Winterchaos Versager im Schnee
Früher war uns alles zu teuer, jetzt schimpfen wir über Billiglösungen.
Wir schimpfen wieder. Auf die Bahn , weil sie zu wenig Reservezüge für die kalten Tage hat; auf die Stadtreinigung, weil sie nicht genügend Streusalz und Räumfahrzeuge aufbieten kann; auf die Reifenhändler, weil sie nicht mehr jede Dimension der Winterpneus liefern können; auf die Textilhändler, weil gängige Größen bei Daunenjacken (aus China) ausverkauft sind.
So viel Versagen, so viel Missmanagement habe es nie gegeben, hört man es an Stammtischen und in Redaktionen grummeln.
Früher war es besser? Häufig spielt uns die Erinnerung einen Streich. Auch früher hatte der Winter Nebenwirkungen.
Gleichwohl hat sich die Industriegesellschaft verändert. Mehr Menschen sind extrem mobil. Sie erwarten, dass sie jederzeit spontan und preisgünstig den Ort wechseln können. Und auch die Industrie ist mehr denn je auf Mobilität angewiesen. Seit den neunziger Jahren hat sich unsere Wirtschaft der schlanken Produktion verschrieben. Viele Teile für die Produktion werden just zur Verarbeitung geliefert, Lagerhaltung gilt als Verschwendung. Diese Art von Effizienzgedanken hat auch halbstaatliche und staatliche Unternehmen wie die Bahn oder die Stadtreinigung erfasst. Die von uns gewählten Entscheider wollten es so.
Alle Mobilitäts- und Versorgungssysteme sind heute auf Effizienz zum möglichst niedrigen Preis getrimmt. Die Bahn soll Gewinne erzielen – aber Reserveloks und Waggons, die 11 Monate im Jahr herumstehen, kosten Geld. Die Städte und Gemeinden müssen sparen. Viele milde Winter lang rosteten die Räumfahrzeuge vor sich hin, und das Streugut verstopfte die Bauhöfe. Da haben die Kämmerer solche Brocken in ihren Etats reduziert. Anders geht es auch gar nicht: Ein Unternehmen, das sich große Lagerbestände leistet, fällt hinter der Konkurrenz zurück und wird vom Finanzmarkt bestraft; eine hoch verschuldete Kommune wird eventuell unter Landeskuratel gestellt.
Schnee und Eis zeigen uns die Kosten der Entwicklung. Das ganze Jahr über vertrauen wir auf unser Auto, für längere Strecken aufs Flugzeug. Doch wenn das Wetter nicht mitspielt, soll es die Bahn richten, sie hat uns gefälligst mit schönen warmen Sesseln zur Verfügung zu stehen. Viele Autofahrer glaubten, sie brauchten keine Winterreifen, obwohl die Pflicht zur richtigen Bereifung schon vergangenen Winter ein großes Thema war. Jetzt jammern die ewig Knausrigen, dass sie teure Aufpreise zahlen müssen.
Eins haben wir jetzt gelernt: Unser auf Effizienz zu geringen Kosten getrimmtes System verträgt keine Störungen. Soll es dafür gewappnet sein, müssen wir Redundanzen einbauen, Prozesse entschleunigen. Das ist teuer. Solange noch Schnee liegt, ist es die beste Zeit, sich darüber klar zu werden. Sonst ist es beim nächsten Mal wieder alles nicht recht.
- Datum 29.12.2010 - 12:25 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 30.12.2010 Nr. 01
- Kommentare 97
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Meine volle Zustimmung. Das habe ich immer so gesehen und wurde durch das Wintergeschehen nun ein weiteres Mal bestätigt.
Allein ein Punkt ist zumindest missverständlich im Artikel. Bei seiner ersten Nennung kann man es noch richtig lesen, bei der zweiten nicht mehr. Es geht um eine ART Effizienzdenken - oder um eine Unart menschlicher Dummheit und Gier. Anders gesagt, es ist der Gedanke, dass das die effizienteste Lösung ist, die am wenigsten kostet. Das muss noch einmal betont werden. Denn mit Effizienz im eigentlichen Sinne hat dies ursächlich nichts zu tun.
