Tunesien Sonderfall
Josef Joffe: In Arabien war nur Tunesien reif für die demokratische Revolution.
© Getty Images

Tunesische Demonstranten fordern eine neue Regierung
Keine Region hat den demokratischen Sturm seit dem Mauerfall besser überstanden als die arabische zwischen Maghreb und Mekka. Der Polizeistaat herrscht; den regime change besorgt die Gewalt – der Putsch, die Mörderkugel, auch mal die amerikanische Armee. Ist Tunesien der demokratische Urknall, der dieses eiserne Gesetz bricht?
Noch nicht, denn Tunesien ist der Sonderfall schlechthin. Wie in keinem anderen Land der Arabischen Liga massieren sich dort die klassischen Zutaten der demokratischen Revolution. Vorweg die ökonomischen. Samuel Huntington zitiert in seinem Standardwerk The Third Wave: Democratization in the Late Twentieth Century den spanischen Finanzminister, der 1960 weissagte: Spanien wird demokratisch, wenn das Pro-Kopf-Einkommen 2000 Dollar übersteigt. »So war es«, lautet Huntingtons lakonischer Kommentar – 1975.

ist Herausgeber der ZEIT. Von 2001 bis 2004 war er auch ihr Chefredakteur, gemeinsam mit Michael Naumann. Davor leitete er das außenpolitische Ressort der Süddeutschen Zeitung. Weitere Texte von ihm finden Sie hier
Tunesien hat (nach den Petro-Staaten und der Zeitbombe Libanon) das höchste Pro-Kopf-Einkommen in der Liga: 9000 Dollar (Kaufkraft-Parität) – just die inflationsbereinigten 2000 Dollar, die seinerzeit den Franco-Faschismus kippten. Ägypten, das größte Mitglied, hat nur 5600 Dollar. Der Nachbarstaat Marokko ist noch ärmer.
Das Geld ist nur der Schwellenfaktor – sonst wären die Saudis mit 24.000 Dollar längst Westminster-reif. Die nächsten Faktoren sind »Bildung« und »Öffnung«. Auch hier ist Tunesien die Ausnahme. Es gibt 7,2 Prozent seines Sozialprodukts für Bildung aus, Ägypten nur rund halb so viel – aber für eine achtmal größere Bevölkerung. Marokko spendiert 5,6 Prozent für dreimal mehr Menschen als in Tunesien, wo acht von zehn lesen und schreiben können. Nebenan sind es nur fünf.
Ein simpler Gradmesser für »Öffnung« ist die Exportquote. Tunesien ist mit knapp 40 Prozent des BIP auf Augenhöhe mit Europa. (Öl wie im Golf ist nicht gleich Öffnung.) Ägypten liegt bei 24 Prozent, Marokko bei 15. Schließlich ist Tunesien, wo zwei Drittel Städter sind, weitaus stärker urbanisiert als die arabischen Brüder.
Was diese Zahlen belegen? Tunesien hat, jedenfalls für arabische Verhältnisse, eine Mittelschicht – den klassischen Motor der Demokratisierung. Wer arm ist, hat weder Zeit noch Energie für die Politik. Je gebildeter, desto besser kann einer sich politisch artikulieren. Je offener das Land, desto mächtiger das Beispiel: Was dort möglich ist, muss es doch auch bei uns sein. Gemessen an Tunesien, sind die anderen arabischen Länder – abgeschottet auch gegeneinander – Fußkranke der Globalisierung.
Aufstrebende Mittelschicht, niederhaltender Polizeistaat – das ist der »Widerspruch«, würde Marx dozieren, der den Sonderfall erklärt. Der Rest sei noch nicht reif für die demokratische Revolution. Deshalb würde Marx (wie auch Tocqueville) nachlegen: »Dieser ›Demonstrationseffekt‹ wird verpuffen wie die demokratische Bombe, die Bush im Irak gezündet hat.«
Leider, darf man hinzufügen. Betrachten wir’s aus dem Blickwinkel der Despoten. Wer von ihnen wird angesichts des tunesischen Beispiels die Wirtschaft befreien, das Bildungssystem ausbauen, das Land öffnen? Nur so könnte Ägypten sein Pro-Kopf-Einkommen verdoppeln. Das wäre der tipping point – wie in Spanien und Tunesien.
