Die vielleicht wichtigste Gegend ist hier nicht zu sehen: das Egerland im Böhmerwald, im heutigen Tschechien. Dort wurde es im 16. Jahrhundert unrentabel, Eisenerz abzubauen. Etwas Neues wurde gesucht.

Es gab wenig Weideland, viel Holz, die Winter waren lang. Die Ersten bauten Geigen und Zithern . Im 17. Jahrhundert wurden die Avantgardisten eines neuen Handwerks zum ersten Mal vertrieben: Protestanten flohen vor der Gegenreform ins nahe Vogtland. (Klicken Sie hier, um die Karte anzusehen)

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Sie bauten weiter Instrumente, ihre Gegend hieß bald Musikwinkel. Von 1850 an wurde in Massen produziert, mehr als die Hälfte aller Musikinstrumente der Welt kam von hier. Das zweite große Zentrum des Instrumentenbaus entstand ebenfalls durch eine Flucht – wieder aus Böhmen: Nach 1945 flohen Deutschstämmige aus dem Egerland.

Sie ließen sich fast geschlossen in der Gegend um Bubenreuth in Franken nieder, wo es ein bisschen aussah wie daheim. Sie brauchten einander, der eine baute Geigenhälse, der andere Stege, der Dritte die Decken. Die Tradition hielt sich. Wer flüchtet, klammert sich gerne an sie.