Moderatorin Sarah Kuttner"Im Schlaf denke ich jedes Mal: Mist, schwanger!"

Die Moderatorin und Autorin Sarah Kuttner ist schon häufig Mutter geworden – im Traum. Meist träumt sie vom Kinderkriegen, wenn sie sich überfordert fühlt. von Nana Heymann

In Zeiten, in denen mich bestimmte Dinge sehr beschäftigen, habe ich einen wiederkehrenden Traum. Darin bin ich schwanger, das Kind war nicht geplant, die ganze Situation überfordert mich. Ein Freund kommt in diesem Traum nicht vor. Es gibt auch keinen Sex, ich bin auf merkwürdige Weise geschlechtslos. Alles passiert ohne Vorwarnung, ohne Grund. Das Ergebnis ist kein richtiges Baby, nichts, was meinen Mutterinstinkt weckt. Das Wesen sieht eher aus wie die Miniatur eines Erwachsenen. Ich finde es hässlich und doof und kann mich nicht damit anfreunden, dass es meins sein soll. Das ist ein merkwürdig beklemmendes Gefühl.

Das erste Mal hatte ich diesen Traum vor sechs Jahren, kurz bevor es bei Viva mit meiner eigenen Show losging. Ich träumte ihn zu diesem Zeitpunkt fast jede Nacht. Bis dahin war ich beim Sender eine von vielen Moderatorinnen gewesen, hatte gemacht, was alle anderen auch machten. Plötzlich gab es einen neuen Chef, der befand, ich sollte eine eigene Personality-Show kriegen. Mir war klar, was das für eine Riesenchance war. Deshalb wollte ich alles gut und richtig machen und war sehr angespannt.

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Alle bisherigen Träume zum Nachlesen  |  © Miss Jones/Photocase

Das Schlimme ist, dass ich ein Kontrollfreak bin, der alles mitbestimmen will. Bis hin zu Kleinigkeiten wie dem Logo oder den Stühlen, die im Studio stehen. Das bringt eine gewisse Frustration mit sich, weil man weiß, dass man nicht 100 Prozent davon umsetzen können wird. Man muss eben auch die Ideen und Meinungen der anderen Beteiligten berücksichtigen. Im Nachhinein denke ich mir, dass ich manche Entscheidungen auch gut hätte abgeben können. Aber hinterher ist man immer klüger.

Sarah Kuttner

31, wurde 2001 als Moderatorin des Musiksenders Viva bekannt. Im Frühjahr 2009 erschien ihr Roman Mängelexemplar, der ein Bestseller wurde. Mit Markus Kavka führte sie zuletzt auf 3sat durch die Reportage-Reihe Frau Kuttner und Herr Kavka.

Als ich das erste Mal träumte, ungewollt schwanger zu sein, habe ich mich gefragt, was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will. Ich dachte, vielleicht will mir mein Körper signalisieren, dass es langsam Zeit wird, über Nachwuchs nachzudenken. Dabei war ich damals gerade mal Mitte 20 und weit davon entfernt, einen Kinderwunsch zu haben. Eines Tages erzählte ich meinem Kollegen Markus Kavka von diesem wiederkehrenden Traum. Und er, total schlau, meinte: »Ist doch klar, du gehst halt mit dieser Sendung schwanger.« Da fiel mir dieser Zusammenhang erst auf, plötzlich machte der Traum total Sinn. Anders als im Traum konnte ich das Kind, meine Show, immer gut leiden. Natürlich sehen Babys immer ein bisschen zerknittert und blutig aus, wenn sie zur Welt kommen – das war bei der ersten Ausgabe der Sendung nicht anders, die war sicher keine Glanzleistung.

Aber nachdem die vierte Folge abgedreht war, fuhr ich zum Sommerfest meines Papas aufs Land und war zufrieden. Von da an hörten die Schwangerschaftsträume auf: Das Baby war auf der Welt. Ich habe es gehegt und gepflegt und darauf aufgepasst. Mittlerweile kehrt der Traum wieder, wenn große Ereignisse in meinem Leben anstehen. Im Schlaf denke ich dann jedes Mal aufs Neue: Mist, schwanger! Und nach dem Aufwachen fange ich an, mir Gedanken darüber zu machen, was gerade in meinem Kopf rumrumpelt.

Aufgezeichnet von Nana Heymann

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Leserkommentare
  1. Ich finde es einfach unfassbar, mit welchen Themen sich die Medienfiguren immer selbst in die Medien bringen.
    Diese Selbstinszenierungen sind nur auf Quote aus.
    Wenn ich dann mal über den Teaser hinaus weiter lese, denke ich hinterher immer: Mist, reingefallen !

