Gesundheitswesen Gesunder Reibach
Apotheker dürfen Krebsmedikamente selbst herstellen. Dabei sollen einige von ihnen falsch abgerechnet haben – Betrug in großem Stil oder nur ein Irrtum?
Der Mann spricht mit leiser Stimme, bedacht darauf, was er sagt. Was er erzählt, klingt wie der Plot eines Kriminalfilms. Denn er ist Fahnder bei einer deutschen Krankenkasse. Und er berichtet Empörendes: Dass einer der größten Arzneimittelskandale in Deutschland im juristischen Klein-Klein versinke; dass Ermittlungen gegen Bagatellstrafen eingestellt würden.
Seinen Namen will der Fahnder lieber nicht nennen. Dafür berichtet er von einem Pharmahändler namens Hans Riedel, der ein echter »Drahtzieher« sei. Der Unternehmer aus Süddeutschland stehe im Verdacht, fragwürdige Geschäfte mit Arzneimitteln zu betreiben. Ständig wechsele er seine Identität, den Dialekt, den Wohnort. Seine Machenschaften verstecke er geschickt hinter einem Konglomerat untereinander verstrickter Firmen. »Medikamentenschmuggel«, sinniert der Fahnder, »ist längst beliebter als Drogenhandel. Die Gewinnspanne ist größer, das Geschäft nicht so schmutzig.«
Bekannt wurden Riedels Geschäfte durch die »Holmsland-Affäre«. Rund 80 deutsche Apotheker gerieten 2007 ins Visier der Staatsanwaltschaften. Es ging um individuell für Patienten zubereitete Krebsmedikamente, sogenannte Zytostatika. Und den Apothekern wurde Abrechnungsbetrug im großen Stil vorgeworfen.
Rund 300 der 22.000 Apotheken in Deutschland dürfen diese speziellen Krebspräparate herstellen, dazu benötigen sie Reinraumbereiche, geschultes Personal und eine Zertifizierung. Unter sterilen Bedingungen mischen sie das Medikament nach der Anweisung des behandelnden Krebsarztes aus verschiedenen Grundwirkstoffen in einer Kochsalzlösung zusammen, die dann in einem Beutel oder einer Spritze in die Klinik oder die onkologische Praxis geliefert wird. Die Rezeptur richtet sich nach der Art der Chemo- oder Hormontherapie und nach Größe und Gewicht des Patienten. Woher die Zutaten stammen, mit denen die Apotheker arbeiten, ist für Außenstehende kaum ersichtlich. Die für die Mischung verwendeten Ampullen oder Tablettenpackungen bekommt weder der behandelnde Arzt noch der Patient zu sehen.
Diese Intransparenz nutzten einige Apotheker offenbar aus. Die AOK Niedersachsen und die Techniker Krankenkasse (TK) beschuldigten damals knapp ein Viertel der zur Anfertigung solcher Spezialmedikamente berechtigten Apotheker: Sie hätten über mehrere Jahre hinweg in Deutschland nicht zugelassene Krebsmedikamente zu günstigen Preisen über einen Lieferanten Riedels bezogen, diese in Rezepturen für Krebspatienten verarbeitet und gegenüber den Kassen zu den höheren deutschen Preisen der Originalzutaten abgerechnet. Die Emotionen kochten hoch. Apothekerverbände und Politiker erklärten unisono, dies sei nicht nur ein Vergehen gegenüber den Krankenkassen, sondern auch ein Vertrauensbruch gegenüber den Patienten.
- Datum 30.11.2010 - 16:04 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 25.11.2010 Nr. 48
- Kommentare 8
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tatsächlich ungefährlich ist kann mit Sicherheit kein Jurist entscheiden - das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.
Der wichtigste Punkt im deutschen Gesundheitswesen ist jedoch ein ganz anderer.
Es gibt nirgends Transparenz.
Von der Politik her betrachtet man ausschliesslich die Einnahme-Seite. Möchte das mit solchen Tricks wie Praxisgebühr und zuletzt der ominösen Kopfpauschale steuern.
Kein einziger Politiker traut sich an die Ausgabenseite heran.
Die betrifft die gesamte Kette: Patient, Arzt, Kassenärztliche Vereinigung, Aphoteke, Krankenkasse und alle anderen damit verbandelten Institutionen/Personen.
Niemand hat irgendeinen Schimmer was tatsächlich sinnvoll an Kosten angefallen ist, oder bei wievielen Patienten zu Hause die Medizin- und Küchenschränke von Pillen nur so überquellen. Drei Ärzte aufgesucht, drei unterschiedliche Mittelchen sich verschreiben lassen fürs selbe Wehwechchen erkennt das "System" Krankenkasse nicht, weil es kein System gibt.
