Elfenbeinküste Stimme ohne Macht
Der Elfenbeinküste droht nach den Präsidentschaftswahlen ein Bürgerkrieg. Ist Demokratie für schwache Nationen gefährlich?
© Sia Kambou/ AFP/ Getty Images

Mitglieder des unabhängigen Wahl-Komitees zälen die Stimmzettel nach der Präsidentschaftswahl an der Elfenbeinküste
Dieses Land wird ein ganz anderes sein, wenn ich regiere«, erklärte Laurent Gbagbo. 1999 war das, in einem Gespräch mit der ZEIT. Es fand im vermüllten Hinterhof seiner Parteizentrale in der Wirtschaftsmetropole Abidjan statt. Gbagbo stand damals an der Spitze der oppositionellen Front Populaire Ivoirien (FPI) und versprach seinen Landsleuten wahre Demokratie, radikale Wirtschaftsreformen und eine Versöhnungspolitik, die ethnische Spannungen abbauen würde. Ein Jahr später wurde der Geschichtslehrer zum Präsidenten gewählt, und er hat seine Ankündigung wahr gemacht: Die Elfenbeinküste ist in seiner zehnjährigen Amtszeit ein ganz anderes Land geworden – aber gewiss nicht das Land, das er seinerzeit versprochen hatte.
Der selbst ernannte Hoffnungsträger hat seine Republik in einen Bürgerkrieg gestürzt und die einst prosperierende Wirtschaft beinahe ruiniert. Nun könnte die Nation in eine neue Gewaltspirale geraten , weil Gbagbo von der Macht nicht lassen will. Vorige Woche hat der 65-Jährige die Stichwahl als Kandidat um die Präsidentschaft zwar eindeutig verloren . Doch er ließ das Resultat kurzerhand annullieren und sich für eine weitere Amtszeit vereidigen – eine Art kalter Staatsstreich, ausgeführt von seinen Getreuen im Verfassungsrat. Sie begründeten ihr Votum mit Wahlfälschungen in den Hochburgen von Gbagbos Rivalen Allasane Ouattara. Der beruft sich seinerseits auf das Ergebnis der unabhängigen Wahlkommission und hat sich ebenfalls zum Präsidenten erklärt.
Aus manchen Wahlbezirken werden bereits blutige Zusammenstöße gemeldet. Das Militär, Gbagbos stärkstes Machtinstrument, hat unterdessen die Grenzen abgeriegelt. Die Lage im Lande ist vollkommen verfahren und extrem angespannt.

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Die jüngsten Nachrichten aus dem westafrikanischen Land scheinen jene Theoretiker zu bestätigen, die die westliche Demokratie für ein untaugliches Mittel halten, um Krisenländer in Afrika zu befrieden . »Der beruhigende Glaube, dass Menschen, die Zugang zur Wahlurne haben, nicht zur Waffe greifen, hat sich als Illusion erwiesen«, schreibt der Entwicklungsökonom Paul Collier. In seinem jüngsten Buch Wars, Guns and Votes kommt er zu dem Schluss, dass die Demokratie die Gesellschaften in den am wenigsten entwickelten Ländern gefährlicher gemacht habe. Collier, Professor an der Universität Oxford, ist eine Kapazität unter den Krisen- und Entwicklungsforschern, sein Urteil hat Gewicht. Und nicht nur die Eskalation in der Elfenbeinküste untermauert scheinbar seine These, auch die Reformrückschläge in Madagaskar oder die Wirren in Guinea , die die ersten freien Wahlen nach dem Ende der Militärherrschaft begleiteten. Selbst in Kenia, einst als Vorzeigedemokratie des Kontinents gefeiert, wo die Wahlen Ende 2007 in einen schamlosen Wahlbetrug des Amtsinhabers Mwai Kibaki mündeten, kam es zu schweren ethnischen Konflikten . 1100 Menschen starben. Und nun droht in der Elfenbeinküste eine Fortsetzung des Bürgerkrieges, der das Land zwischen 2002 und 2006 zerrüttet hat.
- Datum 09.12.2010 - 12:12 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 9.12.2010 Nr. 50
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Unter "Neu auf Zeit Online" wird auf den Artikel mit der
Frage hingewiesen : "Ist Afrika für Demokratie ungeeignet?"
Ich frage mich gelegentlich, jedenfalls bei einigen Staaten,
ob Afrika überhaupt zur eigenen Verwaltung fähig ist.
