Medien-GAU in Sachsen Der Niederschlag von Sebnitz
Zehn Jahre nach dem Medien-GAU: Was wurde aus all den Hilfsversprechen für die geschundene Stadt?
Als die Bewohner der Stadt Sebnitz den Ansturm der Medien dieser Welt endlich überstanden hatten, wollten sie ins Fernsehen.
Ihre Idee steht im Aktionsplan Sebnitz wie weiter? , verabschiedet vom Stadtrat am Ende turbulentester Zeiten: »Beantragung Wetterstation«, schreiben sie. »Lösungsvorschlag: Kontaktaufnahme mit Herrn Kachelmann«.
Städte mit Wetterstation, das wussten die Sebnitzer, kommen ins Fernsehen: kurz vor der Tagesschau. Wetter, das ist unverfänglich. Wenn man verlegen ist, redet man vom Wetter. So kommt man ins Gespräch. Die Sebnitzer wollten im Gespräch bleiben. Kachelmann baute ihnen die Station und kam sogar zur Einweihung. 2001 war das. Denn es gab Zeiten, da war das Image von Sebnitz schlecht, und das Image von Kachelmann war gut.
Die Wetterstation steht am Mannsgrabenweg, im Naherholungsgebiet Forellenschenke, am Rand einer Minigolfanlage. Von hier aus sendet die Stadt ihre Temperatur und ihre Feuchte, ihre Windgeschwindigkeit und ihre Niederschlagsmenge, ihre Windrichtung und ihre Sonnenscheindauer. Wetterwerte sind beruhigend simple Fakten.
Es ist zehn Jahre her, dass gewichtige Fakten in der Stadt durcheinandergerieten. Sebnitz, das berühmt sein wollte für seine Kunstblumenproduktion, war plötzlich berühmt als schauriges Beispiel. Am 23. November des Jahres 2000 war der Aufmacher von Bild: »Neonazis ertränken Kind. Am helllichten Tag im Schwimmbad. Keiner half. Und eine ganze Stadt hat es totgeschwiegen.« Es ging um Sebnitz. Sebnitz in Ostsachsen, 8500 Einwohner, die Grenzstadt am Schluckenauer Zipfel. Sie galt jetzt als mörderisches Nazinest. Eine Schande für das Land. Tausende Einträge landeten im Online-Gästebuch der Stadt: Sebnitz, war der Tenor, hatte aus Fremdenhass ein Kind ersäuft und kein Wort darüber verloren. So musste der Osten sein.
Doch der Fall Sebnitz war wie eine Kunstblume. Auf den ersten Blick verführerisch. Erst später erkennt man den Betrug.
Nach einer Woche, auch die ZEIT griff den Fall nun auf , wurden bereits erhebliche Zweifel laut. Bald war klar: Den Mord hatte es nie gegeben. Wahr ist: Der kleine Joseph, Sohn eines deutsch-irakischen Apotheker-Ehepaares, ertrank im Dr.-Petzold-Bad. Ursache war wohl ein Herzleiden. Ein Badeunfall. Für wenige Tage hatte sich das ganze Land täuschen lassen von vermeintlichen Ermittlungsergebnissen verzweifelter Eltern. Von voreiligen Gutachtern und falschen Signalen einer unglücklich agierenden Justiz. All das vermengt von Bild zu einem giftigen Brei.
»Der 23.11.2000«, sagt Mike Ruckh, 46, der Oberbürgermeister dieser Stadt. »Werd ich nie vergessen.« Ruckh sieht, wenn er spricht, wie der junge Uli Hoeneß aus, er hat dessen Haltung, diese Lauerstellung, und dessen Blick, der einen fixieren kann, dass man unbeweglich wird. Ruckh führt die Stadt seit 1993. Ein CDU-Mann aus dem Badischen, der in den Osten kam, um Bürgermeister zu werden. Mitgebracht hat er den Dialekt. Verloren hat er die Illusionen. Ruckh sitzt wieder dort, wo ihn vor zehn Jahren das Chaos heimsuchte, im Besprechungsraum seines Rathauses, nicht weit vom Markt. Heute hängt eine Plakette am Hauseingang: »Ort der Vielfalt«. Es geht ums Image.
