kamen zweifellos auch solche, denen Beziehungen sehr geholfen haben. Wie die Anteile genau aussehen und was alles die Gründe waren ist schwierig empirisch nachzuprüfen, daher stochern wir letztlich im Nebel. Das sollte man manchmal einfach offen zugeben. Aber dann wird die Welt eben etwas komplizierter.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf
  7. Redaktion

    Liebe Leser,

    wenn wir schon richtig interpretieren wollen, dann sollten wir bitteschön nicht in einfache Biologismen verfallen. Fakt ist: Wir werden nicht nur als Jungen und Frauen geboren (biologisches Geschlecht), wir erlernen auch, uns entsprechen zu verhalten (soziologisches Gender). Quotenregeln sind immer das schlechteste Mittel, wenn nichts anderes wirkt. Jetzt aber über die schlimme Benachteiligung der Männer zu lamentieren, ist genauso hanebüchen. Auch Männer werden zu Männern gemacht, nur leider mangelt es an adäquaten Rollenbildern.

    Die Leistungsgesellschaft erfordert Leistung. Ich sehe nicht, wie Männer da benachteiligt werden. Sie haben die gleichen Chancen, Leistungen zu zeigen wie die Frauen.

    Wenn der Kollege einfach keinen festen Job im Journalismus bekommen hat (in dem by the way 80 Prozent der Führungspositionen mit Männern besetzt sind) und wir wie in den meisten Branchen eine horizontale und vertikale geschlechtsspezifische Segmentation haben, dann war er vielleicht einfach nicht gut und tough genug. Es kann ja wohl nicht Aufgabe der Frauen sein, nun auch noch für eine Männerbewegung zu sorgen. Die Männer sind selbst gefordert, neue Rollenbilder zu entwickeln. Also aufhören mit dem Gejammere und ranklotzen, Jungs! Dann klappt's auch mit der Karriere.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    [...]

    Dass Sie nicht sehen, wo Männer benachteiligt werden, kann ja wohl kaum von irgendeiner Bedeutung sein: Frauen sehen nie über ihren Tellerrand.

    Freilich, für unsere Förderung müssen wir selbst sorgen. Aber keine Angst: Genau dort, wo Frauen jetzt über Gebühr gefördert werden, wächst eine neue Generation von Männern heran, die, sobald sie irgeindeinen Einfluß erlangt, aus eigener Erfahrung höchst motiviert sein wird, diesen Mißstand abzustellen.

    [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    Ich kann diese Meinung teilweise nachvollziehen, allerdings ist dies kein Kommentar, der in die Reihe der Vorangegangenen passt, er widerspricht sogar dem Artikel, denn es geht ja schlicht und ergreifend darum, dass die Leistung anscheinend nicht mehr ausreicht, um einen Personalchef(m/w) von sich selbst zu überzeugen. Genau davon handelt auch der Artikel, daher ist dieser Beitrag mehr als unpassend. Ich bin auch kein Freund von pauschaler Jammerei, in diesem Fall kann aber wohl kaum abgestritten werden, dass es Grund zur Klage gibt.
    "Die Leistungsgesellschaft erfordert Leistung. Ich sehe nicht, wie Männer da benachteiligt werden. Sie haben die gleichen Chancen, Leistungen zu zeigen wie die Frauen."
    Sicher dürfte auch Ihnen aufgefallen sein, dass bei vielen Ausschreibungen in den Fußnoten wiederzufinden ist, dass Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt Berücksichtigung finden, daher kann diese Aussage wohl kaum als zutreffend bezeichnet werden. Natürlich können auch Männer dieselbe Leistung bringen wie Frauen, sie wird nur eben nicht dieselbe Anerkennung finden.

    • asx
    • 15.11.2010 um 15:37 Uhr

    wollen sie das mit der Quote machen? Schauen sie mal, was bei Industrieunternehmen im Vorstand hockt. Das sind Ingenieure, und von denen sind vllt 15% weiblich. Und Begabung und Intelligenz sind leider normalverteilte Größen...
    Ich sehe nur eine Lösung: Alle Quotenpolitiker, die zwecks Einflussnahme im Aufsichtsrat sitzen, können gerne weiblich sein. Hier spielt die Eignung keine Rolle.
    Und was die Leistung angeht, ist einfach festzuhalten:
    Nur mit BWLern, Juristen, Geistes und Sozialwissenschaftlern ist nunmal kein Industriestaat zu machen. Leider sind hier die meisten Frauen beheimatet. Dazu braucht es keine "Biologismen" dazu reicht Prozentrechnen.
    Den Rest wird die Zeit besorgen, warten sie 20 bis 30 Jahre, ich wette dann sind mehr Frauen in den Vorständen. Das obere Management ist zZ großteils mit Kindern der 50ger Jahre besetzt.
    Ansonsten entbehrt ihr Beitrag jedweder sachlicher Argumentation:
    "Die Leistungsgesellschaft erfordert Leistung. Ich sehe nicht, wie Männer da benachteiligt werden. Sie haben die gleichen Chancen, Leistungen zu zeigen wie die Frauen."
    Der Autor behauptet auch, dass Leistungen nicht gewürdigt werden oder mit anderen Maßstäben gemessen wird...

