Kirsten HeisigIhr letztes Urteil

Kirsten Heisigs Leben war ein Feldzug gegen die Gewalt. Am Ende entschied sie sich für die Gewalt gegen sich selbst. Woran scheiterte die Neuköllner Richterin? von 

Dieses Lächeln. Da ist immer dieses Lächeln. Auf fast jedem Foto – egal ob sie auf einem Segelboot steht, durch den Berliner Stadtbezirk Neukölln spaziert oder in ihrem Büro sitzt. Stets sieht Kirsten Heisig aus, als müsse sie beweisen, wie gut es ihr gerade geht. Auch wenn ihr übriges Gesicht etwas anderes erzählt, tiefe Ringe haben sich unter ihre Augen gegraben, der Blick ist verschleiert, als habe sie schon lange keine Nacht mehr durchgeschlafen. Es ist dieses Lächeln – fröhlich und gequält zugleich –, das einen verfolgt, wenn man sich mit ihr beschäftigt.

Jugendrichterin Kirsten Heisig, 48 Jahre alt, Erfinderin des »Neuköllner Modells« zur Bekämpfung von Jugendkriminalität, Buchautorin, Mutter von zwei Töchtern, hat sich Ende Juni in Berlin das Leben genommen. Die Polizei fand ihre Leiche nach tagelanger Suche am 3. Juli im Tegeler Forst, Heisig hatte sich erhängt. Nach ihrem Tod stand ihr Buch Das Ende der Geduld. Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter zeitweise auf Platz eins der Bestsellerlisten. Inzwischen hat es sich 320.000 Mal verkauft und ist zum Instrument einer politischen Debatte geworden. Heisigs Thesen über die Integration von Muslimen und Migranten und den richtigen Umgang mit kriminellen Jugendlichen haben durch ihren selbst gewählten Tod eine zusätzliche Wucht bekommen. In Heisigs Namen wird Politik gemacht. Es scheint, als habe ihre Selbsttötung ihren Ruhm gesteigert. Ihre Ideen werden in zahlreichen Foren diskutiert, zu Gedenkveranstaltungen erscheinen auch Monate nach ihrem Tod noch 200 Menschen. Worin liegt Kirsten Heisigs Strahlkraft? Woran ist sie gescheitert? Und was wird von ihr bleiben?

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Wie er ihre Arbeit fortführen kann, fragt sich Andreas Müller, seitdem Heisig fort ist, jeden Tag. In ihrem Buch erwähnt sie Müller mehrmals, am Ende dankt sie ihm. Er ist Jugendrichter in Bernau und war mit Heisig befreundet. »Wir hatten das gleiche Ticken.« Müller steht im Wohnzimmer seines Einfamilienhauses in Glienicke am nördlichen Rand Berlins und sieht aus, als würde er jeden Moment zusammenklappen. An diesem Tag war schon das Fernsehen da, er raucht Kette und läuft ruhelos auf und ab. In gewisser Hinsicht stand er auf der anderen Seite, bekannt geworden ist er für seine harten Urteile gegen Rechtsradikale. »Ich hatte die Gnade der Political Correctness«, sagt er. Heisig dagegen schrieb in ihrem am meisten zitierten Kapitel über typische Intensivtäterkarrieren: »Schwerkriminelle, die häufig 30 und mehr erhebliche Straftaten aufweisen, haben zu etwa 90 Prozent einen Migrationshintergrund.« Und: »Die Araber stellen also gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil mit weitem Abstand die Mehrheit der Intensivtäter.« Sätze wie Schläge. Laut, hart, provokant. Sätze, für die sie viel Aufmerksamkeit bekam, viel Beifall, aber auch viel Kritik.

Vor etwa drei Jahren begannen sich Heisig und Müller öfter zu sehen, er wurde ihr Berater bei »Pressegeschichten«, wie er das nennt. Weil er Rechtsradikalen als Bewährungsauflage erteilte, keine Springerstiefel mehr zu tragen, und sie zu hohen Haftstrafen verurteilte, wählten Journalisten aus der ganzen Republik seine Nummer. »Ich war völlig überfordert«, sagt er. Auch Kirsten Heisig bekam immer häufiger Besuch von Reportern, nachdem im Januar 2008 ihr Neuköllner Modell eingeführt worden war, in dessen Mittelpunkt das beschleunigte vereinfachte Jugendverfahren für kleinere Delikte steht: Der Täter soll sich möglichst innerhalb von drei bis fünf Wochen nach der Tat vor Gericht verantworten. Manchmal saßen die beiden in Müllers Wohnzimmer und redeten darüber, wie schwer es ist, als Richter in der Öffentlichkeit zu stehen. Müller sagt: »Du kriegst Sprüche von den Kollegen wie: Hast du nichts anderes zu tun?« Das kannte Kirsten Heisig. »Da kommt wieder der Filmstar«, hieß es manchmal, wenn sie die Kantine ihres Amtsgerichts in Tiergarten betrat.

