Geschichte des Holocaust Ingenieure des Mordens
Späte Erinnerung: Am 27. Januar wird in Erfurt das Dokumentationszentrum über die Firma Topf & Söhne eröffnet, die Ofenbauer von Auschwitz.
Erfurt, an einer Ausfallstraße nahe des Hauptbahnhofes: Ein Einkaufszentrum wie jedes andere, »Fressnapf« verkünden große Lettern, ein Geschäft für Haustierbedarf, daneben weitere Großmärkte. Noch bis Anfang 2009 befand sich hier eine Industriebrache. Es ist das Gelände der lang zuvor aufgegebenen Ofenbaufirma J. A. Topf & Söhne, eines Unternehmens, das in den vierziger Jahren ein ganz besonderes Produkt hergestellt hat: die Verbrennungsöfen für die Massenkrematorien in Auschwitz.
Ein vergessener Ort. Seit 1996, seit der DDR-Nachfolgebetrieb, der zuletzt unter dem Namen VEB Erfurter Mälzerei- und Speicherbau EMS firmierte, in Konkurs gegangen war, rotteten die Werksgebäude vor sich hin. Später kamen die Fachmärkte. Und nun, endlich, wird im restaurierten Verwaltungsgebäude der Firma am 27.Januar, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, ein Dokumentationszentrum eröffnet. Es heißt, ganz lakonisch, »Erinnerungsort Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz«.
Es ist eine besondere Gedenkstätte geworden, denn sie fragt – ähnlich wie die Topographie des Terrors in Berlin, das Dokumentationszentrum in Nürnberg oder das SS-Museum auf der Wewelsburg bei Paderborn – nach den Tätern. Und es ist der bislang einzige Erinnerungsort in Deutschland, der die Mitwirkung eines privaten Unternehmens an der Umsetzung des Holocausts am authentischen Schauplatz umfassend dokumentiert.
Weithin sichtbar trägt das schmucklose Gebäude den Schriftzug: »Stets gern für Sie beschäftigt,...« Diese Grußformel stand unter der Firmenpost, auch unter den KZ-Aufträgen. Im Verwaltungsgebäude des 1878 gegründeten Unternehmens saß damals die Geschäftsleitung, seit 1935 waren das die Brüder Ludwig und Ernst Wolfgang Topf.
Klar und konzentriert haben die Kölner Architekten Konstantin Pichler und Jochem Kastner das Innere gestaltet. Es gibt Platz für Wechselausstellungen, Filmvorführungen, eine Bibliothek. Die Dauerausstellung ist in den historischen Zeichensälen untergebracht, wo die Pläne für die Öfen entstanden. Hier arbeitete damals auch der Oberingenieur Kurt Prüfer aus der Abteilung Krematoriumsbau. Aus beruflichem Ehrgeiz trieb er die Geschäfte mit der SS eifrig voran und bemühte sich um die Perfektionierung der von ihm konzipierten Öfen. Blickte Prüfer aus dem Fenster, konnte er den Ettersberg bei Weimar sehen, wo seit 1937 das KZ Buchenwald errichtet wurde.
In diesem KZ begann zwei Jahre später die Zusammenarbeit mit der SS. Zunächst lieferte Topf & Söhne mobile Verbrennungsöfen. Von 1940 an wurden in Buchenwald sowie in den KZs Dachau, Gusen in Oberösterreich und Auschwitz-Birkenau feste Topf-Öfen installiert. Prüfer und seinen Kollegen war klar, was sie taten, zumal sich die Gaskammern von Birkenau in den Krematoriumsgebäuden befanden. Die Erfurter entsorgten Menschenkörper wie Abfall und bedienten sich dabei einer technokratischen Sprache, welche die Leichen abstrakt in Stückzahlen und Ofenleistung umrechnete.
- Datum 26.01.2011 - 23:29 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 20.1.2011 Nr. 04
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"Firma Topf & Söhne (...). Sie stellte die Öfen her, in denen Juden ermordet wurden."
[...]
Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich und formulieren Sie Ihre Meinung so, dass sie nicht als Relativierung der Geschehnisse interpretiert werden kann. Danke. Die Redaktion/er
[...]
es gibt mannigfaltige zeugenausagen das auch noch lebende in den oefen verbrannten.
der holocaust war ein menschheitsverbrechen (und um auf ihre anderen leserbriefe einzugehen, die wehrmacht eine verbrecherische organisation und unmittelbar an graeueltaten beteiligt).
dringend geschichtsunterricht!!!!!!!!!!!!
Teile entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/wg
Entfernt. Die Redaktion/sh
Für mich klingt das lediglich nach einer falschen Formulierung, als einer beabsichtigten Aussage. Die Öfen waren Teil des Vernichtungsprozesses, man musste ja nicht nur in großem Stil Menschen ermorden, sondern auch die Leichen loswerden. Ich finde es durchaus interessant zu erfahren, wie sich die KZs in das Wirtschafssystem eingegliedert haben. Solches Verträgen von Verantwortung für Dinge, an denen man nur sehr indirekt beteiligt ist, ist ja etwas sehr typisch menschliches, was solche Verbrechen letzten Endes aber erst ermöglicht.
