Präkognition Gefühlte Zukunft

Prognose: Auch 2011 wird es keinen Beweis für Psi geben.

Wird unser Verhalten durch Ereignisse beeinflusst, die in der Zukunft liegen? Zumindest wird die wissenschaftliche Diskussion manchmal durch Artikel angeregt, die noch gar nicht veröffentlicht sind. Psychologen diskutieren derzeit eine Arbeit von Daryl Bem von der amerikanischen Cornell University, die in der Fachzeitschrift Journal of Personality and Social Psychology erscheinen soll. Ihr Titel: Feeling the Future , zu Deutsch: »Die Zukunft fühlen«.

Der Psychologe behauptet, einen Beweis für die Präkognition erbracht zu haben, also dafür, dass Menschen Kenntnisse von zukünftigen Ereignissen haben können. Gleich neun unterschiedliche Experimente machte der Forscher, und in acht von ihnen behauptet er, kleine, aber statistisch signifikante Psi-Effekte gefunden zu haben.

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Zukunftsvisionen
Wie stellten sich Forscher und Visionäre vor 100 Jahren die Welt von
heute vor?

Wie stellten sich Forscher und Visionäre vor 100 Jahren die Welt von heute vor?

Einer dieser Versuche: Den Testpersonen werden auf einem Bildschirm zwei zugezogene Vorhänge präsentiert. Hinter einem ist ein erotisches Bild verborgen, hinter dem anderen nur eine nackte Wand. In 53 Prozent der Fälle errieten die Probanden den Vorhang mit dem Sexbildchen. Dabei wurde erst nach ihrer Entscheidung per Zufallsgenerator festgelegt, wo das Bild steckte. Ein klarer Fall von Hellseherei?

Wenn das tatsächlich funktionierte, müssten längst alle Spielcasinos dieser Welt pleite sein. Ein Vorteil von 53 Prozent bei der Wahl zwischen Rot und Schwarz würde jeden Zocker reich machen. Der Forscher erklärt den Effekt damit, dass erotische Bilder uns besonders sensibel machen für die Zukunft.

Skeptiker von der Universität Amsterdam zeigten nun, dass der Grund viel banaler sein könnte: Bem untersuchte nämlich nicht nur erotische Bilder auf ihre Psi-Wirkung, sondern auch ein paar andere Kategorien – und pickte sich just den Bildersatz heraus, bei dem er einen Effekt messen konnte. Das gleicht dem berühmten texanischen Scharfschützen, der erst aufs Scheunentor schießt und dann eine Zielscheibe um das Einschussloch herum malt.

Das Wissen-Ressort der ZEIT hat seine Psi-Fähigkeiten an einem anderen von Bems Tests überprüft. Unser Durchschnittswert beträgt minus 3 Prozent. Wir können also auch weiterhin über die Zukunft nur spekulieren. Was 2011 passieren könnte, lesen Sie auf ZEIT ONLINE und in der nächsten Ausgabe der ZEIT.

 
Leser-Kommentare
    • kinnas
    • 29.12.2010 um 12:22 Uhr

    Ich finde es wirklich schade, daß die Zeit einen solchen Artikel veröffentlich. Nicht, daß nichtmal die Anzahl der Versuche kundgetan wird (53% bei 100) oder (53% bei 100000) Versuchen? Und signifikant mit welchem zu Grunde gelegten alpha-Fehler?

    Das wären Angaben, mit denen man etwas anfangen könnte. So heißt es im Text ungefähr soviel:
    Hier wird Populärpseudowissenschaftlich über Glaube gesprochen.
    Mich beeindruckt das ganze überhaupt nicht und meine persönliche Meinund dazu: Wenn sowas veröffentlichen, dann bitte fundiert, daß wenigstens Personen, die Ahnung von Statistik haben, sich überzeugen können, ob da was vernünftiges gemacht wurde.
    Ansonsten einfach Finger weg von so einem Mist.

    Und ich sage jetzt einfach mal vorher, daß unter mir noch mindestens 3 Kommentare kommen, die sich in etwa meiner Meinung anschließen - und nein ich bin kein Hellseher.