    P.S.: Kinderkriegen ist einfach, Kinder erziehen ist die echte Herausforderung.

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    Sie Stellen die Glaubwürdigkeit dieser Moderatorin infrage, aber was ist mit Ihrer Glaubwürdigkeit? Huh, es ist Sonntag und der anonyme Herr liest mal ein bisschen Trash... [...] ?!

    Wer sich Ihr Profil anschaut, würde Ihnen am liebsten sagen: Hallo, entspannen Sie sich, es gibt auch eine Welt draußen und Hass, Neid und Missgunst sind vor allem für Sie - nicht für Frau Kuttner - ein Problem.

    Bitte verzichten Sie trotz Kritik auf Aussagen, die als persönliche Angriffe verstanden werden können. Danke, die Redaktion/vv

  2. Wahnsinnig interessant ... und was die träumt ... WOW.

    Wenn's jemanden interessiert, ich träume schon seit Jahren, dass ich in verwinkelten dunklen Gängen von einem übergroßen, mit Schinken und Käse belegten Toastbrot verfolgt werde.

    ...

    Und, ich habe mal schnell einen Freund angerufen, um über die Träume von Sarah Kuttner zu sprechen. Also, wir haben da mindestens eine Stunde unsere Gedanken über Ihre Träume ausgetauscht, da berichtet er doch tatsächlich von seinen immer wiederkehrenden Träumen.

    Der Arme träumt, dass er immer, wenn er vor einem Publikum steht, ... laut furzen muß.

    Tragisch, nicht wahr?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    kann nicht jeder ein kinski sein oder? immerhin wissen wir jetzt das sie ein kontrollfreak ist was die arbeit mit ihr sicher zur reinsten freude macht *g

  3. Sie Stellen die Glaubwürdigkeit dieser Moderatorin infrage, aber was ist mit Ihrer Glaubwürdigkeit? Huh, es ist Sonntag und der anonyme Herr liest mal ein bisschen Trash... [...] ?!

    Wer sich Ihr Profil anschaut, würde Ihnen am liebsten sagen: Hallo, entspannen Sie sich, es gibt auch eine Welt draußen und Hass, Neid und Missgunst sind vor allem für Sie - nicht für Frau Kuttner - ein Problem.

    Bitte verzichten Sie trotz Kritik auf Aussagen, die als persönliche Angriffe verstanden werden können. Danke, die Redaktion/vv

    • ztc77
    • 12. Dezember 2010 12:56 Uhr

    Frau Kuttner artikuliert etwas, was jede frisch entbundene Mutter MIT RECHT ihrem Kind gegenüber fühlen darf:
    "Ich finde es hässlich und doof und kann mich nicht damit anfreunden, dass es meins sein soll."
    Und sie fügt (wie die meisten Mütter) hinzu: "Das ist ein merkwürdig beklemmendes Gefühl."

    Meine Hochachtung!

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    • chamsi
    • 12. Dezember 2010 14:26 Uhr

    ... nur noch neurotische ZeitGenossen?
    Fragt sich Chamsi......."Mutter zweier Kinder".......

    Davon hörte ich auch.
    Das es Folklore sein soll, direkt nach der Geburt vor MutterLliebe zu zerfließen.
    Dass es bis zu 14 Tagendauert und viel innigem Körperkontakt bedarf.

    • chamsi
    • 12. Dezember 2010 14:26 Uhr

    ... nur noch neurotische ZeitGenossen?
    Fragt sich Chamsi......."Mutter zweier Kinder".......

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • ztc77
    • 12. Dezember 2010 16:39 Uhr

    Ist man ein neurotischer Zeitgenosse, wenn man einer Mutter das offene Eingeständnis von Gefühlen GEGEN ihr Kind zugesteht?
    Fragt sich ztc77, Vater zweier Kinder.

  4. Ja, ist Sonntag und die Nacht war lang: Ist die Kuttner jetzt schwanger? Oder ist das der öffentlich vorgetragene Wunsch, dass jemand sich zur Verfügung stellen möchte? Zwei mal gelesen und nicht verstanden...

  5. kann nicht jeder ein kinski sein oder? immerhin wissen wir jetzt das sie ein kontrollfreak ist was die arbeit mit ihr sicher zur reinsten freude macht *g

    Antwort auf "Sarah Kuttner träumt"
    • ztc77
    • 12. Dezember 2010 16:39 Uhr

    Ist man ein neurotischer Zeitgenosse, wenn man einer Mutter das offene Eingeständnis von Gefühlen GEGEN ihr Kind zugesteht?
    Fragt sich ztc77, Vater zweier Kinder.

    Eine Leserempfehlung

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  • Schlagworte Baby | Chef | Erwachsene | Körper | Markus Kavka | Moderator
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