Ingenieurstudium Eiskalt rausgeprüft

Ingenieure werden gesucht – doch das Studium schreckt viele ab. Die Durchfaller- und Abbrecherquoten sprechen Bände.

Daniel studiert im letzten Diplomjahrgang an der TU Darmstadt, und er hat turbulente Zeiten mitgemacht. Die Hochschule hat sich mit der Studienreform verändert, Mathedozenten sind gekommen und gegangen. Deshalb wird Daniel, der seinen echten Namen nicht gedruckt sehen will, die Matheprüfung auch beim dritten Anlauf bei einem anderen Dozenten schreiben. Als er nach dem zweiten Versuch im September 2010 auf die Prüfungsergebnisse blickte, durchfuhr es ihn. Im ersten von zwei Prüfungsteilen, so war es aus einer Grafik zu lesen, gehörte er zu jenen 74 Prozent aller Teilnehmer, die durchgefallen waren. Trotz der hohen Quote, die später auf 68 Prozent korrigiert wurde, verzichteten die Durchfaller auf eine Rebellion. Die meisten stellten nur ganz vorsichtig die Frage, warum sie derart grob aus dem Studium geprüft werden sollten – wo doch das Land derzeit so laut nach Fachkräften ruft?

Die Erklärungen der TU Darmstadt für die hohe Durchfallquote blieben diffus. Von einem »Ausreißer« war die Rede. »Im Schnitt liegen die Durchfallquoten in matherelevanten Klausuren an der TU Darmstadt bei rund 30 Prozent«, sagt ein Sprecher. Der zuständige Studiendekan begutachtete die Ergebnisse und befand, dass das Wissen aus dem Mathematik-Grundkurs in der Oberstufe für eine 4,0 in der Prüfung ausreichte. Daniel ist sich da nicht so sicher. »Transferaufgaben auf diesem Niveau hatten wir in den Übungen vor der Prüfung nicht.« Der TU-Sprecher hält dagegen. »Ein Drittel der Punktzahl reichte aus, um zu bestehen – diese waren zu erreichen, ohne die anspruchsvolleren Transferaufgaben lösen zu müssen«, sagt er.

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Nach dreieinhalb Studienjahren steht für Daniel alles, was er bisher erreicht hat, auf der Kippe. Fällt er in der Prüfung ein drittes Mal durch, wird er exmatrikuliert. Er wäre dann ein typisches Opfer des alten Studiensystems, sagt Manfred Hampe, Professor für Maschinenbau an der TU Darmstadt. »Aber Daniels Problem kann auch noch im neuen System auftreten.« Tatsächlich absolvierte Daniel die Matheprüfung gemeinsam mit Bachelorstudenten aus dem Wirtschafts- und dem Bauingenieurswesen. Viele waren im Erstversuch und fielen mit Daniel durch.

Manfred Hampe kennt auch aus seinem Fachbereich Maschinenbau Geschichten von »Horrorklausuren«. Das systematische »Rausprüfen« gehöre nach seinen Worten aber der Vergangenheit an. Während früher nur gut 50 Prozent der Studienanfänger zum Abschluss gekommen seien, schafften es im Maschinenbau an der TU Darmstadt in jüngster Zeit 90 Prozent der Anfänger zum Abschluss, so Hampe. Die Universität habe bessere Wege gefunden, jene Menschen an sich zu binden, die zur ihr passten.

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Durchfallquoten werden häufig diskutiert, vor allem, wenn sie nach drei misslungenen Prüfungen zu einer Exmatrikulation und damit zum Abbruch eines Studiums führen. Als Ulrich Heublein vom Hochschul-Informations-System (HIS) im Jahr 2008 Zahlen zu den Studienabbrechern in den Bachelorstudiengängen herzeigte, war das Gegrummel bei vielen Arbeitgebern groß. Sie klagen häufig über den mangelnden Nachwuchs an Natur- und Ingenieurwissenschaftlern in Deutschland, und sie freuten sich daher auf das reformierte Studium, in dem mehr Studenten als früher zum Abschluss kommen sollten.

