Wikileaks : Safer Sex in Schweden

Göteborgs Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Julian Assange wegen Vergewaltigung. Ein ganz normales Verfahren oder eine politische Verschwörung? Besuch in einem Land, das der Welt plötzlich sein Strafrecht erklären muss.

Schweden ist eigentlich ein ideales Land für einen wie Julian Assange. Transparenz ist dort Bürger- und Politikerpflicht. Die Piratenpartei bildet mit ihrer Forderung nach der Freiheit des Internets eine feste politische Größe, das Presserecht schützt Informanten. In Schweden wollte Assange im August Unterstützer für seine Internetplattform Wikileaks finden – und geriet stattdessen mit dem Strafrecht in Konflikt: Ihm werden sexuelle Nötigung in mehreren Fällen und minder schwere Vergewaltigung in einem Fall vorgeworfen. Vor einem schwedischen Gericht soll er zu den belastenden Aussagen zweier Frauen Stellung nehmen.

Beide geben an, mit Assange zunächst in gegenseitigem Einvernehmen ins Bett gegangen zu sein, dann aber Nein gesagt zu haben, was er ignoriert habe. Weil Assange nicht in Schweden aussagen will, wird nun in London, wo er sich den Behörden gestellt hat, über seine Auslieferung verhandelt.

Und von London aus hat Assange nun seinen Frontalangriff auf Schweden gestartet. Das Land, sagt er, sei gar nicht der demokratische und soziale Musterstaat, für den es viele halten. Schweden sei ein autoritärer Staat. Eine Kolumnistin, die im Observer fragte, warum Assange nicht einfach nach Schweden fahre, um alles aufzuklären, bezeichnete er als "erbärmliche radikale Feministin".

Seitdem ist nicht mehr nur Assange im Mittelpunkt der internationalen Öffentlichkeit, sondern auch Schwedens Sexualstrafrecht und seine Staatsanwaltschaft: Ist das Gesetz besonders streng? Kann dort jede einfach jeden anzeigen, nachdem sie es sich im Bett anders überlegt hat? Oder steckt tatsächlich ein politisches Komplott hinter der ganzen Affäre?

Was genau passiert ist, wissen nur Assange und die beiden Frauen. Aus den vertraulichen Vernehmungsprotokollen Letzterer zitierte unlängst der britische Guardian, eine der fünf Zeitungen, denen Wikileaks die Depeschen des amerikanischen Außenministeriums übergeben hatte. Demnach soll Assange "safe sex" verweigert und mit beiden Frauen gegen deren Willen ohne Kondom geschlafen haben.

Nirgendwo in Europa werden so viele Anzeigen wegen Vergewaltigung gestellt wie in Schweden: doppelt so viele wie in Großbritannien und viermal so viele wie in Frankreich oder Deutschland. Aber nur jede zehnte Anzeige mündet in einer Anklage. Läuft da also was falsch im Musterland der Geschlechtergleichheit?

Hier laufe gar nichts falsch, sagt Jonas Trolle, Kriminalinspektor in Stockholm, seit fünfzehn Jahren mit Ermittlungen von Sexualverbrechen befasst. Derzeit leitet er die Abteilung zur Bekämpfung von Menschenhandel im Zusammenhang mit Prostitution. Dass es in Schweden so viele Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gebe, sagt Trolle, habe nichts damit zu tun, dass es hier mehr sexuelle Übergriffe gebe als in anderen Ländern. Auch nicht damit, dass Frauen zu Unrecht Vorwürfe erhöben.

Trolle spricht von der besonderen schwedischen "Sensibilität für die Rechte der Frau", von "sexueller Gleichberechtigung" und vom "ganz anderen Selbstbewusstsein schwedischer Frauen". Wer hier ein Sexualdelikt anzeige, so Trolle, müsse keine Scham empfinden und keine Stigmatisierung seitens der Behörden fürchten. "Und die Frauen können sicher sein, dass ihre Berichte von uns unter Einsatz aller Möglichkeiten untersucht und aufgeklärt werden – genau wie jetzt im Fall Assange."

Das klingt sehr progressiv – und nach einem Plädoyer in eigener Sache. Rechtfertigt das, was man aus den Vernehmungsprotokollen weiß, wirklich den Vorwurf der Vergewaltigung gegen Assange? Ein Blick ins Gesetzbuch zeigt: Das schwedische Sexualstrafrecht unterscheidet sich nicht wesentlich vom deutschen. Als Vergewaltigung gilt es, wenn jemand mit Gewalt oder Drohung zum Geschlechtsverkehr oder zu vergleichbaren sexuellen Handlungen gezwungen wird. Daneben gibt es in Schweden die Straftatbestände der sexuellen Belästigung und – wie in Deutschland – der sexuellen Nötigung.

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Kommentare

438 Kommentare Seite 1 von 30 Kommentieren

Sexuelle Hysterie, absurde Justiz, Willkür gegen Männer

Die in Schweden zuständige Staatsanwältin Marianne Ny hatte sie sich einst in einem Fall von Frauenmisshandlung dafür ausgesprochen. "...dass Männer, die von Frauen beschuldigt werden, aber nicht verurteilt sind, in jedem Fall vorsorglich eingesperrt werden müssten – um der Frau "Raum zum Nachdenken" zu verschaffen."

Damit begibt sich die schwedische Justiz auf das Gebiet der Willkür wie wir das aus dem Mittelalter kennen. Dies ist allerdings kein Einzelfall, auch im Falle Marco in der Türkei und im Falle Kachelmann sieht es so aus als ob die Justiz Narrenfreiheit hat. Sie darf anscheinend sogar zum Täter werden ohne ihrerseits angeklagt zu werden.

Ich finde diesen Werteverfall sehr schlimm. Egal ob Religion, Politik, Justiz, EU (z. Zt. Ungarn), momentan gehen irgendwie alle Werte den Bach runter und das einzig verlässliche ist nicht Hirn, sondern Gold ;-)

Assange steht für Aufklärung und Transparenz. Ich finde es sehr passend dass er wegen des Kapitalverbrechens: einer Art von "einvernehmlicher Vergewaltigung" ;-) eingesperrt wurde.

Der Westen hat durch Assange kein Recht mehr auf China zu zeigen, die für Liu Xiaobo eine ähnlich verschwurbelte Anklage formulieren!