Zwei Fragen stellen sich jetzt, zehn Jahre nach dem Fall Joseph. Eine lautet: Was hat der deutsche Journalismus gelernt? Die zweite: Was wurde aus all den Hilfsversprechungen und Beistandsbekundungen, die den rufgeschädigten Sebnitzern nach den Novembertagen im Jahr 2000 zuteil wurden?
Vor zehn Jahren war Ruckh ein junger Bürgermeister, der wusste, wie man einen Haushalt saniert und Fördermittelanträge stellt. Wie man die größtmögliche Katastrophe einer Stadt abwendet, wusste er nicht. Heute erklärt er anderen Bürgermeistern, wie schnell das Schicksal einen Ort treffen, wie schnell es ihn in den Fokus der ganzen Republik rücken kann. Der »Fall Joseph« war Ruckhs Lehrstunde. Ruckh weiß: »Auch als kleinere Gemeinde musst du jederzeit damit rechnen, von jetzt auf gleich in den Fokus der Medien zu kommen. Als Kleinstadt ist man schnell in der Sippenhaft. Es gibt Bürgermeisterkollegen, die denken: Bei uns kann so was nicht passieren.« Sie irren, weiß Ruckh, von Mügeln bis Duisburg irren sie. Sebnitz, sagt Wolfgang Donsbach, »Sebnitz war ein Lehrstück.« Darüber, wie Journalisten zu einem kollektiven Fehlurteil gelangen. Donsbach, Professor für Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden, kennt den Fall genau. Mit einer Studentin hat er 496 Zeitungsartikel ausgewertet. Seine Studie im Auftrag der Sächsischen Staatskanzlei ist die Chronik eines Medien-GAUs. Am Ende stehen Schlagzeilen wie diese: Rau kritisiert Medien wegen Sebnitz-Berichterstattung: Bundespräsident fordert Entschuldigung für Vorverurteilung.
Bild versprach, zur Entschädigung einen Spielplatz zu bezahlen für die Kinder von Sebnitz, zudem einen Werbefilm zu drehen und die Stadt in Reiseempfehlungen hochleben zu lassen. Bild, finden die Sebnitzer, kam glimpflich davon.
Die Versprechungen waren der nüchterne Ausklang einer Affäre, die begann mit Überschriften vom Kaliber Kleiner Joseph – gegen 50 Neonazis hatte er keine Chance oder Ein Kind, ertränkt wie eine Katze. Kaum einer von Donsbachs Studenten durchläuft seine Ausbildung, ohne von Sebnitz gehört, ohne auf eine Collage aus Joseph-Schlagzeilen geblickt zu haben. Der Fall ist Grundwissen. »Ich kenne kein Beispiel in der deutschen Pressegeschichte«, sagt der 61-Jährige, »in dem die Journalisten ähnlich dramatisch falsch gelegen haben.« Die gefälschten Hitler-Tagebücher des Stern? Nicht vergleichbar, weil Betrug. Die Ursachen des Sebnitz-Debakels? Der Verdacht habe ins Klischeebild vom ausländerfeindlichen Osten gepasst, sagt Donsbach. Fatal sei gewesen, dass sich Journalisten in einer unklaren Situation unter Zeitdruck festgelegt hätten – und sich der eine am anderen orientiert habe. Die Einzelheiten werden heute in Medienethik-Seminaren studiert. Journalistik-Nachwuchs lernt am Beispiel Sebnitz. Das mag ein kleiner Trost sein.
Es ist ein kleiner Trost für Stefan Müller, einen Mann von 57 Jahren. »Der ›Fall Joseph‹ ist raus aus den Köpfen in der Stadt«, sagt Müller. »Entscheidend für uns ist eine andere Frage: Was hat die Presse gelernt? Und da habe ich den Eindruck: nicht viel. Noch immer schlägt man sich ständig vorbehaltlos auf die Seite des vermeintlich Schwächeren.« Müller ist ein milde Sächselnder, Präsident des DRK-Kreisverbands und SPD-Stadtrat. Er gründete nach der Wende das »Computervertriebszentrum Sebnitz«. Die Firma hat ein EDV-System für Buchhändler erfunden, das Sebso heißt, »Sebnitz Software«. Ein Sebnitzer Programm.
