Papst Interview Was ist nun mit dem Kondom?

Im Interview mit Papst Benedikt: Das Buch von Peter Seewald fragt vor allem nach journalistischen Reizthemen.

Benedikt der XVI. während der Osterfeiern in Rom im Jahr 2007

Benedikt der XVI. während der Osterfeiern in Rom im Jahr 2007

Hat der Papst plötzlich den Gebrauch von Kondomen erlaubt? Je nun, möchte man sagen. Das ist so unzweifelhaft nicht. In dem Interviewbuch mit Peter Seewald, das jetzt wegen einer einzigen Passage zur Sexualmoral so große Wellen schlägt, hat Benedikt XVI. zunächst keineswegs das katholische Verbot künstlicher Verhütungmittel aufgehoben, sondern nur an die kasuistische Möglichkeit einer Einzelfallprüfung bei Aidskranken erinnert. »Es mag begründete Einzelfälle geben«, sagt der Papst, »etwa wenn ein Prostituierter ein Kondom verwendet, wo dies ein erster Schritt zu einer Moralisierung sein kann, ein erstes Stück Verantwortung, um wieder ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass nicht alles gestattet ist und man nicht alles tun kann, was man will.«

Die Kasuistik, die der Papst hier anwendet – übersetzt so viel wie »Lehre von den (Einzel-)Fällen« –, ist eine jahrhundertealte, zumal von Jesuiten entwickelte Methode, um von den abstrakten Moralprinzipien der Kirche zu dem individuell Gebotenen zu kommen. Dahinter steht die Einsicht, dass Moralprinzipien sich auch in die Quere kommen können und die Verletzung des einen Verbotes (hier von künstlichen Verhütungsmitteln) unter Umständen möglich sein muss, um die Verletzung eines anderen, höherrangigen Verbotes (hier der Schädigung von Leib und Leben des Nächsten) zu verhindern.

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Der Papst tut also in der Interviewäußerung keinen revolutionären Schritt, sondern bewegt sich in ältester Kirchentradition. An der grundsätzlichen Geltung eines Verbotes ändert der individuelle Dispens nichts. Benedikt XVI. beharrt an mehreren Stellen des Buches auf der Ablehnung des Kondoms (mehr noch der Pille) und begründet sie in der strittigen Passage noch einmal folgendermaßen: »Die bloße Fixierung auf das Kondom bedeutet eine Banalisierung der Sexualität, und die ist ja gerade die gefährliche Quelle dafür, dass so viele Menschen in der Sexualität nicht mehr den Ausdruck ihrer Liebe finden, sondern nur noch eine Droge, die sie sich selbst verabreichen.«

Damit man ihm nicht doch noch einen Widerspruch unterstellt, fasst der Papst abschließend für die ganz Doofen zusammen: Die Kirche sehe im Falle der Aidsgefahr die Verwendung von Kondomen »nicht als wirkliche und moralische Lösung an. Im einen oder anderen Fall kann es in der Absicht, Ansteckungsgefahr zu verringern, jedoch ein erster Schritt sein auf dem Weg zu einer anders gelebten, menschlicheren Sexualität«.

Sind die Medien, die sich jetzt in Überraschungsgeheul überbieten, die ganz Doofen? Leider ist es nun einmal so, und der Papst ebenso wie sein Interviewer Seewald werden nicht müde, es zu beklagen, dass sich in der Medienöffentlichkeit die Akzeptanz der katholischen Kirche einzig und allein an ihrem Umgang mit der Geschlechtlichkeit des Menschen misst. Verhütungsmittel, Homosexualität, Kindesmissbrauch, die Unauflöslichkeit der Ehe, der Zölibat und der Ausschluss von Frauen vom Priesteramt – das sind die Fragen, an denen die Vereinbarkeit der Kirche mit der modernen Welt beurteilt wird.

