Der Schauplatz schrecklichen Mordens ist in Deutschland so gut wie unbekannt
Piaśnica – der Schauplatz dieses schrecklichen Mordens ist in Deutschland bis heute so gut wie unbekannt. »Aber auch in Polen weiß kaum jemand davon«, sagt Majewski. »Was vermutlich daran liegt, dass Piaśnica ein kaschubischer Ort ist. Das kommunistische Regime hatte kein Interesse daran, dass darüber gesprochen wird. Weil zu den Opfern von Piaśnica mehrheitlich Deutsche und Kaschuben gehörten, war es der kommunistischen Geschichtsschreibung nicht wichtig, daran zu erinnern.« Als die Historikerin Barbara Bojarska in den siebziger Jahren das düstere Geheimnis erforschte, das den Wald von Piaśnica umgab, wurde sie von der Staatssicherheit aufgefordert, die Ergebnisse nicht zu veröffentlichen.
Aber die Kaschuben haben nichts vergessen. An der viel befahrenen Hauptstraße zwischen Wejherowo und Krokowa steht ein zwölf Meter hohes steinernes Denkmal. Errichtet wurde es am 1. September 1955, damals noch ohne das christliche Kreuz und vor allem ohne Erlaubnis der Behörden. »Niemand wusste, woher die Steine kamen und wer die drei Personen waren, die das Denkmal heimlich nachts aufgestellt hatten«, erzählt der 76-jährige kaschubische Heimatforscher und Fotograf Edmund Kaminski.
Kaminski hat zeit seines Lebens für die Sprache und Kultur der Kaschuben gekämpft. Menschen wie er wurden in der kommunistischen Ära argwöhnisch bespitzelt, als Separatisten denunziert und als Deutschlandfreunde beschimpft – nicht zuletzt wegen ihrer offiziellen »Eindeutschung« 1942. Der Heimatforscher hat die Massaker von Piaśnica akribisch dokumentiert. Besonders erschüttert ihn die Beteiligung von Nachbarn, von Männern des Selbstschutzes: »Wir kennen die Namen dieser Täter aus unserer Gegend, von denen einige nach Deutschland geflohen sind. Aber keinem wurde dort der Prozess gemacht.«
Verbittert klingt Kaminski dabei nicht. Für die deutsche Debatte über ein »Zentrum gegen Vertreibungen« allerdings hat der Kaschube, wie die meisten Polen, wenig Verständnis. Und dass Erika Steinbach, die »Tochter eines Besatzungssoldaten, heute so tut, als wäre sie eine Vertriebene«, kann und will er nicht verstehen. Steinbach wurde 1943 in Rumia (Rahmel) im Landkreis Wejherowo geboren. Ihr Vater war dort von 1941 bis 1944 als Feldwebel der Luftwaffe stationiert. »Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen unseren Völkern«, betont Edmund Kaminski. »Aber die Wahrheit muss schon gezeigt werden.«
Das Gedenken an Piaśnica könnte für den Brückenschlag zwischen Deutschen, Polen und Kaschuben einen hohen Stellenwert bekommen. Im neuen Danziger Museum des Zweiten Weltkriegs, das 2014 fertiggestellt sein soll, werden die Massaker einen wichtigen Platz einnehmen, als explizites Beispiel für einen Genozid. Denn das grausame Geschehen in den Wäldern Kaschubiens illustriert, wie Piotr M. Majewski resümiert, »in besonderer Weise die Technik eines Völkermords, der mit den Geisteskranken und den Eliten des Feindes begann und mit dem Mord an den Juden endete«.
Der Autor ist Politikwissenschaftler und Journalist. Er lebt in München
- Datum 21.01.2011 - 17:55 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.1.2011 Nr. 04
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Danke für den Hinweis auf den Geburtsort Steinbachs und die Umstände, warum ihre Eltern überhaupt dort hinkamen.
" Das Landgericht Hannover verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 1200 Menschen zu vier Jahren Haft. Nach zwei Jahren kam Kurt Eimann wieder frei."
