Italien Silvio, besorg es uns!
Berlusconi soll Sex mit Minderjährigen haben. Die Öffentlichkeit stört das nicht.
© Alberto Pizzoli/AFP/Getty Images

Italiens Premier Silvio Berlusconi
Als die Unterlagen der Mailänder Staatsanwaltschaft im römischen Parlament eintrafen, sagte der Abgeordnete Pierluigi Castagnetti: »Ein Glück, dass es noch ein anderes Italien gibt als jenes, das uns aus diesen Dokumenten entgegenschlägt.« Den Beweis für diese optimistische Behauptung blieb Castagnetti, der als Mitglied des oppositionellen Partito Democratico den Ausschuss für die Immunität der Abgeordneten leitet, allerdings schuldig. Denn das »andere Italien« droht zu verschwinden hinter den 389 Seiten, auf denen die Staatsanwälte ihren Antrag auf Aufhebung der Immunität von Silvio Berlusconi begründen. Ihr Verdacht gegen den Premierminister: Nötigung und Förderung der Prostitution Minderjähriger, ein extrem schwerwiegender Vorwurf gegen den 74-jährigen Ministerpräsidenten, dessen Partys und Affären seit Jahren die Öffentlichkeit in Atem halten.
Im Mittelpunkt des Skandals steht eine 18-jährige Gelegenheitsprostituierte aus Marokko, die zum Zeitpunkt ihrer ersten »Kontaktaufnahme« mit dem Premier nicht älter als 16 Jahre gewesen sein soll. In abgehörten Telefonaten, deren Protokolle in allen Medien ausgebreitet werden, ist von fünf Millionen Euro »Schweigegeld« für das Mädchen die Rede, gezahlt von Silvio Berlusconi. Andere junge Frauen, die zu Partys des Ministerpräsidenten geladen waren, sollen angeblich mit Wohnungen in dem von Berlusconi erbauten Mailänder Stadtviertel Milano Due »abgefunden« worden sein.
Der Skandal ist so enorm, der Verdacht so ungeheuerlich, dass der Rücktritt des Ministerpräsidenten wohl in jeder anderen europäischen Demokratie unausweichlich wäre. Nicht so in Italien. Berlusconis Gefolgsleute haben stattdessen die Losung ausgegeben, man müsse das Land von »Staatsanwälten erlösen, die unsere Freiheit bedrohen«, der Premier selbst erklärte in einer ästhetisch an die Spätphase der Sowjetunion erinnernden Videobotschaft an das italienische Fernsehvolk, er habe es nie nötig gehabt, Frauen zu bezahlen. Im Übrigen habe er eine feste Freundin, die so etwas auch gar nicht dulden würde.
Prompt stürzt sich die Öffentlichkeit auf die »Neue« des mit knappster Mehrheit regierenden Illusionskünstlers. Wer ist sie? Die Kandidatinnen – allesamt ein halbes Jahrhundert jünger und Politikerinnen der Berlusconi-Partei – dementieren kokett. »Schön wär’s«, sagt in Neapel Francesca Pascale, 25. »Berlusconi ist ein faszinierender Mann«, sagt in Mailand Nicole Minetti, ebenfalls 25. Und in Turin klagt der Vater einer 26-jährigen Roberta: »Es wäre ein großes Glück für meine Tochter. Aber leider ist sie es nicht.«
Der Mailänder Kardinal Dionigi Tettamanzi hatte gewarnt: »Italien ist heute krank wie zur Zeit der großen Pest. Die Amoralität verbreitet sich in allen Schichten unserer Gesellschaft.« Das größte Problem hätten jene Eltern, die ihren Kindern erklären müssten, was da geschehe. »Und die vielleicht Töchter im Alter der jungen Frauen haben, deren Fotos man in allen Zeitungen sieht.« Doch die Eltern, deren Töchter den sechsfachen Großvater Berlusconi frequentieren, scheinen darüber weniger entsetzt als erfreut zu sein.
- Datum 21.01.2011 - 17:52 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.1.2011 Nr. 04
- Kommentare 87
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...dafür geht man dann einmal mehr zur Beichte und gut ist.
Die Moral in einem katholisch geprägten Land?
Gabs da nicht sowas Ähnliches auch bei uns?
(ich gehe davon aus dass die Beschreibung der Sachlage von Frau Schönau zutreffend ist)
Ist er eben vor allem bei italienischen Männern beliebt.
Oder was denken sie, würde nicht jeder dieser Männer gerne so sein und leben?
Mag ja moralisch verachtenswert sein aber rein von der PR her ist es für ihn doch sehr praktisch solange alle ihm nacheifern.
Ist er eben vor allem bei italienischen Männern beliebt.
Oder was denken sie, würde nicht jeder dieser Männer gerne so sein und leben?
Mag ja moralisch verachtenswert sein aber rein von der PR her ist es für ihn doch sehr praktisch solange alle ihm nacheifern.
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Sicher ist das Verhalten von Berlusconi widerlich und Gesetzeswidrig (der Teil mit der Prostituion Minderjähriger). Aber "an Kindern vergehen" ist wohl übertrieben. 16-Jährige sind keine Kinder, und vergewaltigt hat er sie wohl auch nicht. Also mal langsam mit Mordaufrufen...
Sicher ist das Verhalten von Berlusconi widerlich und Gesetzeswidrig (der Teil mit der Prostituion Minderjähriger). Aber "an Kindern vergehen" ist wohl übertrieben. 16-Jährige sind keine Kinder, und vergewaltigt hat er sie wohl auch nicht. Also mal langsam mit Mordaufrufen...