    11 Leser-Empfehlungen
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    "Statistisch signifikant" ist für den Leser doch ohnehin völlig irrelevant, da Signifikanz keine Aussage über richtig oder falsch der Hypothese macht. Das einzige, was man daraus ableiten kann, ist, dass man die Hypothese nicht verwerfen kann und man sie also weiteren Tests unterziehen sollte.

    Desweiteren verhält es sich so, dass Menschen wohl eher an nackte Personen denken, als an nackte Wände.

    Wenn also nackte Personen häufiger als korrektes Ergebnis gewählt vom Zufallsgenerator gewählt wurde, wird automatisch die nackte Person als Sieger hervorgehen. Mit Deutung und Zukunftsvorsehung hat das sicher nichts zu tun.

    Der Zufallsgenerator gibt, wenn er perfekt ist, eine Gleichverteilung an Zahlen heraus, wenn die Anzahl der Tests gegen unendlich geht. Davor ! kann es sein, das die Zahl auf eine Seite (nacktes Bild) verlagert.

    Außerdem glaube ich persönlich, das Bilder von nackten Menschen so etwas wie eine Signalwirkung haben, die höhere Priorität hatals graue Wände (Fortpflanzungstrieb).

    Außerdem ist der Artikel natürlich zu kurz und zu schwammig,
    um richtig ernstgenommen zu werden.

    "Statistisch signifikant" ist für den Leser doch ohnehin völlig irrelevant, da Signifikanz keine Aussage über richtig oder falsch der Hypothese macht. Das einzige, was man daraus ableiten kann, ist, dass man die Hypothese nicht verwerfen kann und man sie also weiteren Tests unterziehen sollte.

    Desweiteren verhält es sich so, dass Menschen wohl eher an nackte Personen denken, als an nackte Wände.

    Wenn also nackte Personen häufiger als korrektes Ergebnis gewählt vom Zufallsgenerator gewählt wurde, wird automatisch die nackte Person als Sieger hervorgehen. Mit Deutung und Zukunftsvorsehung hat das sicher nichts zu tun.

    Der Zufallsgenerator gibt, wenn er perfekt ist, eine Gleichverteilung an Zahlen heraus, wenn die Anzahl der Tests gegen unendlich geht. Davor ! kann es sein, das die Zahl auf eine Seite (nacktes Bild) verlagert.

    Außerdem glaube ich persönlich, das Bilder von nackten Menschen so etwas wie eine Signalwirkung haben, die höhere Priorität hatals graue Wände (Fortpflanzungstrieb).

    Außerdem ist der Artikel natürlich zu kurz und zu schwammig,
    um richtig ernstgenommen zu werden.

  1. methodischen Fehler. Natürlich kann der Mensch nicht hellsehen. Manchmal scheint es so, aber da deutet nur das Unterbewusste einige Anzeichen, die dem Bewusstsein verborgen bleiben.

    Nein, es ist genau umgekehrt. Wenn der Mensch fest genug glaubt, dann wird es passieren. Das gilt besonders für emotional aufrüttelnde Alternativen und hier wieder, der Mensch ist eben so gestrickt, das Negative. Aber nicht immer...

    So war der Sternenhimmel lange Zeit einfach eine Sphäre mit leuchtenden Pünktchen drauf. Aber dann fingen einige Menschen an, mehr wissen zu wollen oder was dahinter ist, schon passte der alte Glaube schlecht, also wurde der neue zur Realität. Machen die Kosmologen bis heute so. Wir kriegen es einfach nicht hin, jammern sie, dass Gravitation und Quantentheorie zusammen passt, also muss da noch mehr sein. Schon gab es dunkle Materie.

    Übrigens, das wissen alle Eingeweihten, wozu besonders die Politprofis gehören. Die hämmern dem Volk immer wieder ein: Aufschwung ist da, für alle und massig Babys bei Vollbeschäftigung - damit es dann mal so sein wird. Funktioniert aber leider nicht wirklich, was eher an der Dummheit dieser Leute liegt. Denn der Glaube, dass es so nicht ist, ist einfach zu weit verbreitet. Aber an den Börsen geht es, wirklich. Und da gibt es auch genug Informierte, die zwar sagen, sie wüssten die Kurse von morgen, aber genau wissen, dass sie das erst mit ihrem Gerede so erreichen.