Gilt übrigens für alle unsere Systeme. Siehe Gesundheitsreform mit zahlreichen Beispielen. Siehe auch gerade jetzt bei den Hartz-Streitereien. Redundanz ist etwas, was der ALG II - Bezieher nicht besitzt, er bekommt nur die billigste Lösung, mit der man irgend wie überleben können sollte. 10 Euro für irgend etwas, zum Beispiel Mehrkosten durch irgend eine Allergie - niemals, das muss auch mit dem gehen, womit der Idealempfänger auskommt. Übrigens auch in der Form: Man darf den Kindern armen Eltern doch nicht das Geld in die Hand geben, schon gar nicht viel, das wäre ja nicht "effizient", weil weder preiswert noch überwacht.
Thema verfehlt, setzen. Eigentlich haben Sie sehr gut angefangen (Kommentar 1) und dann kam Kommentar 2. Gibt es eigentlich noch irgendein Thema, wo nicht die Brücke zu Hartz IV gezogen wird? Das finde ich langsam pathologisch.
Anonsten kann ich mich dem Artikel (wie in Kommentar 1 geschehen), vorbehaltlos anschließen. Effizienz richtet sich immer am Optimum aus. Wenn das passiert, hat man eigentlich alles richtig gemacht. Nur passiert das Optimum äußerst selten. Es bleibt also meist ein Nullsummenspiel.
Thema verfehlt, setzen. Eigentlich haben Sie sehr gut angefangen (Kommentar 1) und dann kam Kommentar 2. Gibt es eigentlich noch irgendein Thema, wo nicht die Brücke zu Hartz IV gezogen wird? Das finde ich langsam pathologisch.
Anonsten kann ich mich dem Artikel (wie in Kommentar 1 geschehen), vorbehaltlos anschließen. Effizienz richtet sich immer am Optimum aus. Wenn das passiert, hat man eigentlich alles richtig gemacht. Nur passiert das Optimum äußerst selten. Es bleibt also meist ein Nullsummenspiel.
time. Die Idee der Manager. Die Landstraße als Lager.
Gekürzt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Die Redaktion/sh
Meine Meinung! Stimme auch meinem Vorredner zu, dass diese Effizienz, die hier beschrieben wird, nur in den Augen von Geldmenschen effizient ist. Effizienz ist eine Frage der Definition, und nicht jeder legt dies gleich aus...
Falls wer den Begriff nachschlägt: Das ist das sehr amerikanisch geprägte Denken, für alles was man zahlt auch eine dementsprechende Gegenleistung zu erwarten.
Und nun denkt man indem man Effizienz gleichmisst mit Funktionalität, dass man dadurch letztlich, indem man das System effizienter macht es gleichzeitig auch funktioniert.
Und das kann in so einem System nur schiefgehen, indem lediglich der Neoliberalismus das sagen hat.
Deswegen stimme ich dem Artikel vollkommen zu.
Hallo lieber Dietmar,
nett, wie Du uns den Schwarzen Peter zuschieben möchtest.
Nach dem Motto, wir lieben "Geiz ist geil" und werden dafür abgestraft!
Sorry, mach es Dir da mal nicht so einfach.
Setzt Dich mal in einen BWL Hörsaal und lass Dir eine Runde kapitalistische Marktwirtschaft um die Ohren hauen.
Und sollte man einen von den "von uns gewählten" oder von der Stadt eingestellten "Beamten" etwas sagen wollen, so wird man als unwissender kleiner Bürger, abgefertigt.
Ich habe nicht diese Würdenträger gewählt und auch keinen Stadtkämmerer eingestellt...
...also nehme ich Deinen Artikel einfach mal als schlecht gemachte Ironie!
Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an!