Und es wäre so weitergegangen nach der Veröffentlichung ihres Buches. Ihr Lektor beim Herder-Verlag sagt, sie sei bis weit ins nächste Jahr hinein ausgebucht gewesen: Talkshows, Interviews, große Magazinberichte. Sie hatte ihr Leben nach außen gekehrt. Kirsten Heisig ging morgens noch vor dem Dienst joggen, zweimal in der Woche hatte sie Verhandlungen, die sie vorbereiten musste. Abends eilte sie in ihren Bezirk Neukölln zu Gesprächen mit Eltern, Sozialarbeitern, Lehrern, Migrantenvereinen. Bei Weihnachtsfeiern der zuständigen Polizeidirektion war sie der letzte Gast. Es gibt wohl kaum eine Veranstaltung zum Thema Integration und Jugendkriminalität in Neukölln der letzten Jahre, die sie nicht besucht hat. Nebenher schrieb sie ihr Buch. Ihr Mann und sie hatten sich getrennt, sie kümmerten sich abwechselnd um ihre beiden pubertierenden Töchter.

Scheinbar rastlos eilte Heisig durch ihren Bezirk, durch ihr Leben. Viele aus ihrem Umfeld fragen sich noch heute, wann sie geschlafen, wann sie gegessen hat. Sie war in den letzten Monaten so schmal geworden, dass manche sie für magersüchtig hielten. Trotzdem forschte kaum einer intensiver nach, trotzdem nahmen die meisten vor allem ihr Lächeln wahr. Dieses Lächeln ließ jede Sorge töricht erscheinen. Man kann nur ahnen, was es sie für eine Kraft gekostet haben muss, die innere Verzweiflung zu verbergen. Am Ende hatte ihr Leben wohl nur noch zwei Lautstärken: nach außen laut, nach innen fast stumm.

Mit zunehmender Bekanntheit widersprach Kirsten Heisig immer mehr dem traditionellen Bild eines Richters. Er soll unabhängig sein, eine neutrale Instanz, die möglichst keine festgefügten Überzeugungen äußert, um sich nicht angreifbar zu machen. Davon hatte sich Kirsten Heisig zum Schluss schon ziemlich weit entfernt.

Andreas Müller deutet auf eine Ausgabe der Zeitschrift Cicero, die auf seinem Wohnzimmertisch liegt. Er schlägt sie auf und sagt: »Christian Pfeiffer ist der Einzige, der es gewagt hat, nach Kirstens Selbstmord gegen sie zu sprechen.« Vielleicht ist das ein Teil des Problems: dass es nach einem Selbstmord fast unmöglich wird, sich mit demjenigen, der sich getötet hat, ehrlich auseinanderzusetzen. Jeder Widerspruch wirkt pietätlos. Auch das Schreiben darüber ist eine Gratwanderung. Viele, die Kirsten Heisig kannten und nicht ihre Meinungen teilten, möchten nicht zitiert oder namentlich erwähnt werden. Manche fürchten sogar, ansonsten ihren Job zu verlieren.

Leserkommentare
  1. 1. Hmmm.

    Es fällt mir sehr schwer, an diesen Selbstmord zu glauben. Zum einen, weil das Erhängen eine untypische Form der weiblichen Selbsttötung ist, zum anderen, weil ihr Engagement für die Drogenszene so störend war. Dann las ich unlängst, daß die Polizei in Bremen den Aktivitäten der dortigen Mhallamiye-Kurden ziemlich hilflos gegenüber steht - nicht zuletzt wegen Einschüchterung der Beamten.