Pauschalsierung und Überheblichkeit

NUr weil eine Staatsanwältin soetwas, wie sie behaupten, fordere, haben Sie nicht die vernunftbegründet Legitimation der Schwedischen Justiz Vorwürfe zu machen. Seit wann sind Staatsanwälte Gesetzgeber? Und warum müssen sie so übertrieben Relationen zum Mittelalter sehen?

Marco und Kachelmann? Wollen Sie nun alle unklaren Verfahren Vorhalten und Ihre Meinung dazu als objektive Tatsache hinstellen um im Anschluss entsprechend dieser von Ihnen erfundenen Prämissen eine fundierte Meinung abzugeben?
Merken Sie denn nicht wie borniert das ist?

Der Wert, der in Ihrem Kommentar untergeht, ist der der Ehrlichkeit. Sie sind unehrlich zu sich selbst, weil Sie eine Meinung haben und den Rest drumherum bauen, anstatt das Drumherum als Anlass für Ihre Meinung zu nehmen.

Assange könnte ein Vergewaltiger sein. Wir wissen es nicht. Angesichts der komplizierten Geschichte sollte man diese Sache hingestellt sein lassen, und endlich mehr mit den Leaks arbeiten.

Und selbstverständlich haben Wir jedes Recht auf Menschenrechtsverletzende Staaten zu zeigen. Das bedeutet nicht, dass wir unsere eigenen Menschenrechtsfeindlichen Gesetze nicht weiterhin kritisieren. Ich kritisiere China genauso wie die Behandlung von Homosexuellen in Deutschland oder von Muslimen in der Schweiz. Dazu habe ich jedes Recht.

Sexuelle Befreiung durch die Justiz ins Mittelalter zurückbomben

@buh
Sie wollen mir also die logische Schlussfolgerung (Prämisse) deshalb absprechen, weil sie die Schuld für den Haftbefehl gegen Assange nicht bei der Staatsanwältin, sondern beim schwedischen Gesetzgeber sehen? Das sind Haarspaltereien und in meinen Augen eine Art intellektuelles Hütchenspiel, zum Zweck der Verwirrung wie wir das vom Vatikan kennen.
Wer keine Agumente hat, der benutzt solche Methoden.

Ich will keinesfalls meine Meinung als objektive Tatsache darstellen, wie sie das behaupten. Eine objektive Wahrheit gibt es nicht, wir alle sind subjektiv, allerdings gibt es eine Wahrheit, die bereit ist auch andere Perspektiven einzubeziehen. Sie und die schwedische Staatsanwaltschaft scheinen hier eine extrem männerfeindliche Position einzunehmen, die mit Gewalt verteidigt wird, anstatt auch durchs Fernglas der anderen zu sehen. Ihre beleidigende Wortwahl (borniert, unehrlich) lässt darauf schliessen dass sie ihre Standpunkte wie eine Burg/ein Dogma verteidigen.

Selbstverständlich kann ich Kachelmann, Marco und Assange vergleichen (auch Janett Jackson) wenn ich den Eindruck habe, dass es ultrakonservative Strömungen in unserer Gesellschaft gibt, die das Rad der sexuellen Befreiung und Aufklärung durch Justitia (die öfters auf der Leitung und nicht auf der Schlange steht) wieder rückgängig machen möchten.

Hauptsache Mann wird fertig gemacht

@yato ich kann ihnen 100%zig folgen. So sieht es doch aus: der Julian Assange soll doch nur eingelocht werden, so wie der Kachelmann. Der wurde doch auch gleich prophylaktisch eingelocht, trotz dünnster Beweise. Der Einzige, der bisher gelogen hat, ist das vermeintliche Opfer.

Zum Fall von Marco in der Türkei sehe ich auch gewisse Parallelen.

Und Alice Schwarzer tönt ungestraft öffentlich im Fernsehen: auch sympathische Männer vergewaltigen. Mithin, alle Männer sind Schweine.

Einen Rückfall ins Mittelalter sehe ich nicht. Wohl aber zum Terrorregime der französischen Revolution. Damals hieß es: Schuldig bei Verdacht. Jetzt heißt es: Schuldig weil Mann.

Maneater

"Sie wollen mir also die logische Schlussfolgerung (Prämisse) deshalb absprechen, weil sie die Schuld für den Haftbefehl gegen Assange nicht bei der Staatsanwältin, sondern beim schwedischen Gesetzgeber sehen?"

Nö. Sie wollen "Die schwedische Justiz" durch die Beschreibung der taten einer Staatsanwältin (Aus Ihrer Sicht beschrieben) kritisieren, und sehen dabei nicht, dass die Argumentation der Anwältin keinen Einfluss hat auf die Schwedische Justiz zu der mehr gehört als eine Anwältin. Kapische?
Wenn ich mich also um Differenzierte Aussagen bemühe und Ihre als unlogisch darstelle indem ich sie auseinander nehme (Wenn auch nur imA snatz) bin ich also der Papst? Offenbar neigen Sie ausdrücklich zu weit hergeholten Vergleichen.

Wenn wir alle subjektiv sind (seltsame Formulierung!) können Sie nicht wissen ob es eine objektive Wahrheit gibt. Sie tätigen mal wieder eine Aussage aufgrund einer Meinung und bauen dann eine Argumentation auf, die hier auch noch falsch ist. Herrje

Ja, ich bin ne MÄnneresser. Gib acht vor mir. *sing*
Und für Gewaltvergehen bin ich auch bekannt. Langsam wird es wirklich Abenteuerlich mit Ihnen.

Bisweilen scheinen Sie mir der Ultrakonservative hier zu sein, aber ich lasse mich eines besseren Belehren.

Wirklich mein Lieber. Ziehen Sie keine unzutreffenden Vergleiche. Wenn sie schon so heikle tätigen, sollten Sie wenigstens eine Wasserdichte Begründung dazugeben.Sonst wirds langweilig.

Kachelmann

Wurde sehr bald wieder friegelassne, ganz ohne auflagen und Kaution! Zudem hat er bis heute nichts gesgat, während die mutmaßliche Vergewaltigte ihr Sexualleben preisgeben MUSSTE vor Gericht, per Vorladung!

