Heilmethode Ein Beweis namens "Ich"
Die Homöopathie hilft sogar, wenn man nicht an sie glaubt. Jens Jessen plädiert für gelassenen Pragmatismus
Ich bin kein Esoteriker. Ich glaube nicht an die Homöopathie; ich nehme die Kügelchen einfach so. Ich vertraue auch auf die Wirkung nicht; ich lasse mich von ihr überraschen. Aconitum C 30 – was soll das sein? Wenig mehr als teuer portionierter Traubenzucker, ich weiß. Aber dann ist die Bronchitis plötzlich doch und manchmal sogar schlagartig im Keim erstickt. Einbildung, Schwindel, Autosuggestion?
Ich verspüre wenig Neigung, mich mit den naturwissenschaftlichen Skeptikern anzulegen, sie haben die Logik und alle medizinischen Argumente auf ihrer Seite. Ich kann ihnen kein Weltbild, sondern nur meine persönliche Empirie entgegensetzen. Mein Zugeständnis an die Schulmedizin besteht darin, »Ich« zu sagen und von Generalisierungen Abstand zu nehmen. Es könnte aber den Schulmedizinern zu denken geben, dass dieses »Ich« in meinem Falle dem Aberglauben weitgehend abhold ist.
Eine innere Disposition zur Homöopathie besteht nicht. Es verdrießt mich sogar, dass die Kügelchen mich in einen gewissen Widerspruch zu meinem aufgeklärten Selbstverständnis bringen. Weniges macht mich so nervös wie das anthroposophische Gerede vom Ganzheitlichen, Feinstofflichen – und was es dergleichen Humbug mehr gibt.
Übrigens ergeht sich auch meine Ärztin nicht darin. Sie ist wortkarg und praktisch, sie hört sich meine Beschwerden stumm und nickend an wie nur je ein gehetzter Schulmediziner; dann öffnet sie eine Lade mit Dutzenden von Fläschchen, nimmt daraus einige Globuli, die sie in ein flugs gefaltetes packpapiernes Dreieckstütchen perlen lässt, und sagt drohend: »Lutschen, nicht kauen! Fünf sofort, drei abends, drei am nächsten Morgen, und wenn es nicht hilft, müssen Sie wieder anrufen und ein Antibiotikum nehmen.«
Vielleicht besteht das Geheimnis der Homöopathie darin, auf diese Weise bei dem ungeduldigen Patienten einen Behandlungsaufschub durchzusetzen, während dessen sich der Körper selbst hilft. Das kann gut sein; dieses weitere Zugeständnis mache ich den Schulmedizinern gerne. Ich kannte einen Kinderarzt, der seine größten Therapieerfolge mit dem Rat »Abwarten« hatte.
Aber weitere Zugeständnisse mache ich nicht. Weder muss man an die Homöopathie glauben, damit sie wirkt, noch muss ein ausführliches Arztgespräch der Wirkung vorausgegangen sein. Bestes Beispiel: Die Globuli wirken auch bei Kindern und Hunden. Ja, verflucht noch mal: Es gibt auch eine homöopathische Tiermedizin. Aber weder Kinder noch Hunde sind weltanschaulichen Diskussionen oder ausführlichen Therapiegesprächen geneigt. Das Vorgespräch gegenüber Kind wie Hund erschöpft sich in meiner Ermahnung »Lutschen, nicht kauen«. Das Kind lacht – und lässt die Kügelchen knacken. Der Hund verdreht lustig die Augen – und lässt die Kiefer krachen. Die beiden Schlingel sind ganz verrückt nach den Globuli. Bin ich ein Guru, der durch humoristische Kapitulation vor der Frechheit meiner Schützlinge heilt?
- Datum 14.12.2010 - 10:07 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 9.12.2010 Nr. 50
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Warum auch homöopathische Tiermedizin Humbug ist, wurde hier (http://blog.gwup.net/2010...) schon dargelegt.
Und zum Thema "Aus dem Umstand, dass sich etwas nicht erklären oder mit gegenwärtigen Methoden nicht nachweisen lässt, folgt keineswegs, dass es nicht existiert." - Nichtexistenz lässt sich zwar nicht nachweisen, muss man aber auch nicht. Blöd nur, dass es auch nicht gelingt, die Existenz der Homöopathie nachzuweisen.
Anm: Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/lv
Man nehme 200 Kühe und teile sie in zwei Gruppen ... bla.
Wenn ich das schon lese, dann erschleicht sich mir das Gefühl als sei da wieder ein Schulmediziner am Werk, der von Homöopathie überhaupt keine Ahnung hat.
Nur um es ganz klar zu sagen: so ein Experiment kann nicht funktionieren. Es ist völlig ungeeignet, um Homöopathie zu widerlegen.
Aconitum c30 wirdt nur zeigen wirkung entfalten wenn sie angst zum sterben haben und dass auch articulieren.
Dass ist die klassische homooopathie
Anm: Bitte bemühen Sie sich um einen sachlichen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/lv
Man nehme 200 Kühe und teile sie in zwei Gruppen ... bla.
