Elite-Unis In fünf Schritten zur Exzellenz

Was brauchen neu gegründete Hochschulen, um sich zu Spitzeneinrichtungen zu entwickeln? Ein Erfolgsrezept

Die Hochschullandschaft verändert sich rasant. Neue Studiengänge entstehen, Forschungscluster, Graduiertenschulen und private Hochschulen, die einen hohen wissenschaftlichen Anspruch für sich reklamieren. Sie trachten nach Exzellenz und internationaler Wettbewerbsfähigkeit oder schreiben sich diese Modewörter, ohne die nichts mehr zu gehen scheint, zumindest auf die Fahnen. Zahlreiche Neugründungen spiegeln die Hoffnung wider, sich weitgehend unabhängig von institutionellen Zwängen und bürokratischen Vorgaben entwickeln zu können. Doch wovon hängt ihr Erfolg ab?

Markus Baumanns
Markus Baumanns

Markus Baumanns, Mitgründer der Beratungsgesellschaft "Schumacher&Baumanns. The company companions“ war bis zur Aufnahme ihres Studienbetriebs im Oktober 2010 verantwortlich für den Aufbau der neuen privaten Kühne Logistics University in Hamburg. Von 2001 bis 2006 war er Geschäftsführer der Bucerius Law School sowie von 2006 bis 2009 Vorstandsmitglied der ZEIT-Stiftung.

Meines Erachtens sind fünf Faktoren ausschlaggebend. In der richtigen Mischung lassen sie wissenschaftliche Spitzeneinrichtungen entstehen, deren Exzellenz sich nach langer Reifezeit beweist.

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1. Ein überzeugendesProgramm

Worin liegt der Bedarf an einem neuen Studien- oder Forschungsangebot? Warum sollten Studierende diesen noch nicht erprobten Studiengang einem bereits existierenden vorziehen? Warum sollten gute Professoren an diese Einrichtung wechseln oder hier ihre Karriere beginnen? Ohne eine gründliche Wettbewerbsanalyse und Gespräche mit unabhängigen Experten kann kein Profil mit einer klaren Botschaft, überzeugenden Inhalten und neuartigen Herangehensweisen an den Stoff erarbeitet werden.

2. Eine gesundeFinanzierungsgrundlage

Einrichtungen mit hohem wissenschaftlichem Anspruch rechnen sich nicht. Forschung und Lehre bringen kein Geld – jedenfalls bei Weitem nicht in dem Umfang, der notwendig wäre, um sie aus Studiengebühren oder Patentlizenzen zu refinanzieren. Wissenschaft muss es sich leisten können, zu irren, einmal eingeschlagene Lösungswege zu verwerfen und wieder von vorn anzufangen. Wissenschaft braucht also Zeit, viel Zeit. Neben einem klaren Businessplan für die ersten Jahre brauchen neue Wissenschaftseinrichtungen oder Studiengänge deshalb eine langfristig gesicherte Finanzierungsgrundlage. Rein projektbezogene Finanzierung von Forschung kann, das hat die Praxis hinlänglich gezeigt, diesen Zweck nicht erfüllen.

3. Eine durchdachtePersonalstrategie

Jede Neugründung steht vor einem Start-up-Problem: Kluge Professoren ziehen kluge Studenten und weitere kluge Professoren an und kluge Studenten wiederum kluge Professoren und weitere kluge Studenten. Was ist zu tun, wenn noch keine der beiden Gruppen existiert? Im internationalen Universitätsbetrieb greifen Neugründungen auf eine »Program Faculty« zurück: Führende internationale Wissenschaftler werden als Unterstützerkreis angesprochen, um als Qualitätsgaranten von außen den Aufbau des Personals zu begleiten. Die Experten der Program Faculty sprechen ihrerseits gezielt exzellente Professoren an, die für die Hochschule infrage kommen. Den Interessenten wird ein insgesamt attraktives Gesamtpaket angeboten, das sich aus Forschungsfreiraum und Entwicklungsmöglichkeiten wie Lehrverantwortung,