Warum muss aus solchen Dingen immer eine MAnn gegen Frau Kiste gemacht werden?Warum sehen wir nicht den Einzelfall und lassen die Geschlechter in Frieden. Als gäbe es keine Vergewaltigten Männer die das gleiche durchmachen würden und solche die das Vortäuschen und denen man das gleiche vorwerfen kann. Hier geht es nicht um Geschlechter, hier geht es um Charaktere, um Individuen und um den gesellschaftlichen Umgang mit solchen Prozessen. Würden wir Vergewaltigungsvorwürfe ernst nehmen, und sie nicht zum Nachteil beider Parteien medial ausschlachten würde es doch schon wesentlich besser aussehen. Stattdessen ergehen wir uns in Grabenkämpfen.

PS: Assange und Kachelmann haben nichts gemein. Assange könnte Opfer einer internationalen Verschwörung sein, Kachelmann könnte eine Frau durch persönliches Fehlverhalten wütend gemacht haben. SEHR Unterschiedlich!

Rüstungswettlauf der Geschlechter durch eine hysterische Justiz

@buh
Diese totalitär-feministische Anwältin hat sehr wohl etwas zu tun mit der schwedischen Justiz als Ganzem, als auch mit dem schwedischen Ansehen in der Welt als Ganzem. Solche "medialen Grossereignisse"
strahlen sogar auf die globale Wahrnehmung der demokratischen EU, der Moderne und des "freien Westens" aus, so wie das auch bei Quantanamo der Fall ist.

Der schwedischen Justiz dürfte sehr wohl bewusst sein, dass momentan ihr Ruf auf dem Spiel steht. Es ist keinesfalls ein Zufall, das gerade dieser "bissigen" Staatsanwältin der Fall übertragen wurde. Cui bono? Wem nutzt es? Die USA zieht (wie Wikileaks das so schön aufdeckt) natürlich auch hier im Hintergrund an der Strippe (Obama ist ja nur der Türsteher, Sarah Palin verkörpert hier mehr die sexfeindliche, aufklärungsfeindliche und gewaltfreundliche Machtdenke) und ohne die USA wäre nicht diese extreme Staatsanwältin an den Fall gekommen und Assange nicht eingesperrt worden. Je näher man hinschaut, desto mehr stinkt dieser Fall.

Liebe Buh, ich würde mir von Ihnen (und von Alice Schwarzer manchmal auch) wünschen, dass sie die Seite der Männer auch in Betracht ziehen und Männer nicht pauschal zum Täter oder zum Schlechtmensch degradieren. Gleichbereichtigung heisst Gleichberechtigung und nicht "Umkehr der Unterdrückung"! Was hier momentan passiert ist eine Ausweitung der Terrorhysterie bis hinein in die Betten. Letztlich ein gewalttätiger Angriff auf Vertrauen, Liebe, Eros und Sex.

Sie reden...

...wie opportunistische amerikanische Politiker. Es fällt mir schwer aus dieser Rhetorik Argumente herauszusieben.

Eine Anwältin als totalitär zu beschreiben zeugt vom Unverständnis über den Begriff des Totalitären.

Dass diese Anwältin dem europäischen Ansehen schadet glaube ich nicht. Ich glaube diese Anwältin wird von weniger hysterischen Zeitgenossen als ein Faktor von vielen in einer Verschwörung gegen Assange gesehen. Wenn man aber ohnehin meint, dass Feministen Böse sind und Männer benachteiligt werden, der wird sich sicher im archaischen Vokabular eines modernen Steinzeitmenschen ergehen.

Witzig, dass Sie mich mit "Liebe" ansprechen. WOllen Sie damit vrertraulichkeit vortäuschen, oder mich dadurch verbal herabstufen? Ich bin nicht Ihre Liebe. Nicht im geringsten. Würde Sie einen männlichen Gesprächspartner auch so ansprechen? Sehe ich selten. Sei es drum.

Ich sehe diese Sache meiner Meinung nach aus der Sicht eines Menschen der um Objektivität und Fairness bemüht ist. Ich finde diese Grabenkämpfe gegen Frauen; Feminismus, Schweden samt Justiz ect müßig und schlicht Dumm. Daher argumentiere ich ja auch inhaltlich. Ich bezeichne die Anwältin als vermutlich fremdbestimmt. Ich sehe die vielen Ungereimtheiten und bin persönlich auf Assanges Seite. Ich glaube aber an die Justiz, und daran, dass genau für solche Dinge eine unabhängige Justiz nötig ist. Die Anwältin ist nicht die Justiz. Sie ist nicht unabhängig. Sie darf ein Pain in Assanges Ass sein.

Verrrechtlichung

Entschuldigen Sie bitte, Frau Buh.
Herr Kachelmann hat Monate in Haft verbracht und das, obwohl die Gutachten nicht vorlagen, das 'Opfer' gelogen hat, die Beweislage extrem dünn war. Damit wurde Herrn Kachelmann körperliche Gewalt angetan.

Hinzu kommt ein Millionenschaden für ihn, seine Firma und natürlich die Mitarbeiter.

Dass Sie einem Angeklagten die Wahrnehmenung des Rechts auf Aussageverweigerung vorwerfen, ist bemerkenswert.

Aber natürlich haben die Fälle Kachelmann und Assange etwas gemeinsam: Den Vergewaltigungsvorwurf. Anscheinend ist dieser Vorwurf wohlfeil, für alles zu gebrauchen - aus politischen Gründen oder aus Wut - wie Sie selbst schreiben. Der Angeklagte hat auf jeden Fall den Schaden, selbst, wenn der Vorwurf nicht stimmt oder nicht bewiesen werden kann. Der Junge, der in der Türkei so lange in Haft war und später wohl freigesprochen wurde, ist auch für sein Leben schwerst traumatisiert. Vielleicht nur mal eben so.

Ist eigentlich in diesem Zusammenhang schon einmal eine Frau wegen des Verdachts der Falschaussage in haft genommen worden?

Im übrigen: Die beiden schwedischen Groupies - so muß man sie wohl nennen - haben bei Herrn Assange eine Hormonkaskade ausgelöst, was auch ein Eingriff ist. Ein tiefer Ausschnitt richtig präsentiert, ein paar Gesten reichen da schon. Aber natürlich denken Groupies nicht vom Ende her, sondern wundern sich nur am Ende.