Wenn ich das schon lese, dann erschleicht sich mir das Gefühl als sei da wieder ein Schulmediziner am Werk, der von Homöopathie überhaupt keine Ahnung hat.
Nur um es ganz klar zu sagen: so ein Experiment kann nicht funktionieren. Es ist völlig ungeeignet, um Homöopathie zu widerlegen.
Aconitum c30 wirdt nur zeigen wirkung entfalten wenn sie angst zum sterben haben und dass auch articulieren.
Dass ist die klassische homooopathie
Was Sie da in ihrem Artikel von sich geben ist äußerst flach:
Homöopathie ist statistisch nachgewiesen nichts anderes als der Placeboeffekt.
Und dass der Placeboeffekt auch bei Kindern und Hunden funktioniert (sogar am besten), ist auch schon nachgewiesen. Das Verabreichen von Globuli suggeriert dabei Lösung des Problems zu sein. Als einzige Form der Kommunikation wirkt es um so stärker.
Dass Homöopathie nicht nur nicht wirkt, sondern auch viele Nachteile mit sich bringt, sollte man nicht unterschlagen:
- Babys, denen besonders gerne Globuli für jedes Problem (Koliken, Zahnen, Schlafen, Essen ...) gegeben wird, gewöhnen sich vom Anfang an, dass sie diese nur durch Globulieinnahme lösen können. Die Bereitschaft Medikamente zu nehmen, ist stark eingebrannt, während ein geringeres Vertrauen in eigenständiges Lösen des Problems / "Selbstheilung" besteht.
- Globuli sind Zucker
- Globuli verdrängen echte Naturheilmittel
Anm: Bitte achten Sie auf einen sachlichen Umgangston. Danke. Die Redaktion/lv
Glaubt, Menschen, glaubt... und gebt mit euer Geld für wertlose Zuckerkügelchen. Hört nicht auf die Ärzte die euch anraten spazieren zu gehen und etwas Sport zu treiben weil das angeblich einen besseren Heilungseffekt hat als Homöopathische Medizin. Doppelblindstudien, die immer wieder das gleiche beweisen, nämlich dass Homöopathie auch dann nicht funktioniert, wenn man dran glaubt, sind des Teufels. Tretet der Kirche der Homöopathie bei!
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich zum Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/lv
Ich stimme Herrn Jessen zu!
Auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Homöopathie einfach wirkt. Ganz egal ob man nun daran glaubt oder nicht.
Ich glaube es ist auch falsch, diese Art der Medizin nur auf Kügelchen mit winziger Dosis zu reduzieren. Eine große Rolle spielen ja auch einfach natürliche Wege zur Heilung mit pflanzlichen Mitteln zum Beispiel. Dass das funktioniert, kann ja wohl niemand bestreiten.
Homöopathie ist keine Maturimedizin!!1 Da liegen so grundsätzlich falsch.
Homöopathie ist keine Maturimedizin!!1 Da liegen so grundsätzlich falsch.
Diese Aussage ist einfach nur göttlich:
"Nur weil sich die Homöopathie nicht erklären oder nachweisen lässt, folgt keineswegs, dass sie nicht existiert."
Obwohl ich auch nicht an Homöopathie glaube, muss ich dem Autor in dieser Sache recht geben. Wenn die Existenz des gelben voralpinen Jungfrauenfressers nicht belegt ist, bedeutet dies nicht, dass er nicht existiert. So fair muss man schon sein. Korrekter wäre: mit den aktuellen wissenschaftlichen Methoden lässt sich eine Wirkung nicht erklären. Wissenschaft ist ja auch etwas, das sich ändert. Siehe Galileo.
Nur weil man nicht beweisen kann, dass es einen Gott gibt, heißt das noch lange nicht, dass es ihn nicht gibt.
Es mag zwar unglaublich unlogisch und seltsam sein, wenn es einen Gott geben würde, aber ich denke kein Mensch kann beweisen, dass es keinen Gott gibt.
So ähnlich ist es meiner Meinung nach mit der Homöopathie.
In unserer Gesellschaft hat man aber die Auffassung, dass Dinge die nicht nachgewiesen werden können nicht existieren. Richtig lustig fände ich es, wenn man sagen würde das die Dinge existieren w e i l man sie nachgewiesen hat. Der Nachweis wäre also der Grund der Existens.
PS: Ich bin nicht gläubig.
Obwohl ich auch nicht an Homöopathie glaube, muss ich dem Autor in dieser Sache recht geben. Wenn die Existenz des gelben voralpinen Jungfrauenfressers nicht belegt ist, bedeutet dies nicht, dass er nicht existiert. So fair muss man schon sein. Korrekter wäre: mit den aktuellen wissenschaftlichen Methoden lässt sich eine Wirkung nicht erklären. Wissenschaft ist ja auch etwas, das sich ändert. Siehe Galileo.
Nur weil man nicht beweisen kann, dass es einen Gott gibt, heißt das noch lange nicht, dass es ihn nicht gibt.
Es mag zwar unglaublich unlogisch und seltsam sein, wenn es einen Gott geben würde, aber ich denke kein Mensch kann beweisen, dass es keinen Gott gibt.