"Lieber ein Frauenheld als ein Schwuler", hat Silvio Berlusconi vor kurzem gesagt, und das Volk hat ihm zugejubelt, weil es Helden liebt. Auch der faschistische Diktator Benito Mussolini, der seine erste Frau Ida Dalser in eine psychiatrische Anstalt sperren und dort umbringen ließ und der sowohl seine zweite Frau Donna Rachele als auch seine offizielle Geliebte Claretta Petacci laufend betrog, pflegte sorgfältig seinen Ruf als unwiderstehlicher Frauenheld. Das Volk jubelte ihm zu, bis es ihn dann mit seiner Geliebten kopfüber an einer Tankstelle aufhängte.
Entfernt. Bitte kommentieren Sie sachlich und artikelbezogen. Danke. Die Redaktion/wg
Wer sich in Psychologie auskennt weiß, dass sowohl Mussolini als auch Berlusconi alle Symptome einer antisozialen Persönlichkeitstörung aufweisen, sie sind Psychopathen/Soziopathen.
Dabei trägt Berlusconi eine besonders charmante Maske, die ihn extrem anziehend für Frauen macht. Auf diese Maske fallen eben sehr viele Bürger und vor allem Bürgerinnen in Italien herein. [...]
Gekürzt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Sie Redaktion/wg
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Wer sich in Psychologie auskennt weiß, dass sowohl Mussolini als auch Berlusconi alle Symptome einer antisozialen Persönlichkeitstörung aufweisen, sie sind Psychopathen/Soziopathen.
Dabei trägt Berlusconi eine besonders charmante Maske, die ihn extrem anziehend für Frauen macht. Auf diese Maske fallen eben sehr viele Bürger und vor allem Bürgerinnen in Italien herein. [...]
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Sicher ist das Verhalten von Berlusconi widerlich und Gesetzeswidrig (der Teil mit der Prostituion Minderjähriger). Aber "an Kindern vergehen" ist wohl übertrieben. 16-Jährige sind keine Kinder, und vergewaltigt hat er sie wohl auch nicht. Also mal langsam mit Mordaufrufen...
"Mädchen sind in ihrer Entwicklung 2 Jahre weiter als gleichaltrige Jungen" und so gesehen hat Silvio halt was mit einem geistig 18 jährigem im Körper einer 16 jährigen gehabt.
....was zwischen dem damals vielleicht bereits 16 jährigen und dem 72 Jährigen war? Vermutlich hat einer seiner Leute sie zu sexuellen Handlungen wie Table Dance ermutigt. Vielleicht hat er ihr auch Geld für Sex bezahlt. Die angedeuteten Euro 5 Millionen wären ein tüchtiges Endgeld. So etwas wäre nach deutschem Strafrecht verboten.
So schränkt der Staat die Freiheit des Individuums ein. Hier dürfte eine 15 Jährige ihre gesamte Zukunft und das ihrer Eltern und Familie nicht erschlafen. Das ist doch pervers.
"Mädchen sind in ihrer Entwicklung 2 Jahre weiter als gleichaltrige Jungen" und so gesehen hat Silvio halt was mit einem geistig 18 jährigem im Körper einer 16 jährigen gehabt.
....was zwischen dem damals vielleicht bereits 16 jährigen und dem 72 Jährigen war? Vermutlich hat einer seiner Leute sie zu sexuellen Handlungen wie Table Dance ermutigt. Vielleicht hat er ihr auch Geld für Sex bezahlt. Die angedeuteten Euro 5 Millionen wären ein tüchtiges Endgeld. So etwas wäre nach deutschem Strafrecht verboten.
So schränkt der Staat die Freiheit des Individuums ein. Hier dürfte eine 15 Jährige ihre gesamte Zukunft und das ihrer Eltern und Familie nicht erschlafen. Das ist doch pervers.
Berlusconi ist nicht verheiratet, ob Sex mit sechzehnjährigen in Italien verboten ist geht aus dem Artikel nicht hervor, die Vorwürfe sind noch nicht bewiesen - und die anderen Damen sind volljährig. So what?
Für die menschenverachtende, tumbe Verfasstheit eines @BadLuck (Komm #2) habe ich weniger übrig als für alleinstehende Herren die tun was alleinstehende Herren mit zu viel Geld nun mal tun.
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Tut mir leid, der obige Kommentar bezieht sich natürlich auf "Klick Klack" von Bad Luck und nicht auf "Unwiderstehlicher Frauenheld".
sehen das mindestens 50 Prozent der Italiener und Italienerinnen. Und die die das nicht tun muss man auh erst mal in Neider, politische Gegner und falsche Moralapostel aufteilen um zu sehen, wieso die Opposition nicht funktioniert.
Aber wählt in D. erst mal Herrn Aldi ins oberste Amt, dann werdet ihr schon merken wie der Wind weht.
Ich denke ähnlich wie gegen Bush oder Westerwelle. Aber Neider und politische Gegner gibt es immer, wenn man erfolgreich ist. Ist man aber auch noch sichtbar erfolgreich oder gar auch noch dazu reich, so braucht man eine gute Portion Charisma um im Sattel zu bleiben.
Ich denke ähnlich wie gegen Bush oder Westerwelle. Aber Neider und politische Gegner gibt es immer, wenn man erfolgreich ist. Ist man aber auch noch sichtbar erfolgreich oder gar auch noch dazu reich, so braucht man eine gute Portion Charisma um im Sattel zu bleiben.
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