Auch wenn 2010 das Jahr ist, in dem Feuilleton- und Buchautoren die Vorzüge des Offline-Seins entdeckten: In Wirklichkeit nervt es die meisten, nicht reinzukommen ins Netz. Die großen Firmen, die Telekom etwa, stellen Masten auf und verlegen Kabel, wenn es sich lohnt.(Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier )

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Es lohnt sich aber nicht überall. Im Osten wohnen die Leute zu weit auseinander, und in Rheinland-Pfalz machen die vielen Berge die Sache teuer. So entstand dort eine Art Tal der Verbindungslosen. Diese Menschen wehren sich, sie gründen Bürgerinitiativen, »DSL für ganz Sippersfeld« zum Beispiel hat laut Eigenauskunft 25 »Mitstreiter«. Es kam schon vor, dass sich Bürger samstags mit der Schippe trafen, um eigenhändig Glasfaserkabel zu vergraben.

Die Bürgermeister unterstützen das. Es ist nämlich so: Wo kein schnelles Internet, da fallen die Grundstückspreise. Junge Familien wollen ins Grüne, aber nicht ohne Internet. In Rheinland-Pfalz jedoch spricht mancher Bürgermeister noch von »der Post«, die das regeln müsse. Und hatte nicht Kurt Beck zumindest vor kurzem noch ein Faxgerät im Dienstwagen?