    Liebe Frau Groll,

    wir werden so lange in "Biologismen" verfallen, so lange Förderprogramme, Quoten u.ä. das rein biologische Geschlecht als maßgebliches Kriterium definieren. Das liegt in der Natur der Sache. Hätte der Politiologe beim i.o. Artikel aufgeführten Einstellungstest der Polizei die Möglichkeit anzugeben, dass sein Gender - das soziale Geschlecht - weiblich ist, hätte er wohl bestanden und seine langsamere Kollegin nicht. Das kann er aber nicht. Könnte er es, wäre die Frauenförderung wohl obsolet...

    Deswegen ist "Gender" ja auch so ein Blödsinn.

    O.K. Jammern und Quoten fordern dürfen nur Frauen bzw ist ein Vorrecht der Frauen. Klar soweit habe ich Ihre Logik schon verstanden. Haben Sie ürigens auch belastbare Zahlen und Argumente?

    Bei jüngeren Männern hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass sie sich z.B, in vielen Bereichen von Verwaltungen/öff. Dienst kaum mehr bewerben brauchen. Ihre Chancen sind dort markant schlechter, als die von Frauen, auch bei Beförderungen. Ich denke spätestens in einigen Jahren - wenn die noch zahlreichen älteren Männer in Pension gehen- liegt der Frauenanteil im öffentl. Dienst sehr hoch.

    Ich kann einige der im Artikel angeführten Aussagen bestätigen. In einer Behörde bekam ich die Beratungen zu Einstellungen mit. Bei kleinstem Fehler/Unzulänglichkeiten waren männl. Bewerber draußen, während bei Frauen eher aktiv nach Pluspunkten gesucht wurde.....

    Dazu noch:
    Letzte Presseschlagzeile zu einer Gemeinde in unserer Region,
    "Rathaus jetzt zu 100% in Frauenhand" (incl. Bürgermeisterin, Hauptamtleiterin...) . In einer Nachbargemeinde wurde kürzlich dagegen eine Kanditatin nicht gewählt- Ihr Kommentar: Die wollten eben keine Frau!

    • Daaje
    • 15.11.2010 um 16:03 Uhr

    Liebe Frau Groll,

    Sie schrieben "Jetzt aber über die schlimme Benachteiligung der Männer zu lamentieren, ist genauso hanebüchen." Nimmt man einmal die Hyperbel "schlimm" heraus, so wünschen Sie sich demgemäß, dass hier nicht über die Benachteiligung von Männern geredet werden möge. Es scheint mir aber, dass genau das Thema der Polemik von Herrn Wiarda, Thema dieses Artikels ist. Wünschen Sie sich also, das nicht zum Thema des Artikels geschrieben wird, das man also mithin "off topic" kommentieren möge?

    Beste Grüße

    Sehr geehrte Frau Groll,

    Ich kann ja durchaus nachvollziehen, dass nach wirklich langer Ungleichbehandlung so Manche oder so Mancher es gerecht findet, dass Frauen auch mal bevorzugt werden. Darüber kann man streiten.
    Nicht streiten kann man jedoch über den Fakt, dass eine Frauenquote, für deren Erfüllung gleichqualifizierte Männer benachteiligt werden, KEINE Gleichberechtigung ist und eben auch ganz gewiss nicht einer Leistungsgesellschaft entspricht.

    Ist es wirklich eine unüberwindlich hohe intellektuelle Hürde zu verstehen, dass bei der Quote eben NICHT alle die gleiche Chance haben, Leistung zu zeigen? Der Artikel zeigt doch sehr deutlich, dass 11:20 Minuten eine SCHLECHTERE Leistung sind als 9:25 Minuten.
    Die Tatsache der UNGLEICHbehandlung auch noch ehrrührig als Versagen des besagten Journalisten zu rechtfertigen, offenbart, dass Sie Gleichberechtigung nicht wirklich als ein GLEICHES Recht und gleiches Leistungsprinzip für alle verstehen, sondern als eine Art Rachefeldzug.
    Da ist die Vermutung nicht weit, dass Sie jede andere Meinung ohnehin nur als das Gejammer von gescheiterten Männern abtun und in Wirklichkeit keine Gleichberechtigung wollen, sondern eine BEVORZUGUNG.