Auf Müllers Tisch liegt ein anderes Sebnitzer Programm. Sebnitz wie weiter?, der 66-Punkte-Plan zur Rettung der Stadt. Die Liste mit der Wetterstation. Ein 34-Millionen-Mark-Wunschzettel. Es schien vieles möglich, damals, als alle das Gefühl hatten, Sebnitz etwas schuldig zu sein. Als, wie es der Bürgermeister sagt, überall good will war; als Anträge von Landes- und Bundesbehörden verdächtig schnell bearbeitet wurden. Als es so aussah, als könnte Sebnitz gar vom Drama profitieren.
Sie hatten viele Ideen. Ausbau der Messeauftritte auf Touristikmessen, 60.000 Mark. Besuch Bundeskanzler in Sebnitz, 1000 Mark. Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus – Zusatzvermerk: »dringend durchzuführen«, 500 Mark. Eine Supervision für alle vom Fall Betroffenen, 15.000 Mark. Bereitstellung von mehr Lehrstellen, 5000 Mark. Und: Tag der Sachsen in Sebnitz. Alles irgendwie gelungen, sagt Stadtrat Müller.
Dringlichster und teuerster Wunsch der Sebnitzer war die Rettung der Eisenbahnverbindung Sebnitz–Bad Schandau, »schnellstmöglich nachhaltig komplett sanieren« steht im Wie weiter- Plan. Die Kosten schätzte der Stadtrat auf 20 Millionen Mark. Biedenkopf versprach zu helfen. Die Sanierung kam, Sachsen gab Geld. Die Bahn fährt.
Doch wie lange noch? Der neue Doppelhaushalt der Staatsregierung sieht Kürzungen im Nahverkehr vor. Der Verkehrsverbund Oberelbe teilt mit: Wenn es bei den Plänen bleibt, wird die Strecke Sebnitz–Bad Schandau eingestellt. »Die Eisenbahn war ein wesentlicher Punkt der versprochenen Aufwertung«, sagt Stadtrat Müller. Zehn Jahre später sei der Rückenwind passé. »Was als Aufwertung gedacht war, macht die Staatsregierung zunichte.«
Wie im Fall des Kinder- und Jugendhauses Schollheim am Bahnhof. Vor zehn Jahren stellten Freistaat und Landkreis eine dritte Sozialarbeiterin ein, die erste Sebnitzer Streetworkerin. Denn ein Problem mit Rechtsextremismus, das bestreitet niemand, hatte und hat Sebnitz wirklich. Die Stelle wurde nach drei Jahren nicht verlängert, als sich die Aufregung gelegt hatte.
Bürgermeister Ruckh sagt, er habe nie eine Sonderstellung für die Stadt gewollt. Man habe die Opferrolle nicht angenommen. Es fühlt sich wie ein Glück an, nun wieder die Probleme aller Kommunen zu haben. Endlich. Aber so sind die großen Pläne auch Pläne geblieben. Nur Kleinigkeiten wirken bis heute. Im Haus Deutsche Kunstblume läuft noch der PR-Film, den der Springer-Verlag damals drehte. Die Sebnitzer haben extra einen Vorführraum eingerichtet, aber er sieht aus wie eine Trauerhalle. Es gibt auch noch den Spielplatz, von Bild bezahlt. Er liegt unweit vom Markt. Grobkörniger Sand. Geschnitzte Indianer. Krakeleien unterm Kletterburgendach. Es gibt da Hakenkreuze, mit zittrigem Edding gesetzt. Aber auch Integrationsbeweise: »Miri + Svenja + Fatima + Marie = Freunde«. Ein Spielplatz ist Sebnitz vom Skandal geblieben, nur ein Spielplatz und eine Wetterstation sind die letzten Zeugen der schlimmen Zeit.
Die Eltern des toten Joseph sind längst weggezogen. Ihre frühere Apotheke betreibt seit zwei Jahren ausgerechnet jene Frau, die vor zehn Jahren noch Verdächtige im vermeintlichen Mordfall war. Ein Sebnitzer Treppenwitz, sagt Bürgermeister Ruckh. Wie das Ende einer Daily Soap.
Im Tourismus, sagt Mike Ruckh, laufe es heute nicht schlechter als in der ganzen Sächsischen Schweiz. Es gibt eine kleine, verschämte Ausstellung im Stadtmuseum; sie heißt: »Der Fall Joseph und die Presse«. Und der Ramschladen Conny’s Container am Markt verkauft rabattierte Miniatur-Grabsteine als Devotionalien für die Zeit um Totensonntag. Ihre Aufschrift ist wie ein Kommentar auf die Geschichte: »Unvergessen.«
Mitarbeit: Stefan Schirmer
- Datum 25.11.2010 - 12:44 Uhr
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- Quelle Zeit Sachsen
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Bleibt mir nur, mich für diesen wirklich guten Artikel bei Herrn Machowecz zu bedanken ... Und zu überlegen, warum es keine Kommentare dazu gibt.
