Torhüterin Nadine Angerer"Meine Trainerin ließ mich links liegen"

Nadine Angerer über die Entscheidung: Härter trainieren oder rausfliegen. von Herlinde Koelbl

Die Torhüterin Nadine Angerer

Die Torhüterin Nadine Angerer  |  © Christoph Reichwein/Bongarts/Getty Images

ZEITmagazin: Frau Angerer, wie wird man die beste Torhüterin der Welt?

Nadine Angerer: Das verdanke ich ganz klar der früheren Bundestrainerin Tina Theune. Ich war anfangs nicht die geradlinigste Person, sondern liebte meine Freiheit, wollte lieber reisen und feiern. Ich habe deshalb Lehrgänge verschlafen, nicht richtig trainiert und schon mal eine Pizza vor dem Spiel gegessen. Da holte mich Tina irgendwann zu sich und sagte: Also, es gibt jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder du nimmst deinen Sport ernst und wirst die beste Torwartin der Welt – oder du fliegst raus.

ZEITmagazin: Das hat gesessen?

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Nadine Angerer

Die 32-jährigeFußball-Torhüterin wurde mit der deutschen Nationalmannschaft zweimal Weltmeister. 2007 wurde sie zur besten Torfrau der Weltmeisterschaft in China gewählt. Seit Januar 2009 spielt sie bei dem Bundesligisten 1. FFC Frankfurt

Angerer: Für eine 18-, 19-Jährige war das ein ganz schöner Schlag auf den Kopf. Ich war sauer und dachte mir: Was willst du, ich bring doch meine Leistung! Aber sie hatte erkannt, dass noch viel mehr Potenzial in mir steckte. Ich hatte sehr viel Talent in die Wiege gelegt bekommen und dachte mir immer: Reicht ja locker! Aber ich hatte noch nicht kapiert, dass man dafür auch arbeiten muss. Wer weiß, ob meine Karriere so erfolgreich verlaufen wäre, wenn nicht...

ZEITmagazin: ...Frau Theune Sie vor sich selbst gerettet hätte?

Angerer: Ja. Sie hat mich tatsächlich eine Zeit lang links liegen lassen, um mir zu signalisieren, dass sie es ernst meint. Da wurde mir dann klar, dass Fußball das ist, was ich wirklich von Herzen gern mache. Ich habe den Trainingsaufwand verdreifacht, bin früher schlafen gegangen, habe mich vernünftig ernährt – und eben alles getan, was zum Leistungssport gehört.

Das war meine Rettung
Alle Interviews aus der Serie des ZEITmagazins zum Nachlesen

Alle Interviews aus der Serie des ZEITmagazins zum Nachlesen   |  © qsus/photocase

ZEITmagazin: Sie haben Ihre Freiheit aufgegeben und sich der Disziplin unterworfen?

Angerer: Hmm, widerwillig. Was ich überhaupt nicht mag, ist ein fester Tagesplan: 10 Uhr Frühstück, 10.30 Uhr Training, 13.30 Uhr Mittagessen... Das ist überhaupt nicht meine Lebensphilosophie.

ZEITmagazin: Sie leben aber nun seit rund 15 Jahren nach Plan. Ist das nicht schizophren?

Angerer: Genau das ist es. Ich komme mir manchmal vor wie in einem Hamsterrad.

Leserkommentare
    • carol
    • 25. November 2010 9:44 Uhr

    das es im leistungssport bei den frauen mehr lesben gibt, ist doch selbstverständlich. da verstehe ich nicht, wieso man so eine aufdringliche frage noch stellen muss.

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    • RKCA
    • 25. November 2010 12:39 Uhr

    Dass man diese Frage stellen muss verstehe ich auch nicht.Aber auch nicht, warum es selbstverständlich ist, dass es im Leistungssport mehr Lesben geben soll. Da bitte ich doch um Aufklärung.
    Ansonsten: Guter Weg, den die Redaktion da geht. Nicht immer 3. Liga, sondern mehr Berichte ueber die deutschen Damen.Sie haben es sich wirklich verdient.

    • RKCA
    • 25. November 2010 12:39 Uhr

    Dass man diese Frage stellen muss verstehe ich auch nicht.Aber auch nicht, warum es selbstverständlich ist, dass es im Leistungssport mehr Lesben geben soll. Da bitte ich doch um Aufklärung.
    Ansonsten: Guter Weg, den die Redaktion da geht. Nicht immer 3. Liga, sondern mehr Berichte ueber die deutschen Damen.Sie haben es sich wirklich verdient.

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    Antwort auf "lesbisch oder nicht"
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    • carol
    • 26. November 2010 9:58 Uhr

    kennen sie den effekt von leistungssport oder Testosteron auf den weiblichen körper? äusserlich nähern sie sich der form eines mannes an. und was hormone mit der psyche alles anstellen können dürfte ihnen vielleicht auch bekannt sein.

    • Buh
    • 10. Juni 2011 10:39 Uhr

    Ich glaube, dass alle Menschen irgendwie Bisexuell sind. Ich glaube dass Menschen besonders dann das Interesse am gleichen Geschlecht finden, wenn Sie aus dem Rahmen fallen, wenn sie nicht den klischeehaften Erwartungen ihres Geschlechts entsprechen, denn dann sind die Grenzen fließender. Die Geschlechter sind nämlich wesentlich gleicher als man denkt. Die meisten unterscheide ergeben sich gesellschaftlich und werden schon in der jüngsten Erziehung festgelegt. Wenn da Mädchen eher "jungensachen" machen versteift man sich nicht auf das, was ein Mädchen machen "soll".

