Globalisierung Das WelthemdSeite 6/6

Interessant wird der Satz, wenn man fragt, wem das Geld gehört, das über die Erde herrscht. Nicht Bill Gates, dem Gründer des Softwareunternehmens Microsoft, geschätztes Vermögen: 53 Milliarden Dollar. Auch nicht Warren Buffett, dem Finanzinvestor, geschätztes Vermögen: 47 Milliarden Dollar. Der Reichtum der reichsten Männer der Welt ist klein, verglichen mit dem Besitz all derer, die jeden Tag durch die Fußgängerzonen und Shoppingcenter von Los Angeles, London oder Dubai laufen.

Knapp 1,5 Milliarden Menschen, 20 Prozent der Weltbevölkerung, verfügen über genug Geld, um sich Kleider von H&M anzuziehen. Soziologen nennen sie: die globale Konsumentenklasse. Geschätztes Vermögen: 185 Billionen Dollar.

Es sind die Menschen, derentwegen es Werbeagenturen, Topmodels und Imagekampagnen gibt. Sie sind es, die das billige T-Shirt kaufen. Sie sind es, die anfangen könnten, Fragen zu stellen. Zum Beispiel diese:

Warum verlangt H&M von den Fabrikmanagern nur, den jeweiligen Mindestlohn zu zahlen und nicht einen Lohn, von dem die Arbeiterinnen anständig leben könnten?

Weshalb wird die Einhaltung des Verhaltenskodex nur von H&M selbst überwacht und nicht von unabhängigen Kontrolleuren?

Wofür braucht man überhaupt ein T-Shirt, das kaum mehr kostet als der Kaffee um die Ecke? Würde es so sehr schmerzen, den Preis von zwei oder drei Kaffees zu bezahlen – wenn dafür allen genug Geld zum Leben bliebe?

Die globale Konsumentenklasse fragt nicht. Sie kauft.

4,16 Euro pro T-Shirt fließen an H&M. Abzüglich von 1,40 Euro für Produktion und Lieferung bedeutet das: 2,76 Euro bleiben bei H&M. Zunächst. Etwas über zwei Euro, schätzt Horst Sahm, müsse man für die Filialmiete abziehen, für den Transport innerhalb Deutschlands, die Gehälter von Verkäuferinnen und Buchhaltern, für Kataloge und Werbeplakate.

Auf dem Etikett des T-Shirts steht »Made in Bangladesh«, der Großteil des Geldes aber wird in Deutschland bleiben.

Am Ende steht ein Gewinn von etwa 60 Cent pro T-Shirt. Bedenkt man, dass H&M weltweit viele Millionen davon verkauft, bedeutet das: Man kann mit billigen T-Shirts viel Geld verdienen.

H&M kommentiert auch diese Zahlen nicht. Andere Textilexperten, etwa von der Unternehmensberatung Roland Berger, aber halten sie für zutreffend.

Das T-Shirt hängt jetzt im ersten Stock einer H&M-Filiale. Die Filiale heißt Spi. So nennen die Leute von H&M das Geschäft in der Spitaler Straße 12 in Hamburg. Die Spi ist eine der größten H&M-Filialen in Deutschland.

Es ist Mittag, der Laden ist nicht voll, aber es ist auch nicht ruhig. Es ist nie ruhig bei H&M. Aus unsichtbaren Lautsprechern dringt Popmusik. Kichernde Teenager halten sich Tops vor die Brust. Eine Verkäuferin hängt goldene Cocktailkleider zurecht. Die Partykollektion für Silvester.

Die Verkäuferin heißt Anne, nur Anne. Ihren Nachnamen braucht sie erst nach Feierabend. Bei H&M sprechen sich alle mit Vornamen an, auch der Vorstandschef lässt sich duzen. Der Konzern versteht sich als Familie. Wahrscheinlich ist H&M die größte Familie der Welt.

Vor anderthalb Jahren machte Anne ihr Abitur. Sie wusste nicht recht, wie es weitergehen sollte. So sei sie auf die Idee gekommen, dort zu arbeiten, wo sie bisher eingekauft habe, sagt sie, ihr Nachname sei übrigens Schmidt.