- Datum 21.01.2011 - 19:58 Uhr
- Serie Zeitgeist
- Quelle DIE ZEIT, 20.1.2011 Nr. 04
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Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag
Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mal an.Betrachtet man Ihre Zeichensetzung, mekrt man, wes Geistes Kind Sie sind.
Anfangs war ich entschlossen, Ihren Beitrg zu beanstanden.
Aber ich möchtr andere nicht um das Vergnügen bringen, Ihrer Demaskierung beizuwohnen.
Wenn es schon um die Frage der Demokratie geht, hängt m.E. alles davon ab, wie die Akteure an diese Frage herangehen. Noch ist nichts entschieden, und keine Revolution ist von vornherein eine demokratische.
Falls Sie also unser Grundgesetz ablehnen, hindert Sie niemand daran, sich ausbürgern zu lassen und unseren Staat zu verlassen. Sie müssen hier nicht als Minorität leben.
Ich frag mich, was das "Übel Homoehe" mit einer leichteren Manipulation von außen zu tun hat.
Und ganz nebenbei: Ich finde ja, dass Übel Heteroehe macht es außeriridischen Invasoren einfacher, Kaninchen im Backofen zu waschen.
In einem Staat, der so demokratisch ist, wie Sie es sich wünschen, hätten Sie 10-20 Jahre Knast für Ihren Kommentar bekommen...
...dieser Übel Meinungs- und Pressefreiheit gehört wirklich verboten..."
Der Tipping Point der alten Männer – Joffe´s eigenwillige Interpretation von Huntington, Vanhanen & Tocqueville
Sie haben die letzten 20 Jahre Politikwissenschaft verpasst, Herr Joffe, und – so wage ich zu vermuten, weder Huntington, noch Vanhanen oder den guten Tocqueville noch in Erinnerung.
Der Heidelberger Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel publizierte Ende der 90er sein Standardwerk „Systemtransformationen“ mit dem er auch Huntington & Vanhanen im deutschen Sprachraum populär machte, dessen Arbeiten Sie hinsichtlich der ökonomischen Kenngrößen (Einkommen/Cap, Alphabetisierung usw.) ja ins Felde führen. Merkel bezeichnete die Untersuchungen Vanhanens als „robust“, allerdings als nicht prognosefähig; das Range der kritischen Masse zum regime change – nehmen wir das Einkommen – reicht von 1700 USD bis zu 7000 USD und ist somit kaum ein sinniger Indikator.
Die Politikwissenschaftler fragen schon nach dem „Wer“ macht regime change, aber sie schauen den Leuten nicht mehr auf den Geldbeutel.
Sehen Sie, die große Revolution von 1990/91 in Europa war eine Revolution der Mittelschicht. Menschen mittleren Alters in gefestigten Positionen gingen in der kommunistischen Welt auf die Straße und forderten ein paar Rechte mehr ein; sie organisierten sich in Betrieben (Solidarnosc), Kirchen und auf der Straße und trafen auf Regime und deren Handlanger in ähnlichen Positionen und übten Gewaltverzicht. Da war niemand mehr wie 30 oder 40 Jahre zuvor, der bis auf das Blut kämpfen wollte und sich Panzern in den Weg stellte oder sie eben rollen lies…
Das gilt hier – vor allem in Nordafrika sicher nicht.
Aber wer macht regime change, Herr Joffe?
Wer vertrieb die Briten aus Nordamerika, wer rannte Ouverture in Haiti hinterher als es den Sklavenhaltern an den Kragen ging, wer marschierte mit Napoleon durch ganz Europa, wer schoss sich 1848 auf den Straßen, wer brachte die kommunistischen Revolutionen nach dem ersten Weltkrieg ins Rollen, wer moderniserte die Türkei, wer lief dem Faschismus hinterher, wer befreite die Kolonien vom Imperialismus, wer revoltierte im Iran….?
Na….
Wer ist auf der Straße, Herr Joffe…?