    Den ersten Absatz würde ich ja mal komplett (ok, fast - der Halbsatz mit den Quoten hat Bezug zum Text) als Off-Topic verbuchen. Es ist weder im Artikel, noch in den vorangehenden Kommentaren eine militante Verfechtung von Biologismen ersichtlich.

    Leider entscheidet sich dank bereits vorhandener oder geplanter Quotierungen eben doch faktisch ab der Geburt, wem welcher Weg offensteht.

    Es würde Sie ja ehren, wenn Sie, wie tatsächlich, so wie ihre letzten zwei auffordernden Sätze anklingen lassen, für das Leistungsprinzip stünden. Dass Sie es aber nicht so meinen, haben Sie bereits des öfteren zu erkennen gegeben - bereits immer dann, wenn Sie für FidAR und deren sexistische Ziele Positionierung betrieben haben. Wenn das, was sie verfechten, eintritt, können Jungs noch so "ranklotzen", kompetent und motiviert sein - es ist institutionell verankert, dass es eben nicht für alle "mit der Karriere klappt"

    Sie schreiben nebenbei, dass es nicht Aufgabe der Frauen sei, dafür zu sorgen, dass Männer zu neuen Rollenbildern fänden. Genau der Meinung bin ich auch und deswegen müssen müssen Sie es auch nicht tun.

    Was man dem Kommentar lassen muss, ist, dass er sehr konstruktiv ist - sprich, dass er von feministischen Konstrukten (es gibt keine biologischen Unterschiede in den Präferenzen, sondern nur Gender/Frauen sind entweder Opfer oder besser) nur so strotzt.

    [...] Sie schreibt, dass Frauenquoten "immer das schlechteste Mittel seien, wenn nichts anderes wirkt." Was heißt das jetzt? Sie sind schlecht, aber irgendwie doch gut. [...] Wer Quoten notwendig hat um bestimmte Positionen zu erreichen hat es anscheinend nötig. Außerdem bedeuten Frauenquoten, dass Männer diskriminiert werden, was aber mittlerweile als "positive Diskriminierung" durchgeht. Frau Goll findet das alles nicht so schlimm, anscheinend weil hier Männer die Benachteiligten sind. Sie und ihre feministischen Geschlechtsgenossinnen haben damit aber der Sache der Frau einen Bärendienst erwiesen. Die Folge wird sicher nicht mehr Frauenfreundlichkeit unter den Männern sein.

    Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen und Pauschalisierungen. Die Redaktion/sh

    • Goofos
    • 15.11.2010 um 19:49 Uhr

    Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, es geht hier nicht um eine Benachteiligung von Männern, dass sie zu Männern gemacht werden. Den heimlichen Frauenquotenregelungen ist es so ziemlich egal ob ich zum Mann gemacht wurde oder auch nicht. Oder meinen Sie etwa die Frauenquote würde aus irgendwelchen Gründen auf einmal ausgesetzt werden wenn ein Mann, der nicht zum Mann gemacht wurde, an die Tür klopft? Sicherlich bekommt auch er keinen zweiten Versuch für das Bewerbungsgespräch, und das nur aufgrund seines biologischen Geschlechts und soll sich damit abfinden, dass seine Leistungen nicht gleich gewertet werden wie die der bevorzugten Quotenfrauen. Hanebüchen ist es hierbei von "gleichen Chancen" zu schreiben. Ebenso hanebüchen ist es als Frau, die sich seit dem Kindergarten gemächlich auf ihrem Frauenbonus ausruhen kann, einem Mann vorzuwerfen er wäre nicht gut und tough genug.

    "Es kann ja wohl nicht Aufgabe der Frauen sein, nun auch noch für eine Männerbewegung zu sorgen."

    Einmal mehr ist die nach Selbstauskunft "Qualitätsjournalistin" nicht auf dem Laufenden, denn dieser Tage ist ein "Bundesforum Männer" entstanden, welches einzig dem jahrelangen, bewundernswerten Engagement eines Vereins "Manndat" und seiner Mitglieder zu danken ist.