Anne Schmidt sagt, an H&M gefalle ihr, dass das Unternehmen so vielseitig sei, so beweglich. Vor einigen Tagen erst kam eine Sonderkollektion in die Filialen, gestaltet vom Chefdesigner des Pariser Modehauses Lanvin. Samtene Sakkos waren dabei, Jäckchen mit Spitzen, Haute Couture für ein paar Dutzend Euro, natürlich in begrenzter Stückzahl. Um vier Uhr morgens standen die ersten Kunden vor der Spi.

Wenig später erhält die Textilarbeiterin Nazma in einem Hinterhof in Dhaka zum ersten Mal ihren neuen Lohn ausgezahlt. Mehr als 5000 Taka hat sie erwartet. Sie bekommt nur etwas mehr als 4000, umgerechnet 42 Euro. Offenbar hat das Unternehmen die Zulagen gestrichen, die Nazma nach drei Jahren Arbeit in der Fabrik bekommen hatte. DBL will seine Kosten senken, den Vorsprung sichern gegenüber der Konkurrenz in Kambodscha oder Vietnam. Das T-Shirt muss billig bleiben.

Auch der Baumwollpreis sinkt in diesen ersten Dezembertagen wieder ein wenig. An den Börsen heißt es, der Höhepunkt sei überschritten. Man kennt das von früheren Hochpreisphasen: Um den plötzlichen Wertzuwachs der Baumwolle auszunutzen, pflanzen Bauern rund um die Welt mehr und mehr Sträucher an. Allein die Amerikaner werden in diesem Jahr anderthalbmal so viel Baumwolle exportieren wie im Vorjahr. Bald wird es wieder zu viel Baumwolle auf der Welt geben.

H&M gibt bekannt, man werde die Verkaufspreise weiter niedrig halten. Das Unternehmen baut auf die Macht der Masse. Allein in diesem Jahr hat H&M weltweit 220 neue Läden eröffnet. Man kann das T-Shirt jetzt auch in Moskau und Istanbul kaufen, in Shanghai und Seoul. Die Filialwelt wird größer. Mehr Filialen, das bedeutet: mehr T-Shirts. Und je mehr T-Shirts H&M bei Textilfabriken wie DBL bestellt, desto mehr Rabatt kann das Unternehmen herausschlagen. Der Preis der Kleider ist so niedrig, weil es so viele davon gibt.

Das ist das letzte Geheimnis des billigen T-Shirts: Wenn die Leute genug davon kaufen, wird es weiterhin 4,95 Euro kosten.

Anne Schmidt hält das T-Shirt in der Hand. Sie ist schlank, schwarz gekleidet, hat rotbraune Haare. Sie sagt, der Job bei H&M mache ihr Spaß, aber es sei eben nur ein Job, nicht mehr. Später wolle sie vielleicht Grafikdesign studieren.

Sie fährt mit den Fingern über den Stoff des T-Shirts, schaut hoch, schweigt, lächelt. Weder stolz noch amüsiert, eher entschuldigend. Was soll sie schon groß sagen, es ist eben ein T-Shirt. Weiter nichts.

 
Leser-Kommentare
  1. 6 Seiten Roman zu lesen nur um herauszufinden warum die T-shirts so billig sind? Nein, danke. Wenn es sich jemand zugemutet hat, kann er mir gerne die Antwort hier posten.
    Danke im Vorraus.

    18 Leser-Empfehlungen
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    aber steht das nicht in dem vorliegenden Artikel?
    ...

    ,dass man sich nicht die 5 min. Zeit nimmt, um sich mal zu informieren, wie diese T-Shirt-Niedrigpreise in Verbindung mit der Ausbeutung von Arbeitern zu Stande kommt. Wenn 6 Seiten schon ein Roman sein sollen, dann wird die "Zeit" wohl nie deine bevorzugte Leselektüre werden.

    Nörgler, auch "Raunzer" genannt, bei uns in Wien.