Aber in der Fächergruppe Mathematik/Naturwissenschaften liegt die Studienabbruchquote an den Universitäten den Informationen des HIS zufolge auch nach Einführung des Bachelors konstant bei 28 Prozent. Im Maschinenbau stieg sie an den Universitäten sogar wieder an, von 30 auf 34 Prozent. Thomas Sattelberger, der Personalvorstand der Deutschen Telekom, machte für diese Zahlen unter anderem einmal die fiesen Durchfallquoten verantwortlich, die Studenten entweder zum Aufgeben zwingen würden oder sie vorzeitig vor dem Studium kapitulieren ließen, was auf dasselbe hinausläuft. Sattelberger sprach vom »großen Problem, dass die Professoren Studenten rausprüfen«.

Leser-Kommentare
  1. Warum nicht das Kind beim Namen nennen und einfach von unfähigen Studenten reden?
    Seit dem ich nun das eine oder andere mal Klausuren korrigieren darf, stellt sich mir die Frage, wie kann das angehen? Wie konnten diese Typen Abitur schaffen um zum Studium zugelassen zu werden?
    Selbst bei einfachsten Fragen versagen die Studenten und schreiben Antworten hin, die nur eins haben: Unterhaltungswert.

    Ich habe das Gefühl, dass sich die Studenten den Anforderungen im Studiengang anpassen und egal, wie einfach die Klausur wird, an der Durchfallquote wird sich nix ändern. Wenn die Klausuren einfacher werden, wird einfach noch weniger für die Klausur gelernt und schwupst, die Durchfallquote bleibt Konstant. Aber natürlich ist der Studiengang mit seinen viel zu hohen Anforderungen und überaus extrem willkürlichen Professoren schuld.

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    • lepkeb
    • 31.01.2011 um 10:25 Uhr

    erkannt, wie ein Kollege aus D-land mir letztens wieder erzählte, bietet seine Hochchule jetzt dreimonatige Aufbaukurse in Deutsch, Mathe und Physik, um die angehenden Studenten halbwegs auf Vordermann zu trimmen. Da es mesit schon am Elementarsten fehlt. Dreisatz ist etwas aus dem Tennis.
    Und wenn ich lese, dass der junge Mann erst im letzten Studienjahr seine Mathe-prüfung macht und jetzt den Dozenten wechselt, um zu bestehen, dann sollte das System mal überprüft werden. Hochschulen und Unis sind imho kein Wunschkonzert.

    Ich bin ganz Ihrer Meinung. Man kann nunmal nicht immer alles passend machen, was einfach nicht passt. Und Mathematik ist für Ingenieure auch keine Kürübung sondern eben Pflicht. Wenn Ingenieure nicht aufpassen und den Blick für die Grundlagen verlieren, dann passiert sowas:
    http://en.wikipedia.org/w...
    Eines der folgenschwersten Einsturzereignisse in der Geschichte der USA, mit 114 Toten. Idee dabei: nehmen wir statt einer Mutter an dieser Stelle lieber zwei, und ändern dabei ein bisschen was, das hält schon. Schlimmer Denkfehler. Ich wünsche mir aufgeweckte, neugierige und (selbst-)kritische Ingenieure, die sich nicht von Laien, Managern oder Lobbyisten gängeln und in Katastrophen zwingen lassen. Manchmal braucht man auch den Mut, zu widersprechen. Das geht besser, wenn man sein Rüstzeug ordentlich gelernt hat. Und Mathematik ist wirklich unerlässlich.
    Wem tut man damit einen Gefallen, wenn man an der Klausurbewertung so herumschiebt, dass ein gewisser Przentsatz nun doch besteht? Ich möchte keine Ingenieure, denen die Basis fehlt. Denn eine gute Basis ist die Grundlage für jedes Fundament.

