Studienplätze Gedränge um den Master

Gibt es tatsächlich zu wenig Masterstudienplätze? Eine Spurensuche im Zulassungsdschungel

Die Empörung der Abgelehnten war groß: Im Fach BWL verweigerte die Universität Köln ihren Bachelorabsolventen reihenweise den Zugang zum Masterstudium – und nahm stattdessen Abgänger anderer Hochschulen. Sie sei angesichts des Ansturms streng nach den Examensnoten vorgegangen, rechtfertigte sich die Uni: Bei einem Schnitt von 1,9 sei Schluss – egal, von welcher Hochschule man komme. Die Geschichte von den heimatvertriebenen Kölnern machte ihre Runde durch die Republik.

Plötzlich fühlten sich jene bestätigt, die seit Jahren vor einer unfairen Beschränkung des Masterzugangs warnen: Andreas Keller, Vorstandsmitglied der Bildungsgewerkschaft GEW, warf den Ländern vor, sie hätten die Übergangsquoten grundsätzlich zu niedrig angesetzt. Der Studentenverband Linke.SDS rief angesichts von Sparpolitik und dem »Kampf um ein Masterstudium« zur Fortsetzung des Bildungsstreiks auf, und Anja Gadow vom Freien Zusammenschluss der StudentInnenschaften kritisierte: »Das Problem zieht sich durchs ganze Land.«

Anzeige

Tut es das tatsächlich? Gerade hat eine Studie des Kasseler Forschungsinstituts Incher gezeigt, dass bislang 75 Prozent der Bachelorabsolventen einen Master angeschlossen haben. Und auch dieses Wintersemester sind Schreckensmeldungen, abgesehen von einigen prominenten Beispielen wie den BWL-Studenten in Köln oder den Lehramtsstudenten in Berlin , Mangelware. Selbst Andreas Keller räumt ein, dass viele Rektoren derzeit eher Sorge hätten, ihre Masterplätze loszuwerden.

Was aber soll dann der Sturm im Wasserglas? Wozu die Verunsicherung der Absolventen – weiß doch derzeit keiner, wie es in den nächsten Jahren kommt. Genau das sei das eigentliche Problem, sagt der grüne Hochschulexperte Kai Gehring: »Statt Spekulationen brauchen wir empirische Studien über Übergangsquoten und fehlende Masterstudienplätze.« Schon heute gebe es Anzeichen für erhebliche Schwankungen zwischen Fächergruppen, Bundesländern und Hochschultypen. Doch GEW-Mann Keller unkt: »Was wir jetzt erleben, sind nur die Vorboten dessen, was passiert, wenn in den nächsten Jahren die großen Bachelorjahrgänge abschließen.«

Tatsächlich ist eines nicht von der Hand zu weisen: Der Mangel an Masterplätzen mag bislang nur in Ausnahmefällen real sein, das Durcheinander bei der Studienzulassung ist es umso mehr, und das schon seit Jahren, genauer: seit die Hochschulen ihre Studenten in den meisten Fächern selbst auswählen dürfen. Seitdem bewerben sich viele Studierwillige an zig Unis gleichzeitig, um ihre Chancen zu erhöhen. Die Flut an Mehrfachbewerbungen führt dazu, dass viele Studiengänge zunächst überbelegt sind, während am Ende – und oft erst mitten im neuen Semester – doch die meisten einen Platz bekommen. Und Masterstudenten, die an der einen Uni abgelehnt werden, wissen womöglich gar nicht, dass es woanders freie Plätze gibt.

Leser-Kommentare
  1. Die Ausgangssituation vor Bologna war ein Investitions bedürftige Studienlandschaft. Die Ziele waren europaweit vergleichbare Studienleistungen sowie die Förderung von Spitzenleistung. Hinzu kommt noch aus der Politik und Wirtschaft das Ziel von mehr Studienabsolventen.

    Zur Umsetzung kommt hier das wirtschaftliches Projektmanagement ins Spiel, worin die moderne Begrifflichkeit des "Unternehmens Universität" seine Rechtfertigung findet. Dieser Punkt findet seine Qualität in der Verarbeitung von diesen Zielen. Hier wird nämlich nach dem Extremumprinzip gearbeitet, d.h. man will einen möglichst großen Effekt in den Zielen mit möglichst geringen Mitteln erreichen.