    Ich finde es durchaus angebracht, vor Augen zu führen, wie unsere schöne heile billige Welt zustande kommt, dafür sind diese 6 Seiten sicher angemessen. Wer es in 4 Zeilen will, soll doch besser Bild lesen.
    Schön, billig und heil ist unsere Welt in vielen Fällen übrigens nur aus der Sicht der Entwicklungsländer...
    Hafensänger

    Mein Vorschlag wäre, das Fazit in einem Satz vorwegzustellen.
    Manchmal hat man einfach keine Zeit, möchte aber trotzdem nicht so "friss oder stirb" abgefertigt werden.
    Wenn hier eine Spannung aufrecht erhalten werden soll und die Antwort deshalb nicht gleich am Anfang stehen darf, dann ist die Kritik, dass es sich um einen "Roman" handelt, eben um so mehr gerechtfertigt.
    Es fehlte übrigens sogar ein Button, um zur letzten Seite zu springen. Also irgendwie fühle ich mich dann doch etwas zum Lesen (oder durchklicken) genötigt.
    Wenns die Zeit erlaubt werde ich es auch noch nachlesen, jetzt geht es leider nicht.

    ... ist keine besonders angenehme Wesenseite, Goldennboy. Denn oberflächlich mag es in diesem 6-seitigen (übrigens äußerst intelligent und interessant geschriebenen) Artikel darum gehen, warum bei H&M ein T-Shirt nur 4,95 Euro kostet. Darunter steckt aber ein entlarvendes Bild unserer globalisierten Gesellschaft, v.a. der westlichen Welt, die eben ein T-Shirt für 4,95 Euro kauft, ohne zu fragen, warum es eigentlich so günstig ist. Und die es auch nicht interessiert - und mit Ihrem Kommentar haben Sie sich mustergültig in diese Reihe eingeordnet. Ich lege Ihnen den Artikel wärmstens ans Herz. Denn die Antwort, die Sie gerne aus purer Faulheit von jemand anderem "gepostet" haben möchten, sind Sie selbst: Der ignorante Westler, dem es schon zu schade um seine Zeit ist, einen Artikel darüber zu lesen, warum irgendwo Menschen von ein bisschen Reis am Tag leben müssen, nur damit man selbst ein T-Shirt für 4,95 Euro tragen kann.

    Ich weiss nicht was erschreckender ist. Ihr Kommentar oder die Anzahl der Leser-Empfehlungen....

    Danke für diesen Artikel.
    Wem 6 Seiten zu viel zu lesen sind, der sollte besser die Bild kaufen und sich im Pool der 185-Billionen-Kaufkraft-Schafsherde tummeln.

    Was mich stört ist: Der Konsument hat Macht. Doch wie soll er die einsetzen? Auch teure Kleidung nutzt dieselben Beschaffungswege. Konzerne haben den Imagefaktor Nachhaltigkeit erkannt und ziehen sich nach außen weiße T-Shirts an.
    Außer Trigema fallen mir kaum Alternativen ein, wie ich bei Kleidung verhindern soll, dieses System weiterhin zu tragen.
    Kleidung nur bei Contigo zu kaufen ist keine Lösung.
    Wie schaffen wir es, dem Konsumenten mehr Alternativen an die Hand zu geben?

    Für die, denen sechs Seiten zu viel sind, möchte ich es kurz beantworten: das Problem liegt im Egoismus und in der Unwissenheit.

    Dass ein Mensch an sich selbst denkt ist das "normalste" der Welt. Das Problem ist, dass ein Mensch auch die Wirtschaft lenkt. Wenn ein egoistischer Unternehmer denkt ICH hole das MEISTE für MEINEN Betrieb raus, wird er in einen rechtsfreien Raum abwandern wo man günstiger produziert als bei uns. Das macht H&M und produziert T-Shirts für 5.- €, die unter "normalen" Arbeitsbedingungen 20.- € kosten: in Bangladesh wo andere oder keine (Menschen-)Rechte und Umweltauflagen existieren.

    Wer "gewinnt" hier? Zum einen der Unternehmer, der günstig produziert und somit günstiger mehr T-Shirts anbietet UND natürlich der Kunde: für 20.- € bekommt er vier T-Shirts, statt nur einem. So entstehen Ungerechtigkeiten. Daran wird sich solange nichts ändern, weil hier die Nutznießer des ganzen leben. Das ist ja auch schwierig: Der Kunde bekommt dieses Gefühl von "ich muss mehr haben" ständig durch Werbung eingebläut. Somit setzt diese Wirtschaft einen Menschen voraus, der unwissend ist & dem sechs Seiten zu viel sind!