    ich habe selbst eine technisches Studium abgebrochen und einen Schwager, der es erfolgreich absolvierte, trotz der Dozenten.
    Es gibt einen gewissen Grad an Willkür an den Universitäten durch unfähige Professoren und Dozenten.
    Die FH Köln war bekannt dafür, mitten im Studium die Prüfungsvorausetzungen zu ändern, so das gemachte Scheine und Voraussetzungen für weitere Seminare und Prüfungen im Nachhinein ungültig wurden.
    Manche Dozenten bestanden auf ihre Klausurbewertungen, obwohl sie nachweislich falsch waren, manche Studenten kompetetenter, dies sogar mit der Din Norm nachweisen konnten.
    Es gibt sicher auch diejenigen, die die Anforderungen nicht erfüllen. Bei mir fehlten ein paar Voraussetzungen in Physik, bei denen allerdings die Zuordnung zu dem Dozenten entschied, ob man das aufholen konnte oder nicht.
    Ein Dozent, der voraussetzt, das man den Stoff kennt statt ihn zu vermitteln ist so überflüssig wie ein Kropf.

    H.

    • RobJir
    • 31.01.2011 um 19:10 Uhr

    In meinem Physik Studium sind in der ersten Theorie-Prüfung 76% durchgefallen, beim Zweitversuch 52%.
    Ich bezweifle jedoch, dass Physik-Studenten in der Regel unfähig seien. Man wird v.a. bei natur- und ingenieurswissenschaftlchen Studiengängen vom Universitäts-Niveau überrascht. Die Diskrepanz zwischen Schule und Universität ist hier wahrscheinlich am größten. Daher auch die hohen Durchfallquoten bei den ersten Klausuren.
    Später "hat man dann den Dreh raus" und die Durchfallquoten sinken auch wieder auf ein annehmbares Niveau.
    Vielleicht sollte ich auch schreiben, dass bei uns zw. 2 und 6 Wochen vergingen, bis das Schulniveau überschritten war.
    Eine Mathe-Prüfung im Studium mit Grundkurs-Wissen zu bestehen halte ich zumindest bei unseren Prüfungen für Schwachsinn.

    • CKR
    • 01.02.2011 um 20:44 Uhr

    Das Ganze mal aus einer anderen Sicht. Ich war selbst jahrelang Dozent im Bereich Informatik. Jeder durchgefallene Student sollte den Professoren doch zu denken geben. Sicher gibt es Studenten, die nicht die entspr. Kenntnisse haben, aber Durchfallquoten von 50% oder mehr sind doch ein Armutszeugnis für die Hochschule und vor allem für die Professoren. Folien auflegen (oder gar nur im Internet zur Verfügung stellen) und dann auf Selbststudium verweisen - das kann doch nicht der Sinn der LEHRE (!!) sein. Wo bleibt da die Verantwortung und der Lehrauftrag, die die Hochschule/Uni für die Studenten hat. Klar es gibt da die Probleme mit fehlendem Geld und Personal, zu vielen zugelassenen Studenten und zuviel Bürokratie - aber wessen Schuld ist das denn? Doch sicher nicht die der Studenten!
    Also - mehr Zusatzseminare, Übungen anbieten und Prüfungen auch mündlich durchführen - da kann man wesentlich besser abschätzen, ob's der Student drauf hat oder nicht (auch wenn diese Prüfungen mehr Zeit kosten).
    Studium an Uni/Hochschule sind kein Zuckerschlecken - nicht für die Studenten, aber auch nicht für die Professoren und Assistenten!

