DeutschlandkarteMartinsbräuche

Alle ärgern sich über Halloween. Warum nicht auf die alten Bräuche schauen? Ein Karte zeigt, wo St. Martin am 11. November gefeiert wird. von 

Die bürgerliche Schicht verachtet das neuerdings auch in Deutschland zelebrierte Halloween so einhellig, dass sie eigentlich längst auf die Idee hätte kommen müssen, dem etwas entgegenzusetzen und alte Bräuche wiederzubeleben. Dazu gibt diese Karte allerhand Anregung. Kaum ein christliches Fest ist bei Kindern so bekannt und hat so viele regional unterschiedliche Bräuche wie der Martinstag am 11. November. ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier )

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Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick

Alle Deutschlandkarten des ZEITmagazins im Überblick  |  © Jörg Block

Die meisten davon gibt es im katholischen Rheinland. Aber sogar das protestantische Erfurt hat seinen Martinsbrauch, der allerdings offiziell nicht dem heiligen Martin aus dem 4. Jahrhundert gewidmet ist, der seinen Mantel mit dem Bettler teilt, sondern an Martin Luther erinnern soll.

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In der akademischen Schicht gibt es seit Jahren bereits eine große Begeisterung für alles vergessene Regionale, für Äpfel aus Brandenburg und Wein aus der Pfalz. Wenn in geschätzten drei bis sieben Jahren vom Sankt-Martins-Hype die Rede sein wird, will diese Rubrik schon mal nicht schuld gewesen sein.

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Leserkommentare
  1. "Die bürgerliche Schicht [...] verachtet [...] Halloween" - ja, wer ist wohl diese bürgerliche Schicht ? Und warum verachten sie Halloween ? Als Manifestation der feierfreudigen Konsumgesellschaft, der sie selbst (offensichtlich schlechten Gewissens) mitangehört ? Oder weil Halloween etwas Amerikanisches zu sein scheint, und es daher mit dem eigenen ideologischen Weltbild seit AD 1968-69 nicht zu vereinbaren ist und daher verpönt sein soll ? Der Mehrheit der Halloween-Verächter in Deutschland ist jedenfalls eines gemeinsam: Sie wissen nicht um die eigentlich europäischen Ursprünge dieses Festes, und meistens interessiert es sie auch nicht - pauschale Be-, pardon, Verurteilungen sind en vogue, Nachbeten ist einfacher als Nachdenken oder -forschen, und hierzulande ist es recht verbreitet, sich eine Meinung zu leisten über Dinge, die man nicht versteht, für die man/frau sich aber auch nicht genügend interessiert, um nachzuschlagen - und solches im Zeitalter digitaler Nachschlagewerke ! Ja, gewiss, in seiner derzeitigen Manifestation ist Halloween (im Englischen abgeleitet von 'All Hallows Even' = "Abend vor Allerheiligen") eine amerikanische Verballhornung, nämlich des keltischen Winteranfangs Samhain, vermischt mit dem mexikanischen Tag der Toten aus der Tradition der Maya (s. dazu 'Samain' in: James MacKillop, A Dictionary of Celtic Mythology, online erh. v.: http://www.oxfordreferenc... Forts. folgt)

  2. (Forts.)

    ('Samain' in: John T. Koch, Celtic Culture: A Historical Encyclopedia (Oxford: ABC-Clio, 2006), S. 1557-58; Nicholas Rogers, Halloween: From Pagan Ritual to Party Night (Oxford University Press, 2001), S. 28–30; 'Halloween' in: Angus Stevenson (ed.), Oxford Dictionary of English, http://www.oxfordreferenc... vgl. 'Samhainn' in: Edward Dwelly, Michael Bauer et al (eds), Dwelly-d: Faclair Dwelly air loidhne / Dwelly's Gaelic-English Dictionary Online, http://www.cairnwater.co.... Stanley Brandes, 'The Day of the Dead, Halloween, and the Quest for Mexican National Identity', Journal of American Folklore, 449 (1998): S. 359-80). Viele werden sagen, sie hätten keine Zeit zum Nachschlagen - was in dieser Zeit der (oft allzu hohen) beruflichen Anforderungen kaum verwundert. Doch dann darf man sich auch keine Meinung leisten in Abwesenheit von Sachkenntnis. Aber im Lande, dessen oberster Gerichtshof das Symbol des Keltenkreuzes aufgrund Missbrauchs durch rechtsradikale Gruppen gänzlich verbietet, und damit ebenfalls ideologische Einseitigkeit statt kultureller Aufgeschlossenheit und Halbbildung statt guter Allgemeinbildung beweist, wundert mich gar nichts mehr - die keltischen Minderheiten Europas sind hierzulande nur wegen ihrer schönen Musik gefragt, ansonsten dürfen sie sich als reaktionäre Separatisten (s. Artikel von Reiner Luyk, 20.10.11)diffamieren lassen...

  3. P.S.: Pardon, der mexikanische Día de los Muertos, zeitgleich mit Samhainn (moderne schott.-gäl. Schreibweise) und Allerheiligen, entstammt der Tradition der Azteken, nicht der Maya - soll keiner sagen, ich mache meine Hausaufgaben selbst nicht !

    • kascho
    • 12. November 2011 12:53 Uhr

    Auch in der Gegend um Bückeburg (Niedersachsen) gibt es Martinssingen und Kinder ziehen von Haus zu Haus. Mir hat das Kind ungeheuer Spaß gemacht. Einer der schönsten Festtage! Abends kam man durchgefroren und heiser, aber mit einer Tüte voller Süßigkeiten nach Haus.

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  • Serie Deutschlandkarte
  • Schlagworte Martin Luther | Fest | Halloween | Wein | Brandenburg | Erfurt
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