Junge Männer waren das allesamt, lieber Herr Joffe; Junge Männer und zwar ganz unabhängig von Bildung, Öffnung, Pro-Kopf-Einkommen, Verteilung oder der „Mittelschicht“. Es sind junge Männer, die ihren Platz im Leben, in einer Gesellschaft und in einer Wirtschaft suchen und sich um ihre Führer scharen und Regime zum Einsturz bringen…
Und diese jungen Männer rennen jedweder passenden Ideologie hinterher: der „Demokratie“, dem „Kommunsimus“, dem „Sozialismus“ und auch der „Religion“. Diese Ideen sind nur Mittel zum Zweck.
Und glauben Sie mir, die jungen Männer in der arabischen Welt lesen weder Tocqueville, noch die Federalist Papers, noch Marx oder sonstetwas aus dem Kanon westlicher Werte. Sie lesen andere Bücher & Sie ahnen schon welche…
Dem arabischen Halbmond drohen dieselben grausamen blutigen Konflikte wie bereits vor 40 Jahren als diese wütenden jungen Männer die Kolonialherren nach Hause schickten; nun sind ihre Söhne dran und sie sind absolut und relativ gesehen ungleich mehr.
Sowohl Huntington erkannte und beschrieb das (und er sprach auch von den Gegenwellen in seinem „The third wave“, auch im Clash of Civilizations stoßen Sie in den letzten Kapiteln drauf), Tatu Vanhanen glaubt das, und auch in Tocqueville´s Schädel war dieser Mechanismus (lesen Sie dessen Kapitel über die Schwarzen und die Arbeiter).
Hier ist keine revoltierende Mittelschicht wie in den Revolutionen Portugals, Spaniens, Griechenlands der 1970er oder Organisationen, wie Gewerkschaften oder Kirchen in Osteuropa der 1980ern, die deren Interessen aus gefestigten Positionen heraus – mittels zivilem Ungehorsam – vertreten.
Hier sind Millionen positionsloser junger Männer, die ihren Platz in der Gesellschaft und eine Zukunft wollen….
Das sollten Sie verstehen. Diese Bewegungen folgen anderen Regeln.
Wen es interessiert, unteres Buch ist umsonst und beschreibt diese Zusammenhänge:
http://www.pdf4ebook-verl...
Und hier kommen wir auch zur tunesischen Besonderheit, Herr Joffe.
Tunesien hat es seit den 1980ern geschafft, die Geburtenzahl unter das bestandshaltende Maß zu senken. Sie kommt von ehemals jenseits von Gut und Böse auf seitdem etwa 1,7 Kinder pro Frau. Tunesien zeigt die „westlichste“ Bevölkerungsentwicklung der arabischen Welt.
Tunesiens Indikatoren wie von Ihnen genannt sind das Ergebnis einer interessanten Bevölkerungsnetwicklung und geben Anlass zur Hoffnung auf eine friedlichere Revolution, auch wenn deren Birth Bulge nunmehr im Schnitt um die 40 bzw. teils älter ist (bei einem Durchschnittsalter von etwa 30 der Gesamtbevölkerung), so revoltieren diese Altersgruppen erfahrungsgemäß gemäßigter und „demokratischer“. Das, was Sie „Mittelschicht“ nennen, ist das Trägheitsmoment, das Gegengewicht zu den wütenden jungen Männern Tunesiens. Der soziale Kitt und wohl Ihre Hoffnung auf eine arabische Demokratie.
Ihr „Tipping Point“ ist kein Auslöser – er ist viel mehr eine Bremse für die jungen Männer - oder besser das Ergebnis einer weniger revolutionären Altersverteilung als im Rest des Halbmondes. Mitvierziger mäßigen die Jungspunte…
Hier liegt die Besonderheit dieses Staates. Die anderen Entwicklungen im Halbmond geben eher keinen Grund zur Hoffnung.
Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mal an.Betrachtet man Ihre Zeichensetzung, mekrt man, wes Geistes Kind Sie sind.
Anfangs war ich entschlossen, Ihren Beitrg zu beanstanden.
Aber ich möchtr andere nicht um das Vergnügen bringen, Ihrer Demaskierung beizuwohnen.