Ich denke, dass die Verrechtlichung der Sexualkontakte in erneuter Prüderie enden wird.

Ja und?

Er war 4 Monate in Uhaft weil es entsprechend der Untersuchungen notwendig war. Bitte nennen Sie mir einen konkreten Grund, warum Ihrer Meinung nach die 4 Monate juristisch gesehen illegal oder von mir aus auch moralisch illegitim waren!

Die Nachteile die KAchelmann durch die MEiden hat, werden sicherlich bei einem Schuldspruch berücksichtigt.
Die hat im übrigen die Freundin sicherlich genau so!

Ich werfe ihm nicht das Recht auf Aussageverweigerung vor, sondern zeige damit auf, welche Rechte ein Angeklagter hat, wogegen jemand der angibt Vergewaltigt worden zu sein gezwungen ist den Dreck nach außen zu kehren!

Ich finde es langsam recht nervig, dass sie selbstverständlich behaupten, KAchelmann sei auf jeden Fall unschuldig, während ich versuche das ganze objektiver zu sehen. Er ist sicherlich als unschuldig zu behandeln, aber seine Schuld gilt es derzeit zu belegen. Erst nachdem dies nicht klappt, können Sie ihre Hasstiraden loslassen. Derzeit sehe ich aber noch ein Leidendes mögliches Opfer, welches meinen Respekt für mutige Aussagen hat!

Und wenn "der Junge" das Mädchen vergewaltigte? Ist ihnen das wirklich so egal, wenn Menschen andere sexuell Gewalt antun? Wie können Sie nur so leichtfertig darüber hinweggehen. Ist für sie jeder, der durch eine Anschuldigung leidet, allein durch dieses Leid unschuldig?

Ah klasse am Schluss noch dass übliche MAchogerede von ihnen. Das weib ist doch selber schuld wenn es sich so anzieht, was?

Wirklich unerträglich!

Ablehnung der Ablehnung

Liebe Buh

ich rede mit dem Wort "Liebe" jeden an wie ich das will, ob ich das nun ernst, satirisch oder wie auch immer meine. Sie haben nicht das Recht mir zu diktieren welche Worte ich wähle. Wahrscheunlich schaffen es auch nur Leute die so dogmatisch denken wie Sie, sich schon durch das Wort "Liebe" beleidigt zu fühlen.

Für meinem Begriff verkörpern Sie hier genau den Ungeist von einer Staatsanwältin Ny und agieren in einer Art von "verbalmilitanten Ablehnung" des Schönen auf dieser Welt.
In einer Art Umkehr von Yoko Ono verkörpern sie hier für mich das Wort "Nein" nicht nur in einer geschlechterspezifischen Bedeutung.
Frauen vom Typus Margret Thatcher, die sich in totaler Abkehr ihrer liebevollen, sozialen und empathiefähigen Weiblichkeit als feministisch bezeichnen, verkörpern für mich eine heutige mentale Form der "absoluten männlichen Macht" wie wir diese von früher kennen. Sie sind also genau das, wogegen sie zu kämpfen vorgeben. Die hohe Anzahl und mangelnde argumentative Gewichtung ihrer Postings hier lässt mich an einen Kreuzzug ihrerseits denken. Hier fühlt! sich einer im Recht und will andere Meinungen plattmachen. Sie dürfen sich gerne hier zeigen wie Sie wollen und ich kann sie auch nicht zum zuhören oder zweifeln zwingen, egal. Dass aber jemand im Geiste wie Sie dafür verantwortlich ist, dass Assange kein freier Mann ist, das kann ich nicht akzeptieren und dagegen werde ich tun, was in meiner Macht steht.

Hallo

Doch ich habe das Recht, Ihnen zu sagen, dass ich das bescheiden finden, wenn Sie mich verniedlichen. Es war ganz und garnicht ein "Liebe" wie man es zu Freunden sagt, sondern ein rhetorisches. Ein Unwahres, gegen das ich mich verbal wehre. Sagen Sie es eben weiter. Ich kann es nicht verhindern. Wenn es Ihnen nunmal soviel bedeutet...

Ach, jetzt bin ich schon die Staatsanwältin. Es sit wirklich unglaublich was für Vorurteile und Beleidigungen man über sich ergehen lassen muss, wenn man für mehr Achtung gegenüber Vergewaltigungsoipfern wirbt und gegen eine Vorverurteilung von Staaten und Frauen bzw Anzeigende ist. Jetzt bin ich also die Assange-Anklägerin. Eben war ich der Papst oder das Mittelalter. Hauptsache nicht auf meine Aussagen eingehen. Wozu auch, wenn es doch so viel einfacher ist eine Person zu diskreditieren, als ihre Position.

Ihre ganze Argumentation besteht darin mir gewisse Grundeigenschaften abzusprechen und mich als Person schlecht zu reden um am Ende meiner Geisteshaltung Schuld an der Anklage assange zu geben.

Sie haben mir überhaupt nicht zugehört. Sie ertragen nicht, dass jemand nicht in die Kerbe schlägt "Schweden doof, Pseudo-Vergagewaltigungsopfer Doof, Anwältin Doof, Frauen Doof, Feminismus Doof". Und Schon wird man zur Männeressenden Mittelalterhexe mit Dogmatischen Mächten und ohne Vernunftbegabung.

pauschal

Sie habe natürlich recht. Meine Aussage war sehr pauschal. Ich dachte die offensichtlichen Zusammenhänge müsste ich nicht berücksichtigen und meine aussage relativieren. Ich meinte damit in der Essens dass in der zur Debatte stehenden Einzelheiten die Fälle sich grundlegend unterscheiden.

Ich finde es nach wie vor aber erschütternd, dass bei Fällen, bei denen die Angeklagten Symathie erhaschen können, die mmsl. Opfer Diskreditiert und die gesamt Frauenschaft und ihre Emanzipation in frage gestellt wird.

Wahrlich, die Emanzipation ist nicht vollendet. Die Frauen die das Glauben, werden wie die Frauen damals in den 30ern eines besseren belehrt werden.

Wachenfeldt-Keule

"Wahrlich, die Emanzipation ist nicht vollendet. Die Frauen die das Glauben, werden wie die Frauen damals in den 30ern eines besseren belehrt werden."