    Spitzenleistung wird durch die Exzellenzinitative in einer inselförmigen Förderung betrieben. Hohe Studentenzahlen bei geringem Ausbau der Kapazitäten durch Verkürzung des Studiums. Hohe Vergleichbarkeit durch Modulität mit Inkaufnahme einer geringeren Tiefe im Studium.

    Der Diplomstudiengang umfasste 5 Jahre, der Bachelor 3. Meines Wissens sind die Studentenzahlen noch nicht extrem angestiegen. Kapazitäten für einen zweijährigen Master sollten also noch vorhanden sein.

    Jeder will ein möglichst gutes Studium, d.h. inselförmig geförderten Unis bekommen starken Zulauf. Natürlich sind dann noch Kapazitäten an anderen Unis vorhanden, aber wer will schon in der Provinz ein mittelmäßiges Studium absolvieren? Eine Art von Missmatch.

    Zusammen kollidiert alles und für die Studenten von Morgen ist immernoch nichts gemacht.

  2. "Sie sei angesichts des Ansturms streng nach den Examensnoten vorgegangen, rechtfertigte sich die Uni: Bei einem Schnitt von 1,9 sei Schluss – egal, von welcher Hochschule man komme."

    Ich sehe auch keinen Grund, anders zu handeln. Warum sollte man Studenten des eigenen Bachelorstudiengangs bevorzugen? Immerhin betont man immer wieder, dass die Abschlüsse aller Universitäten gleichwertig seien.

    "Und Masterstudenten, die an der einen Uni abgelehnt werden, wissen womöglich gar nicht, dass es woanders freie Plätze gibt. "
    Hätte ich mich so unwissend gestellt, und den einen nachmittag Internetrecherche nicht investiert, hätte ich wohl auch keinen Platz zum Masterstudium. Allerdings wäre das meiner eigenen Faulheit zuzuschreiben gewesen, nicht den Universitäten. Soviel Selbstständigkeit, mich nach der Ablehnung durch die Hochschule meines Bachelorstudiums nach einer Alternative umzusehen, halte ich für selbstverständlich.
    Eine Uni ist weder dafür zuständig, ihre Absolventen zu bevorzugen, noch ihnen einen Platz an anderen Unis zu suchen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    sollte das Recht haben dieses auch strukturiert zu beenden. In Karlsruhe zm Beispiel sind Bachelor und Master aufeinander abgestimmt. Wo soll denn da diese Zwischenauswahl hinführen? Ist die Zukuft, dass man sich vom Kindergarten ab für jedes Halbjahr wieder aufs Neue bewerben muss und so laufend Schulen, Unis, und deren Systeme wechseln muss?

    Das führt nicht zu einer guten Ausbildung, sondern dazu, dass man viele Sachen mehrfach und viele Sachen garnicht hört.

    Da kann ich Ihnen nur vorbehaltlos zustimmen. Die Forderung die eigenen Studenten vorzuziehen zeugt von mangelnder Selbstständigkeit der Studenten. Ihr nachzukommen würde vor allem das Mittelmaß an der jeweiligen Universität zementieren, da unabhängig von der Leistung die eigenen Studenten erst einmal übernommen werden und danach erst universitätsfremde, aber vielleicht bessere, begabtere oder engagierte Studenten zugelassen werden dürfen ... dies kann nicht wirklich das Ziel sein, wenn man eigentlich bessere Universitäten anstrebt.

    sollte das Recht haben dieses auch strukturiert zu beenden. In Karlsruhe zm Beispiel sind Bachelor und Master aufeinander abgestimmt. Wo soll denn da diese Zwischenauswahl hinführen? Ist die Zukuft, dass man sich vom Kindergarten ab für jedes Halbjahr wieder aufs Neue bewerben muss und so laufend Schulen, Unis, und deren Systeme wechseln muss?

    Das führt nicht zu einer guten Ausbildung, sondern dazu, dass man viele Sachen mehrfach und viele Sachen garnicht hört.

    Da kann ich Ihnen nur vorbehaltlos zustimmen. Die Forderung die eigenen Studenten vorzuziehen zeugt von mangelnder Selbstständigkeit der Studenten. Ihr nachzukommen würde vor allem das Mittelmaß an der jeweiligen Universität zementieren, da unabhängig von der Leistung die eigenen Studenten erst einmal übernommen werden und danach erst universitätsfremde, aber vielleicht bessere, begabtere oder engagierte Studenten zugelassen werden dürfen ... dies kann nicht wirklich das Ziel sein, wenn man eigentlich bessere Universitäten anstrebt.