    Zitat aus einem Grußwort an das Bundesforum:

    "Die Leiterin der Abteilung für Gleichstellungspolitik im BMFSFJ, Eva-Maria Welskop-Deffaa sagte in ihrem Grußwort, dass moderne Gleichstellungspolitik ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern nur dadurch unterstützen kann, indem Lebensläufen von Jungen und Männern die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird wie Lebensläufen von Mädchen und Frauen. Frau Welskop-Deffaa wünschte sich, dass sich das "Bundesforum Männer" in den nächsten Jahren zu einem starken Partner entwickle. Gemeinsam könne man Gleichstellungspolitik gestalten, die auf eine gleichberechtigte Partnerschaft von Männern und Frauen ziele und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke."

    Zu danken ist diese Entwicklung aber mit Sicherheit nicht einem BMFSFJ, hochgeschätzte T. Groll. Im Gegenteil, da wurde noch kürzlich mittels Gesterkamp der braune Kübel bemüht, um derlei abzuwenden. Insofern kann gesagt werden, dass es für bestimmte Frauen und auch Männer Aufgabe war, gegen die Männerbewegung zu sorgen. Die Zeit des misandr. Grolls ist vorbei.

    "Die Männer sind selbst gefordert, neue Rollenbilder zu entwickeln."

    Meint Groll mit "neu" jenes alte Rollenverhalten, welches Frauen auch mithilfe Friedrich Fröbel, Quotensänften und "positiver" Diskriminierung nur teilweise abzulegen bereit sind? Jenes Rollenbild, welches neben der erfolgreichen, feministischen Dämonisierung aller Männer als Gewalttäter, 96% weibliches Kita-Personal erklärt?

    1. Schritt: Den gläsernen Decken in unseren Kitas muss mit einer 40%-Quote sonst Strafe/Schließung begegnet werden. Anders ist den allgegenwärtigen Frauenbünden mithin dem rollenbilderzementierenden Wirken bzw. Auftreten und damit negativer Vorbildwirkung eines fast ausschließlich weiblichen Kita-Personals nicht beizukommen.

    Aber Quotenregeln sind immer das schlechteste Mittel, wenn nichts anderes wirkt.

    ...liebe Frau Groll, ist eigentlich schon Ihr zweiter Satz: "Wir werden nicht nur als JUNGEN und FRAUEN geboren...". Der pawlowsche Beißreflex, mit dem EmanzINNEN gern auf das Wort "Mädchen" reagieren, ist wahrlich nicht neu. Das "toughe" Bedürfnis, das Anliegen in der vermeintlich überlegenen Sprache "Pidgin" (was wollen Sie uns mit "doing Gender" eigentlich sagen?) zu verschlagworten, by the way auch nicht.

    Schade. Ich hätte mich gern mit belegbaren sachlichen Argumenten auseinandergesetzt.

    • Hickey
    • 16.11.2010 um 12:58 Uhr

    ...ist nicht alles im Leben.

    Das Problem der Gesellschaft ist u.a. der enorme Druck, "etwas", leisten zu müssen.

    Dabei muss man in Betracht ziehen, das es gar nicht genügend Jobs für alle Menschen gibt. Vergleichen sie doch mal die Arbeitslosenzahlen mit den offen Ausbildungsplätzen und den noch noch nicht besetzten Jobs.

    Es kann nicht mehr jeder arbeiten, selbst wenn alle wollten, von daher muss man eine gewisse Arbeitslosenzahl aktzeptieren und ebenfalls die Tatsache, das durch diese Umstände, nicht einmal jeder Uni-Abgänger einen Job bekommt.

    Ich persönlich arbeite um zu Leben und nicht umgekehrt. Wer Karriere machen will, lebt um zu arbeiten, quasi ein Roboterähnliches Verhalten.