So ähnlich ist es meiner Meinung nach mit der Homöopathie.
In unserer Gesellschaft hat man aber die Auffassung, dass Dinge die nicht nachgewiesen werden können nicht existieren. Richtig lustig fände ich es, wenn man sagen würde das die Dinge existieren w e i l man sie nachgewiesen hat. Der Nachweis wäre also der Grund der Existens.
PS: Ich bin nicht gläubig.
"Aconitum C 30 – was soll das sein? Wenig mehr als teuer portionierter Traubenzucker, ich weiß."
So weit ich das mitbekommen habe sind dies die einzigen Sätze in dem Text, die von Homöopathie handeln, dannach geht es nur noch um Zuckerkugeln.
Die ganz persönlichen Argumente, warum diese bei Herrn Jessen wirken oder nicht in allen Ehren, aber wer z.B. bereit ist zu glauben unendlich verdünntes Arsen könne Heuschnupfen lindern, wie gewappnet ist solch ein Mensch, wenn man ihm erzählt dass die Handystrahlen seines Nacharn bei ihm Kopfschmerzen verursachen?
Die Medallie durch die Akzeptanz esoterischer Pseudo-Erklärungen den Placeboeffekt ausnutzen zu können kommt leider nicht ohne Rückseite aus.
weitergehend wenn ihm der Bankberater verspricht: Riesen Rendite mit vernachlässigbarem Risiko, wie gewappnet ist so ein Mensch wenn er erzählt bekommt bei Lotto gewinnt man Millionen, wie gewappnet ist so ein Mensch wenn das Fernsehhoroskop für 25 Euro empfiehlt die glückliche Beziehung mit dem Partner zu beenden?
Aber den selben schlecht gewappneten Menschen kann man dann ja Kügelchen und Heilmagnete gegen die Handystrahlen und Traumfänger gegen die Horoskope verkaufen. Ist doch ein tolles Geschäftsmodell.
weitergehend wenn ihm der Bankberater verspricht: Riesen Rendite mit vernachlässigbarem Risiko, wie gewappnet ist so ein Mensch wenn er erzählt bekommt bei Lotto gewinnt man Millionen, wie gewappnet ist so ein Mensch wenn das Fernsehhoroskop für 25 Euro empfiehlt die glückliche Beziehung mit dem Partner zu beenden?
Aber den selben schlecht gewappneten Menschen kann man dann ja Kügelchen und Heilmagnete gegen die Handystrahlen und Traumfänger gegen die Horoskope verkaufen. Ist doch ein tolles Geschäftsmodell.
Der Autor schreibt, er sei "dem Aberglauben weitgehend abhold". Nun, dass wird wohl jeder von sich selbst behaupten, oder?
Wichtig ist bei der Homöopathie, dass sie akzeptiert sich selbst zu hinterfragen und wissenschaftlicher Untersuchung ausgesetzt zu sein. Die Abgrenzung des Homöopathen zum Scharlatan ist sonst nicht möglich.
Doch auch die wissenschaftliche Medizin kann abergläubisch sein. Und zwar in dem sie vergisst, dass sie wissenschaftlich sein soll. Wissenschaft geht immer davon aus, dass man etwas nicht weiß. Die meisten Ärzte haben allerdings nicht mehr viel vom Wissenschaftler.
Die Heilerfolge der Homöopathie sind da. Auch traditionelle chinesische Medizin erzielt ihre Heilerfolge oder Linderungserfolge. Daraus folgt, dass es wohl noch etwas gibt, was noch nicht von der Wissenschaft erfasst worden ist. Die wissenschaftliche Medizin täte gut daran hier zu forschen - und zwar mit offenem Ergebnis. Sonst sagen die Statistiken eh nur aus, was sie aussagen sollen.
Umgekehrt muss sich jeder Homöopath, der sich Arzt nennen möchte, kritisch mit seinem eigenen Metier auseinander setzen. Das Argument "es hilft doch" hat auch seine Kehrseite: Placebo. Und damit lässt sich wunderbar Geld verdienen.
Persönlich denke ich, dass unsere Psyche sehr große Auswirkungen auf das physische Befinden und die Selbstheilungskräfte des Körpers hat. Und das die Homöopathie oftmals aus diesem Umstand schöpft. Wenn mir jemand jedoch etwas vom "Gedächtnis des Wassers" erzählt, nun ja...
Hömöopathen verbreiten Präparate, die angeblich umso wirksamer sind, je stärker sie verdünnt sind. Als ob das nicht dümmlich genug ist, verbreiten sie auch Präparate mit 10hoch-50(!!!) Konzentration (also ein ganzer Planet Jupiter, um ein einziges Atom abzubekommen...
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und artikelbezogen. Danke. Die Redaktion/lv
Hömöopathen verbreiten Präparate, die angeblich umso wirksamer sind, je stärker sie verdünnt sind. Als ob das nicht dümmlich genug ist, verbreiten sie auch Präparate mit 10hoch-50(!!!) Konzentration (also ein ganzer Planet Jupiter, um ein einziges Atom abzubekommen...
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und artikelbezogen. Danke. Die Redaktion/lv
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