Alternative Medizin Nerv getroffen

Ein ehemaliger Diplomat aus Leipzig betreibt heute zwölf Heilpraktiker-Schulen. Seine Erfolgsgeschichte zeigt: Zweifelhafte Heilmethoden haben hierzulande Hochkonjunktur.

Fachchinesisch: Auch Akupunktur steht auf dem Lehrplan der Deutschen Heilpraktikerschule

Fachchinesisch: Auch Akupunktur steht auf dem Lehrplan der Deutschen Heilpraktikerschule

Heute lehrt Michael Bochmann, wie man durch Armdrücken eine Diagnose stellen kann. Vor 20 Schülern liegt eine Frau rücklings auf der Patientenliege und streckt ihren rechten Arm angespannt zur Decke. Auf einem Tisch stehen Pillen, Salben und Tropfen. »Wenn wir eine der Ampullen auf den Bauch der Patientin legen«, sagt Bochmann mit sonorer Stimme, »können wir prüfen, ob sie auf den Inhalt reagiert.« Ihr Arm, erklärt er, ließe sich dann leicht nach unten drücken. Willkommen in der Deutschen Heilpraktikerschule zu Leipzig.

Kinesiologie heißt die alternative Diagnosemethode; sie ist wohl Glaubenssache. Eine Schülerin fragt, warum eine Ampulle, deren Inhalt später als Medikament verabreicht werde, den Oberarmmuskel schwächen könne. Ein anderer will wissen, ob die Fläschchen auch durchs T-Shirt wirken. Bochmann wiegt den Kopf. Könnte vielleicht funktionieren. »Das ist Physik«, sagt er. »Die Schwingungen der Atomkerne, der Elektronen lösen Stress und damit Schwäche aus.«

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Themen wie dieses lässt Bochmann in der ganzen Republik lehren. Der 50-Jährige ist nicht nur Dozent, sondern betreibt von Leipzig aus ein Dutzend Zweigstellen der Naturmedizin: Zwölf Filialen hat seine Deutsche Heilpraktikerschule schon, es ist eine Kette der Gesundheitsbranche. Ihr Logo – eine zarte Kamille vor grünem Hintergrund – ist in Hamburg, Dresden oder München zu finden. Nächstes Jahr will Bochmann in jedem Bundesland mit einem Franchising-Nehmer vertreten sein. »Wir wachsen langsam, aber kontinuierlich«, sagt der umtriebige Heilpraktiker. »Wenn man das nicht tut, kommt schnell ein Größerer, und dann ist man weg.«

Bochmann nutzt einen Trend: Immer mehr Deutsche vertrauen auf Alternativmedizin. Laut einer Allensbach-Umfrage haben 57 Prozent schon einmal homöopathische Mittel zu sich genommen. Tendenz steigend. In Bochmanns Leipziger Zentrale laufen derzeit fünf Lehrgänge parallel – für klassische Heilpraktiker und für alternative Psychotherapie. Der Schulleiter führt Wartelisten und bietet Interessenten mit wenig Zeit einen Fernkurs an. »Unsere Absolventen nehmen niemandem die Arbeit weg«, sagt er, »zum Heilpraktiker gehen die Leute erst, wenn die klassische Medizin keinen Rat mehr weiß.«

Reichlich 5300 Euro kostet bei ihm die Ausbildung, zu der sich überwiegend Frauen anmelden. Eine 25-Jährige arbeitet als Assistentin in einer Apotheke und will sich auf alternative Medikamente spezialisieren. Eine Mittvierzigerin belegt den Kurs, weil sie lange selbst schwer krank war: »Das Universum hat die große Keule rausgeholt, damit ich an meinem Leben etwas verändere«, sagt sie – und träumt von einer eigenen Praxis. Genau wie jene 53-Jährige, die derzeit noch ein Fachgeschäft für Unterwäsche führt. »Ich würde gern im psychischen Bereich behandeln«, sagt die Frau, die bald ihren Abschluss machen will.

Nach zwei Jahren prüft ein Amtsarzt die angehenden Heilpraktiker und fragt vor allem schulmedizinisches Wissen ab. »Wir haben eine hohe Erfolgsquote«, sagt Bochmann. Bei anderen Ausbildern würden bis zu 90 Prozent der Schützlinge durch die Prüfung fallen. »Bei uns sind es nur 40 Prozent.« Trotzdem macht am Ende nur jeder zehnte Schüler auch wirklich eine Praxis auf.