    Dass Herr Wiarda ein heikles Thema anspricht, ist durch die Kommentare (v.a. den von Frau Groll) deulich geworden. Das Problem liegt aber weniger in unterschiedlichen Auffassungen über die Realität als darüber, wie über sie gesprochen wird (werden soll). Niemand wird bestreiten, dass, je höher die zu vergebenden Positionen, die Beziehungen von "Netzwerken" (=Seilschaften) immer wichtiger werden. Das Leistungsargument ist vielfach dehnbar, es hängt von der Korrumpierbarkeit der besetzenden Personen/Gremien ab, wie weit das geht. Herr Wiarda spricht aber einen heiklen (und wahren) Punkt an, wenn er darauf hinweist, dass das biologische (!) Kriterium Geschlecht momentan explizit (!) zu einem Kriterium von Stellenbesetzungen wird. Es gibt zum Glück kaum noch männerdominierte Seilschaften, die dieses Kriterium ausdrücklich nennen (vielleicht aber denken), vielfach sind andere, nicht unbedingt leistungsadäquatere, nicht offen sagbare Kriterien wichtiger (gewachsene Abhängigkeiten, Anerkennung der Alten durch die Jungen etc.). Das Kriterium Geschlecht ist im Gegensatz dazu von solchen gewachsenen Seilschaften unabhängig, es kann auf alle BewerberInnen angewandt werden und noch dazu offen als Besetzungskriterium (gegen Leistung) herangezogen werden. Das führt dazu, dass - Gendertheorie hin oder her - ein eindeutig als biologisches behandeltes Merkmal zum Sortiertkriterium wird. Zum Gegenteil dessen, was feministische Theorie einmal zu recht wollte. Das ist der Widerspruch.

    [...]

    Dass Sie nicht sehen, wo Männer benachteiligt werden, kann ja wohl kaum von irgendeiner Bedeutung sein: Frauen sehen nie über ihren Tellerrand.

    Freilich, für unsere Förderung müssen wir selbst sorgen. Aber keine Angst: Genau dort, wo Frauen jetzt über Gebühr gefördert werden, wächst eine neue Generation von Männern heran, die, sobald sie irgeindeinen Einfluß erlangt, aus eigener Erfahrung höchst motiviert sein wird, diesen Mißstand abzustellen.

    [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    Ich kann diese Meinung teilweise nachvollziehen, allerdings ist dies kein Kommentar, der in die Reihe der Vorangegangenen passt, er widerspricht sogar dem Artikel, denn es geht ja schlicht und ergreifend darum, dass die Leistung anscheinend nicht mehr ausreicht, um einen Personalchef(m/w) von sich selbst zu überzeugen. Genau davon handelt auch der Artikel, daher ist dieser Beitrag mehr als unpassend. Ich bin auch kein Freund von pauschaler Jammerei, in diesem Fall kann aber wohl kaum abgestritten werden, dass es Grund zur Klage gibt.
    "Die Leistungsgesellschaft erfordert Leistung. Ich sehe nicht, wie Männer da benachteiligt werden. Sie haben die gleichen Chancen, Leistungen zu zeigen wie die Frauen."
    Sicher dürfte auch Ihnen aufgefallen sein, dass bei vielen Ausschreibungen in den Fußnoten wiederzufinden ist, dass Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt Berücksichtigung finden, daher kann diese Aussage wohl kaum als zutreffend bezeichnet werden. Natürlich können auch Männer dieselbe Leistung bringen wie Frauen, sie wird nur eben nicht dieselbe Anerkennung finden.

    • asx
    • 15.11.2010 um 15:37 Uhr

    wollen sie das mit der Quote machen? Schauen sie mal, was bei Industrieunternehmen im Vorstand hockt. Das sind Ingenieure, und von denen sind vllt 15% weiblich. Und Begabung und Intelligenz sind leider normalverteilte Größen...
    Ich sehe nur eine Lösung: Alle Quotenpolitiker, die zwecks Einflussnahme im Aufsichtsrat sitzen, können gerne weiblich sein. Hier spielt die Eignung keine Rolle.
    Und was die Leistung angeht, ist einfach festzuhalten:
    Nur mit BWLern, Juristen, Geistes und Sozialwissenschaftlern ist nunmal kein Industriestaat zu machen. Leider sind hier die meisten Frauen beheimatet. Dazu braucht es keine "Biologismen" dazu reicht Prozentrechnen.
    Den Rest wird die Zeit besorgen, warten sie 20 bis 30 Jahre, ich wette dann sind mehr Frauen in den Vorständen. Das obere Management ist zZ großteils mit Kindern der 50ger Jahre besetzt.
    Ansonsten entbehrt ihr Beitrag jedweder sachlicher Argumentation:
    "Die Leistungsgesellschaft erfordert Leistung. Ich sehe nicht, wie Männer da benachteiligt werden. Sie haben die gleichen Chancen, Leistungen zu zeigen wie die Frauen."
    Der Autor behauptet auch, dass Leistungen nicht gewürdigt werden oder mit anderen Maßstäben gemessen wird...