Zusammenarbeit mit Industrie und Handel, Qualität der Studierenden und Kollegen und dem Spirit der Hochschule zusammensetzt. Die Professoren forschen und lehren ohne die im deutschen Lehrstuhlsystem üblichen wissenschaftlichen Mitarbeiter und Assistenten. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Studierenden von den Professoren selbst betreut werden. Dieses Prinzip geht mit geringeren Lehrdeputaten, höheren und erfolgsabhängigen Gehältern der Professoren und einer sorgfältig ausgewählten Studierendenschaft einher. Durch den Wegfall des Lehrstuhlapparates sind die finanziellen Belastungen eines solchen Modells nur unwesentlich höher. Ein strukturiertes Doktorandenprogramm, das ausgesuchte Nachwuchswissenschaftler absolvieren, die wiederum durch Stipendien unterstützt werden, trägt ebenfalls zu einem starken Forschungsprofil der Hochschule bei.

Leser-Kommentare
  1. ist das eigentliche Ziel aller Exzellenzkampagnen.

    "Und wieder ist die Kundensicht maßgeblich", muss der arme "Wissenschaftler" heute begriffen haben und selbstverständlich wird er selbst zur Marke, nach der die Kunden fragen. Heute hätte ich gern die Susi und die Angelika oder den Kurt und den Axel...

    Die vollständige Abhängigkeit der "Forschung" von den Konzern- und Kapitalinteressen nennt sich dann "Unabhängigkeit" auf dem "freien Markt", wo der "Forscher" nur mit den gewünschten Ergebnissen überleben und sein Institut finanzieren und für die Mitarbeiter Jobs anwerben kann.

    Dem entsprechen die Ergebnisse der Wissenschaft: Darf es noch etwas mehr Klimakatastrophe sein oder wollen wir mal wieder für den Herrn Maschmeyer ganz persönlich das Problem mit der Demographie und die alternativlose Altersvorsorge bei den privaten Konzernen erforschen?

    Man braucht sich ja nur die Bio des Verfassers anschauen, da weiß man schon alles. Solche Leute bestimmen heute den Gang der "Wissenschaft".

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    • Waldez
    • 26.01.2011 um 12:56 Uhr

    da spricht ihr name bereits die wahrheit aus, lieber Lügenpresse. forschung ist mittlerweile nichts weiter als wettbewerb auf dem markt. die unis gehören nach dem wunsch von solchen machiavellistscen schlaumeiern wie dem autor des artikels schon längst nach den maßstäben von kleinen zulieferbetrieben organisiert: die machen die arbeit, bilden aus, und wenn die qualität nicht mehr stimmt, werden sie gegen eine andere firma ausgetauscht. während sich die industrie die guten köpfe und die kohle einsteicht.

    nen lieber herr "industrielobby" Baumann, die unis gehören anders organisisert. dort haben die wörter "professionelles management und finanzierungsstrategie" rein gar nichts zu suchen. die uni ist schon seit jeher auch eine KULTURELLE einrichtung, deren wchtigstes ziel es unter anderem ist, FREIHEIT zu schaffen! freiheit für das wissen, freiheit für abwechslungsreichtum und vor allem die freiheit, das zu erlernen was sich nicht sofort lohnt. wären sie, lieber herr baumann, bereits in der antike für die industrielobby unterwegs gewesen, hätten wir heute keine philosophie, keine astronomie, keine wissenschaften, sprich nichts, was sich in den blinden augen eines managers nicht innerhalb von absehabrer zeit in profit umwandeln läst. wenn unis von euch managern verseucht werden, wird das menschliche wissen aufgeteteilt und patentierbar gemacht, und die gsellschaftsstrturen wieder da, wo sie noch vor nicht allzulanger zeit mit viel blut abgeschafft wurden: in der sklaverei!

