Berufsleben Der Faktor Neid

Im Beruf hat das schlechte Gefühl auch sein Gutes: Es treibt uns zu Veränderungen an.

Es gibt ein Rezept gegen den Neid, sagt Katharina Neudorfer. »Ich habe gelernt, dass man seinen Neid aussprechen muss. Als ich zum ersten Mal zu einem befreundeten Schauspieler offen gesagt habe, dass ich mich für ihn über seine Rolle freue, dass ich aber auch neidisch auf ihn bin, habe ich mich mit dem Neid versöhnt. Plötzlich war es leichter für mich.« Katharina Neudorfer, 31, hat eine eher ungewöhnliche Berufslaufbahn hinter sich. Sie war Schauspielerin, sie war Personalcoach in der Zentrale einer Gastronomiekette, heute ist sie Sales Agent Manager in einer Kommunikationsagentur. Erst jetzt ist der Neid ganz aus ihrem Berufsleben verschwunden.

Der Philosoph Arthur Schopenhauer, der sich viele Gedanken über den Neid gemacht hat, gelangte zu der Ansicht, dass dieser vor allem bei kreativen Menschen und Wissenschaftlern beheimatet sei. Auch das Beispiel von Katharina Neudorfer scheint diesen Schluss nahezulegen. Doch er ist zu kurz gegriffen.

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Tatsächlich ist der Neid so alltäglich wie das Wetter, nur wird nicht so viel über ihn geredet. Er sei ein »tabuisiertes Gefühl«, sagt der Psychologe Rolf Haubl, der das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt am Main leitet. Jeder verspürt ihn und weiß gleichzeitig, dass er seinem Empfinder nicht gut zu Gesicht steht. Manche kaschieren den Neid deshalb mit einem schiefen Lob (»Na, da scheinst du ja jetzt wirklich der Beste zu sein«), oder sie suchen Gründe für den Vorsprung des anderen, die nicht unbedingt etwas mit dessen Können zu tun haben (»Der versteht sich eben privat sehr gut mit dem Chef«). Dabei ist der Neid per se nichts Schlechtes. Er kann einem im Beruf sogar helfen – wenn man mit ihm umgehen kann.

Wer im Vergleich seinen Mangel erkennt, wird erst einmal deprimiert

Im Schauspiel, sagt Katharina Neudorfer, habe sie das gar nicht gekonnt. »Du bist neidisch auf die, die mehr Filme drehen. Du bist neidisch auf die Rollen der anderen. Manchmal bist du sogar neidisch auf einen einzigen Satz, den ein anderer sprechen darf. Nur, weil der ›mehr Farben im Ausdruck‹ hat.« Sie erinnert sich an das Vorsprechen für eine Rolle, bei dem sie neben 29 anderen Frauen gesessen und auf ihren Auftritt gewartet hat. Von der Seite linste sie auf die Konkurrentinnen und dachte: »Da sitzen 29 Versionen von mir selbst, und ich versuche jetzt, die beste dieser ähnlichen Versionen zu sein.« Eine absurde Situation – und doch ganz natürlich.

Der Neider sieht bei anderen Menschen ein Ding – eine Fähigkeit, einen Platz in der Hierarchie –, das ihm begehrenswert erscheint. Er erkennt im selben Moment seinen Mangel, und das bedrückt ihn. Im schlechtesten Fall bleibt er in dieser Depression stecken und wird handlungsunfähig. Der Neid lähmt ihn. Das nagende Gefühl kann auch dazu führen, dass der Neider anfängt, andere bewusst zu schädigen. In einer Studie der Cornell University, New York, durften die Teilnehmer ihr Einkommen abhängig vom Einkommen anderer bestimmen. Sie hatten die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Bei der ersten hätten sie 100.000 Dollar im Jahr verdient, während alle anderen 85.000 Dollar verdient hätten; bei der zweiten Möglichkeit hätten die Studienteilnehmer 110.000 Dollar verdienen können, während alle anderen 200.000 Dollar bekommen hätten. Die meisten Teilnehmer wählten die erste Möglichkeit. Sie hätten es nicht ertragen, weniger als andere zu haben.

Leser-Kommentare
    • oma007
    • 22.01.2011 um 21:51 Uhr

    ??? wie soll es denn möglich sein jemand anderen voraus zu sein wenn man ständig nur darüber redet was man will, möchte und wonach man strebt!?!?!?!?
    die ganze welt würde nicht mehr funktionieren!!!

    [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe und bleiben Sie respektvoll und sachlich. Danke. Die Redaktion/ew

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    es ist wirklich ein schlechter Artikel.
    Wer beneidet denkt überwiegend an sich selbst.
    Ich habe selten jemand beneidet, allerdings gibt es in diesem Land nicht viel das ich begehre.
    Hierzulande sind die Frauen hässlich, die Medien banal, Konsumgüter die mich nicht beeindrucken, ...
    Vielleicht ist meine Anspruchslosigkeit aber ein Sonderfall, weil ich so enorm gebildet bin.
    Das Wort Neid hört man häufig von Eliten, welche alles unternehmen um beneidet zu werden.
    Dass diese Menschen in der Kindheit nicht genug Aufmerksamkeit bekommen haben, ist ein alter Hut.
    Ich glaube nicht, dass Neid die Gesellschaft antreibt.
    Es treibt vielleicht einen Teil der Gesellschaft an, aber den entbehrlichen Teil.

    es ist wirklich ein schlechter Artikel.
    Wer beneidet denkt überwiegend an sich selbst.
    Ich habe selten jemand beneidet, allerdings gibt es in diesem Land nicht viel das ich begehre.
    Hierzulande sind die Frauen hässlich, die Medien banal, Konsumgüter die mich nicht beeindrucken, ...
    Vielleicht ist meine Anspruchslosigkeit aber ein Sonderfall, weil ich so enorm gebildet bin.
    Das Wort Neid hört man häufig von Eliten, welche alles unternehmen um beneidet zu werden.
    Dass diese Menschen in der Kindheit nicht genug Aufmerksamkeit bekommen haben, ist ein alter Hut.
    Ich glaube nicht, dass Neid die Gesellschaft antreibt.
    Es treibt vielleicht einen Teil der Gesellschaft an, aber den entbehrlichen Teil.