    14 Leserempfehlungen
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    • bayerth
    • 22. November 2010 10:55 Uhr

    wurde über den Selbstmord von Frau Heisig folgendes geschrieben: Ihre Leiche wurde im Unterholz gefunden, die Spürhunde haben wegen der Hitze nicht angeschlagen (siehe http://www.tagesspiegel.d...).

    Nicht nur in Bremen stellt man sich hilflos, das tut man auch in Berlin. http://www.nadir.org/nadi...
    Die Mahalmi sind arabisch sprechende Kurden, ursprünglich beheimatet in Türkei, Irak, Iran, Syrien, Libanon. Durch die Grenzziehungen am Ende des osmanischen Reichs Staaten zugeordnet oder ausgebürgert. Die in Deutschland lebenden Mahalmi sind meist Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon, dort nur mit Fremdenpaß geduldet. Statt ihnen nach ihrer Flucht nach Deutschland den Status 'staatenlos' zu zu erkennen, womit etwaig vorhandene Integrationspolitik hätte greifen können, wurden sie kettengeduldet, bzw. die zweite Generation meist eingebürgert. Dem voran gingen meist x erfolglose Abschiebeversuche. Es wurde sogar mal die Europafrage der Türkei mit Riesenaufwand und Gentests daran geknüpft, aus dem Libanon kommende Mahalmi aufzunehmen. Der Umgang mit den Mahalmi ist exemplarisch für Menschen ohne Paß, ohne Staatsangehörigkeit.

    Die meisten Mahalmi sind völlig geräuschlos integriert. Die organisierte Kriminalität einiger weniger Familien hat nicht zuletzt mit einem vollumfänglichen Versagen deutscher Behörden, Polizei, Justiz zu tun, nämlich knapp 30 Jahre Tatenlosigkeit. Und mit der Erkenntnis, daß alte Fehler, s. Ende des osmanischen Reichs, willkürliche Grenzziehungen, willkürlich Zuordnung/Aberkennung von Staatsangehörigkeiten, nicht existente Integrationspolitik etc.etc. die Tendenz zur Vergrößerung haben.

    Danke für die Summe der Darstellung.

    Mich stört allerdings der ständige Wechsel zwischen Information über Kirsten Heisigs enormes Engagement auch abseits ihrer Arbeit als Richterin und den für meinen Geschmack zu gefühligen Versuchen, ihren Freitod zu erklären. Mir hätte auch Burnout als Erklärung völlig gereicht. Gebrannt hat sie nämlich für ihre Klientel. Das verkennen auch all die Mordspekulierer und Kirsten-Heisig-Vereinnahmer - bei ihr war immer spürbar, daß sie ihre Jugendlichen mochte und etwas FÜR sie erreichen wollte. Damit hat sie auch das Jugendstrafrecht völlig richtig verstanden, das ja den erzieherischen Aspekt in den Vordergrund stellt.

    Und der lautet bei z.B. einem Intensivtäter aus einer Familie, die organisierte Kriminalität betreibt, nun mal nicht, erst nach Lichtjahren vor einem Richter zu stehen und auch beim xten Vergehen noch mit Bewährung davon zu kommen.

    • Grabert
    • 22. November 2010 14:23 Uhr

    Moin,
    allen Zweifeln zum Trotz und entgegen allen Verschwörungstheorien die schon wieder kursieren, letztlich ist der Selbstmord plausibel. Gerade die Schilderung des ewigen Lächelns macht ihn um so wahrscheinlicher.
    Die Behörden, Justiz wie Polizei, hätten mit einer anderen Version, dem Fremdverschulden (Mord) wesentlich weniger ihre eigene Position beschädigt; also eher einen Grund für das Ablenken von einer Selbsttötung.
    Frau Heisig stand unter permanentem Druck durch ihre Arbeit und ihren Erfolgszwang, war zudem nicht unumstritten. Sie war zudem für ihr Arbeitsumfeld eher unbequem und hat auch dort, so vermute ich, mehr mit Anfeindungen gelebt als dort Verständnis und Anerkennung zu verspüren. Es dürfte ihr also auch nicht einfach gewesen zu sein, sich mit ihren Kollengen auszutauschen. Damit konnte sie, wieder Annahme, auch nirgens ihre eigentliche Belastung zum Ausdruck bringen, verbarg alles hinter dem gleichbleibenden Lächeln. Nein, der Selbstmord passt schon ganz gut, alle spärlichen Warnzeichen sind wohl einfach nur übersehen und übergangen worden.
    Die Methode, die Sie als untypisch für eine Frau beschreiben, deutet auch auf eine Menge erfahrener und angestauter Aggression, die sie eben nur gegen sich selbst richten konnte. Und eine untypische Methode ist ja keine unmögliche.
    Mir gehen die ganzen Verschwörungstheorien inzwischen gewaltig auf den Nerv, diese deuten nur auf die Verweigerung komplexerer Erklärungsmodelle und sind mir zu bequem.
    Beste Grüße
    Grabert