Er lehre keine Esoterik, keine Geistheilung, betont Bochmann. »Die Deutsche Heilpraktikerschule vermittelt nur, was nachgewiesen ist.« Mit seiner athletischen Figur, den grauen Haaren und der randlosen Brille würde er auch als Oberarzt durchgehen. Das täuscht ein wenig darüber hinweg, dass auch in seinem Stundenplan Methoden stehen, an deren Wirkung durchaus Zweifel bestehen. Schröpfen, Eigenbluttherapie und Homöopathie bringen nach Ansicht vieler Schulmediziner nicht mehr als Placebos. Sie schaden allerdings auch fast nie, solange man nicht schwere Krankheiten damit zu bekämpfen versucht. Die Grenzen kennt Bochmann gut.

Leser-Kommentare
  1. Ich würde dem Recht zu geben geneigt sein, wenn es nicht auch bei Tieren funktioniert hätte. Oder konnten die gar hören, wie die Wirkung sein soll und haben deswegen daran geglaubt?

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    • PGMN
    • 03.12.2010 um 16:26 Uhr

    ... ist auch bei Tieren nachweisbar. Nur hängt es hierbei sehr stark davon ab, ob derjenige, der das Medikament verabreicht, an seine Wirkung glaubt oder nicht, wie man liest. Abgesehen davon ist macht dies keinen Unterschied. Solange Homöopathie beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung zeigt, hat sie beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung.

    Homöopathie/Placeboeinsatz bei Tieren kann auf verschiedene Arten scheinbar funktionieren. Ein paar Beispiele:

    - Das Tier reagiert auf die Erwartung des Halters (nicht auf das Scheinmedikament)
    - Der Halter sieht eine Wirkung, wo keine ist (Erwartungshaltung des Halters)
    - Erkrankung bessert sich spontan (Zufall, ohne Relation zur vermeintlichen Ursache)

    Meines Wissens gibt es keine einzige verifizierte Studie, bei der homöopathische Medikamente besser abgeschnitten hätten als zum Vergleich verabreichte Placebos. Weder mit Tieren noch mit Menschen.

    Ansonsten kann jeder sich von mir aus behandeln lassen wie er will. Nur soll er dann bitte nicht meine Krankenkasse mit Kosten für den Hokuspokus belasten. Die wird halt indirekt dadurch belastet, dass wirksame und notwendige Therapien zu Gunsten von Scheinbehandlungen verzögert werden. Bei Kindern halte ich das für kriminell, Erwachsene sind für sich selber verantwortlich.

    Solange die angehenden Schamanen wie hier im Beitrag dargestellt dazu angehalten werden, wirkliche Problemfälle wie etwa einen Hautkrebsverdacht sofort an den Spezialisten weiterzureichen, sehe ich keine großen Probleme.

    Aber hier im Forum wird der Ton vermutlich gleich rauer werden. Da Alternativmedizin eine Glaubensfrage ist, rufen die Anhänger in ihren Communitys bestimmt schon zum virtuellen heiligen Foren-Krieg gegen die Ketzer von der ZEIT auf...

    • chrisi
    • 03.12.2010 um 16:53 Uhr

    Ich möchte darauf hinweisen, das aber auch Studien gezeigt haben, dass die Gabe von Placebos den Tierbesitzern einen Effekt vorgegaukelt hat, der überhaupt nicht existierte.
    (PMID: 16113167)
    Ich muss außerdem sagen, dass ich bisher noch nie eine vernünftige Studie in der Hand gehabt habe, die Ihre These bestätigen. Muss aber nicht heißen, dass es solche Studien nicht gibt. Schicken Sie doch einfach eine PubMedID vorbei.

    Desweiteren möchte ich behaupten, dass die Schwingungen von Atomen keinerlei Rolle spielen bei den Dämpfungsfaktoren menschlichen Gewebes.

    Bei Studien wird dieser "indirekte Placeboeffekt" ebenfalls berücksichtigt: So weiß im Idealfall auch das Behandlungsteam durch eine doppelte Verblindung nicht ob sie gerade Placebo oder Wirkstoff verabreichen

    • PGMN
    • 03.12.2010 um 16:26 Uhr

    ... ist auch bei Tieren nachweisbar. Nur hängt es hierbei sehr stark davon ab, ob derjenige, der das Medikament verabreicht, an seine Wirkung glaubt oder nicht, wie man liest. Abgesehen davon ist macht dies keinen Unterschied. Solange Homöopathie beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung zeigt, hat sie beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung.