    Liebe Frau Groll,

    wir werden so lange in "Biologismen" verfallen, so lange Förderprogramme, Quoten u.ä. das rein biologische Geschlecht als maßgebliches Kriterium definieren. Das liegt in der Natur der Sache. Hätte der Politiologe beim i.o. Artikel aufgeführten Einstellungstest der Polizei die Möglichkeit anzugeben, dass sein Gender - das soziale Geschlecht - weiblich ist, hätte er wohl bestanden und seine langsamere Kollegin nicht. Das kann er aber nicht. Könnte er es, wäre die Frauenförderung wohl obsolet...

    Deswegen ist "Gender" ja auch so ein Blödsinn.

    O.K. Jammern und Quoten fordern dürfen nur Frauen bzw ist ein Vorrecht der Frauen. Klar soweit habe ich Ihre Logik schon verstanden. Haben Sie ürigens auch belastbare Zahlen und Argumente?

    Bei jüngeren Männern hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass sie sich z.B, in vielen Bereichen von Verwaltungen/öff. Dienst kaum mehr bewerben brauchen. Ihre Chancen sind dort markant schlechter, als die von Frauen, auch bei Beförderungen. Ich denke spätestens in einigen Jahren - wenn die noch zahlreichen älteren Männer in Pension gehen- liegt der Frauenanteil im öffentl. Dienst sehr hoch.

    Ich kann einige der im Artikel angeführten Aussagen bestätigen. In einer Behörde bekam ich die Beratungen zu Einstellungen mit. Bei kleinstem Fehler/Unzulänglichkeiten waren männl. Bewerber draußen, während bei Frauen eher aktiv nach Pluspunkten gesucht wurde.....

    Dazu noch:
    Letzte Presseschlagzeile zu einer Gemeinde in unserer Region,
    "Rathaus jetzt zu 100% in Frauenhand" (incl. Bürgermeisterin, Hauptamtleiterin...) . In einer Nachbargemeinde wurde kürzlich dagegen eine Kanditatin nicht gewählt- Ihr Kommentar: Die wollten eben keine Frau!

    • Daaje
    • 15.11.2010 um 16:03 Uhr

    Liebe Frau Groll,

    Sie schrieben "Jetzt aber über die schlimme Benachteiligung der Männer zu lamentieren, ist genauso hanebüchen." Nimmt man einmal die Hyperbel "schlimm" heraus, so wünschen Sie sich demgemäß, dass hier nicht über die Benachteiligung von Männern geredet werden möge. Es scheint mir aber, dass genau das Thema der Polemik von Herrn Wiarda, Thema dieses Artikels ist. Wünschen Sie sich also, das nicht zum Thema des Artikels geschrieben wird, das man also mithin "off topic" kommentieren möge?

    Beste Grüße

    Sehr geehrte Frau Groll,

    Ich kann ja durchaus nachvollziehen, dass nach wirklich langer Ungleichbehandlung so Manche oder so Mancher es gerecht findet, dass Frauen auch mal bevorzugt werden. Darüber kann man streiten.
    Nicht streiten kann man jedoch über den Fakt, dass eine Frauenquote, für deren Erfüllung gleichqualifizierte Männer benachteiligt werden, KEINE Gleichberechtigung ist und eben auch ganz gewiss nicht einer Leistungsgesellschaft entspricht.

    Ist es wirklich eine unüberwindlich hohe intellektuelle Hürde zu verstehen, dass bei der Quote eben NICHT alle die gleiche Chance haben, Leistung zu zeigen? Der Artikel zeigt doch sehr deutlich, dass 11:20 Minuten eine SCHLECHTERE Leistung sind als 9:25 Minuten.
    Die Tatsache der UNGLEICHbehandlung auch noch ehrrührig als Versagen des besagten Journalisten zu rechtfertigen, offenbart, dass Sie Gleichberechtigung nicht wirklich als ein GLEICHES Recht und gleiches Leistungsprinzip für alle verstehen, sondern als eine Art Rachefeldzug.
    Da ist die Vermutung nicht weit, dass Sie jede andere Meinung ohnehin nur als das Gejammer von gescheiterten Männern abtun und in Wirklichkeit keine Gleichberechtigung wollen, sondern eine BEVORZUGUNG.

    Den ersten Absatz würde ich ja mal komplett (ok, fast - der Halbsatz mit den Quoten hat Bezug zum Text) als Off-Topic verbuchen. Es ist weder im Artikel, noch in den vorangehenden Kommentaren eine militante Verfechtung von Biologismen ersichtlich.

    Leider entscheidet sich dank bereits vorhandener oder geplanter Quotierungen eben doch faktisch ab der Geburt, wem welcher Weg offensteht.