Besser wäre hier ein Artikel von Hans Joachim Stuck oder Walter Röhrl erschienen, die darüber aufklären, wie man sein Auto für Winterfahrten klar macht und es sicher über Winterstrassen steuert.
Sicherheitsabstand, frühes Blinken, Stotterbremse, etc.
Ach ja: Guten Rutsch!
Der Autor schiebt hier niemandem den Schwarzen Peter zu. Es ist einfach, wie es ist.
Ihr prompter Unschulds-Aufschrei – "Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an!" – beweist einmal mehr, wie sehr es doch stimmt, dass getroffene Hunde bellen. Sie sind solange auch an diser Misere schuld, bis sich Ihr Widerstand nicht aktiv zeigt. Passiver Widerstand zählt einfach nicht und ist am Ende nur Bestätigung der herrschenden Verhältnisse.
Aber seien Sie nicht traurig, ich schließe mich da nicht aus. Ich kann es nur einfach nicht in meinen Schädel kriegen, wie sehr man versucht seine vermeintliche Unschuld zu verteidigen: pure Gewissensberuhigung und reinster Selbstbetrug!
Sehr geehrter Herr Marlow,
wie Sie meinen dann Belle ich Ihrer Meinung nach; - halt.
Sie müssen es schließlich wissen, Sie kennen mich ja sehr gut und wissen auch genau, wieviel Stunden meiner Freihzeit im Dienste für meine/unsere Mitmenschen, für unsere Gesellschaft drauf gehen.
Ich leiste nicht nur nicht aktiven oder gar passiven Widerstand, nein - ich schwimme im Strom mit!
Dabei versuche ich aber immerhin den Rand ein wenig zu verschieben.
Und ich bleibe dabei, allein der Bundesrechnungshof zeigt uns auf, wo unsere Regierungshelden (das fängt in der kleinsten Gemeinde an) Geld zum Fenster raus werfen.
Weil sie egoistisch und schlecht ausgebildet sind - nur wenig Weitsicht besitzen!
Und ich will die Kerle und Mädels, die uns da verwalten, größten Teils wirklich nicht haben - wir leben in einem Beamtenstaat...
...die machen mir sogar mein Ehrenamt schwer!
...und deswegen bleibe ich dabei, der Artikel richtet sich gegen die Gesellschaft, aber das ist falsch - es sind die Leithammel der Gesellschaft, die machen es schwer.
Die Bahn z.B. ist verpflichtet jedes Jahr einen festgelegten Betrag an den Bundeshaushalt zu überweisen, egal wie - Toll wa ?!
So machen das auch die berümten Heuschrecken.
Also der Artikel ist ein Kropf. (egal ich habe gerade Langeweile)
Bekomme ich jetzt endlich einen von Walter Röhrl oder vom Striezel, wäre weit hilfreicher und...
...könnte sogar Leben retten!!!
diese "Regierungshelden" haben wir gewählt; wir als Gesellschaft, nicht unbedingt als Individuum. Deshalb haben wir (als Gesellschaft) auch eine Mitverantwortung.
Als Individuum sind wir Teil dieser Gesellschaft.
Da wir in einer Demokratie leben, treffen wir (als Individuum) Entscheidungen (Wahlen). Gleichzeitig erkennen wir die Entscheidung von Mehrheiten an; das heißt nicht, dass wir sie unbedingt gutheißen müssen.
Mal ehrlich, wollten Sie das wirklich anders haben?
Zum Schluss noch ein Tip: Mit ABS bitte keine Stotterbremse ;-)
Herzliche Grüße,
Stefan Braun
...ist im Zeitalter von ABS nicht nur falsch, sondern fälscher. Da kriegt Ihr Wunsch nach einem "Guten Rutsch" eine eher ungewollte Bedeutung.
Leiter des Bauhofs gewählt haben, ich vermute aber, dass Sie wie 95 % der Wähler die Kandidaten für den Gemeinde-oder Stadtrat gewählt haben, die mit markigen Sprüchen Kostenreduzierung im ÖD gefordert haben, solche Geldverschwendung wie z.B. ein Lager für Streugut vorzuhalten, angeprangert haben usw. Diese Damen und Herren bestimmen auf Gemeindebene über den Etat und den Mitteleinsatz.