    Homöopathie/Placeboeinsatz bei Tieren kann auf verschiedene Arten scheinbar funktionieren. Ein paar Beispiele:

    - Das Tier reagiert auf die Erwartung des Halters (nicht auf das Scheinmedikament)
    - Der Halter sieht eine Wirkung, wo keine ist (Erwartungshaltung des Halters)
    - Erkrankung bessert sich spontan (Zufall, ohne Relation zur vermeintlichen Ursache)

    Meines Wissens gibt es keine einzige verifizierte Studie, bei der homöopathische Medikamente besser abgeschnitten hätten als zum Vergleich verabreichte Placebos. Weder mit Tieren noch mit Menschen.

    Ansonsten kann jeder sich von mir aus behandeln lassen wie er will. Nur soll er dann bitte nicht meine Krankenkasse mit Kosten für den Hokuspokus belasten. Die wird halt indirekt dadurch belastet, dass wirksame und notwendige Therapien zu Gunsten von Scheinbehandlungen verzögert werden. Bei Kindern halte ich das für kriminell, Erwachsene sind für sich selber verantwortlich.

    Solange die angehenden Schamanen wie hier im Beitrag dargestellt dazu angehalten werden, wirkliche Problemfälle wie etwa einen Hautkrebsverdacht sofort an den Spezialisten weiterzureichen, sehe ich keine großen Probleme.

    Aber hier im Forum wird der Ton vermutlich gleich rauer werden. Da Alternativmedizin eine Glaubensfrage ist, rufen die Anhänger in ihren Communitys bestimmt schon zum virtuellen heiligen Foren-Krieg gegen die Ketzer von der ZEIT auf...

    • chrisi
    • 03.12.2010 um 16:53 Uhr

    Ich möchte darauf hinweisen, das aber auch Studien gezeigt haben, dass die Gabe von Placebos den Tierbesitzern einen Effekt vorgegaukelt hat, der überhaupt nicht existierte.
    (PMID: 16113167)
    Ich muss außerdem sagen, dass ich bisher noch nie eine vernünftige Studie in der Hand gehabt habe, die Ihre These bestätigen. Muss aber nicht heißen, dass es solche Studien nicht gibt. Schicken Sie doch einfach eine PubMedID vorbei.

    Desweiteren möchte ich behaupten, dass die Schwingungen von Atomen keinerlei Rolle spielen bei den Dämpfungsfaktoren menschlichen Gewebes.

    Bei Studien wird dieser "indirekte Placeboeffekt" ebenfalls berücksichtigt: So weiß im Idealfall auch das Behandlungsteam durch eine doppelte Verblindung nicht ob sie gerade Placebo oder Wirkstoff verabreichen

  2. Als mündige Bürgerin möchte ich bitte gerne das Recht behalten, zweifelhafte Methoden zu nutzen, sofern sie niemand anderem schaden als mir selbst. Ebenso wie ich als mündige Bürgerin ja auch das Recht habe mich durch legale Drogen unzweifelhaft zu schädigen.

    Und ja, es fehlen Qualitätsstandards. Das liegt in der Natur der Sache, dass viele der erwähnten alternativen Heilmethoden eben genau dies anzweifeln: dass es einen Standard gäbe.

    Angesichts der Tatsache, dass auch die Schulmedizin bemerkt hat, dass es den Standardpatienten nicht gibt und klinische Tests eigentlich in vielen verschiedenen Gruppen (Männer, Frauen, Kinder, Ethnien, Generationen, usw.) durchgeführt werden müssten, ist das vielleicht sogar eine gute Entwicklung.

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    bestreitet niemand. Nur sollen die Patienten das dann doch bitte selbst bezahlen und nicht die Solidarsysteme mit ihrem naiven Aberglauben belasten. Und spätestens wenn eine Mutter ihr Kind von notwendigen medizinischen Maßnahmen fernhält und dadurch in ernsthafte Gefahr bringt ist Schluß mit lustig.

    bestreitet niemand. Nur sollen die Patienten das dann doch bitte selbst bezahlen und nicht die Solidarsysteme mit ihrem naiven Aberglauben belasten. Und spätestens wenn eine Mutter ihr Kind von notwendigen medizinischen Maßnahmen fernhält und dadurch in ernsthafte Gefahr bringt ist Schluß mit lustig.