    Lösen kann dieses Problem natürlich nur der, der diesen Text liest, sich darauf einlässt und NICHT bei H&M kauft! Alle anderen "Leser" werden ihr Verhalten nicht ändern und weiter zu H&M gehen und die Ungerechtigkeit mit ihrem Kauf der T-Shirts nicht nur anerkennen sondern trotz des "Bewusstseins" sogar praktisch und finanziell unterstützen...

    aber steht das nicht in dem vorliegenden Artikel?
    ...

    ,dass man sich nicht die 5 min. Zeit nimmt, um sich mal zu informieren, wie diese T-Shirt-Niedrigpreise in Verbindung mit der Ausbeutung von Arbeitern zu Stande kommt. Wenn 6 Seiten schon ein Roman sein sollen, dann wird die "Zeit" wohl nie deine bevorzugte Leselektüre werden.

    Nörgler, auch "Raunzer" genannt, bei uns in Wien.

    Ich finde es durchaus angebracht, vor Augen zu führen, wie unsere schöne heile billige Welt zustande kommt, dafür sind diese 6 Seiten sicher angemessen. Wer es in 4 Zeilen will, soll doch besser Bild lesen.
    Schön, billig und heil ist unsere Welt in vielen Fällen übrigens nur aus der Sicht der Entwicklungsländer...
    Hafensänger

    Mein Vorschlag wäre, das Fazit in einem Satz vorwegzustellen.
    Manchmal hat man einfach keine Zeit, möchte aber trotzdem nicht so "friss oder stirb" abgefertigt werden.
    Wenn hier eine Spannung aufrecht erhalten werden soll und die Antwort deshalb nicht gleich am Anfang stehen darf, dann ist die Kritik, dass es sich um einen "Roman" handelt, eben um so mehr gerechtfertigt.
    Es fehlte übrigens sogar ein Button, um zur letzten Seite zu springen. Also irgendwie fühle ich mich dann doch etwas zum Lesen (oder durchklicken) genötigt.
    Wenns die Zeit erlaubt werde ich es auch noch nachlesen, jetzt geht es leider nicht.

    ... ist keine besonders angenehme Wesenseite, Goldennboy. Denn oberflächlich mag es in diesem 6-seitigen (übrigens äußerst intelligent und interessant geschriebenen) Artikel darum gehen, warum bei H&M ein T-Shirt nur 4,95 Euro kostet. Darunter steckt aber ein entlarvendes Bild unserer globalisierten Gesellschaft, v.a. der westlichen Welt, die eben ein T-Shirt für 4,95 Euro kauft, ohne zu fragen, warum es eigentlich so günstig ist. Und die es auch nicht interessiert - und mit Ihrem Kommentar haben Sie sich mustergültig in diese Reihe eingeordnet. Ich lege Ihnen den Artikel wärmstens ans Herz. Denn die Antwort, die Sie gerne aus purer Faulheit von jemand anderem "gepostet" haben möchten, sind Sie selbst: Der ignorante Westler, dem es schon zu schade um seine Zeit ist, einen Artikel darüber zu lesen, warum irgendwo Menschen von ein bisschen Reis am Tag leben müssen, nur damit man selbst ein T-Shirt für 4,95 Euro tragen kann.

    Ich weiss nicht was erschreckender ist. Ihr Kommentar oder die Anzahl der Leser-Empfehlungen....

    Danke für diesen Artikel.
    Wem 6 Seiten zu viel zu lesen sind, der sollte besser die Bild kaufen und sich im Pool der 185-Billionen-Kaufkraft-Schafsherde tummeln.

    Was mich stört ist: Der Konsument hat Macht. Doch wie soll er die einsetzen? Auch teure Kleidung nutzt dieselben Beschaffungswege. Konzerne haben den Imagefaktor Nachhaltigkeit erkannt und ziehen sich nach außen weiße T-Shirts an.
    Außer Trigema fallen mir kaum Alternativen ein, wie ich bei Kleidung verhindern soll, dieses System weiterhin zu tragen.
    Kleidung nur bei Contigo zu kaufen ist keine Lösung.
    Wie schaffen wir es, dem Konsumenten mehr Alternativen an die Hand zu geben?