Ihren Vorwurf der Übertreibung kann ich auch nicht verstehen. Vorher vergast zu werden, ist vermutlich nicht besser sondern lediglich einfacher, sich wehrende Menschen bekommt man nicht so leicht in Öfen. In Einzelfällen ist sicher auch mal ein Lebender darin gelandet, wenn er durch Krankheit oder Folter leblos genug war. Die Lampe sticht aus anderen Dingen nicht wirklich heraus. Selbst wenn einzelne dieser Grausamkeiten nicht wahr sind, so gehen sie wohl eher auf Gerüchte, als auf gezielte Propaganda zurück. Wirklicher Bedarf zur Übertreibung existiert ja nicht.
[...]
es gibt mannigfaltige zeugenausagen das auch noch lebende in den oefen verbrannten.
der holocaust war ein menschheitsverbrechen (und um auf ihre anderen leserbriefe einzugehen, die wehrmacht eine verbrecherische organisation und unmittelbar an graeueltaten beteiligt).
dringend geschichtsunterricht!!!!!!!!!!!!
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Entfernt. Die Redaktion/sh
Für mich klingt das lediglich nach einer falschen Formulierung, als einer beabsichtigten Aussage. Die Öfen waren Teil des Vernichtungsprozesses, man musste ja nicht nur in großem Stil Menschen ermorden, sondern auch die Leichen loswerden. Ich finde es durchaus interessant zu erfahren, wie sich die KZs in das Wirtschafssystem eingegliedert haben. Solches Verträgen von Verantwortung für Dinge, an denen man nur sehr indirekt beteiligt ist, ist ja etwas sehr typisch menschliches, was solche Verbrechen letzten Endes aber erst ermöglicht.
Ihren Vorwurf der Übertreibung kann ich auch nicht verstehen. Vorher vergast zu werden, ist vermutlich nicht besser sondern lediglich einfacher, sich wehrende Menschen bekommt man nicht so leicht in Öfen. In Einzelfällen ist sicher auch mal ein Lebender darin gelandet, wenn er durch Krankheit oder Folter leblos genug war. Die Lampe sticht aus anderen Dingen nicht wirklich heraus. Selbst wenn einzelne dieser Grausamkeiten nicht wahr sind, so gehen sie wohl eher auf Gerüchte, als auf gezielte Propaganda zurück. Wirklicher Bedarf zur Übertreibung existiert ja nicht.
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es gibt mannigfaltige zeugenausagen das auch noch lebende in den oefen verbrannten.
der holocaust war ein menschheitsverbrechen (und um auf ihre anderen leserbriefe einzugehen, die wehrmacht eine verbrecherische organisation und unmittelbar an graeueltaten beteiligt).
dringend geschichtsunterricht!!!!!!!!!!!!
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Entfernt. Die Redaktion/sh
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Meinen Sie wirklich, dass diese Dünnbrettbohrerei i.a. dieses Riesenverbrechens angebracht ist? Es ist mir ziemlich egal, wie weit die Nazis (die Deutschen damals) wirklich gegangen sind und was von den Allierten ggf. hinzugedichtet wurde. Letztendlich schlägt dieses "war nicht sooo schlimm, die anderen machen es ja auch" genau in die Kerbe, die Herr Topf heute aufzeigen will.
Ich finde den Artikel gut, weil er an die tägliche Verantwortung eines jeden und gerade der Ingenieure appelliert, Verantwortung für sein Know How und sein Schaffen zu über nehmen.
Sieht man sich die derzeitige Weltpolitik mit all ihren Verbrechen in angeblich zivilisierten Ländern (Angriffskriege, Todesstrafe, eingeschlossene und drangsalierte Völker, Hunger wegen Geschäftemacherei etc. und selbst der Dioxinskandal gerade) an, gehts überall so weiter wie früher, da sind solche Mahnungen durchaus richtig und zu wenig.
"Sie stellte die Öfen her, in denen Juden ermordet wurden."
Beim Lesen habe ich sofort gedacht : "Was ist bloß mit der ZEIT los?" Man würde den Satz keinem Schulkind durchgehen lassen. Als Krematoriumsöfen waren sie zum Verbrennen von Leichen bestimmt. Sie waren nicht der Tatort. Es geht hier
um korrekte journalistische Ausdrucksweise und hat mit der
Schwere der NS-Verbrechen nichts zu tun. Die Ermordung fand in den sogenannten Gaskammern statt.
Die Firma Topf und Söhne belieferte auch das KZ Buchenwald mit den Verbrennungsöfen, dort gab es keine Gaskammern, die Menschen wurden erschossen, verhungerten, starben aus Auszehrung, fielen bei der Arbeit um, erfroren oder wurden in andere Lager geschickt. Die Asche der Toten wurde dann in den Wald gebracht und dort Säckeweise in Gruben gefüllt.
Die Firma Topf und Söhne belieferte auch das KZ Buchenwald mit den Verbrennungsöfen, dort gab es keine Gaskammern, die Menschen wurden erschossen, verhungerten, starben aus Auszehrung, fielen bei der Arbeit um, erfroren oder wurden in andere Lager geschickt. Die Asche der Toten wurde dann in den Wald gebracht und dort Säckeweise in Gruben gefüllt.
Entfernt. Die Redaktion/sh
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