    • PGMN
    • 03.12.2010 um 16:26 Uhr

    ... ist auch bei Tieren nachweisbar. Nur hängt es hierbei sehr stark davon ab, ob derjenige, der das Medikament verabreicht, an seine Wirkung glaubt oder nicht, wie man liest. Abgesehen davon ist macht dies keinen Unterschied. Solange Homöopathie beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung zeigt, hat sie beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung.

    Eine Leser-Empfehlung
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    Ihre Aussage ist nicht ganz korrekt. Richtig müsste sie lauten: "Solange Homöopathie IN STUDIEN beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung zeigt, hat sie IN STUDIEN beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung."

    Das Wesen der Wissenschaft besteht darin, falsifizierbare Theorien aufzustellen. Eine Theorie die nicht falsifiziert werden kann, gilt nach aktueller Auffassung als "weder bewiesen noch widerlegt". Da die meisten alternativen Heilmethoden standardisierte Herangehensweisen per se ausschließen, ist es schon aus rein logischen Gründen völlig unmöglich, sie mittels standardisierter Studien zu überprüfen. Wir haben derzeit schlicht und ergreifend nicht das wissenschaftliche Werkzeug um derartige Theorien auf Basis der Wissenschaftstheorie zu testen. Solange sollte zweifeln (in jede Richtung) erlaubt sein.

    Ihre Aussage ist nicht ganz korrekt. Richtig müsste sie lauten: "Solange Homöopathie IN STUDIEN beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung zeigt, hat sie IN STUDIEN beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung."

    Das Wesen der Wissenschaft besteht darin, falsifizierbare Theorien aufzustellen. Eine Theorie die nicht falsifiziert werden kann, gilt nach aktueller Auffassung als "weder bewiesen noch widerlegt". Da die meisten alternativen Heilmethoden standardisierte Herangehensweisen per se ausschließen, ist es schon aus rein logischen Gründen völlig unmöglich, sie mittels standardisierter Studien zu überprüfen. Wir haben derzeit schlicht und ergreifend nicht das wissenschaftliche Werkzeug um derartige Theorien auf Basis der Wissenschaftstheorie zu testen. Solange sollte zweifeln (in jede Richtung) erlaubt sein.

  3. Ihre Aussage ist nicht ganz korrekt. Richtig müsste sie lauten: "Solange Homöopathie IN STUDIEN beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung zeigt, hat sie IN STUDIEN beim Menschen keine vom Placeboeffekt unterscheidbare Wirkung."

    Das Wesen der Wissenschaft besteht darin, falsifizierbare Theorien aufzustellen. Eine Theorie die nicht falsifiziert werden kann, gilt nach aktueller Auffassung als "weder bewiesen noch widerlegt". Da die meisten alternativen Heilmethoden standardisierte Herangehensweisen per se ausschließen, ist es schon aus rein logischen Gründen völlig unmöglich, sie mittels standardisierter Studien zu überprüfen. Wir haben derzeit schlicht und ergreifend nicht das wissenschaftliche Werkzeug um derartige Theorien auf Basis der Wissenschaftstheorie zu testen. Solange sollte zweifeln (in jede Richtung) erlaubt sein.

    Antwort auf "Ein Placeboeffekt..."
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    • PGMN
    • 03.12.2010 um 16:47 Uhr

    Eine "These" (Theorien müssen falsifizierbar, jedoch nicht falsifiziert worden sein), die nicht falzifiziert werden kann, ist unwissenschaftlich und völlig belanglos. Man kann aus einer solchen These keine Schlussfolgerungen ziehen oder sie aus existierenden Theorien nahtlos herleiten und selbst wenn man dies könnte, hätte man keine Möglichkeit, ihre Richtigkeit festzustellen. Dies ist elementare Logik.
    Auch das "in Studien" habe ich bewusst weggelassen, da eine kontrollierte, und, wie Sie schrieben, standardisierte Experimentalumgebung, die einzige Möglichkeit ist, eine Wirkung von keiner Wirkung zu unterscheiden. Ob dies im Rahmen einer Studie geschieht, ist belanglos.
    Übrigens ist die Experimentalumgebung im Falle der Homöopathie durchaus standardisierbar, nur zeigen solche Experimente immer wieder, dass die Homöopathie eben doch keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung hat. Dass der danach vorgbrachte Vorwurf, Homöopathie stehe irgendwie "außerhalb" der Domäne der Wissenschaft, auch gleichzeitig die elementare Logik infrage stellt, scheint nicht allzu bekannt zu sein, was ihn in meinen Augen höchst amüsant erscheinen lässt.