Aus dieser traurigen Verengung des religiösen Disputes findet auch Benedikt in dem Buch (Licht der Welt ; Herder-Verlag) lange keinen Ausweg – fatal gegängelt und immer nach der denkbar reaktionärsten Position befragt von Peter Seewald, der unter der Maske des devoten Schmeichlers auftritt. Manchmal wird es dem Papst allerdings zu viel. Wenn er zum x-ten Male »Da ist Ihnen völlig recht zu geben« und »Sie haben eigentlich die Antwort schon gegeben« sagen musste, bockt er auch mal und erwidert »Ich würde nicht so hart urteilen« oder »Ich bin gegenüber solchen Auslegungen skeptisch«. Und selbstverständlich besteht die Skepsis des Papstes zu Recht, der sich zumal in keinen Gegensatz von Vernunft und Glauben hineinreden lassen will. Benedikt ist kein Sektenführer. Dass Christentum und Moderne eine Rationalität gemein haben, ist ihm gewiss.

Natürlich betont er andererseits mit gleichem Recht, dass an einem faulen Kompromiss mit der entchristlichten und säkularisierten Moderne nichts gelegen sein dürfe (wer will, kann darin eine implizite Kritik an den biegsamen deutschen Bischöfen herauslesen). Schön und schlüssig argumentiert er zum Beispiel, dass sich in dem Skandal des Zölibats vielleicht nur der Skandal des Glaubens in einer atheistischen Welt verberge. Aber schon bei der biblischen Herleitung eines Verbotes weiblicher Priester beginnt es gefährlich zu wackeln. Dass die Apostel die geistliche Nachfolge männlich geregelt haben, heißt nicht viel mehr, als dass es so war – nicht aber heißt es, dass es so bleiben muss. Das Faktum musste erst von der Kirche als Norm interpretiert werden, um verbindlich zu werden.

Aber wenn tradierte Interpretationen einmal Kirchenrecht geworden sind, ist Papst Benedikt nicht der Mann, daran zu rütteln. Es überrascht allgemein – aber vielleicht ist das eine typisch protestantische Überraschung –, in welche hohem Maße für Benedikt die Kirche ein verrechtlichtes System ist. Auf viele Fragen nach Reform oder Ökumene antwortet er nicht mit einem »Wir wollen nicht« oder »Wir sollten nicht«, sondern mit einem »Wir können nicht, auch wenn wir wollten«. Wir können Frauen nicht zu Priestern ordinieren, wir können Homosexualität im Allgemeinen und die homosexuelle Ehe im Besonderen nicht akzeptieren, wir können christliche Glaubensgemeinschaften nicht als Kirche begreifen, solange sie den Primat des Papstes nicht anerkennen, wir können Geschiedene nicht zur Eucharistie zulassen, wenn sie wieder geheiratet haben – und so weiter. Wir sind weder unmenschlich noch verständnislos, sagt der Papst immer wieder sinngemäß, aber das Recht bindet uns. Missverständnisse müssen in Kauf genommen werden

Auch der Skandal um die Piusbrüder und den holocaustleugnenden Bischof Williamson verdankt sich einem solchen Missverständnis. Wer sich ohne päpstlichen Segen – wie in einer solchen Sekte – zum Bischof weihen lässt, wird zwar exkommuniziert. Wenn er aber den päpstlichen Primat anerkennt, muss die Exkommunikation wieder aufgehoben werden. Nichts anderes ist im Falle Richard Williamsons geschehen; weder ist er als Bischof bestätigt noch in seinen Lehrmeinungen anerkannt worden. Es war ein rechtlicher Automatismus – keine Billigung seines Irrwegs.

Es geht fast zu Herzen, in welchem Maße den Papst die Weigerung der Medien irritiert, sich auf solche Differenzierungen einzulassen. Er kann zwar ein Versagen der vatikanischen Pressearbeit zugestehen, aber als Erklärung fällt ihm immer nur wieder jene »sprungbereite Feindseligkeit« einer unchristlichen Öffentlichkeit ein, die er auch in der überschießenden Kirchenkritik anlässlich der Missbrauchsskandale am Werk sah. Eine Kirche umgeben von Feinden, ein Christentum, das in der westlichen Welt auf dem Weg in die Minderheitenreligion, wenn nicht in den Untergrund ist – und überall spürbar »die ganze Macht des Bösen, die sich in diesem 20. Jahrhundert in den großen Diktaturen herauskristallisiert hat und die, auf andere Weise, auch heute wirksam ist«. Manchmal scheint es, als ob diesem Papst die gnostische Versuchung eines Rückzugs auf einen Kreis Auserwählter nicht fernliegt.