    Vielleicht sollten sie sich dann mal erneut in einer Universiätsvorlesung umsehen und beobachten wie Vorlesungen in Deutschland abgehalten werden.
    Wer didaktische Qualität sowie die Qualität der Vorlesungen beurteilt, wird schnell merken, dass diese sich meist an der Studienleistung insgesamt bewegt. Dass Studenten bei Doktoren und Professoren, die ihre Vorlesung nur durch monotones Ablesen von Folien und Büchern notgedrungen gestalten, nicht viel verstehen oder bessergesagt fast gar nichts verstehen, ist nun mehr als logisch.
    Ich geben Ihnen Recht, dass das Niveau zwischen Schule und Universität stark differenziert. Aber es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, sodass auch fleißigen und strebsamen Studenten bei schlechten Vorlesungen und unfairen Klausuren ein Studium massiv (siehe oben) erschwert wird.
    Ihre Kritik richtet sich aber hauptsächlich an ein europäisches Problem, in denen Vorlesungen als Massenspektakel anstelle konkreter Wissensvermittlung verstanden wird. Das Gegenbeispiel USA zeigt, dass durch höhere Qualität der Lehre ebenso bessere Studenten hervorgehen und somit forschungsstärkere Universitäten entstehen, die weltweit konkurrenzfähig sind.

    • lepkeb
    • 31.01.2011 um 10:25 Uhr

    erkannt, wie ein Kollege aus D-land mir letztens wieder erzählte, bietet seine Hochchule jetzt dreimonatige Aufbaukurse in Deutsch, Mathe und Physik, um die angehenden Studenten halbwegs auf Vordermann zu trimmen. Da es mesit schon am Elementarsten fehlt. Dreisatz ist etwas aus dem Tennis.
    Und wenn ich lese, dass der junge Mann erst im letzten Studienjahr seine Mathe-prüfung macht und jetzt den Dozenten wechselt, um zu bestehen, dann sollte das System mal überprüft werden. Hochschulen und Unis sind imho kein Wunschkonzert.

    Ich bin ganz Ihrer Meinung. Man kann nunmal nicht immer alles passend machen, was einfach nicht passt. Und Mathematik ist für Ingenieure auch keine Kürübung sondern eben Pflicht. Wenn Ingenieure nicht aufpassen und den Blick für die Grundlagen verlieren, dann passiert sowas:
    http://en.wikipedia.org/w...
    Eines der folgenschwersten Einsturzereignisse in der Geschichte der USA, mit 114 Toten. Idee dabei: nehmen wir statt einer Mutter an dieser Stelle lieber zwei, und ändern dabei ein bisschen was, das hält schon. Schlimmer Denkfehler. Ich wünsche mir aufgeweckte, neugierige und (selbst-)kritische Ingenieure, die sich nicht von Laien, Managern oder Lobbyisten gängeln und in Katastrophen zwingen lassen. Manchmal braucht man auch den Mut, zu widersprechen. Das geht besser, wenn man sein Rüstzeug ordentlich gelernt hat. Und Mathematik ist wirklich unerlässlich.
    Wem tut man damit einen Gefallen, wenn man an der Klausurbewertung so herumschiebt, dass ein gewisser Przentsatz nun doch besteht? Ich möchte keine Ingenieure, denen die Basis fehlt. Denn eine gute Basis ist die Grundlage für jedes Fundament.

    ich habe selbst eine technisches Studium abgebrochen und einen Schwager, der es erfolgreich absolvierte, trotz der Dozenten.
    Es gibt einen gewissen Grad an Willkür an den Universitäten durch unfähige Professoren und Dozenten.
    Die FH Köln war bekannt dafür, mitten im Studium die Prüfungsvorausetzungen zu ändern, so das gemachte Scheine und Voraussetzungen für weitere Seminare und Prüfungen im Nachhinein ungültig wurden.
    Manche Dozenten bestanden auf ihre Klausurbewertungen, obwohl sie nachweislich falsch waren, manche Studenten kompetetenter, dies sogar mit der Din Norm nachweisen konnten.
    Es gibt sicher auch diejenigen, die die Anforderungen nicht erfüllen. Bei mir fehlten ein paar Voraussetzungen in Physik, bei denen allerdings die Zuordnung zu dem Dozenten entschied, ob man das aufholen konnte oder nicht.
    Ein Dozent, der voraussetzt, das man den Stoff kennt statt ihn zu vermitteln ist so überflüssig wie ein Kropf.