    • FrauM
    • 03.12.2010 um 18:25 Uhr

    Bitte weisen Sie nach, dass zwischen der Erde und dem Mars keine Teekanne im Orbit kreist. Das erlauben unsere Instrumente ja heute wohl schon.

    Viel Spaß noch!

    Wenn Sie interessiert was wissenschaftlich heißt, empfehle ich folgenden Link als ersten Ansatz:

    http://de.wikipedia.org/w...

    • PGMN
    • 03.12.2010 um 16:47 Uhr

    Eine "These" (Theorien müssen falsifizierbar, jedoch nicht falsifiziert worden sein), die nicht falzifiziert werden kann, ist unwissenschaftlich und völlig belanglos. Man kann aus einer solchen These keine Schlussfolgerungen ziehen oder sie aus existierenden Theorien nahtlos herleiten und selbst wenn man dies könnte, hätte man keine Möglichkeit, ihre Richtigkeit festzustellen. Dies ist elementare Logik.
    Auch das "in Studien" habe ich bewusst weggelassen, da eine kontrollierte, und, wie Sie schrieben, standardisierte Experimentalumgebung, die einzige Möglichkeit ist, eine Wirkung von keiner Wirkung zu unterscheiden. Ob dies im Rahmen einer Studie geschieht, ist belanglos.
    Übrigens ist die Experimentalumgebung im Falle der Homöopathie durchaus standardisierbar, nur zeigen solche Experimente immer wieder, dass die Homöopathie eben doch keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung hat. Dass der danach vorgbrachte Vorwurf, Homöopathie stehe irgendwie "außerhalb" der Domäne der Wissenschaft, auch gleichzeitig die elementare Logik infrage stellt, scheint nicht allzu bekannt zu sein, was ihn in meinen Augen höchst amüsant erscheinen lässt.

    • FrauM
    • 03.12.2010 um 18:25 Uhr

    Bitte weisen Sie nach, dass zwischen der Erde und dem Mars keine Teekanne im Orbit kreist. Das erlauben unsere Instrumente ja heute wohl schon.

    Viel Spaß noch!

    Wenn Sie interessiert was wissenschaftlich heißt, empfehle ich folgenden Link als ersten Ansatz:

    http://de.wikipedia.org/w...

    • cielo
    • 03.12.2010 um 16:34 Uhr

    Dass die Zeit, wahrscheinlich wegen der ganzen Werbung der Pharmaindustrie, nichts von alternativer Medizin hält, ist schon lange bekannt (mein Zeit-(Un)Wissen Abo habe ich deswegen gekündigt, zu parteiisch zugunsten der Pharmaindustrie).
    Und das alles, was sich nicht auf die Allopathie und ihre Industrie beruft, "Zweifelhafte Heilmethoden" sind, ist bezeichnend und bei der zeit jeweils schon in den Überschriften zu erfahren - weiterlesen als eher uninteressant.
    Zum Glück ist die Zeit nicht in auf allen Gebieten so ignorant und nimmt sich so viele Möglichkeiten. Die Zeit ist hier ziemlich mittelalterlich.
    "Wer heilt hat recht" heisst es so schön, aber gemeint ist nur die Heilung, die unserer Pharamindustrie dient.
    Aber die altern. Medizin nutzt denen ja wenig, im Gegenteil, sie entpuppt sich als Konkurrenz, und da holen die Pharmariesen ihre Kanonen raus, und die sind (wer das mal ein wenig verfolgt hat) gnadenlos und knallhart.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Homöopathie/Placeboeinsatz bei Tieren kann auf verschiedene Arten scheinbar funktionieren. Ein paar Beispiele:

    - Das Tier reagiert auf die Erwartung des Halters (nicht auf das Scheinmedikament)
    - Der Halter sieht eine Wirkung, wo keine ist (Erwartungshaltung des Halters)
    - Erkrankung bessert sich spontan (Zufall, ohne Relation zur vermeintlichen Ursache)

    Meines Wissens gibt es keine einzige verifizierte Studie, bei der homöopathische Medikamente besser abgeschnitten hätten als zum Vergleich verabreichte Placebos. Weder mit Tieren noch mit Menschen.