    Für die, denen sechs Seiten zu viel sind, möchte ich es kurz beantworten: das Problem liegt im Egoismus und in der Unwissenheit.

    Dass ein Mensch an sich selbst denkt ist das "normalste" der Welt. Das Problem ist, dass ein Mensch auch die Wirtschaft lenkt. Wenn ein egoistischer Unternehmer denkt ICH hole das MEISTE für MEINEN Betrieb raus, wird er in einen rechtsfreien Raum abwandern wo man günstiger produziert als bei uns. Das macht H&M und produziert T-Shirts für 5.- €, die unter "normalen" Arbeitsbedingungen 20.- € kosten: in Bangladesh wo andere oder keine (Menschen-)Rechte und Umweltauflagen existieren.

    Wer "gewinnt" hier? Zum einen der Unternehmer, der günstig produziert und somit günstiger mehr T-Shirts anbietet UND natürlich der Kunde: für 20.- € bekommt er vier T-Shirts, statt nur einem. So entstehen Ungerechtigkeiten. Daran wird sich solange nichts ändern, weil hier die Nutznießer des ganzen leben. Das ist ja auch schwierig: Der Kunde bekommt dieses Gefühl von "ich muss mehr haben" ständig durch Werbung eingebläut. Somit setzt diese Wirtschaft einen Menschen voraus, der unwissend ist & dem sechs Seiten zu viel sind!

    Lösen kann dieses Problem natürlich nur der, der diesen Text liest, sich darauf einlässt und NICHT bei H&M kauft! Alle anderen "Leser" werden ihr Verhalten nicht ändern und weiter zu H&M gehen und die Ungerechtigkeit mit ihrem Kauf der T-Shirts nicht nur anerkennen sondern trotz des "Bewusstseins" sogar praktisch und finanziell unterstützen...

  2. 'Das T-Shirt von H&M... Es kostet jetzt 4,95 Euro. Es ist schwierig, weniger für ein T-Shirt zu bezahlen.'

    Gerade letzte Woche habe ich 5 T-shirts fuer 4 Euro gekauft. Das war der volle Preis fuer alle zusammen, da diese leichte Fehler hatten, die aber keiner sieht. Das war aber nicht bei H&M. Wenn Wolfgang (der Autor) Probleme hat billige T-shirts zu finden, dann wuerde ich ihm gerne die Weisheit des Einkaufens beibringen.

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    Auch wenn Näherinnen jetzt nicht mehr geschlagen werden, empfinde ich den Artikel seit der Textstelle mit der Fabrik in Bangladesh eher als Augenöffner, als als Schleichwerbung.

    Klar, irgedwie muss ja ein T-Shirt für weniger als 5 Euro zu Stande kommen. Dennoch irgendwie pervers, wenn jemand 250 T-Shirts pro Stunde (d.h. 4,nochwas Tshirts pro Minute) für 1.35 Euro am Tag. Ich meine, ich verdiene 7 Euro pro Stunde damit, dass ich in einer Bibiothek am Schalter sitze, gut nebenbei lerne und mich manchmal hier aufhalte.

    • ludna
    • 19.12.2010 um 19:10 Uhr

    lieber Artikel lesen

    Auch wenn Näherinnen jetzt nicht mehr geschlagen werden, empfinde ich den Artikel seit der Textstelle mit der Fabrik in Bangladesh eher als Augenöffner, als als Schleichwerbung.

    Klar, irgedwie muss ja ein T-Shirt für weniger als 5 Euro zu Stande kommen. Dennoch irgendwie pervers, wenn jemand 250 T-Shirts pro Stunde (d.h. 4,nochwas Tshirts pro Minute) für 1.35 Euro am Tag. Ich meine, ich verdiene 7 Euro pro Stunde damit, dass ich in einer Bibiothek am Schalter sitze, gut nebenbei lerne und mich manchmal hier aufhalte.