Dieser Satz ist auch bei mir hängen geblieben.
Ich versuche gerade im Internet eine Urteilsbegründung zu finden, leider ohne Erfolg.
Weiß jemand genaueres über das Eimann-Urteil?
"" Das Landgericht Hannover verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 1200 Menschen zu vier Jahren Haft. Nach zwei Jahren kam Kurt Eimann wieder frei."
Zu viele "hardcore" nazis, SS, Kriegsverbrecher sind so davon gekommen.... Die aufarbeitung der NSzeit in Deutschland ist beeindruckend. Aber doch geben solche Fakten einen bitteren Nachgesmack. Viele SS-mitglieder wurden auch nicht ausgeliefert nach anderen Staten wegen ein Gesetz dass in der Kriegszeit rechtskräftig gemacht wurde durch die NAzis. Zum Beispiel "Hubertus Bikker" der Henker von Ommen.
Dieser Satz ist auch bei mir hängen geblieben.
Ich versuche gerade im Internet eine Urteilsbegründung zu finden, leider ohne Erfolg.
Weiß jemand genaueres über das Eimann-Urteil?
"" Das Landgericht Hannover verurteilte ihn wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 1200 Menschen zu vier Jahren Haft. Nach zwei Jahren kam Kurt Eimann wieder frei."
Zu viele "hardcore" nazis, SS, Kriegsverbrecher sind so davon gekommen.... Die aufarbeitung der NSzeit in Deutschland ist beeindruckend. Aber doch geben solche Fakten einen bitteren Nachgesmack. Viele SS-mitglieder wurden auch nicht ausgeliefert nach anderen Staten wegen ein Gesetz dass in der Kriegszeit rechtskräftig gemacht wurde durch die NAzis. Zum Beispiel "Hubertus Bikker" der Henker von Ommen.
Jawoll, Erika Steinbach geborene Herrman, der Vater Wilhelm Karl Hermann geboren in Hanau, die Mutter Erika Hermann (geb. Grote) geboren in Bremen. Sie selber geboren am Ende eines kurzen Besatzeraufenthaltes der beiden in Rumia. Es waren halt nur drei statt tausend Jahren. So sieht die perfekte Vertriebenenbiographie aus und die starke Bindung an die Heimaterde. Vielleicht hatte die Familie auch mal ein Podhalaner oder Polnische Bracke, aber das weiss ich nicht.
Bin schon 76 Jahre,habe viel Elend und Brutalität noch als Kind erlebt,bis zum Kriegsende.
In den Zeitungen damals wurde über die KZs Berichtet,als Schutzhaft erklärt.
Kaum einer hat gewußt,was da vorging.Es wurde nur etwas gemunkelt,aber keiner,außer den Tätern wußte etwas.Meine Eltern haben immer BBC gehört,da kam auch nichts über die Wahrheit.
Nach Ihrer Meinung steht das in "Mein Kampf".
Somit waren alle Staaten,die gegen Hitler gekämpft haben nicht fähig sein Buch zu lesen?
Aber Sie sind der einzige der das wußte.
Es ist für mich eine Schande,das die Justitz und die Ärzteschaft bis heute nicht ihre Verantwortung übernommen haben.
Die ersten Meldungen der KZ's und Greueltaten gegen unter anderem die Juden wurden u.a. durch die polnische Wiederstandsbewägung an den Alliierten in London gemacht. Jan Karski hat als Kurier viele in London in 1942 versucht zu überzeugen. Fasst niemand wollte es glauben, auch jüdische Representanten nicht. Es wurde als "polnische" oder "jüdische" Übertreibung und Propaganda gesehen. Erst ab 1943 wurde diese Wahrheit ernst genommen.
Aber doch mussten es viele Deutsche gewusst haben. Auch meine Familie meines Vaters wusste was in Auschwitz geschah ende 1943/anfang 1944 von einem bekannten der dort eine kurze Zeit arbeitete aber es nicht aushalten konnte. Aber viele mussten es gewusst haben von Bekannten, Familienmitglieder die im Osten Augenzeuge oder Täter wahren und davon berichteten.