Wie soll ein Kontinent, der von Kolonialmächten ausgebeutet und terrorisiert wurde,sich normal entwickeln. Die meisten Herrscher in Afrika verhalten sich mehr oder weniger wie die Kolonialmächte; sie beuten ihr Land nach Kräften aus und tragen kaum etwas zur wirklichen Entwicklung der Bevölkerung bei.
Wenn das hochentwickelte Deutschland sich schon extrem schwer getan hat, von der Monarchie zur Demokratie zu kommen, wird Afrika noch einige Generationen brauchen, um der gefestigten Demokratie auch nur näher zu kommen.
Auch der asiatische Raum wurde unter den Kolonialmächten brutal ausgebeutet, dennoch sind dort kaum afrikanische Verhältnisse vorzufinden. Dieses ewige Kolonialmachtgeschwafel soll nur darüber hinwegtäuschen, wo die eigentlichen Probleme liegen.
Demokratie funktioniert nur dort, wo es funktionierende Strukturen gibt und ein gebildetes Bürgertum. Das alles gibt es aber in Afrika so gut wie gar nicht.
Keine vernünftige Infrastruktur, keine gut funktionierende und weitgehend korruptionsfreie Bürokratie; Bildung ist Mangelware. Aus diesem Grunde wird das nichts mit der Demokratie, weder in Afrika noch in Haiti, welches man schon jetzt als Afrika der neuen Welt bezeichnen kann. So haben nach Aussage einiger Entwicklungshelfer die Haitianer aufgehört, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, man wartet lieber auf die Spenden von außerhalb. Und die Haitianer selber sind ihrer Meinung nach auch nicht Schuld an ihrer desolaten Lage zu sein, sondern es sind immer die anderen. Eine Haltung, die man so auch auf dem afrikanischen Kontinent immer wieder antrifft.
Wer Afrika wirklich helfen will, hört auf, für diesen Kontinent zu spenden, da die Spenden eh nur die sinnlosen Bürgerkriege finanzieren. Wer Afrika helfen will, lässt Schulbücher drucken und setzt auf die nachfolgenden Generationen.
Wir haben Liberia als Beispiel oder Haiti in der Karibik!
In den meisten Laendern Afrikas war die Entkolonialisierung
ein Rueckschritt. Auf dem Gebiet der Ernaehrung, der Kultur,
der Sicherheit usw steht es heute schlechter um die Menschen
und viele, die die Kolonialzeit erlebt haben, bestaetigen
das. Und betr Uebergang von Monarchie zu Demokratie,
Schweden, Norwegen, Daenemark, Holland, Belgien, England
etc haben das offenbar noch nicht geschafft!
Auch der asiatische Raum wurde unter den Kolonialmächten brutal ausgebeutet, dennoch sind dort kaum afrikanische Verhältnisse vorzufinden. Dieses ewige Kolonialmachtgeschwafel soll nur darüber hinwegtäuschen, wo die eigentlichen Probleme liegen.
Demokratie funktioniert nur dort, wo es funktionierende Strukturen gibt und ein gebildetes Bürgertum. Das alles gibt es aber in Afrika so gut wie gar nicht.
Keine vernünftige Infrastruktur, keine gut funktionierende und weitgehend korruptionsfreie Bürokratie; Bildung ist Mangelware. Aus diesem Grunde wird das nichts mit der Demokratie, weder in Afrika noch in Haiti, welches man schon jetzt als Afrika der neuen Welt bezeichnen kann. So haben nach Aussage einiger Entwicklungshelfer die Haitianer aufgehört, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, man wartet lieber auf die Spenden von außerhalb. Und die Haitianer selber sind ihrer Meinung nach auch nicht Schuld an ihrer desolaten Lage zu sein, sondern es sind immer die anderen. Eine Haltung, die man so auch auf dem afrikanischen Kontinent immer wieder antrifft.
Wer Afrika wirklich helfen will, hört auf, für diesen Kontinent zu spenden, da die Spenden eh nur die sinnlosen Bürgerkriege finanzieren. Wer Afrika helfen will, lässt Schulbücher drucken und setzt auf die nachfolgenden Generationen.
Wir haben Liberia als Beispiel oder Haiti in der Karibik!
In den meisten Laendern Afrikas war die Entkolonialisierung
ein Rueckschritt. Auf dem Gebiet der Ernaehrung, der Kultur,
der Sicherheit usw steht es heute schlechter um die Menschen
und viele, die die Kolonialzeit erlebt haben, bestaetigen
das. Und betr Uebergang von Monarchie zu Demokratie,
Schweden, Norwegen, Daenemark, Holland, Belgien, England
etc haben das offenbar noch nicht geschafft!