  3. sollte das Recht haben dieses auch strukturiert zu beenden. In Karlsruhe zm Beispiel sind Bachelor und Master aufeinander abgestimmt. Wo soll denn da diese Zwischenauswahl hinführen? Ist die Zukuft, dass man sich vom Kindergarten ab für jedes Halbjahr wieder aufs Neue bewerben muss und so laufend Schulen, Unis, und deren Systeme wechseln muss?

    Das führt nicht zu einer guten Ausbildung, sondern dazu, dass man viele Sachen mehrfach und viele Sachen garnicht hört.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Kann es sein, dass genau darin das Problem in der deutschen Umsetzung des Bologna-Prozesses liegt? Das kaum eine Hochschule (wenn überhaupt eine) bereit war und ist sich mit den veränderten Anforderungen an einen Bachelor- und Masterstudiengang gegenüber dem vorherigen z.B. Diplomstudiengang auseinanderzusetzen?
    Ist es nicht auch eine der Ideen eines Bachelor/Master-Systems, dass man nach Abschluß des Bachelor-Studienganges die Universität wechseln kann, vielleicht sogar den Studiengang? Führt es nicht das System von zwei getrennten Studiengängen ad absurdum, wenn diese derart aufeinander abgestimmt sind, dass man nach Abschluß des ersten nicht an einer anderen Universität den zweiten absolvieren kann bzw. sollte? Sollte es nicht gerade möglich sein nach dem dreijährigen Bachelor die Universität problemlos zu wechseln, vielleicht sogar ins Ausland? Oder genügend qualifiziert zu sein, dass man eventuell auch erst einmal ein wenig praktische Erfahrung sammelt um zu einem späteren Zeitpunkt weiter zu studieren? Denn wenn all dies nicht gewünscht ist, dann braucht man keine 2 Studiengänge, die am Ende auch nur dasselbe können als wären sie 1 Studium. Und vor allem sind die Studenten dann nicht berechtigt sich zweier Abschlüße zu rühmen, denn eigentlich haben sie nur ein Studium abgeschlossen.

    Kann es sein, dass genau darin das Problem in der deutschen Umsetzung des Bologna-Prozesses liegt? Das kaum eine Hochschule (wenn überhaupt eine) bereit war und ist sich mit den veränderten Anforderungen an einen Bachelor- und Masterstudiengang gegenüber dem vorherigen z.B. Diplomstudiengang auseinanderzusetzen?
    Ist es nicht auch eine der Ideen eines Bachelor/Master-Systems, dass man nach Abschluß des Bachelor-Studienganges die Universität wechseln kann, vielleicht sogar den Studiengang? Führt es nicht das System von zwei getrennten Studiengängen ad absurdum, wenn diese derart aufeinander abgestimmt sind, dass man nach Abschluß des ersten nicht an einer anderen Universität den zweiten absolvieren kann bzw. sollte? Sollte es nicht gerade möglich sein nach dem dreijährigen Bachelor die Universität problemlos zu wechseln, vielleicht sogar ins Ausland? Oder genügend qualifiziert zu sein, dass man eventuell auch erst einmal ein wenig praktische Erfahrung sammelt um zu einem späteren Zeitpunkt weiter zu studieren? Denn wenn all dies nicht gewünscht ist, dann braucht man keine 2 Studiengänge, die am Ende auch nur dasselbe können als wären sie 1 Studium. Und vor allem sind die Studenten dann nicht berechtigt sich zweier Abschlüße zu rühmen, denn eigentlich haben sie nur ein Studium abgeschlossen.

  4. Kann es sein, dass genau darin das Problem in der deutschen Umsetzung des Bologna-Prozesses liegt? Das kaum eine Hochschule (wenn überhaupt eine) bereit war und ist sich mit den veränderten Anforderungen an einen Bachelor- und Masterstudiengang gegenüber dem vorherigen z.B. Diplomstudiengang auseinanderzusetzen?
    Ist es nicht auch eine der Ideen eines Bachelor/Master-Systems, dass man nach Abschluß des Bachelor-Studienganges die Universität wechseln kann, vielleicht sogar den Studiengang? Führt es nicht das System von zwei getrennten Studiengängen ad absurdum, wenn diese derart aufeinander abgestimmt sind, dass man nach Abschluß des ersten nicht an einer anderen Universität den zweiten absolvieren kann bzw. sollte? Sollte es nicht gerade möglich sein nach dem dreijährigen Bachelor die Universität problemlos zu wechseln, vielleicht sogar ins Ausland? Oder genügend qualifiziert zu sein, dass man eventuell auch erst einmal ein wenig praktische Erfahrung sammelt um zu einem späteren Zeitpunkt weiter zu studieren? Denn wenn all dies nicht gewünscht ist, dann braucht man keine 2 Studiengänge, die am Ende auch nur dasselbe können als wären sie 1 Studium. Und vor allem sind die Studenten dann nicht berechtigt sich zweier Abschlüße zu rühmen, denn eigentlich haben sie nur ein Studium abgeschlossen.