    • ludna
    • 19.12.2010 um 19:10 Uhr

    lieber Artikel lesen

  3. Ich muss widersprechen! 6 Seiten die klar aufgegliedert deutlich machen, dass es nur an uns Konsumenten hängt, dass sich etwas ändert. Wer bereit ist zu akzeptieren, dass Ware immer einen Preis hat (und damit meine ich eben nicht den billigsten), der verbessert die Welt. Es gilt abzurücken von der Vorstellung "Geiz ist geil" und der Vorstellung von unendlicher Verfügbarkeit. Müssen die Regale immer voll sein? Müssen wir alles, immer haben können und das auch noch billig?
    Wenn die Konsumenten anfangen, diese Entscheidenden Fragen zu stellen, Geiz nicht mehr geil ist und 7 Euro, statt 4 Euro ein angemessener Preis ist, dann ändert sich auch etwas in den Abläufen der Unternehmen. So viel Macht hat der Konsument. Und dieser Artikel trägt dazu bei, dass der Konsument das vielleicht mal erkennt!

    29 Leser-Empfehlungen
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    Ich hätte mir nur gwünscht direkt auf Fakten zu treffen. Stattdessen hat der Artikel eher den Schreibstil eines Kriminalromans. Es interessiert mich wirklich nicht wieviel Kaffee jemand trinkt, oder wieviele Zigeretten ein gewisser Herr Sahm raucht.

    Ich sehe auch die Probleme von Billigstkäufen und zähle mich gewiss nicht zu den Schnäppchenjägern.

    Allerdings glaueb ich nicht unbedingt, dass die Rahmenbedingungen zur Herstellung teurerer T-Shirts wesentlich, wenn überhaupt besser, sind.

    Wer garantiert mir als Käufer, dass nicht einfach der Händler/Hersteller mehr daran verdient und via Marketing und Preis seinem Kunden vermittelt, dass das T-Shirt mit seinem Logo bessere Qualität oder fairer hergestellt sei.
    Ich bin überzeugt in ähnlichen Fabriken in Indien oder Bangladesch finden Sie auch T-Shirts mit namhaften deutschen "Logos"

    Haben Sie schon mal was vom Diktat / man kann auch sagen der Gier / zur Gewinnmaximierung gehört ? Im freien Markt ist weder der Anbieter (von Produkten oder Dienstleistungen) noch der Anwender oder Konsument edel oder gar selbstlos. Beide sind "gierig" nach Produktion und Profit bzw. Verbrauch zum Niedrigstpreis. Und in tausend Fassetten konditioniert.
    Wer das nicht nur punktuell oder zur Show (als Marketing-Mittel) akzeptieren will (und zynisch dann als beispielhaft heraustellt), muss die Rahmenbedingungen der Marktwirtschaft ändern, usw.usw.
    Das wird nach Lage der Dinge, vor allem wegen der kaputten Regeln in der Finanzwirtschsft so bald aber nicht geschehen.

    Ihre hohen moralischen Ziele in allen Ehren, aber als ich die ersten zwei Seiten dieses Artikels las, habe ich das gleiche gedacht, wie der Kommentator No. 1. Und das aus gutem Grund: Bei der Zeit gehört es zum guten Ton, Artikel literarisch in die Länge zu ziehen, um den Eindruck einer eingehenden Analyse des Sachverhaltes stilistisch zu unternmauern. Was aber ein reiner Fake ist. Ich will damit nicht sagen, dass der Journalist sein ästhetisierendes Handwerk nicht beherrscht, nein, im Gegenteil. Er ist ein Meistern, der weiß, wie man bei den Lesern auf die Tränenrüsen drückt. M.E. ist ihr Kommentar dafür der beste Beweis.
    Was ich mir aber wünsche würde, wäre eine echte Analyse, die sich ins systematische Vorwagt. Denn nicht die Konsumenten sind die Ursache für diese Misere, sondern systemische Imperative

    • melzni
    • 20.12.2010 um 17:55 Uhr

    @ChristianBW

    Natürlich hat man keine Garantie, dass bei teureren Preisen auch mehr bei den Näherinnen hängen bleibt. Allerdings bei billigen Preisen hat man die Garantie, dass fast nichts hängen bleibt.
    Die Lösung für mich sind fair gehandelte Textilien, zB bei hessnatur, zuendstoff-clothing, glore oder armedangels zu bekommen. Klar teurer als bei H&M und Konsorten, aber sicher nicht überteuert.
    Lieber weniger kaufen und fair bezahlen muss die Devise heißen.