    Ansonsten kann jeder sich von mir aus behandeln lassen wie er will. Nur soll er dann bitte nicht meine Krankenkasse mit Kosten für den Hokuspokus belasten. Die wird halt indirekt dadurch belastet, dass wirksame und notwendige Therapien zu Gunsten von Scheinbehandlungen verzögert werden. Bei Kindern halte ich das für kriminell, Erwachsene sind für sich selber verantwortlich.

    Solange die angehenden Schamanen wie hier im Beitrag dargestellt dazu angehalten werden, wirkliche Problemfälle wie etwa einen Hautkrebsverdacht sofort an den Spezialisten weiterzureichen, sehe ich keine großen Probleme.

    Aber hier im Forum wird der Ton vermutlich gleich rauer werden. Da Alternativmedizin eine Glaubensfrage ist, rufen die Anhänger in ihren Communitys bestimmt schon zum virtuellen heiligen Foren-Krieg gegen die Ketzer von der ZEIT auf...

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    "Ansonsten kann jeder sich von mir aus behandeln lassen wie er will. Nur soll er dann bitte nicht meine Krankenkasse mit Kosten für den Hokuspokus belasten. "

    ... wenn dann bitte auch alle Menschen, die durch eigenes Verschulden krank geworden sind auf die Behandlung auf Kosten der Allgemeinheit verzichten. Ich denke da an exzessiven Alkoholkonsum, Tabak, Unfallverletzungen durch Raserei, Skiunfälle ohne Helm,... die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

    "Ansonsten kann jeder sich von mir aus behandeln lassen wie er will. Nur soll er dann bitte nicht meine Krankenkasse mit Kosten für den Hokuspokus belasten. "

    ... wenn dann bitte auch alle Menschen, die durch eigenes Verschulden krank geworden sind auf die Behandlung auf Kosten der Allgemeinheit verzichten. Ich denke da an exzessiven Alkoholkonsum, Tabak, Unfallverletzungen durch Raserei, Skiunfälle ohne Helm,... die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

  5. wer glaubt, dass ein gift krebs heilen könnte ist ebenso an einen glauben gebunden. wer heilt hat recht, und die heilungsquoten von schamanen übertreffen nachweislich die der schulmedizin. aber das gibt den schulmedizinern ja nicht zu denken. stattdessen wird defamiert oder gelogen. wir geben imer mehr geld für die schulmedizin aus und werden immer kranker. wäre das schulmedizinische gesundheitswesen ein auto, dann würde ich es es verschrotten.

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    • PGMN
    • 03.12.2010 um 17:05 Uhr

    "wer glaubt, dass ein gift krebs heilen könnte ist ebenso an einen glauben gebunden."

    Das ist er nur so lange, wie durch Studien in kontrollierter Umgebung eindeutig gezeigt ist, dass die Behandlungsmethode eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung hat.

    "wer heilt hat recht,"

    Es heilt nicht derjenige, der behauptet, dass er heilt, sondern der, der es in einem wissenschaftlich belastbaren Experiment nachgeweisen hat.

    "und die heilungsquoten von schamanen übertreffen nachweislich die der schulmedizin"

    /Ironie on
    Was der Grund ist, dass die Lebenserwartung in den Ländern, die sich hauptsächlich auf schamanistische Medizin verlassen, wesentlich höher ist als in Industrienationen und niemand dort sich sehnlichst die Behandlung in einem schulmedizinisch geführten Krankenhaus wünscht. /Ironie off

    oberstes Prinzip der Schulmedizin sind per Doppelblindtest nachgewiesene Wirkungsketten. Die haben mit Glauben exakt gar nichts zu tun, da wird schlicht und ergreifend gemessen.

    Es mag sein, daß solche Untersuchungen in Einzelfällen fehlerhaft oder manipuliert sind, aber trotzdem liegt man insgesamt in Punkto Nachvollziehbarkeit und nachgewiesener Wirksamkeit meilenweit vor jedem angeblichen alternativen oder pseudowissenschaftlichen Modell.

    Übrigens: in dem Moment, in dem eine angeblich alternative Methode tatsächlich eine von Placebogaben abweichende Wirkungskausalität nachweisen kann, wird sie durchaus von Schulmedizinern akzeptiert. Kann nur leider keine, da wird nur mit Pseudowissenschaftlichen Aussagen wie "Schwingungen von Atomkernen und Elektronen" herumphantasiert, ohne daß diese Modelle jemals empirisch oder experimentell hätten sauber belegt werden können.

