Antje Starost, Regisseurin aus Berlin, drehte mit Hans Helmut Grotjahn den Dokumentarfilm 7 oder Warum ich auf der Welt bin, der diese Woche in die deutschen Kinos kommt. Mit der ZEIT sprach sie darüber, was ihr heilig ist.

"Ich mag schwierige Fragen", sagte die siebenjährige Chrysanthi aus Kreta unserem Filmteam beim Kennenlernen. "Ich liebe Fragen, die man nicht so leicht beantworten kann." Was für eine schöne Begrüßung!

Mit unserem neuen Dokumentarfilm wollten wir das Universum der Kinder erforschen: Warum bin ich auf der Welt? Eine große Frage nach den "letzten Dingen" ist das, aber auch eine Gefahr, denn hinter großen Fragen lauern oft banale Antworten. Nicht so bei den Kindern. Sie gehen mit der Frage nach dem Sinn des Lebens ernsthaft und spielerisch zugleich um, vor allem spontan. Sie wägen nicht ab: Sage ich das Richtige? Komme ich mit meiner Antwort an? Das Ziel des Films war, abseits von Schule und Eltern gemeinsam über Gott und die Welt nachzudenken. Ohne Beurteilung. Auf Augenhöhe. Das war ein tiefes Erlebnis, das wir nicht vergessen werden.

Denn es macht Spaß, Kindern beim Denken zuzuhören und zuzuschauen. Diese Augenblicke, wenn ein Gedanke entsteht, waren magische Momente für die Filmemacher und sind es hoffentlich auch für den Zuschauer. Dass die Welt nicht nur schön ist, wissen die Kinder genau. Möglichst lange Kind bleiben ist deshalb ein Thema, das sie alle beschäftigt. "Der Mensch ist zugleich Sprosse und Bedrohung", sagt der 10-jährige Jonathan. "Er ist Blüte und Winter. Er kann die Erde zerstören, aber auch besser machen." Ob Gott dabei helfen kann? Viele der Kinder setzen sich ihren Gott selbst zusammen. Glauben lernen heißt heute nicht mehr auswendig lernen. "Auf der Welt sind wir auch, weil die Welt schön ist. Gott, okay, wenn er eine Welt gemacht hat, dann müssen wir auch auf der Welt leben."

Die Kinder haben uns gezeigt: Eine große Frage braucht nicht unbedingt große Antworten, sondern viele kleine, immer aufs Neue. Wir leben in einer Zeit, in der nichts mehr "heil" oder "heilig" scheint. Was ich persönlich wertschätze: sich auf das Gegenüber einlassen, zuhören können, gemeinsam lachen und auch traurig sein. Die Freude an der Begegnung mit Menschen ist ein wichtiges Element, das ich in meiner Arbeit und meinem Leben suche – und in glücklichen Momenten auch finde.