    Ich hätte mir nur gwünscht direkt auf Fakten zu treffen. Stattdessen hat der Artikel eher den Schreibstil eines Kriminalromans. Es interessiert mich wirklich nicht wieviel Kaffee jemand trinkt, oder wieviele Zigeretten ein gewisser Herr Sahm raucht.

    Ich sehe auch die Probleme von Billigstkäufen und zähle mich gewiss nicht zu den Schnäppchenjägern.

    Allerdings glaueb ich nicht unbedingt, dass die Rahmenbedingungen zur Herstellung teurerer T-Shirts wesentlich, wenn überhaupt besser, sind.

    Wer garantiert mir als Käufer, dass nicht einfach der Händler/Hersteller mehr daran verdient und via Marketing und Preis seinem Kunden vermittelt, dass das T-Shirt mit seinem Logo bessere Qualität oder fairer hergestellt sei.
    Ich bin überzeugt in ähnlichen Fabriken in Indien oder Bangladesch finden Sie auch T-Shirts mit namhaften deutschen "Logos"

    Haben Sie schon mal was vom Diktat / man kann auch sagen der Gier / zur Gewinnmaximierung gehört ? Im freien Markt ist weder der Anbieter (von Produkten oder Dienstleistungen) noch der Anwender oder Konsument edel oder gar selbstlos. Beide sind "gierig" nach Produktion und Profit bzw. Verbrauch zum Niedrigstpreis. Und in tausend Fassetten konditioniert.
    Wer das nicht nur punktuell oder zur Show (als Marketing-Mittel) akzeptieren will (und zynisch dann als beispielhaft heraustellt), muss die Rahmenbedingungen der Marktwirtschaft ändern, usw.usw.
    Das wird nach Lage der Dinge, vor allem wegen der kaputten Regeln in der Finanzwirtschsft so bald aber nicht geschehen.

    Ihre hohen moralischen Ziele in allen Ehren, aber als ich die ersten zwei Seiten dieses Artikels las, habe ich das gleiche gedacht, wie der Kommentator No. 1. Und das aus gutem Grund: Bei der Zeit gehört es zum guten Ton, Artikel literarisch in die Länge zu ziehen, um den Eindruck einer eingehenden Analyse des Sachverhaltes stilistisch zu unternmauern. Was aber ein reiner Fake ist. Ich will damit nicht sagen, dass der Journalist sein ästhetisierendes Handwerk nicht beherrscht, nein, im Gegenteil. Er ist ein Meistern, der weiß, wie man bei den Lesern auf die Tränenrüsen drückt. M.E. ist ihr Kommentar dafür der beste Beweis.
    Was ich mir aber wünsche würde, wäre eine echte Analyse, die sich ins systematische Vorwagt. Denn nicht die Konsumenten sind die Ursache für diese Misere, sondern systemische Imperative

    • melzni
    • 20.12.2010 um 17:55 Uhr

    @ChristianBW

    Natürlich hat man keine Garantie, dass bei teureren Preisen auch mehr bei den Näherinnen hängen bleibt. Allerdings bei billigen Preisen hat man die Garantie, dass fast nichts hängen bleibt.
    Die Lösung für mich sind fair gehandelte Textilien, zB bei hessnatur, zuendstoff-clothing, glore oder armedangels zu bekommen. Klar teurer als bei H&M und Konsorten, aber sicher nicht überteuert.
    Lieber weniger kaufen und fair bezahlen muss die Devise heißen.

  4. Richtig aufwändig recherchiert, und gut geschrieben. Klassejournalismus. Und ich les' es gratis im Internet ... muss mir mal eine gedruckte "Zeit" kaufen, zum Ausgleich.

    32 Leser-Empfehlungen
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    auch äußerst interessant die KIK-story. Beschreibt die selbe Thematik, nur KIK gibt ja nicht einmal vor der gute zu sein...

    http://www.ardmediathek.d...

    Das ist sehr nobel von Ihnen. Ich habe in einem Bericht gelesen, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Redakteure in einer Abstellkammer der Zeitredaktion hausen müssen. Unfassbar

    • Puella
    • 18.12.2010 um 20:48 Uhr

    ...ich schliesse mich meinem Vorredner an: danke für diesen tollen Artikel!
    Zum Thema: Ein jeder, der glaubt,dass billige Ware auf gerechte Art und Weise produziert wird, ist gnadenlos naiv. Angebot und Nachfrage - man sollte die "Geiz ist geil"-Mentalität einmal in Frage stellen.
    Ich fand den Artikel nicht zu lang,wem's zu lang ist, der möge sich doch bitte die Publikation mit den 4 Buchstaben kaufen...

