Der Januar – Monat der Bewährung: weniger essen, Schluss mit Rauchen, Sport treiben! Dieses Jahr ist noch ein guter Vorsatz hinzugekommen: nicht mehr so viel Zeit im Internet verbringen! Bis vor Kurzem konnte man den Computer einfach stehen lassen, jetzt hat man ihn immer dabei, als Notebook, als Smartphone, als iPad, und schnell verfällt man der digitalen Sucht. Wie kann man ihr entrinnen? Wir haben Kollegen gebeten, Wege aus dem Netz zu suchen und zu testen. Mancher Ansatz mag sofort einleuchten, mancher überraschen; einer ist unfreiwillig.

1. Stricken

Wer strickt, surft nicht. Und das Beste: Man braucht dafür kein bisschen Willensstärke. Es geht ganz einfach nicht. Wer alle Hände voll zu tun hat, kann bestenfalls noch mit den Zehen eine Computertastatur bedienen – würden die Füße nicht schon in den gefilzten Hausschuhen stecken, die an Weihnachten keiner haben wollte. Strickende ähneln vom Aktionsradius her Zwangsjackenträgern, sind aber ungleich entspannter.

Weil das Stricken die Handlungsfähigkeit empfindlich einschränkt, eignet es sich auch bestens zur Umsetzung anderer guter Vorsätze wie weniger trinken und weniger rauchen. Sogar abnehmen fällt leichter – es sei denn, man findet jemanden, der einen beim Stricken füttert. Aus eigener Erfahrung kann ich allerdings sagen, dass es schon schwer genug ist, jemanden zu finden, der eine halbe Stunde lang die Arme breit macht, damit man ein Wollknäuel vernünftig aufwickeln kann.

Für ein selbst gestricktes iPhone spricht, dass es deutlich seltener als das Original klingelt (weniger telefonieren, weniger Stress). Im Winter hält es die Ohren warm, eins jedenfalls (mehr für die Gesundheit tun). Und sollte man damit je in einem dunklen Wald verloren gehen, kann man die Apps auflösen und sie als Zahnseide benutzen. Beat it, Steve Jobs! Karin Ceballos Betancur