Wenn es schon um die Frage der Demokratie geht, hängt m.E. alles davon ab, wie die Akteure an diese Frage herangehen. Noch ist nichts entschieden, und keine Revolution ist von vornherein eine demokratische.
Falls Sie also unser Grundgesetz ablehnen, hindert Sie niemand daran, sich ausbürgern zu lassen und unseren Staat zu verlassen. Sie müssen hier nicht als Minorität leben.
Ich frag mich, was das "Übel Homoehe" mit einer leichteren Manipulation von außen zu tun hat.
Und ganz nebenbei: Ich finde ja, dass Übel Heteroehe macht es außeriridischen Invasoren einfacher, Kaninchen im Backofen zu waschen.
In einem Staat, der so demokratisch ist, wie Sie es sich wünschen, hätten Sie 10-20 Jahre Knast für Ihren Kommentar bekommen...
...dieser Übel Meinungs- und Pressefreiheit gehört wirklich verboten..."
Der Tipping Point der alten Männer – Joffe´s eigenwillige Interpretation von Huntington, Vanhanen & Tocqueville
Sie haben die letzten 20 Jahre Politikwissenschaft verpasst, Herr Joffe, und – so wage ich zu vermuten, weder Huntington, noch Vanhanen oder den guten Tocqueville noch in Erinnerung.
Der Heidelberger Politikwissenschaftler Wolfgang Merkel publizierte Ende der 90er sein Standardwerk „Systemtransformationen“ mit dem er auch Huntington & Vanhanen im deutschen Sprachraum populär machte, dessen Arbeiten Sie hinsichtlich der ökonomischen Kenngrößen (Einkommen/Cap, Alphabetisierung usw.) ja ins Felde führen. Merkel bezeichnete die Untersuchungen Vanhanens als „robust“, allerdings als nicht prognosefähig; das Range der kritischen Masse zum regime change – nehmen wir das Einkommen – reicht von 1700 USD bis zu 7000 USD und ist somit kaum ein sinniger Indikator.
Die Politikwissenschaftler fragen schon nach dem „Wer“ macht regime change, aber sie schauen den Leuten nicht mehr auf den Geldbeutel.
Sehen Sie, die große Revolution von 1990/91 in Europa war eine Revolution der Mittelschicht. Menschen mittleren Alters in gefestigten Positionen gingen in der kommunistischen Welt auf die Straße und forderten ein paar Rechte mehr ein; sie organisierten sich in Betrieben (Solidarnosc), Kirchen und auf der Straße und trafen auf Regime und deren Handlanger in ähnlichen Positionen und übten Gewaltverzicht. Da war niemand mehr wie 30 oder 40 Jahre zuvor, der bis auf das Blut kämpfen wollte und sich Panzern in den Weg stellte oder sie eben rollen lies…
Das gilt hier – vor allem in Nordafrika sicher nicht.
Aber wer macht regime change, Herr Joffe?
Wer vertrieb die Briten aus Nordamerika, wer rannte Ouverture in Haiti hinterher als es den Sklavenhaltern an den Kragen ging, wer marschierte mit Napoleon durch ganz Europa, wer schoss sich 1848 auf den Straßen, wer brachte die kommunistischen Revolutionen nach dem ersten Weltkrieg ins Rollen, wer moderniserte die Türkei, wer lief dem Faschismus hinterher, wer befreite die Kolonien vom Imperialismus, wer revoltierte im Iran….?
Na….
Wer ist auf der Straße, Herr Joffe…?
Junge Männer waren das allesamt, lieber Herr Joffe; Junge Männer und zwar ganz unabhängig von Bildung, Öffnung, Pro-Kopf-Einkommen, Verteilung oder der „Mittelschicht“. Es sind junge Männer, die ihren Platz im Leben, in einer Gesellschaft und in einer Wirtschaft suchen und sich um ihre Führer scharen und Regime zum Einsturz bringen…
Und diese jungen Männer rennen jedweder passenden Ideologie hinterher: der „Demokratie“, dem „Kommunsimus“, dem „Sozialismus“ und auch der „Religion“. Diese Ideen sind nur Mittel zum Zweck.
