"Die Traumzeit entspricht im Prinzip der Echtzeit, auch wenn die Übereinstimmung nicht hundertprozentig ist", sagt Michael Schredl vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.

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Geforscht wird an diesem Zusammenhang schon ziemlich lange. Im Jahr 1957 machten William Dement und Nathaniel Kleitman von der University of Chicago ein Experiment: Sie weckten ihre Probanden in jener Phase des Schlafs, in der wir träumen (der sogenannten REM-Phase). Und zwar entweder nach fünf Minuten oder nach 15 Minuten.

Die Testschläfer sollten dann einschätzen, wie lange sie schon geträumt hatten – und 83 Prozent von ihnen tippten richtig. Das bewies zum ersten Mal eine Korrelation zwischen subjektiver Traumzeit und objektiv verstrichener Zeit, spätere Experimente bestätigten diesen Zusammenhang. 1975 ergänzten ihn sowjetische Forscher durch die Erkenntnis, dass wir bei besonders wirren, sprunghaften Träumen dazu neigen, deren Dauer zu überschätzen.

Inzwischen hat Daniel Erlacher von der Universität Heidelberg derartige Untersuchungen auch mit Wachträumern gemacht, also Menschen, die sich in einen Traumzustand versetzen können, sich des Träumens aber bewusst sind. Die sollten in der Trance von 21 bis 25 zählen oder Kniebeugen machen. Das verblüffende Ergebnis: Während das Zählen im Traum fast exakt so lange dauerte wie im Wachzustand, brauchten die Probanden für die gymnastischen Übungen im Traum etwa 50 Prozent länger.

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