Wenn es dazwischen dann noch "schwarze Schafe" gibt die mit juristischen Tricks reingewaschen werden sollen ist das eine Banktrotterklärung des Gesundheitswesens.
immer als erstes!
"oder bei wievielen Patienten zu Hause die Medizin- und Küchenschränke von Pillen nur so überquellen. Drei Ärzte aufgesucht, drei unterschiedliche Mittelchen sich verschreiben lassen fürs selbe Wehwechchen erkennt das "System" Krankenkasse nicht"
erst reden sie von transparenz in allen bereichen, um dann wieder das beispiel von alten omis die vor langeweile nichts anderes zu tun haben als zum arzt zu gehen, heruaszuholen.
da kommen die horrenden ausgaben mit sicherheit nicht her. weil mit einem einfachen besuch mit beratung u pillchen kommt nicht soviel bei rum, vor allem bei gesetzlich versicherten patienten.
interessanter sind vor allem die hohen arzneimittelpreise, warum u wieviel von jeweiligem produkt verschrieben wird, was der arzt alles abrechnet usw.
darüberhinaus denke ich, dass die freie arztwahl eine der letzten großen errungenschaften des deutsches gesundheitssystems. wenn ich zb in spanien die abhängig von einem einzigen arzt sehe, wir dmir schlecht.einen anderen arzt muss man beantragen. u sonst bleiben private ärzte. da zahlt man dann bar o muss noch eine teure versicherung abschließen.
aber beim thema transparenz gebe ich ihnen recht, sofern man dann wirklich alles transparent macht.
NICHT um Patienten, die wie Hartz IV Empfänger überwacht werden müssen, sondern um KRIMINELLE (jedenfalls würde der "Volksmund" so solche Menschen nennen) Apotheker und Ärzte und Kliniken.
Das sind die "Kunden", die die Kosten verursachen und betrügen, das sind die "Dienstleister".
Nur diese können sich in "untransparenten" Systemen richtig schön die Taschen vollstopfen.
immer als erstes!
"oder bei wievielen Patienten zu Hause die Medizin- und Küchenschränke von Pillen nur so überquellen. Drei Ärzte aufgesucht, drei unterschiedliche Mittelchen sich verschreiben lassen fürs selbe Wehwechchen erkennt das "System" Krankenkasse nicht"
erst reden sie von transparenz in allen bereichen, um dann wieder das beispiel von alten omis die vor langeweile nichts anderes zu tun haben als zum arzt zu gehen, heruaszuholen.
da kommen die horrenden ausgaben mit sicherheit nicht her. weil mit einem einfachen besuch mit beratung u pillchen kommt nicht soviel bei rum, vor allem bei gesetzlich versicherten patienten.
interessanter sind vor allem die hohen arzneimittelpreise, warum u wieviel von jeweiligem produkt verschrieben wird, was der arzt alles abrechnet usw.
darüberhinaus denke ich, dass die freie arztwahl eine der letzten großen errungenschaften des deutsches gesundheitssystems. wenn ich zb in spanien die abhängig von einem einzigen arzt sehe, wir dmir schlecht.einen anderen arzt muss man beantragen. u sonst bleiben private ärzte. da zahlt man dann bar o muss noch eine teure versicherung abschließen.
aber beim thema transparenz gebe ich ihnen recht, sofern man dann wirklich alles transparent macht.
NICHT um Patienten, die wie Hartz IV Empfänger überwacht werden müssen, sondern um KRIMINELLE (jedenfalls würde der "Volksmund" so solche Menschen nennen) Apotheker und Ärzte und Kliniken.
Das sind die "Kunden", die die Kosten verursachen und betrügen, das sind die "Dienstleister".
Nur diese können sich in "untransparenten" Systemen richtig schön die Taschen vollstopfen.
immer als erstes!
"oder bei wievielen Patienten zu Hause die Medizin- und Küchenschränke von Pillen nur so überquellen. Drei Ärzte aufgesucht, drei unterschiedliche Mittelchen sich verschreiben lassen fürs selbe Wehwechchen erkennt das "System" Krankenkasse nicht"
erst reden sie von transparenz in allen bereichen, um dann wieder das beispiel von alten omis die vor langeweile nichts anderes zu tun haben als zum arzt zu gehen, heruaszuholen.
da kommen die horrenden ausgaben mit sicherheit nicht her. weil mit einem einfachen besuch mit beratung u pillchen kommt nicht soviel bei rum, vor allem bei gesetzlich versicherten patienten.
interessanter sind vor allem die hohen arzneimittelpreise, warum u wieviel von jeweiligem produkt verschrieben wird, was der arzt alles abrechnet usw.
darüberhinaus denke ich, dass die freie arztwahl eine der letzten großen errungenschaften des deutsches gesundheitssystems. wenn ich zb in spanien die abhängig von einem einzigen arzt sehe, wir dmir schlecht.einen anderen arzt muss man beantragen. u sonst bleiben private ärzte. da zahlt man dann bar o muss noch eine teure versicherung abschließen.
aber beim thema transparenz gebe ich ihnen recht, sofern man dann wirklich alles transparent macht.