Und glauben Sie mir, die jungen Männer in der arabischen Welt lesen weder Tocqueville, noch die Federalist Papers, noch Marx oder sonstetwas aus dem Kanon westlicher Werte. Sie lesen andere Bücher & Sie ahnen schon welche…
Dem arabischen Halbmond drohen dieselben grausamen blutigen Konflikte wie bereits vor 40 Jahren als diese wütenden jungen Männer die Kolonialherren nach Hause schickten; nun sind ihre Söhne dran und sie sind absolut und relativ gesehen ungleich mehr.
Sowohl Huntington erkannte und beschrieb das (und er sprach auch von den Gegenwellen in seinem „The third wave“, auch im Clash of Civilizations stoßen Sie in den letzten Kapiteln drauf), Tatu Vanhanen glaubt das, und auch in Tocqueville´s Schädel war dieser Mechanismus (lesen Sie dessen Kapitel über die Schwarzen und die Arbeiter).
Hier ist keine revoltierende Mittelschicht wie in den Revolutionen Portugals, Spaniens, Griechenlands der 1970er oder Organisationen, wie Gewerkschaften oder Kirchen in Osteuropa der 1980ern, die deren Interessen aus gefestigten Positionen heraus – mittels zivilem Ungehorsam – vertreten.
Hier sind Millionen positionsloser junger Männer, die ihren Platz in der Gesellschaft und eine Zukunft wollen….
Das sollten Sie verstehen. Diese Bewegungen folgen anderen Regeln.
Wen es interessiert, unteres Buch ist umsonst und beschreibt diese Zusammenhänge:
http://www.pdf4ebook-verl...
Und hier kommen wir auch zur tunesischen Besonderheit, Herr Joffe.
Tunesien hat es seit den 1980ern geschafft, die Geburtenzahl unter das bestandshaltende Maß zu senken. Sie kommt von ehemals jenseits von Gut und Böse auf seitdem etwa 1,7 Kinder pro Frau. Tunesien zeigt die „westlichste“ Bevölkerungsentwicklung der arabischen Welt.
Tunesiens Indikatoren wie von Ihnen genannt sind das Ergebnis einer interessanten Bevölkerungsnetwicklung und geben Anlass zur Hoffnung auf eine friedlichere Revolution, auch wenn deren Birth Bulge nunmehr im Schnitt um die 40 bzw. teils älter ist (bei einem Durchschnittsalter von etwa 30 der Gesamtbevölkerung), so revoltieren diese Altersgruppen erfahrungsgemäß gemäßigter und „demokratischer“. Das, was Sie „Mittelschicht“ nennen, ist das Trägheitsmoment, das Gegengewicht zu den wütenden jungen Männern Tunesiens. Der soziale Kitt und wohl Ihre Hoffnung auf eine arabische Demokratie.
Ihr „Tipping Point“ ist kein Auslöser – er ist viel mehr eine Bremse für die jungen Männer - oder besser das Ergebnis einer weniger revolutionären Altersverteilung als im Rest des Halbmondes. Mitvierziger mäßigen die Jungspunte…
Hier liegt die Besonderheit dieses Staates. Die anderen Entwicklungen im Halbmond geben eher keinen Grund zur Hoffnung.
Wo ist denn der tipping point bei uns, um uns von der Parteiendiktatur zu befreien? :-)
Ich wünsche den Tunesiern alles, nur nicht eine "Demokratie" nach deutschem Vorbild, wo Lobbyisten, Banker und Konzernbosse das Volk knechten und die "Politiker" den Tag damit zubringen, irgendein süßliches Blabla zur Ruhigstellung der Volksseele zu verbreiten ("Wir müssen die Sorgen und Nöte der Menschen ernstnehmen etc."--> passieren tut nichts).
In der Diktatur haben die Untertanen keine Wahl, sie werden unterdrückt. In der "Demokratie" hat der Untertan alle 4 Jahre die Wahl, welche der nahezu inhaltsidentischen Blockparteien ihn forthin unterdrückt.