    Ja, interessante Punkte und so einiges verborgenes zum Vorschein gebracht, das was die Firmen und Regierenden nicht von selbst auspacken wollten, das nenne ich echten investigativen Journalismus, genau wie bei Wikileaks.
    Wieso also findet die Zeit es ok marode Quellen auf Luegen und Verbrechen zu durchleuchten wenn sie's selber tut, nicht aber wenn es jemand anderes druckt?

    sonst befinden Sie sich eines Tages an diesem Platz mit Ignoranten, die auch vorher nie eine Zeitung gelesen haben. Und das wäre doch sehr schade. Mir macht das Internet nur Appetit, mehr gedruckte Informationen zu lesen.

    auch äußerst interessant die KIK-story. Beschreibt die selbe Thematik, nur KIK gibt ja nicht einmal vor der gute zu sein...

    http://www.ardmediathek.d...

    Das ist sehr nobel von Ihnen. Ich habe in einem Bericht gelesen, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Redakteure in einer Abstellkammer der Zeitredaktion hausen müssen. Unfassbar

    • Puella
    • 18.12.2010 um 20:48 Uhr

    ...ich schliesse mich meinem Vorredner an: danke für diesen tollen Artikel!
    Zum Thema: Ein jeder, der glaubt,dass billige Ware auf gerechte Art und Weise produziert wird, ist gnadenlos naiv. Angebot und Nachfrage - man sollte die "Geiz ist geil"-Mentalität einmal in Frage stellen.
    Ich fand den Artikel nicht zu lang,wem's zu lang ist, der möge sich doch bitte die Publikation mit den 4 Buchstaben kaufen...

    Ja, interessante Punkte und so einiges verborgenes zum Vorschein gebracht, das was die Firmen und Regierenden nicht von selbst auspacken wollten, das nenne ich echten investigativen Journalismus, genau wie bei Wikileaks.
    Wieso also findet die Zeit es ok marode Quellen auf Luegen und Verbrechen zu durchleuchten wenn sie's selber tut, nicht aber wenn es jemand anderes druckt?

    sonst befinden Sie sich eines Tages an diesem Platz mit Ignoranten, die auch vorher nie eine Zeitung gelesen haben. Und das wäre doch sehr schade. Mir macht das Internet nur Appetit, mehr gedruckte Informationen zu lesen.

  5. aber steht das nicht in dem vorliegenden Artikel?
    ...

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Tut mir leid."
  6. ,dass man sich nicht die 5 min. Zeit nimmt, um sich mal zu informieren, wie diese T-Shirt-Niedrigpreise in Verbindung mit der Ausbeutung von Arbeitern zu Stande kommt. Wenn 6 Seiten schon ein Roman sein sollen, dann wird die "Zeit" wohl nie deine bevorzugte Leselektüre werden.

    12 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Tut mir leid."
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    • Buh
    • 18.12.2010 um 23:39 Uhr

    Zudem war die Kritik nicht die Länge in Bezug auf Zeit sondern die Länge in Bezug auf Zeit die vergeudet wird mit Informationen die keiner braucht durch einen schlechten Romanstil.

    Ich hab mir den Artikel trotzdem angetan und finde nicht, dass ich nun etwas neues gelernt habe.

    • Buh
    • 18.12.2010 um 23:39 Uhr

    Zudem war die Kritik nicht die Länge in Bezug auf Zeit sondern die Länge in Bezug auf Zeit die vergeudet wird mit Informationen die keiner braucht durch einen schlechten Romanstil.

    Ich hab mir den Artikel trotzdem angetan und finde nicht, dass ich nun etwas neues gelernt habe.

  7. Nörgler, auch "Raunzer" genannt, bei uns in Wien.

    Antwort auf "Tut mir leid."
  8. super recherchiert.! danke für den tollen einblick! weiter so! und 6 seiten sind wirklich nicht lang!

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