Italien

Das Land ist ein Beispiel dafür, wie eine chronische Krise Resistenz befördert, statt einen Kollaps heraufzubeschwören. Seit es den Euro gibt, gilt das Land als instabil. Ende 2010 wird die traditionell hohe Staatsverschuldung wohl mehr als 118 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen. Die Steuereinnahmen sinken. Das Wirtschaftswachstum ist laut Notenbankchef Mario Draghi "ebenso unsicher wie fragil" und beträgt gerade mal um ein Prozent.

Die Regierungskrise des ebenso skandalumwehten wie rücktrittsunwilligen Silvio Berlusconi flößt den Märkten kaum Vertrauen ein. Die immer wieder verschobene Verabschiedung des Haushalts- und Spargesetzes ist für Dezember angepeilt, doch niemand weiß, ob Berlusconi nicht doch noch vorher stürzt. Und der Posten des Wirtschaftsministers blieb zuletzt fünf Monate vakant.

In Rom ist man dennoch überzeugt, gegen das irisch-portugiesische Virus immun zu sein. Zwar schnellte der Risikoaufschlag italienischer Staatspapiere gegenüber deutschen Anleihen auf 1,82 Prozentpunkte, den Höchststand seit 1997; die Rendite kletterte auf 4,24 Prozent. Beide Werte blieben aber hinter denen von Spanien.