    Eine Leser-Empfehlung
  5. Da kann ich Ihnen nur vorbehaltlos zustimmen. Die Forderung die eigenen Studenten vorzuziehen zeugt von mangelnder Selbstständigkeit der Studenten. Ihr nachzukommen würde vor allem das Mittelmaß an der jeweiligen Universität zementieren, da unabhängig von der Leistung die eigenen Studenten erst einmal übernommen werden und danach erst universitätsfremde, aber vielleicht bessere, begabtere oder engagierte Studenten zugelassen werden dürfen ... dies kann nicht wirklich das Ziel sein, wenn man eigentlich bessere Universitäten anstrebt.

    • theg
    • 15.11.2010 um 12:48 Uhr

    "Ich sehe auch keinen Grund, anders zu handeln. Warum sollte man Studenten des eigenen Bachelorstudiengangs bevorzugen? Immerhin betont man immer wieder, dass die Abschlüsse aller Universitäten gleichwertig seien."

    Genau das sind sie aber nicht, wenn der Notenschnitt das einzige Auswahlkriterium ist (bleibt), haben wir ganz einfach in Zukunft nach dem Bachelor eine Massenwanderung von guten Universitäten zu schlechten Universitäten/FH und umgekehrt.
    Ein Notenschnitt von 1,9 ist an vielen Universitäten einfach nicht alltäglich sondern top notch - ganz einfach. An anderen Universitäten/FHs werden Klausuren immer mit einem Schnitt 2,3 (als Beispiel) korrigiert bzw. auf diesen Schnitt am Ende korrigiert. Das sind völlig unterschiedliche Herangehensweisen und das sollte man begreifen. Nicht umsonst haben viele Unternehmen eigene Tabellen, nach denen sie die Abschlussnoten verschiedener Hochschulen erstmal normieren.

    Man öffnet damit vor allem einen Weg, den in Zukunft jeder intelligente angehende Student wählen wird: Möglichst "einfache" Uni/ FH für den Bachelor raussuchen um für den Master an einer Topuni die besten Chancen zu haben.

    @katastrophenforscher
    Das sehe ich, wie schon oben vermerkt, anders. Die eigenen Stundenten abzulehnen und einen Großteil der Masterstudenten extern zu rekrutieren (wie im Extrembeispiel Köln) ist in erster Linie ein Eingeständnis für das Scheitern des eigenen Auswahlverfahrens zum Bsc. bzw. der eigenen Ausbildung im Bachelor.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Als es noch die ZVS gab, wurde das Abitur aus verschiedenen Bundesländern verschieden gewertet. Vielleicht sollte man ein solches Verfahren auch für den Vergleich FH/Uni in Betracht ziehen oder die Auswahl nicht ausschließlich an der Abschlußnote fest machen, sondern zum Beispiel bestimmte Fächer zwingend als Aufnahmekriterium vorschreiben.
    Aber nichtsdestotrotz führt meiner Meinung nach das Bevorzugen der eigenen Bachelorstudenten zu Ungerechtigkeit gegenüber Bachelorabsolventen anderer Universitäten ... oder wollen sie mir erzählen, dass ein Student, der in Köln mit 2,7 abgeschlossen hat besser ist als einer der in z.B. Hannover mit 1,7 abgeschlossen hat?
    Ist das nicht vielleicht auch ein wenig Augenwischerei? Und vor allem wo liegt dann der Anreiz sich um einen guten Bachelorabschluß zu bemühen? Wenn ich eh einen Masterstudienplatz an meiner Uni sicher habe, dann kann ich auch 3 Jahre ruhig studieren und nur in den letzten beiden Jahren auftrumpfen ... glücklich die, die direkt an ihrer Wunschuni angenommen wurden. Aber wollen sie allen anderen die Möglichkeit auf ihre Wunschuni verwehren, weil diese ersteinmal alle ihre Bachelorabsolventen nehmen muss?
    Wo zieht man hier die Grenze?