    • Waldez
    • 26.01.2011 um 12:56 Uhr

    da spricht ihr name bereits die wahrheit aus, lieber Lügenpresse. forschung ist mittlerweile nichts weiter als wettbewerb auf dem markt. die unis gehören nach dem wunsch von solchen machiavellistscen schlaumeiern wie dem autor des artikels schon längst nach den maßstäben von kleinen zulieferbetrieben organisiert: die machen die arbeit, bilden aus, und wenn die qualität nicht mehr stimmt, werden sie gegen eine andere firma ausgetauscht. während sich die industrie die guten köpfe und die kohle einsteicht.

    nen lieber herr "industrielobby" Baumann, die unis gehören anders organisisert. dort haben die wörter "professionelles management und finanzierungsstrategie" rein gar nichts zu suchen. die uni ist schon seit jeher auch eine KULTURELLE einrichtung, deren wchtigstes ziel es unter anderem ist, FREIHEIT zu schaffen! freiheit für das wissen, freiheit für abwechslungsreichtum und vor allem die freiheit, das zu erlernen was sich nicht sofort lohnt. wären sie, lieber herr baumann, bereits in der antike für die industrielobby unterwegs gewesen, hätten wir heute keine philosophie, keine astronomie, keine wissenschaften, sprich nichts, was sich in den blinden augen eines managers nicht innerhalb von absehabrer zeit in profit umwandeln läst. wenn unis von euch managern verseucht werden, wird das menschliche wissen aufgeteteilt und patentierbar gemacht, und die gsellschaftsstrturen wieder da, wo sie noch vor nicht allzulanger zeit mit viel blut abgeschafft wurden: in der sklaverei!

    • Lobel
    • 26.01.2011 um 11:30 Uhr

    Liebe Zeit Redaktion, lieber Herr Baummanns,

    Ihr Artikel ist nicht mehr als ein Schaumschläger. Ein Businessplan, gute finazielle Ausstattung und ein gutes Portfolio an Mitarbeitern. Wie innovativ.

    Warum dann dieser Artikel?

    Meiner Meinung nach ist es eine reine Selbstvermarktung. Herr Baummanns hat ohne Frage gute Kontakte in die Redaktion der Zeit. Warten wir es ab, wann der Link zu dieser Seite auf
    http://schumacherbaumanns...
    erscheint. Kann es etwas Schöneres für das Vorankommen einer jungen Beratungsfirma geben, als ein Artikel in der Zeit?

    • KFlash
    • 26.01.2011 um 11:52 Uhr

    Eine gute Universität...

    - ist Finanziert durch öffentliche Mittel, Stiftungskapital oder Spenden.
    Nur so kann sie unabhängig Forschen.

    - interessiert sich nicht für 3. Mittel.
    3. Mittel sind immer Hebel zur Manipulation der Ergebnisse

    - konzentriert sich auf GRUNDLAGENFORSCHUNG.
    Anwendbarkeit von Forschung ist Aufgabe von F&E in Unternehmen, NICHT von Universitäten.

    - bilden nicht aus, sondern LEHREN.
    Die Lehre d.h. die Förderung neuer WISSENSCHAFTLER ohne Blick auf den Markt steht im Vordergrund. Für alles Andere gibt es FHs oder BAs.

    - inspiriert Studenten und gibt ihnen Freiräume diese Inspiration in Taten umzusetzen.
    Ein straffes Studium erzeugt keine kreativen Nachwuchswissenschaftler sondern nur Angestellte.

    Herr Baumann, gehen Sie mit ihrer Beratung dahin wo sie hingehört. In Unternehmen oder Fachhochschulen oder Berufsakademien. Das was sie "Eliteuniversität" nennen, nenne ich eine "drittklassige Universität".
    Sie und viele Bildungsbeauftragte haben nicht verstanden was Universitäten eigentlich leisten sollen und können.
    Das ist das Problem, was es zu beheben gilt!

  2. ... an der UMIT "Beiträge" zum "Erfolgsrezept" geleistet hat, wäre eine interessante Recherche-Aufgabe für die Zeit-Redaktion.
    (http://www.zeit.de/2010/5...)

    Aber einem ehemaligen Zeit-Stiftungsmitglied muss natürlich unter die Arme gegriffen werden.

    Man ist ja uner sich...

    Gruß,

    Joe

    Eine Leser-Empfehlung
  3. 1. Das Image ist alles, der Eindruck von "Exzellenz" subjektiv. Deshalb: Geben Sie der Uni fancy slogans, auf Latein, wenn man die Tradition, auf Englisch, wenn man die Moderne beschwören möchte. Stellen Sie riesige, "modern" wirkende Bauten hin - je protziger desto besser. In die neue Bibliothek passen optisch gesehen natürlich nur Mac's rein - auf die dann Windows installiert wird. Schmeißen Sie allerhand Geld für Schnickschnack aus dem Fenster - bezahlt wird das schließlich aus Studiengebühren. Posaunen Sie überall herum, wie "exzellent" Sie sind - irgendjemand wird es schon glauben.