MfG
sich grade woanders aufregen müssen, z. B. Plebiszit in der Schweiz.
Was meine Person betrifft:
Wozu immer wieder betonen, daß mein Vertrauen zu den Leitmedien dieser Republik gegen Null geht.
Ich bin froh, dass mittlerweile Ruhe zu diesem Thema eingekehrt und die Zeit für eine differenzierte Rückschau gekommen ist.
Ich bin damals auf das hiesige Gymnasium gegangen und wir haben die Lektion in Sachen Journalismus live mitbekommen. Die überspitzte und verfälschte Darstellung der Lage vor Ort in den Medien es klingt mir heute noch in den Ohren "das Dorf Sebnitz" [O-Ton Tagesschau] - die Stadt, die in Erinnerung an glorreichere Tage immer noch am Orteingangsschild sich als große Kreisstadt tituliert, ist nun wahrlich keine aufstrebende Stadt, aber ein Dorf, nun ja ;-)
Aber das es tatsächlich Leute gab, die glauben das 50 Neonazis (für ein Dorf eine beträchliche Anzahl, nicht wahr) einen Jungen ertränken (ein zu Kind töten und das vor den Augen von mehren hundert anderen Kinder und Erwachsenen) und alle schauen weg, scheint mir immer noch nicht nachvollziehbar - es sei dann man möchte an die Mär vom bösen ostdeutschen Ort glauben. Getreu dem Motto mein Weltbild steht fest, bitt verwirren sie mich nicht mit Fakten.
Ich möchte an dieser Stelle der Zeit ein Lob für ihre damalige in meinen Augen doch sehr ausgewogene Berichterstattung danken (tu felix Wochenzeitung).
sich grade woanders aufregen müssen, z. B. Plebiszit in der Schweiz.
Was meine Person betrifft:
Wozu immer wieder betonen, daß mein Vertrauen zu den Leitmedien dieser Republik gegen Null geht.
Ich bin froh, dass mittlerweile Ruhe zu diesem Thema eingekehrt und die Zeit für eine differenzierte Rückschau gekommen ist.
Ich bin damals auf das hiesige Gymnasium gegangen und wir haben die Lektion in Sachen Journalismus live mitbekommen. Die überspitzte und verfälschte Darstellung der Lage vor Ort in den Medien es klingt mir heute noch in den Ohren "das Dorf Sebnitz" [O-Ton Tagesschau] - die Stadt, die in Erinnerung an glorreichere Tage immer noch am Orteingangsschild sich als große Kreisstadt tituliert, ist nun wahrlich keine aufstrebende Stadt, aber ein Dorf, nun ja ;-)
Aber das es tatsächlich Leute gab, die glauben das 50 Neonazis (für ein Dorf eine beträchliche Anzahl, nicht wahr) einen Jungen ertränken (ein zu Kind töten und das vor den Augen von mehren hundert anderen Kinder und Erwachsenen) und alle schauen weg, scheint mir immer noch nicht nachvollziehbar - es sei dann man möchte an die Mär vom bösen ostdeutschen Ort glauben. Getreu dem Motto mein Weltbild steht fest, bitt verwirren sie mich nicht mit Fakten.
Ich möchte an dieser Stelle der Zeit ein Lob für ihre damalige in meinen Augen doch sehr ausgewogene Berichterstattung danken (tu felix Wochenzeitung).
was einem alles entgeht, liest man keine Bild Zeitung.
Vielleicht sollten wir alle Fernsehsender mal eine Woche abstellen, dann treffen sich freundliche Leute draussen wieder, die sich lange nicht gesehen haben. Und der Geist des Landes weis wieder was sorgenfrei Leben bedeuted.
Es kann einfach nicht gut sein, wenn das ganze Land sich kollektiv sorgt.
Um Dinge, die aus der Feder von Chaos Autoren stammen.
