In Zeiten, in denen mich bestimmte Dinge sehr beschäftigen, habe ich einen wiederkehrenden Traum. Darin bin ich schwanger, das Kind war nicht geplant, die ganze Situation überfordert mich. Ein Freund kommt in diesem Traum nicht vor. Es gibt auch keinen Sex, ich bin auf merkwürdige Weise geschlechtslos. Alles passiert ohne Vorwarnung, ohne Grund. Das Ergebnis ist kein richtiges Baby, nichts, was meinen Mutterinstinkt weckt. Das Wesen sieht eher aus wie die Miniatur eines Erwachsenen. Ich finde es hässlich und doof und kann mich nicht damit anfreunden, dass es meins sein soll. Das ist ein merkwürdig beklemmendes Gefühl.

Das erste Mal hatte ich diesen Traum vor sechs Jahren, kurz bevor es bei Viva mit meiner eigenen Show losging. Ich träumte ihn zu diesem Zeitpunkt fast jede Nacht. Bis dahin war ich beim Sender eine von vielen Moderatorinnen gewesen, hatte gemacht, was alle anderen auch machten. Plötzlich gab es einen neuen Chef, der befand, ich sollte eine eigene Personality-Show kriegen. Mir war klar, was das für eine Riesenchance war. Deshalb wollte ich alles gut und richtig machen und war sehr angespannt.

Das Schlimme ist, dass ich ein Kontrollfreak bin, der alles mitbestimmen will. Bis hin zu Kleinigkeiten wie dem Logo oder den Stühlen, die im Studio stehen. Das bringt eine gewisse Frustration mit sich, weil man weiß, dass man nicht 100 Prozent davon umsetzen können wird. Man muss eben auch die Ideen und Meinungen der anderen Beteiligten berücksichtigen. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich manche Entscheidungen auch gut hätte abgeben können. Aber hinterher ist man immer klüger.

Als ich das erste Mal träumte, ungewollt schwanger zu sein, habe ich mich gefragt, was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will. Ich dachte, vielleicht will mir mein Körper signalisieren, dass es langsam Zeit wird, über Nachwuchs nachzudenken. Dabei war ich damals gerade mal Mitte 20 und weit davon entfernt, einen Kinderwunsch zu haben. Eines Tages erzählte ich meinem Kollegen Markus Kavka von diesem wiederkehrenden Traum. Und er, total schlau, meinte: »Ist doch klar, du gehst halt mit dieser Sendung schwanger.« Da fiel mir dieser Zusammenhang erst auf, plötzlich machte der Traum total Sinn. Anders als im Traum konnte ich das Kind, meine Show, immer gut leiden. Natürlich sehen Babys immer ein bisschen zerknittert und blutig aus, wenn sie zur Welt kommen – das war bei der ersten Ausgabe der Sendung nicht anders, die war sicher keine Glanzleistung.

Aber nachdem die vierte Folge abgedreht war, fuhr ich zum Sommerfest meines Papas aufs Land und war zufrieden. Von da an hörten die Schwangerschaftsträume auf: Das Baby war auf der Welt. Ich habe es gehegt und gepflegt und darauf aufgepasst. Mittlerweile kehrt der Traum wieder, wenn große Ereignisse in meinem Leben anstehen. Im Schlaf denke ich dann jedes Mal aufs Neue: Mist, schwanger! Und nach dem Aufwachen fange ich an, mir Gedanken darüber zu machen, was gerade in meinem Kopf rumrumpelt.

Aufgezeichnet von Nana Heymann