    Deswegen finde ich auch diese "Hormone" Geschichte total albern. Als ob Hormone allein regeln in wen ich mich verliebe. Sie regeln vielleicht den Zustand selber, aber ob ich mich in einen Menschen verliebe, hängt nicht davon ab, was der zwischen seinen Beinen trägt, sondern was er oder sie für ein Mensch ist. Warum sollten Hormone wissen, was Homosexualität ist und was mein Gegenüber zwischen den Beinen hat?

    Meine These mag gewagt sein, aber sie basiert auf meine eigene Erfahrung.

    • pab1
    • 25. November 2010 19:28 Uhr

    Nachdem mir nun das Wissen aufgezwängt wurde, dass sie bi ist wurde sie mir wegen der lockeren Antwort noch sympathischer. Also habe ich deswegen keinen Schock bekommen und meine Meinung über sie hat das auch nicht verändert.

    Sie ist eine tolle Spitzensportlerin und eine ausgesprochen sympathische Person.

    • carol
    • 26. November 2010 9:58 Uhr

    kennen sie den effekt von leistungssport oder Testosteron auf den weiblichen körper? äusserlich nähern sie sich der form eines mannes an. und was hormone mit der psyche alles anstellen können dürfte ihnen vielleicht auch bekannt sein.

    Antwort auf "Aufdringliche Frage"
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    Sie meinen durch sehr viel Sport erhält eine Frau mehr Testosteron, weil ein durchtrainierter Körper "männlicher" ist, als ein untrainierter?
    Kapier ich nicht. Wie soll das denn funktionieren?
    Was ist dann mit untrainierten Männern? Haben die laut Ihrer Meinung dann mehr Östrogene und sehen aus wie frauen?
    Und Frau Angerer hat doch nie gesagt sie sei lesbisch, das passt dann ja auch schon nicht... Und überhaupt: was ist dann mit den vielen Leistungssportlerinnen, die Männer lieben? Die machen dann ja wohl den Sport nicht gut genug, denn dann müssten sie ja "vermännlichen" und dadurch lesbisch werden...
    Also wenn ich mir Ihre These so ansehe, kann ich nichts Schlüssiges entdecken.

  1. " kennen sie den effekt von leistungssport oder Testosteron auf den weiblichen körper? "
    wie suess... die 'vermaennlichungsgefahr' im Frauensport reckt ihr antikes antlitz bei Carol wieder hoch.Und hat ihrer meinung nach anscheinend auch mit der sexuellen orientierung zu tun ?
    Sport= muckis = testo = Lesbe ???

    platter geht's echt nicht.

    2 Leserempfehlungen
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    • carol
    • 26. November 2010 18:29 Uhr

    1. "gefahr" hatte ich noch nicht mal gedacht.

    2. das "alle" frauen im leistungssport lesben sind, habe ich nicht behauptet und auch nicht gemeint.

    3. mit einer der peinlichsten sachen die ich in der homosexualität kennengelernt habe, ist dass frauen in eine männliche rolle schlüpfen und rumprollen als wenn sie in der nächsten hafenkneipe mitmischen könnten. zB der name "realpirate" könnte auch sowas suggerieren.

    4. woher willst du wissen, dass ich eine frau bin? natürlich nirgendwoher, denn man greift das erstbeste argument auf, dass auf eine frau hindeuten könnte, in diesem fall meinen namen und macht nen dicken. wenn das mal kein vorurteil ist.

  2. Da ich selbst mal zwischen den Pfosten stand, richtete sich mein Fokus bei den vergangenen Welt- und Europameisterschaften der Frauen im speziellen zuallererst auf die Leistung der Nadine Angerer als aktuelle Nummer Eins im deutschen Tor.
    Bedenkt man den Hype, der um Kahn und Co jeweils veranstaltet wurde und wird, erfolgte nie wirklich eine entsprechende Würdigung ihres Anteils am Gewinn der Meisterschaften auf Augenhöhe zu den männlichen Protagonisten.
    Auch in diesem Artikel hätte man die ein oder andere Szene ruhig nochmal in Erinnerung rufen dürfen, z. Bsp. das Endspiel gegen Brasilien 2007, wo sie durch Weltklasseparaden und einen gehaltenen Elfmeter den Sieg sicherte.

    • carol
    • 26. November 2010 18:29 Uhr

    1. "gefahr" hatte ich noch nicht mal gedacht.

    2. das "alle" frauen im leistungssport lesben sind, habe ich nicht behauptet und auch nicht gemeint.

    3. mit einer der peinlichsten sachen die ich in der homosexualität kennengelernt habe, ist dass frauen in eine männliche rolle schlüpfen und rumprollen als wenn sie in der nächsten hafenkneipe mitmischen könnten. zB der name "realpirate" könnte auch sowas suggerieren.

    4. woher willst du wissen, dass ich eine frau bin? natürlich nirgendwoher, denn man greift das erstbeste argument auf, dass auf eine frau hindeuten könnte, in diesem fall meinen namen und macht nen dicken. wenn das mal kein vorurteil ist.

    Antwort auf "tiefplatt"
  3. Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg

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