Und Pen 71, ja gekauft wird dieses Schmierblatt mit den Vorurteilen trotzdem, warum erschließt sich nicht meiner Kenntnis, vielleicht wegen den Lottozahlen, oder weil sie Großbuchstaben für ihre Erpresserbriefe brauchen, grins, Vielleicht auch, weil sie nicht wissen, das zuviel Wissen den Seelenfrieden stört, gerade aus solchen Zeitungen.
sich grade woanders aufregen müssen, z. B. Plebiszit in der Schweiz.
... er sieht auf den ersten Blick gut aus, hat aber gewaltige Mängel.
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Der wichtigste: Die Schuldigen von damals werden milde geschont und ihre Namen werden - ganz beiläufig - verschwiegen.
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Da ist als Kardinalfehlgutachter der Herr Pfeiffer aus Hannover zu nennen, der noch heute ein Privatinstitut führt, dessen aktuelle kriminologische Beurteilungen nicht unbedingt besser zu sein scheinen als der damalige Bolzen. Herr Pfeiffer - zuvor SPD-Minister in Niedersachsen - hatte gutachterlich im Fall Abdullah das Unmögliche für plausibel verkauft: Dass Neonazis dem Kind auch noch Ritalin eingeflösst und es dann coram publico im öffentlich besuchten Schwimmbad ertränkt hätten. Diese Räuberpistole - mit jahrelanger Verspätung erstellt! - war Grundlage des Mediendesasters.
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In Wahrheit hatte die Mutter des Jungen - eine Apothekerin und damit wohl urteilsfähig hinsichtlich Gefahren für Kinder - absolut verantwortungslos gehandelt, als sie das Nichtschwimmerkind (!!) mit seiner kleinen Schwester als "Aufsicht" ins Schwimmbad geschickt hatte. Das verantwortungslose Verhalten der Mutter hinderte den damaligen Kanzler Schröder nicht daran, sie demonstrativ und öffentlich in Berlin zu empfangen.
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Dieses nur als kleine Nachlese beachtlicher Details, über die man nicht mit salbungsvoller Rhetorik hinweghuschen sollte.
Was meine Person betrifft:
Wozu immer wieder betonen, daß mein Vertrauen zu den Leitmedien dieser Republik gegen Null geht.
(ein Schauplatz: Blog Störungsmeldung) der Meinungsmob lostobte ob der Untat der ewigen Faschisten in Sebnitz (Sachsen, Ostdeutschland, Deutschland) und bei jeder sich bietenden Gelegenheit dies gern wiederholt, da erscheint dieser Artikel doch eher schwach und reichlich zurückhaltend bzgl. der Frage nach Verantwortung und Konsequenzen.
Die Darstellung der letzten 10 Jahre in Sebnitz ist ja auch nicht eigentlich das Kernthema - oder?
Ich bin froh, dass mittlerweile Ruhe zu diesem Thema eingekehrt und die Zeit für eine differenzierte Rückschau gekommen ist.
Ich bin damals auf das hiesige Gymnasium gegangen und wir haben die Lektion in Sachen Journalismus live mitbekommen. Die überspitzte und verfälschte Darstellung der Lage vor Ort in den Medien es klingt mir heute noch in den Ohren "das Dorf Sebnitz" [O-Ton Tagesschau] - die Stadt, die in Erinnerung an glorreichere Tage immer noch am Orteingangsschild sich als große Kreisstadt tituliert, ist nun wahrlich keine aufstrebende Stadt, aber ein Dorf, nun ja ;-)
Aber das es tatsächlich Leute gab, die glauben das 50 Neonazis (für ein Dorf eine beträchliche Anzahl, nicht wahr) einen Jungen ertränken (ein zu Kind töten und das vor den Augen von mehren hundert anderen Kinder und Erwachsenen) und alle schauen weg, scheint mir immer noch nicht nachvollziehbar - es sei dann man möchte an die Mär vom bösen ostdeutschen Ort glauben. Getreu dem Motto mein Weltbild steht fest, bitt verwirren sie mich nicht mit Fakten.
Ich möchte an dieser Stelle der Zeit ein Lob für ihre damalige in meinen Augen doch sehr ausgewogene Berichterstattung danken (tu felix Wochenzeitung).
wurde damals sozial exekutiert. Und das, weil einige westdeutsche Gutmenschen inkl. der unterstützenden Journalisten sich in ihrer Vorurteilsbeladenheit gegenüber Ostdeutsche um jeden Preis bestätigt sehen wollten.
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