  2. Ich glaube bis heute nicht, dass sich Frau Heisig das Leben genommen hat.
    Die Ertklärung der Behörden kam viel zu schnell.

    10 Leserempfehlungen
  3. Was heißt hier Gewalt gegen sich selbst?
    Wer dieses Menschenleben des Miteinander als Richterin täglich vor Augen hatte und konfrontiert wurde mit den himmelschreienden Ungerechtigkeiten, das die einflussreichenden Kräfte in der Menschengesellschaft nur die Macht des Geldes als Gott verehrt kann nicht ständig gegen den Berg stemmen.

    Wer den wahren Sinn des Menschentreibens hier auf der Erde durchschaut hat braucht schon viel Überwindung um diesen bitteren Trank des Abscheues täglich zu sich zu nehmen.
    Wer noch nie auf dem Berg Erkenntnis war sollte sich in der Verurteilung zurückhalten.

    4 Leserempfehlungen
  4. Grossartiger Artikel! Erinnert mich an glorreiche Zeiten der Ära Augstein und Konsorten.

    Nicht nur wird das Leben und Wirken Heisigs unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet, nein, dieser Artikel enthält eine ganze Zahl an kontroversen bis manchmal diametral entgegengesetzten Sichtweisen.
    Dieser Artikel zeichnet nicht nur ein Bild einer Richterin sondern beschreibt auch das Dilemma in dem sich unsere Gesellschaft derzeit befindet ohne jedoch in Alarmismus oder "no-future" Denken zu verfallen.

    Alles in Allem ein exzellenter Artikel von dem ich mich bestens informiert fühle und der mir ein umfassendes Bild dieser Tragödie vermittelt, mit all seinen Facetten und Aspekten. Und das auch noch sehr gut geschrieben.
    DAS nenne ich Journalismus!

    Komplimente and die Autorin und die Redaktion und all die, die an diesem Artikel mitgewirkt haben.

    9 Leserempfehlungen
    • bayerth
    • 22. November 2010 10:55 Uhr

    wurde über den Selbstmord von Frau Heisig folgendes geschrieben: Ihre Leiche wurde im Unterholz gefunden, die Spürhunde haben wegen der Hitze nicht angeschlagen (siehe http://www.tagesspiegel.d...).

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Hmmm."
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    Im Artikel steht, sie habe sich erhängt, der von Ihnen zitierte Tagesspiegel berichtet, die Leiche wurde im Unterholz gefunden. Und da soll man den Selbstmord glauben?

    • Jeppe
    • 23. November 2010 0:23 Uhr

    so dass sogar Menschen die Leiche problemlos anhand des Geruches, genauer Gestanks, gefunden haben müssten, zweitens werden Leichen von Personen, die sich selbst erhängt haben sollen, wohl kaum im Unterholz zu finden sein.

    Und das sind nur zwei evidente Widersprüche.

    • macey
    • 23. November 2010 17:01 Uhr

    Wenn man alle Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten während der Fahndungsphase und nachher zusammennimmt, von denen es nicht nur einige, sondern dutzende gibt, dann kann man nur noch daran glauben, dass hier ein Mord gedeckt wird, und zwar sehr stümperhaft. Wenn dies wirklich wahr ist, schäme ich mich zutiefst, in einem Lande zu leben, wo so etwas möglich ist.