Durch Eindreschen auf die Verwaltung - gerne mit Hilfe regionaler und überregionaler Medien - lassen sich immer gut Stimmen gewinnen.
ist auf Schnee auch ohne ABS nicht so dolle, weil man den Schneekeil, der sich vor einem blockierten Rad bildet und beim Bremsen hilft, so immer wieder überrollt u. somit seinen Bremsweg u.U. verlängert (bei einer Notbremsung lenken - das bringt eh kaum wer, mit oder ohne ABS).
Das als kurzer Exkurs in die Fahrphysik.
Zu uns als Gesellschaft und Ihnen als Individuum: wenn wir als Gesellschaft, wie der Artikel ausführt, demokratisch (in diesem Fall und welchem ach sonst immer) die "Falschen" gewählt haben, trifft uns als Gesellschaft der Vorwurf sehr wohl. Haben Sie als Individuum anders gestimmt und waren Teil der unterlegenen Minderheit, können Sie sich entspannt zurücklehnen, denn Sie haben alles richtig gemacht. Es müssen bloß bei nächster Gelegenheit mehr Leute tun. Haben Sie Ihre Stimme verweigert, sind Sie mitschuldig, denn Sie haben nichts getan, den jetzigen Stand der Dinge zu verhindern.
Erst wenn unter anderer "Flagge" die selben Missstände herrschen, ist Ihre Kritik, es seien einzig die Leithammel schuldig, gerechtfertigt. Und es hilft definitiv nur probieren...
Nichts für ungut...
Der Autor schiebt hier niemandem den Schwarzen Peter zu. Es ist einfach, wie es ist.
Ihr prompter Unschulds-Aufschrei – "Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an!" – beweist einmal mehr, wie sehr es doch stimmt, dass getroffene Hunde bellen. Sie sind solange auch an diser Misere schuld, bis sich Ihr Widerstand nicht aktiv zeigt. Passiver Widerstand zählt einfach nicht und ist am Ende nur Bestätigung der herrschenden Verhältnisse.
Aber seien Sie nicht traurig, ich schließe mich da nicht aus. Ich kann es nur einfach nicht in meinen Schädel kriegen, wie sehr man versucht seine vermeintliche Unschuld zu verteidigen: pure Gewissensberuhigung und reinster Selbstbetrug!
Sehr geehrter Herr Marlow,
wie Sie meinen dann Belle ich Ihrer Meinung nach; - halt.
Sie müssen es schließlich wissen, Sie kennen mich ja sehr gut und wissen auch genau, wieviel Stunden meiner Freihzeit im Dienste für meine/unsere Mitmenschen, für unsere Gesellschaft drauf gehen.
Ich leiste nicht nur nicht aktiven oder gar passiven Widerstand, nein - ich schwimme im Strom mit!
Dabei versuche ich aber immerhin den Rand ein wenig zu verschieben.
Und ich bleibe dabei, allein der Bundesrechnungshof zeigt uns auf, wo unsere Regierungshelden (das fängt in der kleinsten Gemeinde an) Geld zum Fenster raus werfen.
Weil sie egoistisch und schlecht ausgebildet sind - nur wenig Weitsicht besitzen!
Und ich will die Kerle und Mädels, die uns da verwalten, größten Teils wirklich nicht haben - wir leben in einem Beamtenstaat...
...die machen mir sogar mein Ehrenamt schwer!
...und deswegen bleibe ich dabei, der Artikel richtet sich gegen die Gesellschaft, aber das ist falsch - es sind die Leithammel der Gesellschaft, die machen es schwer.
Die Bahn z.B. ist verpflichtet jedes Jahr einen festgelegten Betrag an den Bundeshaushalt zu überweisen, egal wie - Toll wa ?!
So machen das auch die berümten Heuschrecken.