    • Puzi
    • 03.12.2010 um 17:51 Uhr

    "wer glaubt, dass ein gift krebs heilen könnte ist ebenso an einen glauben gebunden"

    War nicht genau DAS der Ansatz der Homoeopathie? Gleiches mit Gleichem - bitte nicht ueber zweierlei Mass messen.

    "die heilungsquoten von schamanen übertreffen nachweislich die der schulmedizin"
    Beleg?

    • alkyl
    • 04.12.2010 um 8:50 Uhr

    "wer glaubt, dass ein gift krebs heilen könnte ist ebenso an einen glauben gebunden."

    Solche Sätze sind gemeingefährlich, weil sie Krebspatienten von der einzigen nachgewiesenen Heilungsmöglichkeit abhalten können. Und dazu sind sie auch noch ein Schlag in´s Gesicht derjengen, die wie ich durch solches "Gift" vom Krebs geheilt wurden (in meinem Fall vor 16 Jahren: jawohl, ich bin geheilt worden! Und zwar ausschließlich durch die böse Schulmedizin.).

    Ihre Schamanen können nicht viel mehr erreichen, als daß man zumindest mit dem Gefühl, das "Richtige" getan zu haben, letztlich doch am Krebs stirbt.

    Mit solcher Inbrunst der Überzeugung können Sie nur reden, weil Sie selbst offensichtlich noch nicht betroffen waren.

    • PGMN
    • 03.12.2010 um 17:05 Uhr

    "wer glaubt, dass ein gift krebs heilen könnte ist ebenso an einen glauben gebunden."

    Das ist er nur so lange, wie durch Studien in kontrollierter Umgebung eindeutig gezeigt ist, dass die Behandlungsmethode eine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung hat.

    "wer heilt hat recht,"

    Es heilt nicht derjenige, der behauptet, dass er heilt, sondern der, der es in einem wissenschaftlich belastbaren Experiment nachgeweisen hat.

    "und die heilungsquoten von schamanen übertreffen nachweislich die der schulmedizin"

    /Ironie on
    Was der Grund ist, dass die Lebenserwartung in den Ländern, die sich hauptsächlich auf schamanistische Medizin verlassen, wesentlich höher ist als in Industrienationen und niemand dort sich sehnlichst die Behandlung in einem schulmedizinisch geführten Krankenhaus wünscht. /Ironie off

    oberstes Prinzip der Schulmedizin sind per Doppelblindtest nachgewiesene Wirkungsketten. Die haben mit Glauben exakt gar nichts zu tun, da wird schlicht und ergreifend gemessen.

    Es mag sein, daß solche Untersuchungen in Einzelfällen fehlerhaft oder manipuliert sind, aber trotzdem liegt man insgesamt in Punkto Nachvollziehbarkeit und nachgewiesener Wirksamkeit meilenweit vor jedem angeblichen alternativen oder pseudowissenschaftlichen Modell.

    Übrigens: in dem Moment, in dem eine angeblich alternative Methode tatsächlich eine von Placebogaben abweichende Wirkungskausalität nachweisen kann, wird sie durchaus von Schulmedizinern akzeptiert. Kann nur leider keine, da wird nur mit Pseudowissenschaftlichen Aussagen wie "Schwingungen von Atomkernen und Elektronen" herumphantasiert, ohne daß diese Modelle jemals empirisch oder experimentell hätten sauber belegt werden können.

    • Puzi
    • 03.12.2010 um 17:51 Uhr

    "wer glaubt, dass ein gift krebs heilen könnte ist ebenso an einen glauben gebunden"

    War nicht genau DAS der Ansatz der Homoeopathie? Gleiches mit Gleichem - bitte nicht ueber zweierlei Mass messen.

    "die heilungsquoten von schamanen übertreffen nachweislich die der schulmedizin"
    Beleg?

    • alkyl
    • 04.12.2010 um 8:50 Uhr

    "wer glaubt, dass ein gift krebs heilen könnte ist ebenso an einen glauben gebunden."

    Solche Sätze sind gemeingefährlich, weil sie Krebspatienten von der einzigen nachgewiesenen Heilungsmöglichkeit abhalten können. Und dazu sind sie auch noch ein Schlag in´s Gesicht derjengen, die wie ich durch solches "Gift" vom Krebs geheilt wurden (in meinem Fall vor 16 Jahren: jawohl, ich bin geheilt worden! Und zwar ausschließlich durch die böse Schulmedizin.).