    Leider finde ich, dass Studenten mittlerweile eine starke Anspruchshaltung gegenüber der Universität entwickelt haben, den Anspruch an sich selbst aber leider nicht in gleichem Maße pflegen ... zumindest an der Universität an der ich arbeite.

    Als es noch die ZVS gab, wurde das Abitur aus verschiedenen Bundesländern verschieden gewertet. Vielleicht sollte man ein solches Verfahren auch für den Vergleich FH/Uni in Betracht ziehen oder die Auswahl nicht ausschließlich an der Abschlußnote fest machen, sondern zum Beispiel bestimmte Fächer zwingend als Aufnahmekriterium vorschreiben.
    Aber nichtsdestotrotz führt meiner Meinung nach das Bevorzugen der eigenen Bachelorstudenten zu Ungerechtigkeit gegenüber Bachelorabsolventen anderer Universitäten ... oder wollen sie mir erzählen, dass ein Student, der in Köln mit 2,7 abgeschlossen hat besser ist als einer der in z.B. Hannover mit 1,7 abgeschlossen hat?
    Ist das nicht vielleicht auch ein wenig Augenwischerei? Und vor allem wo liegt dann der Anreiz sich um einen guten Bachelorabschluß zu bemühen? Wenn ich eh einen Masterstudienplatz an meiner Uni sicher habe, dann kann ich auch 3 Jahre ruhig studieren und nur in den letzten beiden Jahren auftrumpfen ... glücklich die, die direkt an ihrer Wunschuni angenommen wurden. Aber wollen sie allen anderen die Möglichkeit auf ihre Wunschuni verwehren, weil diese ersteinmal alle ihre Bachelorabsolventen nehmen muss?
    Wo zieht man hier die Grenze?

    Leider finde ich, dass Studenten mittlerweile eine starke Anspruchshaltung gegenüber der Universität entwickelt haben, den Anspruch an sich selbst aber leider nicht in gleichem Maße pflegen ... zumindest an der Universität an der ich arbeite.

  6. Als es noch die ZVS gab, wurde das Abitur aus verschiedenen Bundesländern verschieden gewertet. Vielleicht sollte man ein solches Verfahren auch für den Vergleich FH/Uni in Betracht ziehen oder die Auswahl nicht ausschließlich an der Abschlußnote fest machen, sondern zum Beispiel bestimmte Fächer zwingend als Aufnahmekriterium vorschreiben.
    Aber nichtsdestotrotz führt meiner Meinung nach das Bevorzugen der eigenen Bachelorstudenten zu Ungerechtigkeit gegenüber Bachelorabsolventen anderer Universitäten ... oder wollen sie mir erzählen, dass ein Student, der in Köln mit 2,7 abgeschlossen hat besser ist als einer der in z.B. Hannover mit 1,7 abgeschlossen hat?
    Ist das nicht vielleicht auch ein wenig Augenwischerei? Und vor allem wo liegt dann der Anreiz sich um einen guten Bachelorabschluß zu bemühen? Wenn ich eh einen Masterstudienplatz an meiner Uni sicher habe, dann kann ich auch 3 Jahre ruhig studieren und nur in den letzten beiden Jahren auftrumpfen ... glücklich die, die direkt an ihrer Wunschuni angenommen wurden. Aber wollen sie allen anderen die Möglichkeit auf ihre Wunschuni verwehren, weil diese ersteinmal alle ihre Bachelorabsolventen nehmen muss?
    Wo zieht man hier die Grenze?

    Leider finde ich, dass Studenten mittlerweile eine starke Anspruchshaltung gegenüber der Universität entwickelt haben, den Anspruch an sich selbst aber leider nicht in gleichem Maße pflegen ... zumindest an der Universität an der ich arbeite.

  7. Abgesehen von der schwierigen Vergleichbarkeit der Noten kommt erschwerend ein weiteres Problem hinzu: die extreme Spezialisierung beim Master. Während es beim Bachelor (Beispiel BWL) meist bei 3 Ausprägungen bleibt, ist man beim Master Ruck-Zuck bei 5-8. Und die sind beileibe nicht an jeder Uni gleich. Was bitte soll da die ZVS? Zufallszuteilungen? Bewerbung für einen Steuer-Master und am Schluss sitzt man in Marketing-Vorlesungen?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service