    H.

    • RobJir
    • 31.01.2011 um 19:10 Uhr

    In meinem Physik Studium sind in der ersten Theorie-Prüfung 76% durchgefallen, beim Zweitversuch 52%.
    Ich bezweifle jedoch, dass Physik-Studenten in der Regel unfähig seien. Man wird v.a. bei natur- und ingenieurswissenschaftlchen Studiengängen vom Universitäts-Niveau überrascht. Die Diskrepanz zwischen Schule und Universität ist hier wahrscheinlich am größten. Daher auch die hohen Durchfallquoten bei den ersten Klausuren.
    Später "hat man dann den Dreh raus" und die Durchfallquoten sinken auch wieder auf ein annehmbares Niveau.
    Vielleicht sollte ich auch schreiben, dass bei uns zw. 2 und 6 Wochen vergingen, bis das Schulniveau überschritten war.
    Eine Mathe-Prüfung im Studium mit Grundkurs-Wissen zu bestehen halte ich zumindest bei unseren Prüfungen für Schwachsinn.

    • CKR
    • 01.02.2011 um 20:44 Uhr

    Das Ganze mal aus einer anderen Sicht. Ich war selbst jahrelang Dozent im Bereich Informatik. Jeder durchgefallene Student sollte den Professoren doch zu denken geben. Sicher gibt es Studenten, die nicht die entspr. Kenntnisse haben, aber Durchfallquoten von 50% oder mehr sind doch ein Armutszeugnis für die Hochschule und vor allem für die Professoren. Folien auflegen (oder gar nur im Internet zur Verfügung stellen) und dann auf Selbststudium verweisen - das kann doch nicht der Sinn der LEHRE (!!) sein. Wo bleibt da die Verantwortung und der Lehrauftrag, die die Hochschule/Uni für die Studenten hat. Klar es gibt da die Probleme mit fehlendem Geld und Personal, zu vielen zugelassenen Studenten und zuviel Bürokratie - aber wessen Schuld ist das denn? Doch sicher nicht die der Studenten!
    Also - mehr Zusatzseminare, Übungen anbieten und Prüfungen auch mündlich durchführen - da kann man wesentlich besser abschätzen, ob's der Student drauf hat oder nicht (auch wenn diese Prüfungen mehr Zeit kosten).
    Studium an Uni/Hochschule sind kein Zuckerschlecken - nicht für die Studenten, aber auch nicht für die Professoren und Assistenten!

    Vielleicht sollten sie sich dann mal erneut in einer Universiätsvorlesung umsehen und beobachten wie Vorlesungen in Deutschland abgehalten werden.
    Wer didaktische Qualität sowie die Qualität der Vorlesungen beurteilt, wird schnell merken, dass diese sich meist an der Studienleistung insgesamt bewegt. Dass Studenten bei Doktoren und Professoren, die ihre Vorlesung nur durch monotones Ablesen von Folien und Büchern notgedrungen gestalten, nicht viel verstehen oder bessergesagt fast gar nichts verstehen, ist nun mehr als logisch.
    Ich geben Ihnen Recht, dass das Niveau zwischen Schule und Universität stark differenziert. Aber es ist bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, sodass auch fleißigen und strebsamen Studenten bei schlechten Vorlesungen und unfairen Klausuren ein Studium massiv (siehe oben) erschwert wird.
    Ihre Kritik richtet sich aber hauptsächlich an ein europäisches Problem, in denen Vorlesungen als Massenspektakel anstelle konkreter Wissensvermittlung verstanden wird. Das Gegenbeispiel USA zeigt, dass durch höhere Qualität der Lehre ebenso bessere Studenten hervorgehen und somit forschungsstärkere Universitäten entstehen, die weltweit konkurrenzfähig sind.