Also der Artikel ist ein Kropf. (egal ich habe gerade Langeweile)
Bekomme ich jetzt endlich einen von Walter Röhrl oder vom Striezel, wäre weit hilfreicher und...
...könnte sogar Leben retten!!!
diese "Regierungshelden" haben wir gewählt; wir als Gesellschaft, nicht unbedingt als Individuum. Deshalb haben wir (als Gesellschaft) auch eine Mitverantwortung.
Als Individuum sind wir Teil dieser Gesellschaft.
Da wir in einer Demokratie leben, treffen wir (als Individuum) Entscheidungen (Wahlen). Gleichzeitig erkennen wir die Entscheidung von Mehrheiten an; das heißt nicht, dass wir sie unbedingt gutheißen müssen.
Mal ehrlich, wollten Sie das wirklich anders haben?
Zum Schluss noch ein Tip: Mit ABS bitte keine Stotterbremse ;-)
Herzliche Grüße,
Stefan Braun
...ist im Zeitalter von ABS nicht nur falsch, sondern fälscher. Da kriegt Ihr Wunsch nach einem "Guten Rutsch" eine eher ungewollte Bedeutung.
Leiter des Bauhofs gewählt haben, ich vermute aber, dass Sie wie 95 % der Wähler die Kandidaten für den Gemeinde-oder Stadtrat gewählt haben, die mit markigen Sprüchen Kostenreduzierung im ÖD gefordert haben, solche Geldverschwendung wie z.B. ein Lager für Streugut vorzuhalten, angeprangert haben usw. Diese Damen und Herren bestimmen auf Gemeindebene über den Etat und den Mitteleinsatz.
Durch Eindreschen auf die Verwaltung - gerne mit Hilfe regionaler und überregionaler Medien - lassen sich immer gut Stimmen gewinnen.
ist auf Schnee auch ohne ABS nicht so dolle, weil man den Schneekeil, der sich vor einem blockierten Rad bildet und beim Bremsen hilft, so immer wieder überrollt u. somit seinen Bremsweg u.U. verlängert (bei einer Notbremsung lenken - das bringt eh kaum wer, mit oder ohne ABS).
Das als kurzer Exkurs in die Fahrphysik.
Zu uns als Gesellschaft und Ihnen als Individuum: wenn wir als Gesellschaft, wie der Artikel ausführt, demokratisch (in diesem Fall und welchem ach sonst immer) die "Falschen" gewählt haben, trifft uns als Gesellschaft der Vorwurf sehr wohl. Haben Sie als Individuum anders gestimmt und waren Teil der unterlegenen Minderheit, können Sie sich entspannt zurücklehnen, denn Sie haben alles richtig gemacht. Es müssen bloß bei nächster Gelegenheit mehr Leute tun. Haben Sie Ihre Stimme verweigert, sind Sie mitschuldig, denn Sie haben nichts getan, den jetzigen Stand der Dinge zu verhindern.
Erst wenn unter anderer "Flagge" die selben Missstände herrschen, ist Ihre Kritik, es seien einzig die Leithammel schuldig, gerechtfertigt. Und es hilft definitiv nur probieren...
Nichts für ungut...
Schuld ist der knauserige Endverbraucher der einfach nicht Willens ist mal ein bisschen tiefer in die Tasche zu greifen?
Na das wird neuerdings ja wieder häufiger als Totschlagargument benutzt,um der auf absolute Gewinnmaximierung ausgerichteten globalisierten Wirtschaft den Heiligenschein zu polieren.
Dabei wissen alle wo das Geld für die Strassenmeistereien und die Bahn geblieben ist.Fragen Sie z.B. nur mal den Herrn Ackermann.
Auch der Einwand des Kommentators,dass wir unsere Schlächter selbst wählten zieht hier m.E. nach nicht,da wie jeder weiss,Politiker nur noch Erfüllungsgehilfen einer übermächtigen Lobby sind und es vollkommen egal ist bei wem man seine paar Placebokreuzchen alle vier Jahre macht.
http://www.global-society...
