Nationalsozialismus Der Totenwald
Die Massaker von Piaśnica im September 1939 waren die erste systematische Mordaktion der Nationalsozialisten im besetzten Europa.
Ein gespenstischer Ort. Überall zwischen den Stämmen der hohen Kiefern und Fichten stehen Gedenksteine und Grabkreuze. Es sind Stätten der stillen Erinnerung und des Gebets – zum Beispiel für die mehr als 400 Kinder, die hier ermordet wurden, das jüngste war gerade elf Jahre alt.
Piaśnica (Piasnitz) steht für die erste große Mordaktion der Deutschen im besetzten Europa. Was sich hier in den Wäldern nahe dem kaschubischen Dorf Wielka Piaśnica gleich nach dem deutschen Überfall auf Polen abgespielt hat, lässt sich heute nur noch erahnen. Oder an den Bäumen ablesen, in die bei Gewitter oft Blitze einschlagen – angezogen, so heißt es, vom Metall der Gewehrkugeln, die noch in den Stämmen stecken. Zehn Kilometer nördlich von Wejherowo (Neustadt in Westpreußen) wurden zwischen September und Dezember 1939 tausende Menschen ermordet: Kaschuben aus der Region, psychisch Kranke aus deutschen Heilanstalten sowie internierte deutsche Antifaschisten, Polen, Tschechen und staatenlose Juden aus dem Reichsgebiet.
Der Schauplatz des Verbrechens liegt in Kaschubien, der Kaschubei, einem Landstrich westlich und südwestlich von Danzig, der bei den polnischen Teilungen Ende des 18. Jahrhunderts an Preußen gefallen war. Die Kaschuben, eine eigenständige slawische Volksgruppe (etwa den Sorben in der Lausitz vergleichbar), passten sich unter dem Druck der »Germanisierung« an die deutsche Herrschaft an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in der Gegend um Wejherowo zu etwa gleichen Teilen deutschsprachige und kaschubische Einwohner. Nach dem Ersten Weltkrieg kam das Gebiet durch den Versailler Vertrag an Polen, die Kaschuben bekannten sich zu dem wiedererstandenen polnischen Staat.
Mit dem deutschen Überfall am 1. September 1939 wurde die Freie Stadt Danzig sofort dem Deutschen Reich eingegliedert. Zum Chef der Zivilverwaltung und kurz darauf zum Reichsstatthalter ernannte Hitler den ehrgeizigen, aus Fürth stammenden Danziger NSDAP-Gauleiter Albert Forster, einen Bankkaufmann, der bereits 1923 in die Partei eingetreten war. Die Nationalsozialisten errichteten in den besetzten Gebieten zunächst den Militärbezirk Westpreußen, der später mit Danzig zum neuen Reichsgau Danzig-Westpreußen verschmolz.
Der Überfall auf Polen war zugleich der Auftakt zu einem gnadenlosen Vernichtungskrieg. Massaker an jüdischen, aber auch an christlichen Polen, an polnischen Intellektuellen, Adligen, Priestern, Gewerkschaftern waren vom ersten Tag an fester Bestandteil des Feldzugs. Neben den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes mordeten auch reguläre Soldaten der Wehrmacht sowie Polizisten und die Männer vom sogenannten Volksdeutschen Selbstschutz.
Die Todesschwadronen dieses Selbstschutzes brachten in den ersten Monaten der Besatzung zwischen 20.000 und 30.000 polnische Staatsbürger um. Unter ihrem Anführer, dem aus Halle an der Saale gebürtigen SS-Oberführer Ludolf von Alvensleben, hatte sich die Miliz zu einer gnadenlosen Terrororganisation entwickelt. Alvensleben berichtete am 17. September 1939 an seinen Chef Heinrich Himmler: »Die Arbeit macht, Reichsführer, wie Sie sich ja denken können, eine riesige Freude.«
Neben dem Selbstschutz war der schon im Juni 1939 in Danzig gegründete SS-Wachsturmbann Eimann besonders aktiv beim Morden im besetzten Gebiet. Zum Beispiel bei der »Sicherung und Säuberung der ehemals polnischen Kreise Stargard, Berent (Beren), Karthaus und Neustadt« sowie beim Aufbau und bei der Bewachung der Gefangenenlager Neufahrwasser, Grenzdorf und Stutthof. Letzteres, rund 40 Kilometer östlich von Danzig gelegen, wurde mit der Zeit zu einem großen KZ ausgebaut.