    2. Exzellenz kann es nicht für alle geben. Streichen Sie die Orchideenfächer! Die ollen Geisteswissenschaftler sollen ihre Lehre doch lieber aus Studiengebühren finanzieren!

    3. Die wirtschaftliche Lage ist hart. Streichen Sie alle Stellen, die Ihnen überflüssig erscheinen. Geld für Lehre? Fehlanzeige. Sollen die Studenten sich doch selbst Japanisch oder Arabisch beibringen. Und ein Professor für 400 Jura-, VLW- oder Physikstudenten muss jawohl auch reichen.

    4. Verbünden Sie sich mit der Wirtschaft. Unabhängige Forschung war eh schon immer Utopie. Es lebe die Käuflichkeit!

    5. Üben Sie Druck auf Ihre Angestellten aus. Lehre? Unwichtig! Was zählen, sind die Publikationen! Nur da kommt Exzellenz her. Jagen Sie anderen Unis die berühmten Profs ab - das gibt neue Geldmittel und Prestige. Das Geld für die sparen Sie dann beim Mittelbau wieder ein - der wird nämlich abgeschafft.

  4. weinen muss man, angesichts dieses von Platitueden aus dem Marketing-Lehrbuch nur so strotzendem Artikel, an dem sich bei laengerer Analyse beinahe schon die Gesamtheit der Maengel unseres Systemes hoeher Bildung , Forschung und dem oeffentlichen Umgang mit diesen aufzeigen liessen, von denen der "Beraterbranche" ganz zu schweigen.

    • Waldez
    • 26.01.2011 um 12:56 Uhr

    da spricht ihr name bereits die wahrheit aus, lieber Lügenpresse. forschung ist mittlerweile nichts weiter als wettbewerb auf dem markt. die unis gehören nach dem wunsch von solchen machiavellistscen schlaumeiern wie dem autor des artikels schon längst nach den maßstäben von kleinen zulieferbetrieben organisiert: die machen die arbeit, bilden aus, und wenn die qualität nicht mehr stimmt, werden sie gegen eine andere firma ausgetauscht. während sich die industrie die guten köpfe und die kohle einsteicht.

    nen lieber herr "industrielobby" Baumann, die unis gehören anders organisisert. dort haben die wörter "professionelles management und finanzierungsstrategie" rein gar nichts zu suchen. die uni ist schon seit jeher auch eine KULTURELLE einrichtung, deren wchtigstes ziel es unter anderem ist, FREIHEIT zu schaffen! freiheit für das wissen, freiheit für abwechslungsreichtum und vor allem die freiheit, das zu erlernen was sich nicht sofort lohnt. wären sie, lieber herr baumann, bereits in der antike für die industrielobby unterwegs gewesen, hätten wir heute keine philosophie, keine astronomie, keine wissenschaften, sprich nichts, was sich in den blinden augen eines managers nicht innerhalb von absehabrer zeit in profit umwandeln läst. wenn unis von euch managern verseucht werden, wird das menschliche wissen aufgeteteilt und patentierbar gemacht, und die gsellschaftsstrturen wieder da, wo sie noch vor nicht allzulanger zeit mit viel blut abgeschafft wurden: in der sklaverei!

  5. das hier wäre Satire. Das jemand heute, in Anbetracht unseres Hochschulsystems, des Projektwahns und der Verelfenbeimturmisierung (schön, oder?) von Super-Spezial-Sonderforschungsbereichen -die sich kurzlebigen Hype-Themen widmen (in den Geisteswissenschaften etwa "Raum") und deswegen sonst nichts hinbekommen- ernsthaft soetwas schreiben kann... müsste die Antwort auf das "wohin" der deutschen Wissenschaft sein. Und ich mache mir noch Sorgen, wie man eine Wissenschaft für die Gesellschaft machen kann...

    Eine Leser-Empfehlung

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