Aber das ist ein Irrtum. Vital und kämpferisch wird das Interview immer dann, wenn es dem Papst gelingt, aus dem Hexenkreis der journalistischen Reizthemen auszubrechen. Seine Kritik an einer Moderne, die Gott aus dem Mittelpunkt gestoßen und an seine Stelle den Menschen gesetzt hat, ist nicht nur theologisch präzise, sondern wird auch politisch brisant, wo sie mit den Beispielen der Ressourcenvernichtung und Umweltzerstörung arbeitet – wo sie den gottlosen Menschen am Werk zeigt, der die Schöpfung und am Ende sich selbst zerstört, weil er sich vor keinem Schöpfer verantworten zu müssen glaubt.

Es wird viele ärgern und wirkt auf den ersten Blick auch ein wenig selbstgerecht, wenn er als einziges Mittel gegen die Selbstzerstörung des Planeten die christliche Moral setzt. Aber da Umweltschutz sich nicht auf dem Wege der Marktkonkurrenz, sondern nur durch Umdenken jedes Einzelnen, nicht durch wirtschaftliches Wachstum, sondern nur durch Verzicht durchsetzen kann, könnte der christliche Umweg über das individuelle Gewissen am Ende doch die letzte, vielleicht aussichtsreichste Hoffnung sein. Welche bliebe sonst? Nur die Wiederkehr des Herrn und das Jüngste Gericht. Dass dieser Papst in der letzten der letzten Fragen so unerschüttert auf den Glauben setzt, überzeugt den protestantischen Rezensenten mehr als alles bittere, wenn auch verständliche Hadern mit der Moderne.

 
Leser-Kommentare
  1. Natürlich wäre es gut, wenn auch die römische Kirche sich an vorderster Front mit in den Kampf gegen die Zerstörung des Planeten durch den menschengemachten Klimawandel und gegen ungerechte Verteilung einreihen würde.

    Das entbindet sie aber nicht von der Pflicht, nicht nur wie jetzt kosmetische Korrekturen in der Frage der Sexualmoral zuzulassen, sondern auch auf diesem Gebiet endlich in der Moderne anzukommen:

    http://bluthilde.wordpres...

  2. Warum ereifern wir uns über den päpstlichen Nebensatz zu Kondomen? Im entscheidenden Moment wird sich kaum jemand auf kirchliche Verbote berufen. Und auch die HIV-Problematik ist jetzt nicht vom Tisch gewischt. So allmächtig ist dann selbst der Papst nicht: http://bit.ly/gFO7vw

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    In den am schlimmsten von HIV gebeutelten Ländern der Erde eben doch. Ich denke, wenn sich die Richtlinien für Missionare und kirchliche Helfer in den betroffenen Regionen ändern würden, würde dies einen erheblichen Vorteil im Kmapf gegen das Virus bedeuten.

    In den am schlimmsten von HIV gebeutelten Ländern der Erde eben doch. Ich denke, wenn sich die Richtlinien für Missionare und kirchliche Helfer in den betroffenen Regionen ändern würden, würde dies einen erheblichen Vorteil im Kmapf gegen das Virus bedeuten.

  3. In den am schlimmsten von HIV gebeutelten Ländern der Erde eben doch. Ich denke, wenn sich die Richtlinien für Missionare und kirchliche Helfer in den betroffenen Regionen ändern würden, würde dies einen erheblichen Vorteil im Kmapf gegen das Virus bedeuten.

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    Erwiesenermassen nicht, denn in den "am schlimmsten von HIV gebeutelten Ländern der Erde" ist der Prozentsatz katholischer Christen eher gering. Und auch ein paar Missionare sind nicht allmächtig. HIV dem Papst in die Schuhe schieben zu wollen ist abenteuerlich, vor allem weil der Mensch im Bett eh nicht viel über abstrakte Zusammenhänge nachdenkt.

    Vielen Dank für den Artikel. Es ist so ziemlich der erste zum Thema, der sich wirklich damit auseinander setzt und nicht nur auf die Reizworte abfährt.