- Datum 21.01.2011 - 17:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.1.2011 Nr. 04
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Danke für den Hinweis auf den Geburtsort Steinbachs und die Umstände, warum ihre Eltern überhaupt dort hinkamen.
" Das Landgericht Hannover verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 1200 Menschen zu vier Jahren Haft. Nach zwei Jahren kam Kurt Eimann wieder frei."
Dieser Satz ist auch bei mir hängen geblieben.
Ich versuche gerade im Internet eine Urteilsbegründung zu finden, leider ohne Erfolg.
Weiß jemand genaueres über das Eimann-Urteil?
"" Das Landgericht Hannover verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 1200 Menschen zu vier Jahren Haft. Nach zwei Jahren kam Kurt Eimann wieder frei."
Zu viele "hardcore" nazis, SS, Kriegsverbrecher sind so davon gekommen.... Die aufarbeitung der NSzeit in Deutschland ist beeindruckend. Aber doch geben solche Fakten einen bitteren Nachgesmack. Viele SS-mitglieder wurden auch nicht ausgeliefert nach anderen Staten wegen ein Gesetz dass in der Kriegszeit rechtskräftig gemacht wurde durch die NAzis. Zum Beispiel "Hubertus Bikker" der Henker von Ommen.
Dieser Satz ist auch bei mir hängen geblieben.
Ich versuche gerade im Internet eine Urteilsbegründung zu finden, leider ohne Erfolg.
Weiß jemand genaueres über das Eimann-Urteil?
"" Das Landgericht Hannover verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 1200 Menschen zu vier Jahren Haft. Nach zwei Jahren kam Kurt Eimann wieder frei."
Zu viele "hardcore" nazis, SS, Kriegsverbrecher sind so davon gekommen.... Die aufarbeitung der NSzeit in Deutschland ist beeindruckend. Aber doch geben solche Fakten einen bitteren Nachgesmack. Viele SS-mitglieder wurden auch nicht ausgeliefert nach anderen Staten wegen ein Gesetz dass in der Kriegszeit rechtskräftig gemacht wurde durch die NAzis. Zum Beispiel "Hubertus Bikker" der Henker von Ommen.
Jawoll, Erika Steinbach geborene Herrman, der Vater Wilhelm Karl Hermann geboren in Hanau, die Mutter Erika Hermann (geb. Grote) geboren in Bremen. Sie selber geboren am Ende eines kurzen Besatzeraufenthaltes der beiden in Rumia. Es waren halt nur drei statt tausend Jahren. So sieht die perfekte Vertriebenenbiographie aus und die starke Bindung an die Heimaterde. Vielleicht hatte die Familie auch mal ein Podhalaner oder Polnische Bracke, aber das weiss ich nicht.
Bin schon 76 Jahre,habe viel Elend und Brutalität noch als Kind erlebt,bis zum Kriegsende.
In den Zeitungen damals wurde über die KZs Berichtet,als Schutzhaft erklärt.
Kaum einer hat gewußt,was da vorging.Es wurde nur etwas gemunkelt,aber keiner,außer den Tätern wußte etwas.Meine Eltern haben immer BBC gehört,da kam auch nichts über die Wahrheit.
Nach Ihrer Meinung steht das in "Mein Kampf".
Somit waren alle Staaten,die gegen Hitler gekämpft haben nicht fähig sein Buch zu lesen?
Aber Sie sind der einzige der das wußte.
Es ist für mich eine Schande,das die Justitz und die Ärzteschaft bis heute nicht ihre Verantwortung übernommen haben.
Die ersten Meldungen der KZ's und Greueltaten gegen unter anderem die Juden wurden u.a. durch die polnische Wiederstandsbewägung an den Alliierten in London gemacht. Jan Karski hat als Kurier viele in London in 1942 versucht zu überzeugen. Fasst niemand wollte es glauben, auch jüdische Representanten nicht. Es wurde als "polnische" oder "jüdische" Übertreibung und Propaganda gesehen. Erst ab 1943 wurde diese Wahrheit ernst genommen.