Ich wünsche den Tunesiern alles, nur nicht eine "Demokratie" nach deutschem Vorbild, wo Lobbyisten, Banker und Konzernbosse das Volk knechten und die "Politiker" den Tag damit zubringen, irgendein süßliches Blabla zur Ruhigstellung der Volksseele zu verbreiten ("Wir müssen die Sorgen und Nöte der Menschen ernstnehmen etc."--> passieren tut nichts).
In der Diktatur haben die Untertanen keine Wahl, sie werden unterdrückt. In der "Demokratie" hat der Untertan alle 4 Jahre die Wahl, welche der nahezu inhaltsidentischen Blockparteien ihn forthin unterdrückt.
Leider wissen wir noch gar nicht, ob diese Revolution wirklich geglückt ist, und wenn ja, wozu sie langfristig führt.
Den Tyrannen zu vertreiben ist der erste Schritt. Die nächsten werden kaum leichter. Eine positive Entwicklung wäre zu wünschen.
"Wo ist denn der tipping point bei uns, um uns von der Parteiendiktatur zu befreien?"
Der Moment an dem Menschen auf die Idee kommen nicht nur zu meckern sondern auch Verantwortung zu übernehmen und sich am politischen Geschehen Aktiv beteiligen, dafür ist Demokratie doch schließlich da.
Und genau das ist in Tunesien doch passiert, man hat verstanden das man selbst Verantwortung übernehmen muss, wenn man eine bessere Zukunft einfordert.
Und dazu braucht es nun wirkliche keine "anglo-amerikanische Agitation".
______
""Demokratische" Gesellschaften [...] lassen sich eben leichter von außen manipulieren."
"Die USA und sonstige Vertreter einer "One-World-Regierung" (unter US-Kommando) freuts."
Na sicher, eine demokratische Gesellschaft lässt sich viel leichter Manipulieren als eine Diktatur, weil es ja soviel schwerer ist einen einzelnen Diktator zu bestechen, als eine parlamentarisch kontrollierte Regierung.
Die Amis und Franzosen freuen sich wohl kaum, sie sind wahrscheinlich eher traurig eine ihrer Marionetten verloren zu haben.
Ich wünsche den Tunesiern alles, nur nicht eine "Demokratie" nach deutschem Vorbild, wo Lobbyisten, Banker und Konzernbosse das Volk knechten und die "Politiker" den Tag damit zubringen, irgendein süßliches Blabla zur Ruhigstellung der Volksseele zu verbreiten ("Wir müssen die Sorgen und Nöte der Menschen ernstnehmen etc."--> passieren tut nichts).
In der Diktatur haben die Untertanen keine Wahl, sie werden unterdrückt. In der "Demokratie" hat der Untertan alle 4 Jahre die Wahl, welche der nahezu inhaltsidentischen Blockparteien ihn forthin unterdrückt.
Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mal an.Betrachtet man Ihre Zeichensetzung, mekrt man, wes Geistes Kind Sie sind.
Anfangs war ich entschlossen, Ihren Beitrg zu beanstanden.
Aber ich möchtr andere nicht um das Vergnügen bringen, Ihrer Demaskierung beizuwohnen.
Wenn es schon um die Frage der Demokratie geht, hängt m.E. alles davon ab, wie die Akteure an diese Frage herangehen. Noch ist nichts entschieden, und keine Revolution ist von vornherein eine demokratische.
"Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mal an.Betrachtet man Ihre Zeichensetzung, mekrt man, wes Geistes Kind Sie sind."
An der Zeichensetzung erkennen Sie, "wes Geistes Kind" ein Mensch ist? Diese Kunst müssen Sie mich lehren...
Ich bleibe dabei: Den sog. westlichen Liberalismus wünsche ich keiner einzigen der stolzen arabischen Nationen an den Hals. Nur deshalb übrigens wird der Islam doch immer stärker: Der westliche Werteimperialismus mit seinen ganzen "Emanzipationen" ruft eben bei vielen moralisch noch nicht vollkommen entleibten Gesellschaften der Welt heftigste Abwehrreaktionen hervor.