    Eine Leser-Empfehlung
  2. ich muss nur daran denken wie man manschmal auf gerausche reagiert bevor man die tatsachlich hört...das passiert bei mir auf jeden fall hin und wieder...

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    Das Geräusch, dass die Vase macht wenn sie umgeschmissen wird, nachdem man auf das Geräusch reagiert hat und sie umgeschmissen hat?

    • vonDü
    • 27.01.2011 um 9:20 Uhr

    verläuft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. I.d.R. braucht das Bewusste etwas länger. Es ist daher nicht zwangsläufig ein Beweis für Präkognition, wenn Instinkt-, bzw. Reflex gesteuerte Körperreaktionen, ablaufen, bevor ein Reiz bewusst wahrgenommen wird.

    Das Geräusch, dass die Vase macht wenn sie umgeschmissen wird, nachdem man auf das Geräusch reagiert hat und sie umgeschmissen hat?

    • vonDü
    • 27.01.2011 um 9:20 Uhr

    verläuft mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. I.d.R. braucht das Bewusste etwas länger. Es ist daher nicht zwangsläufig ein Beweis für Präkognition, wenn Instinkt-, bzw. Reflex gesteuerte Körperreaktionen, ablaufen, bevor ein Reiz bewusst wahrgenommen wird.

  3. "Statistisch signifikant" ist für den Leser doch ohnehin völlig irrelevant, da Signifikanz keine Aussage über richtig oder falsch der Hypothese macht. Das einzige, was man daraus ableiten kann, ist, dass man die Hypothese nicht verwerfen kann und man sie also weiteren Tests unterziehen sollte.

    Antwort auf "Traurig"
  4. Es kommt halt drauf an, wen man fragt. Der eine kann besser Mathe der andere besser Musik.

    Natürlich ist der Mensch auch zu außerkörperlichen Erfahrungen fähig. Man macht das z. B. mit starken Magnetfeldern. Es muss ja nicht heißen, dass die Seele da auf Wanderschaft geht.

    Nur sich hinstellen und sagen "Ist nicht möglich", ist so dürftig, das reicht einfach nicht.

  5. Wenn ich Kunden hin und wieder am Telefon nach Auftragsnummern oder Kundennummern fragen muss, passiert es in manchen Fällen, dass ich die Zahlen auf dem NumBlock eingebe, bevor der Mensch am anderen Ende der Leitung die einzelnen Ziffern ausgesprochen hat. das passiert unspektakulär und ich hatte und habe nicht das Bedürfnis, mich deswegen für etwas Besonderes zu halten. So weit ich weiß, gibt es viele Menschen, die so ähnlich Erlebnisse haben. Aber beweisen kann man es 'türlich nicht. Will man (und ich) auch nicht. Die meisten Gedanken machen sich eh nur jene darüber, denen solche "Sachen" nicht passieren (können).

    Eine Leser-Empfehlung
  6. 7. Herrje

    Desweiteren verhält es sich so, dass Menschen wohl eher an nackte Personen denken, als an nackte Wände.

    Wenn also nackte Personen häufiger als korrektes Ergebnis gewählt vom Zufallsgenerator gewählt wurde, wird automatisch die nackte Person als Sieger hervorgehen. Mit Deutung und Zukunftsvorsehung hat das sicher nichts zu tun.

    Der Zufallsgenerator gibt, wenn er perfekt ist, eine Gleichverteilung an Zahlen heraus, wenn die Anzahl der Tests gegen unendlich geht. Davor ! kann es sein, das die Zahl auf eine Seite (nacktes Bild) verlagert.

    Außerdem glaube ich persönlich, das Bilder von nackten Menschen so etwas wie eine Signalwirkung haben, die höhere Priorität hatals graue Wände (Fortpflanzungstrieb).

    Außerdem ist der Artikel natürlich zu kurz und zu schwammig,
    um richtig ernstgenommen zu werden.

    Antwort auf "Traurig"
  7. Redaktion

    Liebe Leser, dieses ist die Glosse aus dem Wissensteil der gedruckten ZEIT. Vielleicht wird das hier nicht ganz deutlich.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    könnt mich schieflachen. Soviel also dazu, wenn man (Komentator) zwar Ahnung von Statistik hat, aber einfach nicht hell sehen kann ;-)

    ... von Zeit-Online kennt, kann das nicht ahnen!