Genau mit der Wachenfeldt-Keule (Männer sind Tiere etc.) schlägt eine Ny, Schwarzer, Buh ... vermutlich noch in 2030iger Jahren jede Geschlechterdebatte platt - so man sie lässt.
Das Maß an Misandrie wächst mit feministischen Einfluss. Schweden ist das beste Beispiel - von Buh ganz zu schweigen.

Da ich glühende

Tierrechtlerin bin, würde ich niemals auf die Idee kommen Tiere als Schimpfwort zu benutzen. Als Mensch, der Geschlechter als konstruiert betrachtet, liegt mir wenig daran eines der beiden etablierten Geschlechter pauschal abzuurteilen.

Dass ich mir wieder persönliche Anfeindung antun muss ist wirklich das letzte. Nennen Sie mir eine Aussage aus der deutlich wird, ich würde Männer hassen. Diese Aussage ist so lächerlich. Bleiben wir doch bei den Fakten.

kachelmann und assange haben ihre bekanntheit ausgenutzt und nicht einwandfrei moralisch gehandelt, indem sie mit mehreren frauen ein verhältnis angefangen haben und nicht sich selbst "gewikileakt" haben (kachelmann war schlimmer als assange).

das ist ethisch nicht ok, aber es ist kein grund sie gleich einzusperren.

eine (heute offensichtliche) falschaussage die das leben des anderen bewusst zu zerstören bereit ist, um die eigenen enteuschten gefühle zu rächen ist weit schlimmer.

es läuft vieles in unserer gesellschaft falsch, das geht beim job an, denn meistens fängt am firmentor die diktatur an. wie viele leute werden durch ihre chefs psychisch vergewaltigt, gemobbt usw.

das problem ist nur wo sollen wir die hürde ansetzen uns gegenseitig in den knast zu sperren? schon dann wenn wir einen zweiten liebhaber verschweigen, was ja auch viele frauen machen. die gefängnisse wären voll.

freiheit für kachelmann (sperrt ihn höchstens wegen dem miesem wetter ein)

freiheit für assange (damit deutschland nicht noch weniger kinder bekommt, weil die leute sich nicht mehr miteinander ins bett trauen, oder nur noch mit vorher abgesprochenem und gemeinsam signierten drehbuch, da jede spontanität hinter schedischen gittern enden kann)

Vergewaltigung ist und bleibt ein schweres Verbrechen,

das strafrechtlich geahndet werden muss. Genau deshalb wurde es auch für die internationale Intrige verwendet!

Es tut mir weh zu lesen, wie Sie den Intriganten auf den Leim gehen und Julian Assange und Jörg Kachelmann in einen Topf werfen. Die beiden haben wirklich nichts gemeinsam, außer dass es Männer sind. Aber damit hören die Gemeinsamkeiten auch auf!

Ich sehe es genauso wie auch andere in diesem Thread: Julian Assange ist ein politischer Gefangener, der ausgeschaltet werden soll. Das darf auf keinen Fall zugelassen werden!

Was auch immer mit Jörg Kachelmann ist, er ist kein politischer Gefangener! Im übrigen glaube ich nicht - falls Sie auf seiner Seite sein sollten - dass ihm der Witz mit dem Wetter passend erscheinen würde.

fad und öde

" Ja und? Er war 4 Monate in Uhaft weil es entsprechend der Untersuchungen notwendig war."
"Die Nachteile die KAchelmann durch die MEiden (Sie meinen wohl "Medien") hat, werden sicherlich bei einem Schuldspruch berücksichtigt."
So, so: Entgegen der Ansicht des Oberlandesgerichts sind Sie der Meinung, dass die U-Haft nötig war. Wissen Sie mehr?
Und der Schuldspruch? Auch da scheinen Sie mehr zu wissen - oder ist das etwa ein Vorurteil, ein Freud'scher Verschreiber. Relaxen Sie.
Und wie steht Herr Kachelmann ohne Schuldspruch da? Hmmm. Und das nur, weil ein Vergewaltigungsvorwurf "aus Wut" - Sie schrieben es - erfolgte!

Und dann, - Sie enttäuschen mich nicht - diese Anwort habe ich erwartet:

"Ah klasse am Schluss noch dass übliche MAchogerede von ihnen. Das weib ist doch selber schuld wenn es sich so anzieht, was?
Wirklich unerträglich!"

Wieso schuld? Wer wollte leugnen, dass es so etwas wie Biologie gibt? Oder hormonelle Kaskaden? Wer wollte leugnen, dass es Trigger gibt, die diese Kaskaden auslösen und dass diese Trigger zB von Groupies bewußt eingesetzt werden?

Sie werden die Biologie vielleicht irgendwann mit Unterbrechung der Hormonkaskade zähmen können. Nur wird das Ergebnis dem einer genmodifizierten Treibhaustomate ähnlich sein - fad und öde.

Noch einmal, schuld? Gehen Sie doch einmal des nachts alleine durch Nairobi oder Soweto. In jedem Fall fühlen Sie doch sicher, denn die Schuld liegt ja bei dem Vergewaltiger/Mörder/Räuber/Menschenhändler - oder?

Re: Sie reden...

"Ich sehe diese Sache meiner Meinung nach aus der Sicht eines Menschen der um Objektivität und Fairness bemüht ist."
Ihre Beiträge lassen eine abweichende Meinung durchaus zu. Das beginnt damit, dass Sie eine Staatsanwältin als Anwältin bezeichnen. Eine Staatsanwaltschaft ist keine Anwaltskanzlei. Sie ist eine Strafverfolgungsbehörde, die die ganze Macht eines Staates auf einen einzelen Menschen loslassen kann. Deswegen gibt es in Rechtsstaaten Abwehrrechte des Einzelnen gegen den Staat.

"Ich finde diese Grabenkämpfe gegen Frauen; Feminismus, Schweden samt Justiz ect müßig und schlicht Dumm."
Aha. Wer sich Ihre Sicht nicht anschließt ist also dumm. Sehr objektiv und fair.

"Ich bezeichne die Anwältin als vermutlich fremdbestimmt."
Die _Staatsanwältin_ hat lange vor dem Fall Assange gefordert, dass beschuldigte, aber nicht verurteilte Männer auf jeden Fall eingesperrt werden müssten. In Rechtsstaaten nennt man so etwas "Strafe ohne Urteil" und es ist verboten.
Die Fremdbestimmung dieser Staatsanwältin ist also bestenfalls zweifelhaft.