Ein Irrtum? Will man die Leser verkackeiern?
Ja, äh, eigenartiger Irtum, ich denke mal, keiner der Irrtümer wird zu Ungunsten der Apotheker gewesen sein. Und wie zielsicher sie auf den "unvermeidbaren Verbotsirrtum" zugesteuert sind, schon erstaunlich ... naja, mit ausreichendem juristischen Beistand, der bei einem Apotheker-Einkommen drin sein sollte, kann man es sich in so einer rechts- und ethikfreien Nische recht angenehm einrichten ...
Ja, äh, eigenartiger Irtum, ich denke mal, keiner der Irrtümer wird zu Ungunsten der Apotheker gewesen sein. Und wie zielsicher sie auf den "unvermeidbaren Verbotsirrtum" zugesteuert sind, schon erstaunlich ... naja, mit ausreichendem juristischen Beistand, der bei einem Apotheker-Einkommen drin sein sollte, kann man es sich in so einer rechts- und ethikfreien Nische recht angenehm einrichten ...
Ja, äh, eigenartiger Irtum, ich denke mal, keiner der Irrtümer wird zu Ungunsten der Apotheker gewesen sein. Und wie zielsicher sie auf den "unvermeidbaren Verbotsirrtum" zugesteuert sind, schon erstaunlich ... naja, mit ausreichendem juristischen Beistand, der bei einem Apotheker-Einkommen drin sein sollte, kann man es sich in so einer rechts- und ethikfreien Nische recht angenehm einrichten ...
NICHT um Patienten, die wie Hartz IV Empfänger überwacht werden müssen, sondern um KRIMINELLE (jedenfalls würde der "Volksmund" so solche Menschen nennen) Apotheker und Ärzte und Kliniken.
Das sind die "Kunden", die die Kosten verursachen und betrügen, das sind die "Dienstleister".
Nur diese können sich in "untransparenten" Systemen richtig schön die Taschen vollstopfen.
"Das sind *nicht* die "Kunden", die die Kosten verursachen und betrügen..."
heißen.
"Das sind *nicht* die "Kunden", die die Kosten verursachen und betrügen..."
heißen.
"Das sind *nicht* die "Kunden", die die Kosten verursachen und betrügen..."
heißen.
Wenn man einige der Kommentare hier liest, drängt sich der Eindruck auf, hier werden gerne mal althergebrachte Vorurteile benutzt, um ganze Berufsgruppen in einen Topf zu werfen.
Die meisten Fakten frei verfügbar oder erfragbar, allerdings werden sie von Politik und Krankenkassen gerne mal "vergessen", es passt einfach nicht in das Bild der Bevölkerung vom Preistreiber Apotheke.
Hier nur mal einige Ansatzpunkte:
1) Die hohen Arzneimittelpreise nutzen den Apothekern nur bedingt. Grundsätzlich ist so, dass Apotheker einen Fixbetrag pro abgegebenem rezeptpflichtigen Medikament (~70% des Umsatzes einer Apotheke) bekommen, nur ein kleiner Teil ist wirklich vom Medikamentepreis abhängig. Von diesem Fixbetrag dürfen die Apotheken übrigens nochmal ca. 25% Zwangsrabatt an die Krankenkassen abgeben. Dies ist seit Jahren so, deshalb ist es blanker Hohn, wenn Krankenkassenvorstände von einer "erstmaligen Beteiligung der Apotheken an der Kostensenkung im Gesundheitssystem" sprechen.
2) 2,6% der Krankenkassenausgaben sind Arzneimittelbezogen. 2,6%....fragt mal bitte jemand, woher die restlichen Kosten kommen?
3) Apotheken haben einen hohen Umsatz. Wird jedenfalls immer so gesagt, steht auch in der ZEIT. Ist auch nicht ganz falsch. Nur, der Umsatz sagt wenig darüber aus, was am Ende für den Apothekenbesitzer bleibt. Und das ist für einen akademischen Beruf erstaunlich wenig im Vergleich. Und durch gute Beratung, helfen Apotheken, Kosten zu sparen. Darüber spricht niemand...
Ein kleines Beispiel auf Kostenverursacher: Zitat eines anrufenden Kinderarztes: Die Nahrung
ist sicher das Beste, was es bislang auf diesem Sektor
gibt. Sie glauben doch aber nicht etwa, dass diese auch
nur von einem Arzt empfohlen wird? Mein Wartezimmer
wäre um die Hälfte leerer. Sie wissen wohl nicht, wie gut
man als Arzt von Kuh- und Sojamilchallergikern leben
kann! (Zitatende)
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