  5. [...]
    Was aus dem Artikel deutlich wird, ist, dass diese Frau in Justizkreisen auf Grund ihres Engagements für Ihren Beruf bis zur Unerträglichkeit gemobbt wurde. Das erklärt aber nicht ihren angeblichen "Freitod". Im Zusammenhang mit den bekannten Umständen bei der polizeilichen Suche und auch den schnellen beschwichtigenden Äußerungen der Justizsenatorin von der Aue fast noch vor Auffinden der Frau heisig ist alles andere als ein "Freitod" die glaubwürdigere Variante.
    Den Schluß des Artikels verstehe ich so: Ein Glück, dass die Frau tot ist, wir können unseren Kuschelkurs gegen Gewalttäter aus dem türkisch-arabischen "Kulturkreis" weiterfahren.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ew

    10 Leserempfehlungen
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    • Otto12
    • 23. November 2010 16:05 Uhr

    Gerne würde ich wissen, was von Ihrem Beitrag getrichen wurde?
    Der letzte, "genehmigte" Satz, hier nochmal, damit ihn sich
    andere noch auf der Zunge zergehen lassen können: Ein Glück
    daß die Frau tot ist, wir können unseren Kuschelkurs gegen
    Gewalttäter aus dem türkisch-arabischen "Kulturkreis" weiterfahren!
    Hoffentlich wird Stefan Wisnieweski (Journalist), der mit seiner Klage gegen die Auskunftsverweigerung der Berliner
    Staatsanwaltschaft ein sensationelles Urteil erkämpft hat,
    den wirklichen Mördern v. Fr. Heisig auf die Schliche kom=
    men, denn die vorzeitige - prä obduktionem - getroffene
    Behauptung von "keinem Fremdverschulden" ist so ungewöhnlich
    und stinkt meilenweit zum Himmel!
    Noch etwas: heute veröffentlicht die "Bild" Zahlen über
    Anteile an Harzt-IV-Empfängern nach Ethnien verteilt, an
    Nummer ein stehen natürlich die Libanesen bzw. die behaupten
    aus dem Libanon zu stammen: von 36960 Personen in D. einge=
    wanderten aus diesem Land beziehen 90%, das sind 33424 diese
    Hartz-IV-Bezüge! (Die Türken sind mit 26% eher im hinteren
    Bereich dieser Statistik)
    P.S. Kommentare, die diese Statistik bezweifeln, werden nicht von mir beantwortet, dazu ist mir jede Sekunde an Zeit
    zu schade dafür!

    • stringa
    • 22. November 2010 11:27 Uhr

    Endlich mal wieder ein Artikel, bei dem man das Gefühl hat, es lohnt sich, ihn genau zu lesen.
    Hervorragend recherchiert, hervorragend geschrieben, mein Kompliment an die Verfasserin.

    Eine Leserempfehlung
  6. Nicht nur in Bremen stellt man sich hilflos, das tut man auch in Berlin. http://www.nadir.org/nadi...
    Die Mahalmi sind arabisch sprechende Kurden, ursprünglich beheimatet in Türkei, Irak, Iran, Syrien, Libanon. Durch die Grenzziehungen am Ende des osmanischen Reichs Staaten zugeordnet oder ausgebürgert. Die in Deutschland lebenden Mahalmi sind meist Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Libanon, dort nur mit Fremdenpaß geduldet. Statt ihnen nach ihrer Flucht nach Deutschland den Status 'staatenlos' zu zu erkennen, womit etwaig vorhandene Integrationspolitik hätte greifen können, wurden sie kettengeduldet, bzw. die zweite Generation meist eingebürgert. Dem voran gingen meist x erfolglose Abschiebeversuche. Es wurde sogar mal die Europafrage der Türkei mit Riesenaufwand und Gentests daran geknüpft, aus dem Libanon kommende Mahalmi aufzunehmen. Der Umgang mit den Mahalmi ist exemplarisch für Menschen ohne Paß, ohne Staatsangehörigkeit.

    Die meisten Mahalmi sind völlig geräuschlos integriert. Die organisierte Kriminalität einiger weniger Familien hat nicht zuletzt mit einem vollumfänglichen Versagen deutscher Behörden, Polizei, Justiz zu tun, nämlich knapp 30 Jahre Tatenlosigkeit. Und mit der Erkenntnis, daß alte Fehler, s. Ende des osmanischen Reichs, willkürliche Grenzziehungen, willkürlich Zuordnung/Aberkennung von Staatsangehörigkeiten, nicht existente Integrationspolitik etc.etc. die Tendenz zur Vergrößerung haben.

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    Antwort auf "Hmmm."
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    Ist die Paßlosigkeit der Mhallamiye-Kurden nicht dadurch entstanden, daß solche Dokumente aktiv vernichtet wurden? Oder verwechsle ich da was?

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