Selbstverstaendlich kann ich in meiner Gemeinde den Buergermeister waehlen, und der und das Gemeindeparlament entscheidet dann, ob meine Gemeinde genuegend fuer den Winterdienst tut oder nicht. Das ist kein "Placebokreuzchen"! Immer diese unreflektierten Behauptungen, die nur eine Entschuldigung darstellen, sich nicht zu engagieren. Unser System ist bei weitem nicht perfekt, aber ich moechte es nicht z.B. gegen das chinesische eintauschen, wo ich keine "Placebokreuzchen" machen kann.
Selbstverstaendlich kann ich in meiner Gemeinde den Buergermeister waehlen, und der und das Gemeindeparlament entscheidet dann, ob meine Gemeinde genuegend fuer den Winterdienst tut oder nicht. Das ist kein "Placebokreuzchen"! Immer diese unreflektierten Behauptungen, die nur eine Entschuldigung darstellen, sich nicht zu engagieren. Unser System ist bei weitem nicht perfekt, aber ich moechte es nicht z.B. gegen das chinesische eintauschen, wo ich keine "Placebokreuzchen" machen kann.
Der Winter kam härter als erwartet. Doch das er kommen wird war wohl allen klar.
Nun wird zu Recht vom Autofahrer erwartet sich entsprechend vorzubereiten. Winterreifen müssen montiert werden, die Schneeketten liegen im Kofferraum bereit. Enteisungsmittel für die Scheibenwischer... Nur, warum darf man nicht selbige Vorbereitung auch von der Bahn erwarten?
Sofort wird medial abgewatscht. Diesen Preis habe man zu zahlen. Eine Folge der Effizienz. Wirtschaftlich denken. Das ganze Jahr stehen die Ersatzzüge doch nur herum... Nun, meine Winterreifen benötige ich auch nur ein paar Wochen im Jahr. Dennoch muss ich sie mir zu legen.
Schnell kommt nun das Argument des Preises, den solche Vorbereitungen bei der Bahn kosten. Steigende Fahrpreise werden in den Raum gestellt.
Dem halte ich entgegen: Die Gelder sind längst vorhanden!!! Sie werden nur für unsinnige Projekte ausgegeben. Unterirdische Bahnhöfe, die kaum einen Mehwert bringen. Brücken, die alsbald "soda" in der Landschaft stehen. Es ist Aufgabe der Politik das entgleiste Unternehmen Bahn zurück auf die Schienen zu bringen und es an seinen Auftrag zu erinnern, die Bereitstellung einer funktionierenden Infrastruktur. Auch im Winter!
Ich denke die Bahn tut genau das was ihr auch von der Politik aufgetragen wird. Das Minimalprinzip so weit auswalzen bis nichts mehr geht. Minimaler Einsatz von Mitteln für den maximalen Gewinn. Effizient ist das allemal, aber nur für eine Gruppe - Investoren. Ich hatte beim Lesen des Artikels den Eindruck als ob "der Bürger" der Bahn die Schuld in die Schuhe schieben wollte, weil sie sich aufgrund seines "Effizienswunsches" nicht an die winterlichen Verhältnisse anpassen konnte.
Ich weiß ja nicht was in den Köpfen der anderen Bahnfahrer so vorgeht, aber wenn sich dieses Unternehmen tatsächlich aufderen Wünsche eingestellt hätte, hätte eine Umfrage vor einigen Jahren wohl folgendes Ergeben:
Woran sollte die Bahn in Zukunft am stärksten Arbeiten?
Pünktlichkeit [ ]
übersichtliches Tarifsystem [ ]
akzeptable Serviceleistung [ ]
angemessenes Preis/Leistungsverhältnis [ ]
effizente Versorgung des Wirtschaftsfilzes [x]
Sie schreiben mir aus der Seele! Genau das ist es, was ich beanstande!
Sie haben recht, wenn sie schreiben, die Bahn täte genau das, was die Politik ihr vor gibt. Gewinn-Maximierung bis zum Umfallen. Um nur ja fit für die Börse zu sein!