  1. es ist wirklich ein schlechter Artikel.
    Wer beneidet denkt überwiegend an sich selbst.
    Ich habe selten jemand beneidet, allerdings gibt es in diesem Land nicht viel das ich begehre.
    Hierzulande sind die Frauen hässlich, die Medien banal, Konsumgüter die mich nicht beeindrucken, ...
    Vielleicht ist meine Anspruchslosigkeit aber ein Sonderfall, weil ich so enorm gebildet bin.
    Das Wort Neid hört man häufig von Eliten, welche alles unternehmen um beneidet zu werden.
    Dass diese Menschen in der Kindheit nicht genug Aufmerksamkeit bekommen haben, ist ein alter Hut.
    Ich glaube nicht, dass Neid die Gesellschaft antreibt.
    Es treibt vielleicht einen Teil der Gesellschaft an, aber den entbehrlichen Teil.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "über neid reden"
  2. Das Wesen des Geldes ist doch sein Tauschwert. In einem Referenzrahmen, in dem alle anderen 200.000 haben, man selbst aber 110.000 sind diese 110.000 nun einmal weniger wert als 100.000, wenn der Refernzrahmen 85.000 ist. Das ist doch eine ganz rationale Entscheidung, die nicht unbedingt damit zu tun haben muss, dass man den anderen nichts goennt. Haben alle viel steigen die Preise und der Kaufwert der einzelnen Einheit ist geringer.
    M.E. nach funktioniert dieser Test nur mit Guetern, deren Wert sich nicht so relativ bemisst.
    Z.B. so: Man laesst eine Gruppe von Studenten eine Woche lang hungern. Danach bietet man ihnen 2 moegliche Nahrungsrationen an, und zwar entweder eine grosse Schale Reis (waehrend alle anderen nur eine kleine Schale erhalten) oder aber eine grosse saettigende Portion ihres Lieblingsgerichtes, waehrend alle anderen dasselbe, aber noch zusaetzlich einen Nachtisch bekommen. Ich denke hier wuerden nur die wenigsten die Schale Reis waehlen, nur um sicherzustellen, dass sie selbst am meisten bekommen.

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    Eine einmalige Mahlzeit definiert aber keinen Status, wie es ein Jahresgehalt kann.
    Man hat die Wahl zwischen 20 Kühen und alle sonstigen Dorfbewohner bekommen 40 oder man bekommt nur 10 und alle anderen ebenso. In einem Fall ist man der Ärmste im Dorf, hat aber mehr zu essen. Im anderen Fall hat man weniger zu essen, steht aber auf der selben Stufe wie sein Umfeld.
    Will man der Rangniedrigste sein, dafür aber mit, absolut betrachtet, mehr Schinken in der Vorratskammee. Oder verzichtet man auf etwas und ist, relativ betrachtet, wohlhabender.

    Eine einmalige Mahlzeit definiert aber keinen Status, wie es ein Jahresgehalt kann.
    Man hat die Wahl zwischen 20 Kühen und alle sonstigen Dorfbewohner bekommen 40 oder man bekommt nur 10 und alle anderen ebenso. In einem Fall ist man der Ärmste im Dorf, hat aber mehr zu essen. Im anderen Fall hat man weniger zu essen, steht aber auf der selben Stufe wie sein Umfeld.
    Will man der Rangniedrigste sein, dafür aber mit, absolut betrachtet, mehr Schinken in der Vorratskammee. Oder verzichtet man auf etwas und ist, relativ betrachtet, wohlhabender.

  3. Lieber Gott, mach daß Menschen mit diesen Erkenntnissen nie Einfluß auf Personalentwicklung in Unternehmen erhalten.
    Laß sie weiter kleine Artikel schreiben.

  4. Mit einer solchen Definition könnte ich mich vielleicht noch abfinden. Als Gradmesser für eigene Unzufriedenheit, scheint er ja irgendwie in dem Artikel durch zuschimmern. Von da auf die Menschenheit zu schließen, ist wieder klassisch westliche-freudsche Sexualtriebsverallgemeinerungstheorem.
    Das Problem, Unmengen von neidischen Forschern müßten ausschwärmen um hunderte von Kulturen neidisch auf ihre mehr oder weniger intakten sozialen Strukturen und deren persönlichkeitsbildenden Effekte zu untersuchen.
    Schlechte Idee, besser doch anzunehmen der Artikel sei im Recht.

    Schade das Sprache im allgemeinen und die deutsche Sprache im besonderen so wenige Worte besitzt. Wo liegt der Unterschied zwischen Bewunderung und Neid, anhelo y envidia ?
    Als Gegenwort bittet mir das Netz "gönnen" an. Beide Begriffe erzeugen in mir eine vertikale Hirarchie-Interpretation.

    Mir scheint, die letzten beiden Worte erschließen mir die Problematik.

    Schönes Bild, obwohl ich den Fotografen weder beneide noch bewundere. Ich genieße es einfach.

  5. Missgunst sind die Treibriemen der menschlichen Gesellschaft.

  6. Ich freue mich, dass mehrere Leute mit dem Komentar nich einverstanden sind. Es gibt noch Hoffnung...

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