Demokratie hat man nach 50 Jahren gelernt oder nicht.
Was kommt dann? Monarchie? Diktatur?
Egal, Hauptsache kein Bürgerkrieg und die Return of Invests werden nicht gestört.
China ante portas !!
Auch der asiatische Raum wurde unter den Kolonialmächten brutal ausgebeutet, dennoch sind dort kaum afrikanische Verhältnisse vorzufinden. Dieses ewige Kolonialmachtgeschwafel soll nur darüber hinwegtäuschen, wo die eigentlichen Probleme liegen.
Demokratie funktioniert nur dort, wo es funktionierende Strukturen gibt und ein gebildetes Bürgertum. Das alles gibt es aber in Afrika so gut wie gar nicht.
Keine vernünftige Infrastruktur, keine gut funktionierende und weitgehend korruptionsfreie Bürokratie; Bildung ist Mangelware. Aus diesem Grunde wird das nichts mit der Demokratie, weder in Afrika noch in Haiti, welches man schon jetzt als Afrika der neuen Welt bezeichnen kann. So haben nach Aussage einiger Entwicklungshelfer die Haitianer aufgehört, ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen, man wartet lieber auf die Spenden von außerhalb. Und die Haitianer selber sind ihrer Meinung nach auch nicht Schuld an ihrer desolaten Lage zu sein, sondern es sind immer die anderen. Eine Haltung, die man so auch auf dem afrikanischen Kontinent immer wieder antrifft.
Wer Afrika wirklich helfen will, hört auf, für diesen Kontinent zu spenden, da die Spenden eh nur die sinnlosen Bürgerkriege finanzieren. Wer Afrika helfen will, lässt Schulbücher drucken und setzt auf die nachfolgenden Generationen.
Kann ich so zum Teil bestätigen, wir haben für Unicef Spenden gesammelt, dann sind einige nach Ruanda gefahren und haben eine Wasserpumpe und eine Schule gebaut, nach 3 Monaten gabs Kontrollbesuch, Schule ausgeräumt und Wasserpumpe gegen Alkohol eingetauscht xD.
[...]
Seit dem haben wir für Nordindien gearbeitet, die sind wenigstens dankbar und geben acht auf die "Geschenke"
Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion/ft
Kann ich so zum Teil bestätigen, wir haben für Unicef Spenden gesammelt, dann sind einige nach Ruanda gefahren und haben eine Wasserpumpe und eine Schule gebaut, nach 3 Monaten gabs Kontrollbesuch, Schule ausgeräumt und Wasserpumpe gegen Alkohol eingetauscht xD.
[...]
Seit dem haben wir für Nordindien gearbeitet, die sind wenigstens dankbar und geben acht auf die "Geschenke"
Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Die Redaktion/ft
Vielleicht ist es auch nur die falsche Form der Demokratie.
Ein präsidiales System gewährt dem Gewählten schon recht viel Macht, während im Föderalismus wie er hier in Deutschland existiert die Macht sehr stark verteilt ist. Durch oftmals verschiedene Mehrheiten in Bundesrat und Bundestag sind die Parteien dazu gezwungen, sich zusammen zu setzen.
Eine Demokratie, die von einem "starken Mann" geführt wird, bekommt sehr leicht Probleme, denn ein Prinzip der Demokratie ist eine effiziente Gewaltenteilung. Sprich ein "starker Mann" kann leicht zu stark für die Demokratie werden.
Für Europa bleibt in Afrika nur die Flucht nach vorn: Sprich sich selbst engagieren. Auch auf die Gefahr des Vorwurfs hin, sich nur um seine wirtschaftlichen Interessen zu kümmern. Geschieht dies nicht, hat Europa keinen Einfluss, sondern China nimmt diese Position ein - was nun wirklich nicht wünschenswert ist.
Im Artikel geht aber leider vollkommen unter, dass die Diktatoren und Erbpräsidenten durch die Bank durchaus nur deshalb solange an der Macht sind, weil sich irgendeine westliche Regierung findet die diese, aus eigenen Wirtschaftsinteressen, in jeder Hinsicht schützt. Meist ist es die ehemalige Kolonialmacht, die wie Frankreich sauer reagiert, wenn die ehemaligen Kolonien doch nicht gewillt sind, die Knebelverträge für ihre Unabhängigkeit weiter zu erfüllen. Demokraten die gegen diese Form von Ausbeutung sind, werden schnell ein Opfer von Attentaten und Stürzen. Gleichzeitg werden die genehmen Kandidaten politisch und finanziell in jeder Hinsicht unterstützt. Aber es sind die bösen Afrikaner, die aus Unfähigkeit zu blöd zur Demokratie sind.