Die ersten Meldungen der KZ's und Greueltaten gegen unter anderem die Juden wurden u.a. durch die polnische Wiederstandsbewägung an den Alliierten in London gemacht. Jan Karski hat als Kurier viele in London in 1942 versucht zu überzeugen. Fasst niemand wollte es glauben, auch jüdische Representanten nicht. Es wurde als "polnische" oder "jüdische" Übertreibung und Propaganda gesehen. Erst ab 1943 wurde diese Wahrheit ernst genommen.
Aber doch mussten es viele Deutsche gewusst haben. Auch meine Familie meines Vaters wusste was in Auschwitz geschah ende 1943/anfang 1944 von einem bekannten der dort eine kurze Zeit arbeitete aber es nicht aushalten konnte. Aber viele mussten es gewusst haben von Bekannten, Familienmitglieder die im Osten Augenzeuge oder Täter wahren und davon berichteten.
Danke Euch uber die Erhellung zum Thema Steinbach. Der Artikel hier loeste bei mir gelinde gesagt ein frostiges Gefuehl aus. Eigentlich ist in Deutschald ueber die NS Greuel alles bestens dokumentiert. Ich lebe meist in UK, France und Asien, Was England in Afrika tat, France in Algerien. Was da an Greultaten begangen wurden, Schweigen, die Greultaten waren nicht kleiner.
Ich glaube ihnen nicht dass über Greuelteten in Afrika oder "Indochina (Vietnam) geschwiegen wird in Frankreich und England. Der Unterschied mit Deutschland ist das schon im 19ten und 20sten Jahrhundert systematische und geplante Ausrottung von Völker nicht mehr passierte in den Englischen oder Französischen Kolonien. Das heist nicht dass schreckliche sachen passierten, aber eine geziehlte und geplante Genocid gab es nicht.
Ich glaube ihnen nicht dass über Greuelteten in Afrika oder "Indochina (Vietnam) geschwiegen wird in Frankreich und England. Der Unterschied mit Deutschland ist das schon im 19ten und 20sten Jahrhundert systematische und geplante Ausrottung von Völker nicht mehr passierte in den Englischen oder Französischen Kolonien. Das heist nicht dass schreckliche sachen passierten, aber eine geziehlte und geplante Genocid gab es nicht.
Sehr gut geschriebener Text, vor allem das Bild mit den Gewehrkugeln im Baum, die das Gewitter anziehen.
Eine Sache ist nicht korrekt: Es heisst im Text "bei den polnischen Teilungen", muß aber korrekt heissen "bei den Teilungen Polens". Ein kleiner, aber gewichtiger Unterschied!
Unverantwortlich und nicht zu rechtfertigen ist, dass die deutsche Justiz Leute wie Eimann als fast Unbescholtene in die Gesellschaft entließen - abscheulich und widerwärtig ist der Umstand, dass er, wie so viele andere NS-Verbrecher, ohne jegliche Stigmatisierung in irgendeiner gepflegten Vorstadtsiedlung seinem deutschen Wohlstandsleben nachgehen konnte – es lebe die Konsensgesellschaft!
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/lv
Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich zum Artikelthema. Danke. Die Redaktion/lv
Die sogenannten Intelligenzaktionen der Nazis erinnern mich
Keinesfalls als Abmilderung)
an die Pläne der amerikanischen Strategieberater um Thomas Barnett, der in seinem Buch WE SHALL KILL THEM, jeden Menschen, der sich den Aneignungsbestrebungen der USA in den Weg stellt als Terroristen bezeichnet .....
Zusätzlich redet er von der Möglichkeit einer vorweggenommenen Notwehr....
Lassen wir das nicht zu,den allessichaneignenden amerikanischen braucht die vaterlandsliebende Welt nicht
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