US-KongressDie Unvermeidliche

Nancy Pelosi, die starke Frau der Demokraten im US-Kongress, gibt nicht auf.

US-Demokratin Nancy Pelosi

US-Demokratin Nancy Pelosi

Sie ist schnell. Auf ihren Stöckelschuhen eilt die Siebzigjährige im Kapitol all ihren Kollegen davon. Und sie ist hartnäckig. 2006 setzte sie sich nach dem Sieg der Demokraten in der Kongresswahl gegen ihre männlichen Konkurrenten durch und wurde, eine historische Leistung, zur ersten Sprecherin des amerikanischen Repräsentantenhauses gewählt.

Jetzt, in der Stunde der schweren Wahlniederlage , ist Nancy Pelosi wieder blitzschnell und hartnäckig. Bereits einen Tag nach dem Verlust der Mehrheit im Abgeordnetenhaus verkündete sie per Twitter: "Ich werde für das Amt der demokratischen Minderheitsführerin kandidieren."

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Ausgerechnet Pelosi, werden einige in der Partei gestöhnt haben. Denn gerade ihretwegen, behaupten die Umfragen, hätten viele Wähler den Demokraten den Rücken gekehrt. "Fire Pelosi! ", Feuert Pelosi! – mit diesem Schlachtruf stachelten die Republikaner vor allem ältere weiße, konservative Wähler auf. Für sie ist Nancy Pelosi das Feindbild: Sie ist reich, liebt feine Garderobe und vertritt im Parlament die ultraliberale Metropole San Francisco.

Fragt man die Leute im Mittleren Westen, welchen Politiker sie gern zu sich einladen würden, landet Pelosi regelmäßig weit hinten. Niemand kann sich vorstellen, mit ihr ein Bier zu trinken oder auf die Jagd zu gehen. Vor allem aber verübelt man ihr, dass sie die ungeliebte Gesundheitsreform ebenso rücksichtslos wie erfolgreich durchs Parlament geboxt hat.

"Ich kandidiere wieder", erklärt sie jetzt, "weil ich die Reformen verteidigen will. Wir sollten stolz auf sie sein, es gibt keinen Grund sich ihrer zu schämen!"

Die Linken in der Partei freut dieses kämpferische Bekenntnis. Sie wünschten, auch Obama würde so deutliche Worte finden. Rechte Demokraten indes sind über Pelosis Bewerbung entsetzt. Sie verlangen ihren Rückzug aus der Führung und drohen, sie nicht mitzuwählen.

Leserkommentare
  1. Ist Obamas letzte Rückendeckung, ohne sie wird er keine Chance gegen John Boehmer und seine Leute haben...

  2. Ohne die Stimmen der Frauen wird es eng fuer die Demokraten. Falls ein Mann die Wahl zum demokratischen Fraktionsvorsitz gewinnen sollte, steht Praesident Obama auf einmal mit einer Maennerriege von Maechtigen da, mit Hillary Clinon als Feigenblatt. Bei den Republikanern wuerde ein Abgang Nancy Pelosis mit Ruecksicht auf weibliche Waehler die Chancen Sarah Palins auf eine erneute Kandidatur als Vizepraesidentin deutlich erhoehen.

  3. die republikanische Partei hat die demokratische Mehrheitsführerin der Demokraten im Kongress zur Zielscheibe einer Hasskampagne, deren Inhalte Sie, lieber Herr Klingst, hier ins Deutsch übersetzen und als tatsächliche Realität verkaufen.

    Mich überzeugt Ihr Artikel daher leider nicht.

  4. Nancy Pelosi ist nun das genau Gegenteil einer bigotten und verlogenen Sarah Palin. Sie vereinigt in den Augen der Menschen im mittleren Westen und im Bibelgürtel der USA alle Attribute für ein Hassobjekt. Erstens kommt sie aus San Francisko, den angeblichen "Sündenphuhl" Amerikas. Zweitens hat sie in der Jugend Haschisch geraucht, war in der Studentenbewegung, hat gegen den Vietnamkrieg demonstriert und auch einmal eine amerikanische Flagge verbrannt. Für all diese Eigenschaften kann es in den Augen der bigotten Patrioten nur eine Strafe geben :" Sie soll in der Hölle schmoren!" Solange es jedoch noch solche Amerikaner gibt ist Amerika nicht abzuschreiben. Sie sind momentan in der Minderheit, doch das kann sich auch wieder ändern.

  5. Obama. Zu lasch zu seicht. Was Amerika leider gottes will, und solche Staaten gibt es viele (leidergottes? zum Glück?), sind Repräsentanten, die die Intressen des Volkes duchsätzt. wer das nicht tut, verliert. Das Niveau eines Staates misst man beim Volk. Einige Menschen wollen Krieg andere wiederum ein Playstation, es gibt viele Intressen. Man muss in der Lage sein sie zu befriedigen oder die Menschen so zu manupolieren um bei denen eine Intresse zu erzeugen. Was wollen die Amerikaner, was wollen die Europäer was wollen die Asiaten. sehr oft weis ich das auch nicht.

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