    Erwiesenermassen nicht, denn in den "am schlimmsten von HIV gebeutelten Ländern der Erde" ist der Prozentsatz katholischer Christen eher gering. Und auch ein paar Missionare sind nicht allmächtig. HIV dem Papst in die Schuhe schieben zu wollen ist abenteuerlich, vor allem weil der Mensch im Bett eh nicht viel über abstrakte Zusammenhänge nachdenkt.

    Vielen Dank für den Artikel. Es ist so ziemlich der erste zum Thema, der sich wirklich damit auseinander setzt und nicht nur auf die Reizworte abfährt.

  4. @mrboombastic

    Die Moderne genauso als Ausdruck göttlicher Fügung zu begreifen wie z.B. 2000 Jahre alte Regeln? Das werden die alten Herren wohl nicht mehr....
    So schade es ist: in DEN alten Schlauch geht kein neuer Wein mehr.

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    • joG
    • 25.11.2010 um 17:33 Uhr

    ....ist im letzten Jahrhundert ein paar Male dramatisch schlecht gelaufen. Ob man ihre Ethik, besonders die kontinentaleuropäische Variante davon da so ganz erstrebenswert finden muss? Da bin ich mir nicht sicher.

    • joG
    • 25.11.2010 um 17:33 Uhr

    ....ist im letzten Jahrhundert ein paar Male dramatisch schlecht gelaufen. Ob man ihre Ethik, besonders die kontinentaleuropäische Variante davon da so ganz erstrebenswert finden muss? Da bin ich mir nicht sicher.

  5. muß sie es sich gefallen lassen, daruf eingeengt betrachtet zu werden.

    Dass dabei die Spiritualität für viele Menschen auf der Strecke bleibt, ist zutiefst bedauerlich.

    Letztendlich bleibt es dabei: An der sauertöpfischen Moral des Vatikans bei gleichzeitiger krimnineller Pädophilie vieler Priester zerbricht das Ansehen der katholischen Kirche.

    Speichel leckende, unterwürfige Interview-Partner sollte sich der Papst ersparen. Das tut mir leid für diesen klugen Intelektuellen, dass er mit Herrn Seewald sprechen musste.

    Eine Leser-Empfehlung
  6. Erwiesenermassen nicht, denn in den "am schlimmsten von HIV gebeutelten Ländern der Erde" ist der Prozentsatz katholischer Christen eher gering. Und auch ein paar Missionare sind nicht allmächtig. HIV dem Papst in die Schuhe schieben zu wollen ist abenteuerlich, vor allem weil der Mensch im Bett eh nicht viel über abstrakte Zusammenhänge nachdenkt.

    Antwort auf "Und ob!"
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    • joG
    • 25.11.2010 um 17:38 Uhr

    ....recht geben wollen. Aber man muss tolerant sein. Viele Menschen haben ein schlechtes Gewissen, weil sie viele Dinge tun, von denen sie nicht so ganz überzeugt sind. Da macht ihnen die RK ein schlechtes Gewissen und angreifen scheint ihnen da die beste Verteidigung. Das ist ein Ur-Reflex unserer Rasse und es sollte nicht verwundern, dass ihm Viele nicht widerstehen können.

    • joG
    • 25.11.2010 um 17:38 Uhr

    ....recht geben wollen. Aber man muss tolerant sein. Viele Menschen haben ein schlechtes Gewissen, weil sie viele Dinge tun, von denen sie nicht so ganz überzeugt sind. Da macht ihnen die RK ein schlechtes Gewissen und angreifen scheint ihnen da die beste Verteidigung. Das ist ein Ur-Reflex unserer Rasse und es sollte nicht verwundern, dass ihm Viele nicht widerstehen können.

