DVD "Rammbock" : Untot und nimmersatt

Der Zombie-Film "Rammbock" von Marvin Krem und Benjamin Kressler

Seit je ist der Zombie-Film ein gefundenes Fressen für deftige Gesellschaftskritik. In den Genreklassikern von George Romero mutieren puritanische US-Bürger zu blau anlaufenden, nimmersatten Gewaltwesen, die ihren verborgenen Aggressionen in den Konsumtempeln vor ihren Städten freien Lauf lassen.

Der deutsche Zombie-Film Rammbock (Filmgalerie 451) von Marvin Kren und Benjamin Kressler macht nun einen Berliner Hinterhof zum Soziotop für allerlei Verhaltensmöglichkeiten in der Untoten-Katastrophe. Vom tatöwierten Prolo über das erfolgreiche Paar im Designerloft bis zum Nullachtfünfzehn-Mitbürger treffen hier alle erdenklichen Großstadtexemplare aufeinander.

Mitten im blutigen Chaos begegnen wir dem Österreicher Michael, der in Berlin eigentlich nur seine Herzensangelegenheiten in Ordnung bringen will. Doch statt der geliebten Gabi findet er Dauergebrüll und offene Mäuler vor. Rammbock ist der beste Beweis dafür, dass sich wahres Grauen auch jenseits der teuren digitale Trickkiste herstellen lässt. Etwa mit besonders saugfähigem Kaninchenstreu. Anke Leweke

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