Da fragt man sich: Geht's noch???
Wenn Börsengang und Privatisierung dazu führen, dass ein Unternehmen derart am Kunden vorbei agiert, dann fordere ich unsere Politiker auf, dieses Projekt sofort zu stoppen, bevor noch größerer Schaden entsteht.
Schon heute leiden auch an Nicht-Winter-Tagen ganze Landstriche an den Auswirkungen des Effizienz-und-Sparwahns der Bahn: Dem Rückzug aus der Fläche und des verrottenden Schienennetzes mit resultierenden Langsamfahrstellen...
Wann wird man aufwachen? Und nun suggeriert der Artikel, der "ewig knauserige" Bürger sei Schuld.
Liebe Politiker, liebe Bahn, macht Eure Hausaufgaben!!!
"Nur, warum darf man nicht selbige Vorbereitung auch von der Bahn erwarten?"
Die Bahn ist kein privates Auto. Die Bahn ist ein Konzern. Sie haben vermutlich überhaupt keine Erfahrung in der Führung eines Konzerns, nehme ich an? Der Artikel hat bereits angedeutet, warum die Bahn sich nicht wie ein Kleinbürger verhalten kann (Lagerkosten, Effizienz).
Anmerkung an die Redaktion: Dieser Artikel ist nur eine schlecht begründete Meinung. Keine Fakten, keine Quellen. Es bleibt also ein nicht rezititationswürdiger Beitrag: just small talk.
Ja, es ist richtig zu fragen, woher die Milliardengewinne der Bahn kommen (u.a. eben durch eine Zunahme an Effizienz). Doch haben Sie sich auch gefragt, wo die Gewinne bleiben?
Der Bau unsinniger milliardenschwerer Bahnhöfe ist dabei nur ein Teil der Antwort. Ebenso schwerwiegend ist die seit einigen Jahren forcierte Expansion der Bahn im Ausland - finanziert nicht zuletzt von deutschem Steuergeld. Die in Deutschland erwirtschaften Milliarden versickern in Großbritannien und andernorts, während hier die Infrastruktur verkommt.
politisch an die Wand fahren,weil man die Plichtkritik unabhängig des medialen Störfeuers sowieso schon einkal-kuliert hat..,oder haben wir da was falsch verstanden....???
Denn es hat ja wohl kaum etwas mit "Effizienz" zu tun, wenn das System bei einzuplanenden "Störungen" wie etwa die Witterung im Winter (oder, wie man bei der Bahn gesehen hat, auch die im Sommer...) im Wesentlichen zusammenbricht.
Wenn in der Planung für diese Wetterbedingungen so einfache, naheliegende und jedem doch nun wirklich unmittelbar als notwendig einleuchtende Maßnahmen wie beheizte Weichen nicht vorhanden sind oder nicht ausreichend betrieben werden, dann ist das reine sinnlose Sparerei, die aus der Habgier der verantwortlichen gespeist wird. Um die Idee des unnötigsten Börsengangs der Geschichte weiter zu befeuern.
Und immer dieses Argument mit den höheren Fahrpreisen. Ich kann nur sagen, bitte sehr! Wenn's dann wenigstens funktioniert, wenn's mal kalt/heiß ist.
Ich denke die Bahn tut genau das was ihr auch von der Politik aufgetragen wird. Das Minimalprinzip so weit auswalzen bis nichts mehr geht. Minimaler Einsatz von Mitteln für den maximalen Gewinn. Effizient ist das allemal, aber nur für eine Gruppe - Investoren. Ich hatte beim Lesen des Artikels den Eindruck als ob "der Bürger" der Bahn die Schuld in die Schuhe schieben wollte, weil sie sich aufgrund seines "Effizienswunsches" nicht an die winterlichen Verhältnisse anpassen konnte.