    Ihre Schamanen können nicht viel mehr erreichen, als daß man zumindest mit dem Gefühl, das "Richtige" getan zu haben, letztlich doch am Krebs stirbt.

    Mit solcher Inbrunst der Überzeugung können Sie nur reden, weil Sie selbst offensichtlich noch nicht betroffen waren.

    • PGMN
    • 03.12.2010 um 16:47 Uhr

    Eine "These" (Theorien müssen falsifizierbar, jedoch nicht falsifiziert worden sein), die nicht falzifiziert werden kann, ist unwissenschaftlich und völlig belanglos. Man kann aus einer solchen These keine Schlussfolgerungen ziehen oder sie aus existierenden Theorien nahtlos herleiten und selbst wenn man dies könnte, hätte man keine Möglichkeit, ihre Richtigkeit festzustellen. Dies ist elementare Logik.
    Auch das "in Studien" habe ich bewusst weggelassen, da eine kontrollierte, und, wie Sie schrieben, standardisierte Experimentalumgebung, die einzige Möglichkeit ist, eine Wirkung von keiner Wirkung zu unterscheiden. Ob dies im Rahmen einer Studie geschieht, ist belanglos.
    Übrigens ist die Experimentalumgebung im Falle der Homöopathie durchaus standardisierbar, nur zeigen solche Experimente immer wieder, dass die Homöopathie eben doch keine über den Placeboeffekt hinausgehende Wirkung hat. Dass der danach vorgbrachte Vorwurf, Homöopathie stehe irgendwie "außerhalb" der Domäne der Wissenschaft, auch gleichzeitig die elementare Logik infrage stellt, scheint nicht allzu bekannt zu sein, was ihn in meinen Augen höchst amüsant erscheinen lässt.

    Antwort auf "Wichtiger Einschub"
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    Soweit mir bekannt ist, genügt zur Unterscheidung zwischen These und Theorie einzig die Tatsache, ob es potentiell eine Möglichkeit zur Falsifizierung gibt. Diese muss noch nicht in der praktischen Wissenschaft geben. Beispielsweise ist die Theorie der Urknalls auch eine Theorie, obwohl sie derzeit nicht falsifiziert werden kann - es ist aber theoretisch möglich. Ebenso ist es theoretisch möglich Naturheilverfahren zu überprüfen. Die Wissenschaft scheitert bisher daran, dass sie zur Standardisierung gezwungen ist, weil es noch (!) keine belastbaren Methoden zur Auswertung großer multifaktorieller Studien gibt.

    Daher steht die Homöopathie (und andere Verfahren) auch nicht außerhalb der Wissenschaft, sonder nur außerhalb der derzeit (!) praktisch durchführbaren Möglichkeiten der Wissenschaft.

    Je weiter die Entwicklung mathematischer Algorithmen zur Berechnung multifaktorieller Systeme voranschreitet und je leistungsfähiger die Rechner werden, desto eher kommen wir in Bereiche, wo eine wissenschaftliche Überprüfbarkeit vielleicht möglich wird.

    Soweit mir bekannt ist, genügt zur Unterscheidung zwischen These und Theorie einzig die Tatsache, ob es potentiell eine Möglichkeit zur Falsifizierung gibt. Diese muss noch nicht in der praktischen Wissenschaft geben. Beispielsweise ist die Theorie der Urknalls auch eine Theorie, obwohl sie derzeit nicht falsifiziert werden kann - es ist aber theoretisch möglich. Ebenso ist es theoretisch möglich Naturheilverfahren zu überprüfen. Die Wissenschaft scheitert bisher daran, dass sie zur Standardisierung gezwungen ist, weil es noch (!) keine belastbaren Methoden zur Auswertung großer multifaktorieller Studien gibt.

    Daher steht die Homöopathie (und andere Verfahren) auch nicht außerhalb der Wissenschaft, sonder nur außerhalb der derzeit (!) praktisch durchführbaren Möglichkeiten der Wissenschaft.

    Je weiter die Entwicklung mathematischer Algorithmen zur Berechnung multifaktorieller Systeme voranschreitet und je leistungsfähiger die Rechner werden, desto eher kommen wir in Bereiche, wo eine wissenschaftliche Überprüfbarkeit vielleicht möglich wird.

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