    Es würde Sie ja ehren, wenn Sie, wie tatsächlich, so wie ihre letzten zwei auffordernden Sätze anklingen lassen, für das Leistungsprinzip stünden. Dass Sie es aber nicht so meinen, haben Sie bereits des öfteren zu erkennen gegeben - bereits immer dann, wenn Sie für FidAR und deren sexistische Ziele Positionierung betrieben haben. Wenn das, was sie verfechten, eintritt, können Jungs noch so "ranklotzen", kompetent und motiviert sein - es ist institutionell verankert, dass es eben nicht für alle "mit der Karriere klappt"

    Sie schreiben nebenbei, dass es nicht Aufgabe der Frauen sei, dafür zu sorgen, dass Männer zu neuen Rollenbildern fänden. Genau der Meinung bin ich auch und deswegen müssen müssen Sie es auch nicht tun.

    Was man dem Kommentar lassen muss, ist, dass er sehr konstruktiv ist - sprich, dass er von feministischen Konstrukten (es gibt keine biologischen Unterschiede in den Präferenzen, sondern nur Gender/Frauen sind entweder Opfer oder besser) nur so strotzt.

    [...] Sie schreibt, dass Frauenquoten "immer das schlechteste Mittel seien, wenn nichts anderes wirkt." Was heißt das jetzt? Sie sind schlecht, aber irgendwie doch gut. [...] Wer Quoten notwendig hat um bestimmte Positionen zu erreichen hat es anscheinend nötig. Außerdem bedeuten Frauenquoten, dass Männer diskriminiert werden, was aber mittlerweile als "positive Diskriminierung" durchgeht. Frau Goll findet das alles nicht so schlimm, anscheinend weil hier Männer die Benachteiligten sind. Sie und ihre feministischen Geschlechtsgenossinnen haben damit aber der Sache der Frau einen Bärendienst erwiesen. Die Folge wird sicher nicht mehr Frauenfreundlichkeit unter den Männern sein.

    Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen und Pauschalisierungen. Die Redaktion/sh

    • Goofos
    • 15.11.2010 um 19:49 Uhr

    Falls Sie es noch nicht bemerkt haben, es geht hier nicht um eine Benachteiligung von Männern, dass sie zu Männern gemacht werden. Den heimlichen Frauenquotenregelungen ist es so ziemlich egal ob ich zum Mann gemacht wurde oder auch nicht. Oder meinen Sie etwa die Frauenquote würde aus irgendwelchen Gründen auf einmal ausgesetzt werden wenn ein Mann, der nicht zum Mann gemacht wurde, an die Tür klopft? Sicherlich bekommt auch er keinen zweiten Versuch für das Bewerbungsgespräch, und das nur aufgrund seines biologischen Geschlechts und soll sich damit abfinden, dass seine Leistungen nicht gleich gewertet werden wie die der bevorzugten Quotenfrauen. Hanebüchen ist es hierbei von "gleichen Chancen" zu schreiben. Ebenso hanebüchen ist es als Frau, die sich seit dem Kindergarten gemächlich auf ihrem Frauenbonus ausruhen kann, einem Mann vorzuwerfen er wäre nicht gut und tough genug.

    "Es kann ja wohl nicht Aufgabe der Frauen sein, nun auch noch für eine Männerbewegung zu sorgen."

    Einmal mehr ist die nach Selbstauskunft "Qualitätsjournalistin" nicht auf dem Laufenden, denn dieser Tage ist ein "Bundesforum Männer" entstanden, welches einzig dem jahrelangen, bewundernswerten Engagement eines Vereins "Manndat" und seiner Mitglieder zu danken ist.

    Zitat aus einem Grußwort an das Bundesforum:

    "Die Leiterin der Abteilung für Gleichstellungspolitik im BMFSFJ, Eva-Maria Welskop-Deffaa sagte in ihrem Grußwort, dass moderne Gleichstellungspolitik ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern nur dadurch unterstützen kann, indem Lebensläufen von Jungen und Männern die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird wie Lebensläufen von Mädchen und Frauen. Frau Welskop-Deffaa wünschte sich, dass sich das "Bundesforum Männer" in den nächsten Jahren zu einem starken Partner entwickle. Gemeinsam könne man Gleichstellungspolitik gestalten, die auf eine gleichberechtigte Partnerschaft von Männern und Frauen ziele und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke."

    Zu danken ist diese Entwicklung aber mit Sicherheit nicht einem BMFSFJ, hochgeschätzte T. Groll. Im Gegenteil, da wurde noch kürzlich mittels Gesterkamp der braune Kübel bemüht, um derlei abzuwenden. Insofern kann gesagt werden, dass es für bestimmte Frauen und auch Männer Aufgabe war, gegen die Männerbewegung zu sorgen. Die Zeit des misandr. Grolls ist vorbei.