Herr Ouattara hat jahrelang bei der Weltbank gearbeitet, und zeichnet sich auch dafür mitverantwortlich, dass die Elfenbeinküste immernoch der größte Kakaoproduzent ist obwohl die Preise weiter fallen. Die prosperierende Wirtschaft bestand doch lediglich darin, dass Frankreich sich für billig Geld Produkte und Rohstoffe sichern konnte und gleichzeitig seine Produkte exportierte. Die Welt ist nicht so einfach, wie hier dargestellt werde soll.
Der alte Präsident hat doch Frankreich 2005 ordentlich auf die Füße getreten, als er die ortansässigen Franzosen bei einer erneuten militärischen Einmischung Frankreichs als Geiseln einsetzen wollte.
Man stelle sich vor. Die Demokratie ist nicht die "Ultima Ratio" der Regierungsformen.
Wir beuten andere Länder aus. Wir behandeln Teile der Bevölkerung schlecht. Die Meinung ist nicht mehr frei. Wir führen Kriege in Ländern, die die meisten Deutschen nicht mal auf der Karte finden würden. Bei uns bestimmen Wenige, wo es lang geht und wir haben Scheinwahlen, mit denen der Wähler nicht ausrichten kann. Ach ja die Medien vertreten auch alle den gleichen Konsens.
NEIN das ist keine Diktatur, das ist Demokratie in Deutschland!
...so schrecklich ist.
Sie beginnen mit der Aussage "Die Demokratie ist nicht die 'Ultima Ratio' der Regierungsformen". Dann begründen Sie Ihre Meinung mit bestimmten Zuständen in Deutschland ("Scheinwahlen"). Das ist von vorne bis hinten unlogisch:
Erstens würde ich das mit den Scheinwahlen usw. in Deutschland anzweifeln.
Zweitens: Selbst wenn es so wäre, wäre das noch kein Argument gegen die Demokratie, sondern würde lediglich aussagen, dass unsere Art der Demokratie im Moment in Deutschland nicht perfekt ist. Das sagt ja noch nichts über die Regierungsform an sich aus.
Zum Artikel: Mit der folgenden Aussage ist für mich alles gesagt: "Repräsentative Umfragen des Forschungsprojekts Afrobarometer ergaben, dass zwei Drittel der Befragten in 18 afrikanischen Ländern die Demokratie anderen Herrschaftsformen vorziehen."
Unter der Einschränkung, dass das nur eine Umfrage war: Wenn das so ist, dann stellt sich doch die Frage gar nicht, ob Demokratie dort "richtig" ist. Wenn es zwei Drittel so wollen? Was ist denn der Maßstab für "richtig" oder "falsch"?
...so schrecklich ist.
Sie beginnen mit der Aussage "Die Demokratie ist nicht die 'Ultima Ratio' der Regierungsformen". Dann begründen Sie Ihre Meinung mit bestimmten Zuständen in Deutschland ("Scheinwahlen"). Das ist von vorne bis hinten unlogisch:
Erstens würde ich das mit den Scheinwahlen usw. in Deutschland anzweifeln.
Zweitens: Selbst wenn es so wäre, wäre das noch kein Argument gegen die Demokratie, sondern würde lediglich aussagen, dass unsere Art der Demokratie im Moment in Deutschland nicht perfekt ist. Das sagt ja noch nichts über die Regierungsform an sich aus.
Zum Artikel: Mit der folgenden Aussage ist für mich alles gesagt: "Repräsentative Umfragen des Forschungsprojekts Afrobarometer ergaben, dass zwei Drittel der Befragten in 18 afrikanischen Ländern die Demokratie anderen Herrschaftsformen vorziehen."
Unter der Einschränkung, dass das nur eine Umfrage war: Wenn das so ist, dann stellt sich doch die Frage gar nicht, ob Demokratie dort "richtig" ist. Wenn es zwei Drittel so wollen? Was ist denn der Maßstab für "richtig" oder "falsch"?
Wir haben Liberia als Beispiel oder Haiti in der Karibik!
In den meisten Laendern Afrikas war die Entkolonialisierung
ein Rueckschritt. Auf dem Gebiet der Ernaehrung, der Kultur,
der Sicherheit usw steht es heute schlechter um die Menschen
und viele, die die Kolonialzeit erlebt haben, bestaetigen
das. Und betr Uebergang von Monarchie zu Demokratie,
Schweden, Norwegen, Daenemark, Holland, Belgien, England
etc haben das offenbar noch nicht geschafft!
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