Und: "Das ist auch gut so", wie ein bekannter deutscher Gleichberechtigter es ausdrückte.
sind nicht auszuschließen. Und ich habe Sie, bei genauerem Bedenken, wohl mißvertanden.
Auch dazu muß man stehen können.
"Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mal an.Betrachtet man Ihre Zeichensetzung, mekrt man, wes Geistes Kind Sie sind."
An der Zeichensetzung erkennen Sie, "wes Geistes Kind" ein Mensch ist? Diese Kunst müssen Sie mich lehren...
Ich bleibe dabei: Den sog. westlichen Liberalismus wünsche ich keiner einzigen der stolzen arabischen Nationen an den Hals. Nur deshalb übrigens wird der Islam doch immer stärker: Der westliche Werteimperialismus mit seinen ganzen "Emanzipationen" ruft eben bei vielen moralisch noch nicht vollkommen entleibten Gesellschaften der Welt heftigste Abwehrreaktionen hervor.
Und: "Das ist auch gut so", wie ein bekannter deutscher Gleichberechtigter es ausdrückte.
sind nicht auszuschließen. Und ich habe Sie, bei genauerem Bedenken, wohl mißvertanden.
Auch dazu muß man stehen können.
Josef Joffe argumentiert wie gewohnt prägnant und überzeugend und fragt am Schluss:
"Betrachten wir’s aus dem Blickwinkel der Despoten. Wer von ihnen wird angesichts des tunesischen Beispiels die Wirtschaft befreien, das Bildungssystem ausbauen, das Land öffnen?"
Die Chinesen machen das. Will das Regime in China sich selbst abschaffen?
"Sehen Sie sich doch Ihren Beitrag mal an.Betrachtet man Ihre Zeichensetzung, mekrt man, wes Geistes Kind Sie sind."
An der Zeichensetzung erkennen Sie, "wes Geistes Kind" ein Mensch ist? Diese Kunst müssen Sie mich lehren...
Ich bleibe dabei: Den sog. westlichen Liberalismus wünsche ich keiner einzigen der stolzen arabischen Nationen an den Hals. Nur deshalb übrigens wird der Islam doch immer stärker: Der westliche Werteimperialismus mit seinen ganzen "Emanzipationen" ruft eben bei vielen moralisch noch nicht vollkommen entleibten Gesellschaften der Welt heftigste Abwehrreaktionen hervor.
Und: "Das ist auch gut so", wie ein bekannter deutscher Gleichberechtigter es ausdrückte.
Es lässt mir keine Ruhe! Ich zitiere noch einmal Herrn Joffe:
"Betrachten wir’s aus dem Blickwinkel der Despoten. Wer von ihnen wird angesichts des tunesischen Beispiels die Wirtschaft befreien, das Bildungssystem ausbauen, das Land öffnen?"
Der Schah von Persien war wohl ein Despot, der das getan hat, zumindest könnte man das aus dem wikipedia-Artikel schließen:
"Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941–1979) leitete ab 1963 mit der „Weißen Revolution“ umfangreiche wirtschaftliche, politische und soziale Reformen ein. Mit den steigenden Öleinnahmen konnte ein Industrialisierungsprogramm aufgelegt werden, das den Iran in wenigen Jahren von einem Entwicklungsland zu einem aufstrebenden Industriestaat machte. Industrialisierung und gesellschaftliche Modernisierung führten von Beginn an zu Spannungen mit den konservativen Teilen der schiitischen Geistlichkeit."
Ob die Verwestlichung auch bei den Tunesiern solch eine Abwehrreaktion wie in Persien hervorruft? Ich wünsche es nicht. Der american way of life hat schlimme Schattenseiten, aber die Freiheit ist auch viel wert.
Sehr geehrter "LeninStalinLoetzsch",
ich vermute, der Leser meinte die Anführungszeichen, in die Begriffe wie demokratisch, Gleichberechtigung und Pressefreiheit zu setzen Ihnen gefallen hat. Dies lässt nämlich vermuten, dass Sie den genannten Werten eher kritisch gegenüberstehen.