    "Die Männer sind selbst gefordert, neue Rollenbilder zu entwickeln."

    Meint Groll mit "neu" jenes alte Rollenverhalten, welches Frauen auch mithilfe Friedrich Fröbel, Quotensänften und "positiver" Diskriminierung nur teilweise abzulegen bereit sind? Jenes Rollenbild, welches neben der erfolgreichen, feministischen Dämonisierung aller Männer als Gewalttäter, 96% weibliches Kita-Personal erklärt?

    1. Schritt: Den gläsernen Decken in unseren Kitas muss mit einer 40%-Quote sonst Strafe/Schließung begegnet werden. Anders ist den allgegenwärtigen Frauenbünden mithin dem rollenbilderzementierenden Wirken bzw. Auftreten und damit negativer Vorbildwirkung eines fast ausschließlich weiblichen Kita-Personals nicht beizukommen.

    Aber Quotenregeln sind immer das schlechteste Mittel, wenn nichts anderes wirkt.

    ...liebe Frau Groll, ist eigentlich schon Ihr zweiter Satz: "Wir werden nicht nur als JUNGEN und FRAUEN geboren...". Der pawlowsche Beißreflex, mit dem EmanzINNEN gern auf das Wort "Mädchen" reagieren, ist wahrlich nicht neu. Das "toughe" Bedürfnis, das Anliegen in der vermeintlich überlegenen Sprache "Pidgin" (was wollen Sie uns mit "doing Gender" eigentlich sagen?) zu verschlagworten, by the way auch nicht.

    Schade. Ich hätte mich gern mit belegbaren sachlichen Argumenten auseinandergesetzt.

    • Hickey
    • 16.11.2010 um 12:58 Uhr

    ...ist nicht alles im Leben.

    Das Problem der Gesellschaft ist u.a. der enorme Druck, "etwas", leisten zu müssen.

    Dabei muss man in Betracht ziehen, das es gar nicht genügend Jobs für alle Menschen gibt. Vergleichen sie doch mal die Arbeitslosenzahlen mit den offen Ausbildungsplätzen und den noch noch nicht besetzten Jobs.

    Es kann nicht mehr jeder arbeiten, selbst wenn alle wollten, von daher muss man eine gewisse Arbeitslosenzahl aktzeptieren und ebenfalls die Tatsache, das durch diese Umstände, nicht einmal jeder Uni-Abgänger einen Job bekommt.

    Ich persönlich arbeite um zu Leben und nicht umgekehrt. Wer Karriere machen will, lebt um zu arbeiten, quasi ein Roboterähnliches Verhalten.

    Dass Herr Wiarda ein heikles Thema anspricht, ist durch die Kommentare (v.a. den von Frau Groll) deulich geworden. Das Problem liegt aber weniger in unterschiedlichen Auffassungen über die Realität als darüber, wie über sie gesprochen wird (werden soll). Niemand wird bestreiten, dass, je höher die zu vergebenden Positionen, die Beziehungen von "Netzwerken" (=Seilschaften) immer wichtiger werden. Das Leistungsargument ist vielfach dehnbar, es hängt von der Korrumpierbarkeit der besetzenden Personen/Gremien ab, wie weit das geht. Herr Wiarda spricht aber einen heiklen (und wahren) Punkt an, wenn er darauf hinweist, dass das biologische (!) Kriterium Geschlecht momentan explizit (!) zu einem Kriterium von Stellenbesetzungen wird. Es gibt zum Glück kaum noch männerdominierte Seilschaften, die dieses Kriterium ausdrücklich nennen (vielleicht aber denken), vielfach sind andere, nicht unbedingt leistungsadäquatere, nicht offen sagbare Kriterien wichtiger (gewachsene Abhängigkeiten, Anerkennung der Alten durch die Jungen etc.). Das Kriterium Geschlecht ist im Gegensatz dazu von solchen gewachsenen Seilschaften unabhängig, es kann auf alle BewerberInnen angewandt werden und noch dazu offen als Besetzungskriterium (gegen Leistung) herangezogen werden. Das führt dazu, dass - Gendertheorie hin oder her - ein eindeutig als biologisches behandeltes Merkmal zum Sortiertkriterium wird. Zum Gegenteil dessen, was feministische Theorie einmal zu recht wollte. Das ist der Widerspruch.

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