    Bitte das nächste Mal groß Glosse drüber schreiben.

    Vielleicht fragt der Wissensteil der Zeit ja einmal nach den ungelösten Fragen der Physik. So gesehen ist es einerseits seit Einstein selbstverständlich von relativistischer Zeitauffassung auszugehen; als unumstößlich haben wir auch verinnerlicht, das die Tasse, so sie vom Tisch fällt, irreversibel kaputt ist, denn der Prozess ist ja nicht umkehrbar. Die Kosmologen kennen das Allgemeine Antrophische Prinzip: "Was wir zu beobachten erwarten können, muss eingeschränkt sein durch die Bedingungen, welche für unsere Gegenwart als Beobachter notwendig sind". Die Quantentheorie Max Plancks führte zu dem scheinbaren Paradoxon, wonach vom Moment des Beobachters abhängig zu sein scheint, was beobachtet oder gemessen wird. Aus einer gedanklichen Glosse um das Thema "Hellsehen", wie sie vielleicht für einige von uns am Abendbrottisch gelegentlich bereits für Unterhaltung gesorgt haben mag, erwächst bei näherer Betrachtung die bis heute unbeantwortete Frage aller Fragen: Hält uns unser Gehirn in seiner Wahrnehmungsverarbeitung in einer Art kognitiv unbewußten Balance? Entspringt der mathematische Satz 1 ist gleich 1 einer Aussage in der wir uns wohlfühlen, uns fortentwickeln, ja mit der wir überleben können, da sie uns trotz aller Unumkehrbarkeitsprozesse Kreise als geschlossen, unsere Welt - selbst mit ihren Gegensätzen - als insgesamt harmonisch empfinden läßt? Immerhin: Einen Anfang aller Anfänge kann sich niemand wirklich vorstellen. Was sind Galaxien? Spiralen. Wirklich?

    Eine Glosse und hier wird schon bierernst diskutiert. Da kann ich mir ein kleines schelmisches Grinsen nicht verkneifen-

    könnt mich schieflachen. Soviel also dazu, wenn man (Komentator) zwar Ahnung von Statistik hat, aber einfach nicht hell sehen kann ;-)

    ... von Zeit-Online kennt, kann das nicht ahnen!

    Bitte das nächste Mal groß Glosse drüber schreiben.

    Vielleicht fragt der Wissensteil der Zeit ja einmal nach den ungelösten Fragen der Physik. So gesehen ist es einerseits seit Einstein selbstverständlich von relativistischer Zeitauffassung auszugehen; als unumstößlich haben wir auch verinnerlicht, das die Tasse, so sie vom Tisch fällt, irreversibel kaputt ist, denn der Prozess ist ja nicht umkehrbar. Die Kosmologen kennen das Allgemeine Antrophische Prinzip: "Was wir zu beobachten erwarten können, muss eingeschränkt sein durch die Bedingungen, welche für unsere Gegenwart als Beobachter notwendig sind". Die Quantentheorie Max Plancks führte zu dem scheinbaren Paradoxon, wonach vom Moment des Beobachters abhängig zu sein scheint, was beobachtet oder gemessen wird. Aus einer gedanklichen Glosse um das Thema "Hellsehen", wie sie vielleicht für einige von uns am Abendbrottisch gelegentlich bereits für Unterhaltung gesorgt haben mag, erwächst bei näherer Betrachtung die bis heute unbeantwortete Frage aller Fragen: Hält uns unser Gehirn in seiner Wahrnehmungsverarbeitung in einer Art kognitiv unbewußten Balance? Entspringt der mathematische Satz 1 ist gleich 1 einer Aussage in der wir uns wohlfühlen, uns fortentwickeln, ja mit der wir überleben können, da sie uns trotz aller Unumkehrbarkeitsprozesse Kreise als geschlossen, unsere Welt - selbst mit ihren Gegensätzen - als insgesamt harmonisch empfinden läßt? Immerhin: Einen Anfang aller Anfänge kann sich niemand wirklich vorstellen. Was sind Galaxien? Spiralen. Wirklich?

    Eine Glosse und hier wird schon bierernst diskutiert. Da kann ich mir ein kleines schelmisches Grinsen nicht verkneifen-

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