Aber doch mussten es viele Deutsche gewusst haben. Auch meine Familie meines Vaters wusste was in Auschwitz geschah ende 1943/anfang 1944 von einem bekannten der dort eine kurze Zeit arbeitete aber es nicht aushalten konnte. Aber viele mussten es gewusst haben von Bekannten, Familienmitglieder die im Osten Augenzeuge oder Täter wahren und davon berichteten.
Die ersten Meldungen der KZ's und Greueltaten gegen unter anderem die Juden wurden u.a. durch die polnische Wiederstandsbewägung an den Alliierten in London gemacht. Jan Karski hat als Kurier viele in London in 1942 versucht zu überzeugen. Fasst niemand wollte es glauben, auch jüdische Representanten nicht. Es wurde als "polnische" oder "jüdische" Übertreibung und Propaganda gesehen. Erst ab 1943 wurde diese Wahrheit ernst genommen.
Aber doch mussten es viele Deutsche gewusst haben. Auch meine Familie meines Vaters wusste was in Auschwitz geschah ende 1943/anfang 1944 von einem bekannten der dort eine kurze Zeit arbeitete aber es nicht aushalten konnte. Aber viele mussten es gewusst haben von Bekannten, Familienmitglieder die im Osten Augenzeuge oder Täter wahren und davon berichteten.
Danke Euch uber die Erhellung zum Thema Steinbach. Der Artikel hier loeste bei mir gelinde gesagt ein frostiges Gefuehl aus. Eigentlich ist in Deutschald ueber die NS Greuel alles bestens dokumentiert. Ich lebe meist in UK, France und Asien, Was England in Afrika tat, France in Algerien. Was da an Greultaten begangen wurden, Schweigen, die Greultaten waren nicht kleiner.
Ich glaube ihnen nicht dass über Greuelteten in Afrika oder "Indochina (Vietnam) geschwiegen wird in Frankreich und England. Der Unterschied mit Deutschland ist das schon im 19ten und 20sten Jahrhundert systematische und geplante Ausrottung von Völker nicht mehr passierte in den Englischen oder Französischen Kolonien. Das heist nicht dass schreckliche sachen passierten, aber eine geziehlte und geplante Genocid gab es nicht.
Ich glaube ihnen nicht dass über Greuelteten in Afrika oder "Indochina (Vietnam) geschwiegen wird in Frankreich und England. Der Unterschied mit Deutschland ist das schon im 19ten und 20sten Jahrhundert systematische und geplante Ausrottung von Völker nicht mehr passierte in den Englischen oder Französischen Kolonien. Das heist nicht dass schreckliche sachen passierten, aber eine geziehlte und geplante Genocid gab es nicht.
Sehr gut geschriebener Text, vor allem das Bild mit den Gewehrkugeln im Baum, die das Gewitter anziehen.
Eine Sache ist nicht korrekt: Es heisst im Text "bei den polnischen Teilungen", muß aber korrekt heissen "bei den Teilungen Polens". Ein kleiner, aber gewichtiger Unterschied!
Unverantwortlich und nicht zu rechtfertigen ist, dass die deutsche Justiz Leute wie Eimann als fast Unbescholtene in die Gesellschaft entließen - abscheulich und widerwärtig ist der Umstand, dass er, wie so viele andere NS-Verbrecher, ohne jegliche Stigmatisierung in irgendeiner gepflegten Vorstadtsiedlung seinem deutschen Wohlstandsleben nachgehen konnte – es lebe die Konsensgesellschaft!
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/lv
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/lv
Die sogenannten Intelligenzaktionen der Nazis erinnern mich
Keinesfalls als Abmilderung)
an die Pläne der amerikanischen Strategieberater um Thomas Barnett, der in seinem Buch WE SHALL KILL THEM, jeden Menschen, der sich den Aneignungsbestrebungen der USA in den Weg stellt als Terroristen bezeichnet .....
Zusätzlich redet er von der Möglichkeit einer vorweggenommenen Notwehr....
Lassen wir das nicht zu,den allessichaneignenden amerikanischen braucht die vaterlandsliebende Welt nicht
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