Mit freundlichem Gruß,
dno
Nicht an Ihrer Zeichensetzung erkennt man Sie, aber an Ihren ZEIT-online-Kommentaren. Ihre Begrifflichkeiten wie "Westlicher Werteimperialismus" oder "inhaltsidentische Blockparteien" sind die üblichen Versatzstücke aus dem braunen Lager, um Demokratie und Freiheit zu diffamieren. Ihre geistige Heimat geben Sie ja ganz offenherzig preis - oder habe ich mich da verlesen, dass Sie hier bei ZEIT online in einem Kommentar zur Staatskrise in Belgien die rechtsextreme Postille "Zuerst" als Ihre geistige Nahrungsquelle genannt haben? Wer aus solch trüben Quellen trinkt, muss sich nicht wundern, wenn geistiger Dünnpfiff herauskommt.
vor den "...stolzen arabischen Nationen...", aber bei allen Fehlern, welche zum Teil sicher zu berechtigter Kritik Anlass geben, die unsere Form der Demokratie aufweisen mag,
Dennoch würde ich sie jederzeit jedem Mullah-Regime und jedem tyrannischen Diktator vorziehen. Denn in einem solchen Regime hätten ihre Äußerungen ihnen bestimmt schon zu einem "gemütlichen" Plätzchen in einem Regierungsgefängnis verholfen.
Es lässt mir keine Ruhe! Ich zitiere noch einmal Herrn Joffe:
"Betrachten wir’s aus dem Blickwinkel der Despoten. Wer von ihnen wird angesichts des tunesischen Beispiels die Wirtschaft befreien, das Bildungssystem ausbauen, das Land öffnen?"
Der Schah von Persien war wohl ein Despot, der das getan hat, zumindest könnte man das aus dem wikipedia-Artikel schließen:
"Schah Mohammad Reza Pahlavi (1941–1979) leitete ab 1963 mit der „Weißen Revolution“ umfangreiche wirtschaftliche, politische und soziale Reformen ein. Mit den steigenden Öleinnahmen konnte ein Industrialisierungsprogramm aufgelegt werden, das den Iran in wenigen Jahren von einem Entwicklungsland zu einem aufstrebenden Industriestaat machte. Industrialisierung und gesellschaftliche Modernisierung führten von Beginn an zu Spannungen mit den konservativen Teilen der schiitischen Geistlichkeit."
Ob die Verwestlichung auch bei den Tunesiern solch eine Abwehrreaktion wie in Persien hervorruft? Ich wünsche es nicht. Der american way of life hat schlimme Schattenseiten, aber die Freiheit ist auch viel wert.
Sehr geehrter "LeninStalinLoetzsch",
ich vermute, der Leser meinte die Anführungszeichen, in die Begriffe wie demokratisch, Gleichberechtigung und Pressefreiheit zu setzen Ihnen gefallen hat. Dies lässt nämlich vermuten, dass Sie den genannten Werten eher kritisch gegenüberstehen.
Mit freundlichem Gruß,
dno
Nicht an Ihrer Zeichensetzung erkennt man Sie, aber an Ihren ZEIT-online-Kommentaren. Ihre Begrifflichkeiten wie "Westlicher Werteimperialismus" oder "inhaltsidentische Blockparteien" sind die üblichen Versatzstücke aus dem braunen Lager, um Demokratie und Freiheit zu diffamieren. Ihre geistige Heimat geben Sie ja ganz offenherzig preis - oder habe ich mich da verlesen, dass Sie hier bei ZEIT online in einem Kommentar zur Staatskrise in Belgien die rechtsextreme Postille "Zuerst" als Ihre geistige Nahrungsquelle genannt haben? Wer aus solch trüben Quellen trinkt, muss sich nicht wundern, wenn geistiger Dünnpfiff herauskommt.
vor den "...stolzen arabischen Nationen...", aber bei allen Fehlern, welche zum Teil sicher zu berechtigter Kritik Anlass geben, die unsere Form der Demokratie aufweisen mag,
Dennoch würde ich sie jederzeit jedem Mullah-Regime und jedem tyrannischen Diktator vorziehen. Denn in einem solchen Regime hätten ihre Äußerungen ihnen bestimmt schon zu einem "gemütlichen" Plätzchen in einem Regierungsgefängnis verholfen.
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