"Dass diese Anwältin dem europäischen Ansehen schadet glaube ich nicht."
Diese Staatsanwältin hat das europäische Ansehen bereits zutiefst beschädigt. Vor allem bei den Europäern.

"Die Anwältin ist nicht die Justiz."
Die Staatsanwältin ist die Justiz.

"Sie darf ein Pain in Assanges Ass sein."
Nur wenn Sie auf rechtsstaatliche Grundsätze wie keine Anklage ohne vorheriges Gesetz, klare Kritierien was strafbar ist und Angemessenheit verzichten.

Nachtrag

"Dass diese Anwältin dem europäischen Ansehen schadet glaube ich nicht."

Dann benutzen Sie doch mal Ihre vielgerühmte weibliche Empathie um sich in einen normalen Mitteleuropäer hinzuversetzen.
Dieser Mitteleuropäer
- hat weder den Welpenschutz eines 17-Jährigen
- noch hat er das Geld eines erfolgreichen Medienunternehmers
- und er hat auch nicht die Popularität einer Internet-Ikone.

Er kann also nicht damit rechnen, das RTL&Co. sich dafür interessieren das er acht Monate in Untersuchungshaft sitzt ohne das irgendwas untersucht wird.
Er kann sich auch nicht einen monatelangen Verdienstausfall, einen Staranwalt wie Dr. Schwenn, einen Medienanwalt, mehrere Privatgutachten und einen monatelange Prozess mit Befragung diverser Exen leisten.
Und er hat auch weder einer Freund mit Landgut noch prominente Gönner die eine Kaution von vier durchschnittlichen Bruttojahreseinkommen hinlegen.

Aber das macht ja auch gar nichts, denn all das hilft
- nicht gegen Verfolgung wg einer behaupteter Vergewaltigung trotz fortbestehender Jungfernschaft
- nicht gegen Verfolgung wg einer behaupteten Vergewaltigung mit offenkundig selbst herbeigeführten "Tat-"Spuren.
- auch nicht gegen Verfolgung wg Sex, der erst in Twitter ausgiebig gefeiert wurde ehe er dann mehrere Tage später zur "Vergewaltigung" umdeklariert wurde.

Sie denken doch hoffentlich nicht, das noch irgendein Mann mit IQ > Bananenschale an den "Rechtsstaat" glaubt?

was frau nicht als objektiv betrachtet

also ihre ergüsse sind mitnichten objektiv, sondern subjektiv und einseitig

es ist doch klar, dass jemand, der was zur anzeige bringt eine aussage machen muss, sonst geht es wohl recht schwierig in einem verfahren, oder sollen sich polizei und staatsanwaltschaft alles aus den fingern saugen?

der beschuldigte muss nun mal nichts sagen zum tathergang, die zuständigen staatlichen behörden müssen dann durch ihre nachforschungen die schuld bzw unschuld des angeklagten nachweisen

also jetz wirds pathologisch

"Als Mensch, der Geschlechter als konstruiert betrachtet, liegt mir wenig daran eines der beiden etablierten Geschlechter pauschal abzuurteilen."

geschlechter sind nicht konstruiert, die sind real es gibt das weibliche und das männliche geschlecht, obs ihnen passt oder nicht

sie urteilen aber sehr einseitig und pauschal über die beiden geschlechter, frauen sollen immer straffrei und opfer bleiben, männer sollen immer bestraft werden und als täter stigmatisiert werden

Aus :

http://www.spiegel.de/spi...

"Für einen Außenstehenden ist es kaum nachvollziehbar", sagt der Arzt bitter, "wie isoliert man plötzlich dasteht, wenn die Justiz öffentlich gegen einen wegen Vergewaltigung ermittelt. Von dieser Sekunde an hat man kaum noch Freunde." Vor dem Prozess habe ihm ein Anwalt geraten: "Krabbeln Sie auf allen vieren zum Richtertisch, und bitten Sie um zwei Jahre auf Bewährung."

Ein wenig Mäßigung, bitte!

Zitate:
"Der Wert, der in Ihrem Kommentar untergeht, ist der der Ehrlichkeit. Sie sind unehrlich zu sich selbst, weil Sie eine Meinung haben und den Rest drumherum bauen, anstatt das Drumherum als Anlass für Ihre Meinung zu nehmen."

"Ich kritisiere China genauso wie die Behandlung von Homosexuellen in Deutschland oder von Muslimen in der Schweiz. Dazu habe ich jedes Recht."

Und jemand anders kritisiert eben, was er/sie für eine ungerechte Behandlung beschuldigter heterosexueller Männer durch eine feministisch beeinflußte Justiz hält. Wo ist das Problem?

unsere westliche sexkultur ist aus dem gleichgewicht/harmonie

es gibt einen realen teil und einen konstruierten teil bei der genderproblematik.

die körperlichen unterschiede sind existent, aber die sozialen eigenschaften, die wir mann/frau zuschreiben sind weitgehend konstruiert durch unsere gesellschaft/geschichte.

wir können das gut bei transsexuellen und transvestiten sehen wie sehr die soziale rolle das verhalten bestimmt und wie es möglich ist hin und her zu switchen.

in vielen ländern gibt es 3 geschlechter: mann, frau, beides, in thailand, bei indianern...

durch die kirche/europäischen geschichte wurde hier mit dem scheiterhaufen aussortiert und zwangsreduziert.

aus der ursprünglichen sexualität z. b. der polynesier (südsee) sehen wir, dass es nicht sinnvoll ist eine mann/frau sozialisierung, wie wir sie haben, die in keinem harmonischen gleichgewicht ist, aufrecht zu halten.

die erziehung der frau(hüte dich vor männern)und des mannes (greif an) bringt den virus des geschlechterkampfes bereits in die gehirne der kinder und jugendlichen. auf unsere art kann man selten glücklich werden und die momentane eskalation der sexualität auf die juristische ebene ist ein besonders ekelhaftes beispiel wie sehr eine "moderne" gesellschaft auf eine asoziale ebene geraten kann.

wer sich die tantra thematik näher ansieht, der kann erkennen das es auch völlig andere denksysteme gibt.

unser westliches system setzt auf krieg auf allen ebenen: global, national, sozial, psychologisch, juristisch, medial, sexual

skull mr. winterbottom ;-)

Anm: Bitte achten Sie auf einen artikelbezogenen Diskussionsbeitrag. Danke. Die Redaktion/lv

Na ja...

