Kleistjahr Wie gefährlich ist Kleist?
Seite 9/11:

Ernst-Wilhelm Händler

 

Das Streben nach täglichen intellektuellen Revenuen wie auch dasjenige nach Vervollkommnung des sich auf diese Weise Bildenden über den Tod hinaus, ist nicht mehr Anliegen des Dichters und Sache des Himmels, sondern Zielvorstellung der IT-Industrie. Eine Entscheidung darüber, ob das, was der Mensch Wahrheit nennt, wahrhaft Wahrheit ist oder ob es ihm nur so scheint, steht nicht mehr auf der Agenda des Philosophen und findet sich auch nicht mehr unter den Traktanden des Dichters. In dem Gegenwartsbewusstsein, mit jedem Mehr an Wissen einen größeren Zuwachs an Unwissen zu produzieren, ist jedoch ein vorletztes Urteil dringlich zu fällen: dasjenige über die von Kleist aufgeschriebene und gleichermaßen durch sein Leben und seinen Tod vorgebrachte Überzeugung, dass es keine Wahrheit gibt, die in einen nicht moralischen und einen moralischen Teil spaltbar wäre.

Anzeige

Ernst-Wilhelm Händler, geboren 1953, Unternehmer und als Schriftsteller Porträtist des Wirtschaftslebens, veröffentlichte zuletzt »Welt aus Glas« (2009)

Leser-Kommentare
  1. Sie scheinen ja den Rat von Mosebach angenommen zu haben und befragen zu Kleist nun wirklich (Ausnahme Mosebach) nur Autoren der zweiten Reihe, fällt den Namhaften zu Kleist nichts mehr ein oder wollten die einfach nur nicht?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    auf dessen Beitrag ich gerade erst im Zuge einiger Recherchen gestoßen bin, als einzig erstrangigen Autor - was immer das heißen mag - zu bezeichnen, spottet nicht nur angesichts des Beitrags von Brigitte Kronauer, sondern auch seiner, Mosebachs, sprachlichen Bedenk- bzw. Unzulänglichkeiten - man achte z.B. auf die waghalsigen Konjunktive im letzten Absatz - jeder Beschreibung.

    Wer hat sich noch nicht ein Vergnügen daraus gemacht, in den Mosebachschen Texten nach groben sprachlichen Schnitzern zu forschen? Und ein Vergnügen ist es, da sie leicht zu finden sind, allemal,

    auf dessen Beitrag ich gerade erst im Zuge einiger Recherchen gestoßen bin, als einzig erstrangigen Autor - was immer das heißen mag - zu bezeichnen, spottet nicht nur angesichts des Beitrags von Brigitte Kronauer, sondern auch seiner, Mosebachs, sprachlichen Bedenk- bzw. Unzulänglichkeiten - man achte z.B. auf die waghalsigen Konjunktive im letzten Absatz - jeder Beschreibung.

    Wer hat sich noch nicht ein Vergnügen daraus gemacht, in den Mosebachschen Texten nach groben sprachlichen Schnitzern zu forschen? Und ein Vergnügen ist es, da sie leicht zu finden sind, allemal,

    • Aleph1
    • 14.01.2011 um 18:48 Uhr

    Dietmar Dath hat wohl "Parataxen" mit "Hypotaxen" verwechselt.

  2. auf dessen Beitrag ich gerade erst im Zuge einiger Recherchen gestoßen bin, als einzig erstrangigen Autor - was immer das heißen mag - zu bezeichnen, spottet nicht nur angesichts des Beitrags von Brigitte Kronauer, sondern auch seiner, Mosebachs, sprachlichen Bedenk- bzw. Unzulänglichkeiten - man achte z.B. auf die waghalsigen Konjunktive im letzten Absatz - jeder Beschreibung.

    Wer hat sich noch nicht ein Vergnügen daraus gemacht, in den Mosebachschen Texten nach groben sprachlichen Schnitzern zu forschen? Und ein Vergnügen ist es, da sie leicht zu finden sind, allemal,

    Antwort auf "Zweite Reihe"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service