Ich weiß ja nicht was in den Köpfen der anderen Bahnfahrer so vorgeht, aber wenn sich dieses Unternehmen tatsächlich aufderen Wünsche eingestellt hätte, hätte eine Umfrage vor einigen Jahren wohl folgendes Ergeben:
Woran sollte die Bahn in Zukunft am stärksten Arbeiten?
Pünktlichkeit [ ]
übersichtliches Tarifsystem [ ]
akzeptable Serviceleistung [ ]
angemessenes Preis/Leistungsverhältnis [ ]
effizente Versorgung des Wirtschaftsfilzes [x]
Sie schreiben mir aus der Seele! Genau das ist es, was ich beanstande!
Sie haben recht, wenn sie schreiben, die Bahn täte genau das, was die Politik ihr vor gibt. Gewinn-Maximierung bis zum Umfallen. Um nur ja fit für die Börse zu sein!
Da fragt man sich: Geht's noch???
Wenn Börsengang und Privatisierung dazu führen, dass ein Unternehmen derart am Kunden vorbei agiert, dann fordere ich unsere Politiker auf, dieses Projekt sofort zu stoppen, bevor noch größerer Schaden entsteht.
Schon heute leiden auch an Nicht-Winter-Tagen ganze Landstriche an den Auswirkungen des Effizienz-und-Sparwahns der Bahn: Dem Rückzug aus der Fläche und des verrottenden Schienennetzes mit resultierenden Langsamfahrstellen...
Wann wird man aufwachen? Und nun suggeriert der Artikel, der "ewig knauserige" Bürger sei Schuld.
Liebe Politiker, liebe Bahn, macht Eure Hausaufgaben!!!
"Nur, warum darf man nicht selbige Vorbereitung auch von der Bahn erwarten?"
Die Bahn ist kein privates Auto. Die Bahn ist ein Konzern. Sie haben vermutlich überhaupt keine Erfahrung in der Führung eines Konzerns, nehme ich an? Der Artikel hat bereits angedeutet, warum die Bahn sich nicht wie ein Kleinbürger verhalten kann (Lagerkosten, Effizienz).
Anmerkung an die Redaktion: Dieser Artikel ist nur eine schlecht begründete Meinung. Keine Fakten, keine Quellen. Es bleibt also ein nicht rezititationswürdiger Beitrag: just small talk.
Ja, es ist richtig zu fragen, woher die Milliardengewinne der Bahn kommen (u.a. eben durch eine Zunahme an Effizienz). Doch haben Sie sich auch gefragt, wo die Gewinne bleiben?
Der Bau unsinniger milliardenschwerer Bahnhöfe ist dabei nur ein Teil der Antwort. Ebenso schwerwiegend ist die seit einigen Jahren forcierte Expansion der Bahn im Ausland - finanziert nicht zuletzt von deutschem Steuergeld. Die in Deutschland erwirtschaften Milliarden versickern in Großbritannien und andernorts, während hier die Infrastruktur verkommt.
politisch an die Wand fahren,weil man die Plichtkritik unabhängig des medialen Störfeuers sowieso schon einkal-kuliert hat..,oder haben wir da was falsch verstanden....???
Denn es hat ja wohl kaum etwas mit "Effizienz" zu tun, wenn das System bei einzuplanenden "Störungen" wie etwa die Witterung im Winter (oder, wie man bei der Bahn gesehen hat, auch die im Sommer...) im Wesentlichen zusammenbricht.
Wenn in der Planung für diese Wetterbedingungen so einfache, naheliegende und jedem doch nun wirklich unmittelbar als notwendig einleuchtende Maßnahmen wie beheizte Weichen nicht vorhanden sind oder nicht ausreichend betrieben werden, dann ist das reine sinnlose Sparerei, die aus der Habgier der verantwortlichen gespeist wird. Um die Idee des unnötigsten Börsengangs der Geschichte weiter zu befeuern.
Und immer dieses Argument mit den höheren Fahrpreisen. Ich kann nur sagen, bitte sehr! Wenn's dann wenigstens funktioniert, wenn's mal kalt/heiß ist.
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