Wenn eine Ministerin sowas sagt, hat das noch lange keinen Gesetzescharakter. Aufgrund einer solchen Aussage den schwedischen Rechtsstaat in Frage zu stellen, halte ich für sehr bedenklich.

Und was Assange angeht: Wenn eine Frau Nein sagt, dann hat sich der Mann daran zu halten. Alles andere ist in meinen Augen tatsächlich nichts anderes als eine Vergewaltigung. Wenn der Kerl nur mit der Frau schlafen will, wenn er kein Kondom benutzen muß, dann sol er sich doch wieder anziehen und gehen. Und selbst wenn die Frau ihn trotzdem die NAcht über bei sich behält bedeutet das mitnichten, das ein Mann sich über den Willen der Frau hinwegsetzen darf.

Wenn ich viele Kommentare hier lese frage ich mich ernsthaft, ob in D das Strafrecht in diesem Bereich nicht viel zu weich ist und wesentlich verschärft werden sollte.

Und des weiteren: Eine Anklage bedeutet keine Verurteilung. Das ist in Schweden nicht anders, als in D.

Und das Assange für Aufklärung und Transparenz steht, das sehe ich komplett anders. Assange ist für mich ein Selbstdarsteller, der genauso ein Geheimniskrämer und Vertuscher ist, wie diejenigen, die er meint bloßzustellen. In der Beziehung ist er genauso schlimm wie die Anderen.
Er ist kein Heiliger. Nicht mal ein Seeliger. Für mich einfach nur: Erbärmlich und frauenfeindlich. Insofewrn haben Sie Recht: Da tritt einer den Willen und die Rechte von Frauen mit Füßen und alle jubeln ihm zu. Es geht wirklich alles bergab.

Unschuldvermutung

Sie würden also sagen, dass Jörg Kachelmann im Falle eines Freispruchs unbeschadet aus der Sache rausgeht?

http://www.bild.de/kddb/c...
Ich denke einfach nicht, dass das ganze bis zur rechtskräftigen Verurteilung derart öffentlich ablaufen sollte. Und zu Ihrer Eingangsfrage, sollte eben die "Falschbeschuldigung" und Diffamierung hart bestraft werden. Verstehen Sie mich nicht falsch, jede Art von sexueller Nötigung oder Vegewaltigung ist verabscheuenswürdig. Einem Unschuldigen einen derartigen Prozess zu machen, ist aber auch nicht schön.

Nein...

Das würde ich nicht. Warum sollte ich das sagen wollen?
Kachelmann wurde durch die übertriebene Berichterstattung geschadet. Ich wüsste aber nicht, wie das ein Gericht verhindern kann. Es ist nun mal die Freiheit der Presse. Die Presse kann sich da nur selbst einschränken, was ich mir wünschen würde. Daher wird auch jedes Gericht derartige Kampagnen mit berücksichtigen. Diese No-Angels Nadja, die aufgrund ihrer HIV-Krankheit Diffamiert wurde von der Presse, hat eine geringere Strafe bekommen aufgrund dessen. Das finde ich richtig.

Ich sehe nicht, warum Kachelmann aber durch das Gericht diffamiert wurde, durch die Justiz, durch Schweden. Also systematisch durch Staatsorgane. Die Diffamierung findet in der Berichterstattung statt, die nunmal frei ist. Sollten die Frauen lügen, und sollte die Absicht festgestellt werden, würden sie dafür juristisch belangt. Ich sehe also das Problem nicht.

Das würde aber...

....der Transparenzeffekt widersprechen. Wie würden wir dann feststellen können ob alles mit rechten Dingen zugeht. Ob zb der geliebte Kachelmann gerecht behandelt wird? Sie finden also, dass Prozesse geheim sein müssen?

Und mmsl. Opfern zum Schweigen zu verurteilen ist perfide. Stellen Sie sich vor, sie werden vergewaltigt und dürfen nach der anzeige nicht mehr darüber reden. Woah...schauerliche Vorstellung.

Verfahren != Prozess

Das Verfahren ist nicht mit dem Prozess gleichzusetzen. Im Fall Assange ist nicht ein mal Anklage erhoben worden, das heißt ein Gericht hat sich mit dem Fall noch nie beschäftigt. Mindestens bis zu diesem Punkt muss sich die Staatsanwaltschaft zurückhalten mit öffentlichen Aussagen, und ja, damit wird die Transparenz in einem gewissen Maße beschnitten.

Transparenz ist nicht absolut und das Recht nicht unschuldig beschuldigt zu werden auch nicht. Es kollidieren eben verschiedene Rechte miteinander und die Lösung kann im Ergebnis jedenfalls nicht sein, dass das Recht des Mannes für unschuldig gehalten zu werden, vollkommen außen vor bleibt.

Möglicherweise geht es zu weit das Opfer zum Schweigen zu verdammen, da haben Sie vielleicht recht. Aber die ungleich stärkere Wirkung von Aussagen einer offiziellen Stelle, muss eingedämmt werden. Dabei sollte auch nicht vergessen werden, dass solche Aussagen nicht selten auch von Geltungsdrang getragen werden.

Inwiefern die Staatsanwaltschaft

Explizit sich falsch verhalten hat, indem zu viele Informationen ausgegeben wurden um einen voreilt zu haben ist mir nicht bekannt. Ich habe da keinen Einblick. Aber da die Prozesse selber der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, dürfte das keine allzu große Auswirkungen auf Kachelmann gehabt haben.

Ich finde die Situation des mmsl. Opfers wesentlich schlimmer. Öffentlich über soetwas auszusagen muss sehr schlimm sein.

Jedenfalls sehe ich Kachelmann kaum geschädigt. Und wenn, dann weniger durch das Opfer, als durch eine gierige Presse.

transparenz...