  7. Sehr treffend hat Isolde Karle in ihrem Buch "Kirche im Reformstress", Gütersloh 2010, das protestantische Kirchenverständnis beschrieben: "Die Kirche ist für Luther nicht eine hierarchisch gegliederte Heilsanstalt, sondern Kirche des Glaubens und damit Geschöpf des Wortes Gottes. (...)Die Gemeinschaft der Glaubenden und die Wortverkündigung machen das Wesen der Kirche aus. (...) Mit diesen ekklesiologischen Grundbestimmungen ist zugleich eine Selbstbegrenzung der Kirche als Organisation oder Institution verbunden. (...) An die Stelle der Macht und des Rechtes der Institution Kirche tritt (bei Luther) die Macht des göttlichen Wortes. (... Luther (denkt) ... Kirche grundlegend prozess- und ereignishaft und damit primär als Kommunikation und Gemeinschaft und erst sekundär als Struktur oder Institution." (S.78-80)
    Kann es über diese Differenz aus päpstlicher Sicht einen Dialog geben, bei dem das Eigenrecht ders protestantischen Kirchenverständnisses ernst genommen wird?

    Eine Leser-Empfehlung
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    Sehr geehrte/r Herr/Frau atemhaus,

    so ganz möchte ich Isolde Karle nicht folgen, denn wenn Luther sich so einfach auf das Wort fixiert hätte (was er definitiv nicht getan hat), dann hätte er selber auch keine neuen Kirchenstrukturen geschaffen.
    Auch bei der Katholischen Kirche steht das Wort (der Papst redet nicht umsonst ständig über den Logos) im Mittelpunkt, allerdings weiß die katholische Kirche auch, dass das Wort stets in Gefahr steht nur auf eine bestimmte Art verstanden zu werden und dagegen braucht es ein Korrektiv und dieses ist die Gemeinschaft aller Christen, also eben die Kirche.
    Darüberhinaus verlangt auch die christliche Nächstenliebe nach einer Kirche, denn ohne könnte sich diese kaum entfalten, da ein Einzelner vor dem Anspruch Jesu eigentlich nur scheitern kann.

    Ich denke in der Ökumene hat die katholische Kirche schon jetzt viel vom Protestantismus gelernt (auch von seinen Fehlern). Allerdings müssten vielleicht gerade die deutschen Protestanten, die sich ja doch immer auch noch ein wenig als Staatskirche sehen (wie zuletzt besonders unter Hubere), auch mal zugeben, dass es auch in der katholischen Kirche sehr viel gibt, dass es sich für sie zu lernen lohnt. Aber auch da tut sich viel, so wird bspw. die Rolle Marias in vielen amerikan. prot. Kirchen bereits wieder neu bewertet und neu angenommen. Ich denke da wird sich noch viel tun, aber vermutlich anders, als es sich viele vorstellen.

    MfG

    Hainer

    Sehr geehrte/r Herr/Frau atemhaus,

    so ganz möchte ich Isolde Karle nicht folgen, denn wenn Luther sich so einfach auf das Wort fixiert hätte (was er definitiv nicht getan hat), dann hätte er selber auch keine neuen Kirchenstrukturen geschaffen.
    Auch bei der Katholischen Kirche steht das Wort (der Papst redet nicht umsonst ständig über den Logos) im Mittelpunkt, allerdings weiß die katholische Kirche auch, dass das Wort stets in Gefahr steht nur auf eine bestimmte Art verstanden zu werden und dagegen braucht es ein Korrektiv und dieses ist die Gemeinschaft aller Christen, also eben die Kirche.
    Darüberhinaus verlangt auch die christliche Nächstenliebe nach einer Kirche, denn ohne könnte sich diese kaum entfalten, da ein Einzelner vor dem Anspruch Jesu eigentlich nur scheitern kann.

    Ich denke in der Ökumene hat die katholische Kirche schon jetzt viel vom Protestantismus gelernt (auch von seinen Fehlern). Allerdings müssten vielleicht gerade die deutschen Protestanten, die sich ja doch immer auch noch ein wenig als Staatskirche sehen (wie zuletzt besonders unter Hubere), auch mal zugeben, dass es auch in der katholischen Kirche sehr viel gibt, dass es sich für sie zu lernen lohnt. Aber auch da tut sich viel, so wird bspw. die Rolle Marias in vielen amerikan. prot. Kirchen bereits wieder neu bewertet und neu angenommen. Ich denke da wird sich noch viel tun, aber vermutlich anders, als es sich viele vorstellen.

    MfG

    Hainer

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