... während des verfahren: natürlich.
darüber braucht man nicht zu diskutieren.
wobei das in mannheim ja nun auch nicht gerade passiert, wenn man sieht, wie oft zeugenbefragungen unter ausschluss der öffentlichkeit stattfinden.

transparenz heißt aber nicht, dass die staatsanwaltschaft (wie im fall kachelmann) sich damit praktisch "brüstet", einen prominenten verhaftet zu haben. und dies, obowhl schon bekannt war, dass es bei der aussage der zeugin etliche ungereimtheiten, wenn nicht gar unwahrheiten gab.

transparenz bedeutet ebenfalls nicht, dass zeugen bzw. zeuginnen offensichtlich in der presse und gegen honorar mehr verraten als in ihrer eigentlichen aussage vor gericht. da gehört meiner meinung nach ein riegel vorgeschoben.

@147 Textkenntnis

Sie haben den Text genau gelesen, aber leider ein wesentliches Detail übersehen. Dies teilen Sie übrigens mit einigen anderen Foristen.
Es handelt sich eben nicht um die höchst angenehme Morgenknabberei, wegen der frau doch niemannden hinter Gittern sehen möchte, sondern um ungeschützten Sex, obwohl vorher anderes verabredet war.

Mögen sich nach verbreiteter Lesart die beiden Leakgroupies auch verabredet haben, wissend, dass aus ihrer HIV-Test-Anfrage eine Ermittlung würde - weswegen sagt Assange nicht offiziell aus?

Von einer internationalen Verschwörung bin ich nach wie vor nicht überzeugbar - denn wozu das internationale Gefüge wirklich in der Lage ist, sah man doch bei der sofortigen Kappung der Geldströme und als die Serverbetreiber unter Druck gesetzt wurden.
Assange ist Stratege; Assange braucht diese Presse, diese Foren und dieses Image, um ungeschoren davonzukommen. Er kann kein Interesse an einer dezenten Aufklärung der schwedischen Vorgänge haben.

Da sind Sie leider nicht richtig informiert....

er hat in Schweden der Staatsanwaltschaft gegenüber
5 Wochen lang ! um eine exakte Information hinsichtlich
der Beschuldigungen gebeten und blieb auch AUSSCHLIESSLICH
zu diesem Zweck in Schweden.
Die Beschuldigungen wurden NICHT genannt, es gab keine
offizielle Anklage und auch keine Anhörung von Assange, zu
der er ja bereit gewesen wäre.
Erst NACHDEM er in England war, wurde Interpol eingeschaltet,obgleich sein Aufenthaltsort bekannt war, durch ihn selbst. Auch in England war er jederzeit bereit,
entweder persönlich oder in einer Videoschaltung zu
konkreten Anklagepunkten konkret Stellung zu nehmen.
Dies wurde von schwedischer Seite abgelehnt, ebensowenig
liegt bis heute eine Anklageschrift in englischer Sprache den englischen Gerichten vor.
Diskret, das wäre wohl im Sinne von Assange und von Wikileaks gewesen.
Nicht aber im Sinne der USA, deren Spiel perfekt von
der schwedischen Politik und der Justiz dort inszeniert
wurde.
Assange müßte wahnsinnig sein, sich heute unter diesen Umständen der schwedisch/amerikanischen Justizwillkür
auszuliefern !

I´m not convinced

Die USA hätte vollkommen andere Möglichkeiten gehabt, Assange und Leaks kaltzustellen, wie sie ja auch eindrucksvoll bewiesen haben.

Verschörungstheoretische Ansätze teile ich nicht, aber wie wäre es mit diesem?:
Die Depeschenveröffentlichung war absehbar, die Reaktion der USA ebenfalls.
Die Leakgroupies waren ja, wenn man Twitter und den Netzbuschtrommeln und diversen Unterstellungen glauben darf, zuerst vollkommen begeistert von ihrem Liebhaber. Wie wäre es mit einer Imagerückversicherung mit zwei geneigten Unterstützerinnen, die erst intensiviert wird, wenn Leaks weltweit Repressalien drohen? Assange weiß, dass er es im Netz hauptsächlich mit Männern zu tun hat und auf ihre Unterstützung zählen kann. Als verfolgte Unschuld in den Fängen der USA wäre ihm weltweite Unterstützung gewiss.
Alles passt, wackelt und hat Luft. Der von Ihnen zu Recht angeführte Vorlauf wäre eingepreist.
Verschwörungstheorien dieser anderen Art könnte ich im Stundentakt produzieren. Wahr werden sie dadurch nicht.

Sicher ist allerdings seine weltweite Glorifizierung in der für Assange so wichtigen Netzgemeinde, Nobelpreisforderungen (Ja, auch in diesem Forum!!), Unterstützerforen, Buchkäufer usw. Es gibt nur wenig Kritik an der Lichtgestalt: Er hat faktisch keinen Grund, am gegenwärtigen Zustand etwas zu ändern, egal, was vorher passiert sein mag.

Interessanter Ansatz

Aber was hat das mit dem Posting zu tun auf das Sie geantwortet haben?
Ich lese hier nicht ein Argument gegen die Annahmen des Ausgangs-Postings.
In allen öffentlichen Verlautbarungen wird bislang nirgends auf die beschriebenen Merkwürdigkeiten eingegangen. Keine Erklärung für das sehr seltsame Timing der Staatsanwaltschaft, nichts!
Also wenn es mein Arsch wäre, um den es ginge, würde ich ebenfalls Null Vertrauen in die schwedische Justiz haben.
Wie es schon ein anderer Forist hier schrieb: Das grenzenslose Vertrauen in Justizia ist ein dummes deutsches Phänomen. Losgelöst von der Wirklichkeit, in der wir leben.
Wenn man nicht das Glück hat einen anständigen Richter zu finden, dann gnade einem Gott.... sofern man an einen glaubt.

Danke für den Artikel, aber...

...ich hätte es gut gefunden wenn auch noch erwähnt worden wäre dass es noch andere - öffentlich einsehbare - Indizien dafür gibt, dass die Causa Assange nicht "Business as usual" der schwedischen Behörden ist. Da sind zum einen die Twitter Nachrichten des "Vergewaltigungsopfers", die NACH der Tat noch fröhlich zwitschert:

http://translate.google.d...

Zum Anderen der Hinweis, dass Assange bei der Staatsanwältin ANGERUFEN hat um sich die Erlaubnis zu holen aus Schweden auszureisen - diese zustimmte - und die ihm danach diese internationale Suchanzeige hinterherzuschicken!