    • lepkeb
    • 31.01.2011 um 10:25 Uhr

    erkannt, wie ein Kollege aus D-land mir letztens wieder erzählte, bietet seine Hochchule jetzt dreimonatige Aufbaukurse in Deutsch, Mathe und Physik, um die angehenden Studenten halbwegs auf Vordermann zu trimmen. Da es mesit schon am Elementarsten fehlt. Dreisatz ist etwas aus dem Tennis.
    Und wenn ich lese, dass der junge Mann erst im letzten Studienjahr seine Mathe-prüfung macht und jetzt den Dozenten wechselt, um zu bestehen, dann sollte das System mal überprüft werden. Hochschulen und Unis sind imho kein Wunschkonzert.

    Antwort auf "Rausprüfen?"
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    Genau. Bei Ihnen bspw. Textverständnis. Wie im Artikel steht, haben die Dozenten im Fachbereich gewechselt, nicht der Student die Dozenten, wie es ihrer Argumentation dienlich war.

    Genau. Bei Ihnen bspw. Textverständnis. Wie im Artikel steht, haben die Dozenten im Fachbereich gewechselt, nicht der Student die Dozenten, wie es ihrer Argumentation dienlich war.

    • Basser
    • 31.01.2011 um 10:36 Uhr

    Dem kann ich nur zustimmen.
    Ich durfte auch schon als studentische Hilfskraft Seminare halten und später Klausuren korrigieren. Was einem da teils für Mängel bei einfachsten mathematischen Aufgaben wie bspw. Dreisatz unterkommen.
    Da muss ich Herrn Gritzmann von der TU München recht geben: ich würde auch nicht wollen, dass solche Leute später technische Sicherheiten garantieren sollen.
    Außerdem gibt es keine vorgeschriebenen Durchfallquoten. Natürlich gibt es bestimmte Fächer die signifikant für die Exmatrikulation vieler Studenten verantwortlich sind, allerdings wird dort meiner Erfahrung nach, sollte die "Durchfallqiuote" mal über dem Durchschnitt liegen, wird einfach die Mindestpunktzahl zum bestehen abgesenkt. Umgekehrt ist es allerdings nciht der Fall, dass die Punktzahl zum bestehen angehoben wird, sollte einmal mehr als die üblichen 50% bestanden haben. Insofern auf jeden Fall ein eindeutiges Zugeständnis an die Studenten.
    Ich glaube, dass das Problem an den eingangs erwähnten, fehlenden Kenntnissen und Befähigungen selbst den Kopf zu benutzen liegt. In vielen Schulen und Gymnasien werden die Schüler nur darauf getrimmt, möglichst gute Abschlussnoten zu schreiben, aber welche Mechanismen und Zusammenhänge hinter bestimmten Sachverhalten stehen bleibt sehr oft unbeleuchtet. Es wird stupide vor sich hergerechnet ohne über irgendetwas nachzudenken.

    ...Teil 2

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    so wie es in den schulen UND den unis zum teil vermittelt wird. die lehre an den universitäten ist teilweise unter jeder kritik, wird aber i.a. selten hinterfragt. nicht dass es nicht unpassende studenten gäbe, aber auch auf der anderen seite ist handlungsbedarf. das selbstverständnis der lehrenden (das leider auch bei dir herauszulesen ist), dass es keineswegs die EIGENE schuld sein kann, ist absolut unangebracht.

    "Da muss ich Herrn Gritzmann von der TU München recht geben: ich würde auch nicht wollen, dass solche Leute später technische Sicherheiten garantieren sollen."

    Aber das merkt man erst nach 3 Jahren Studium?

    Dann, entschuldige, sind die Universitäten UNFÄHIG, nicht die Studenten. Das ist nämlich zynische Verschwendung von Lebenszeit, Steuergeldern und Motivation.

    Zudem sollte man sich fragen, inwieweit das Abitur dann noch gut genug ist und ob die Unis nicht (gezwungenermassen) etwas aufrüsten müssen, wenn die Vorkenntnisse nicht mehr ausreichen. Es ist sicher nicht anstrebenswert, diese intelligenten und motivierten Leute auf die Straße zu setzen, weil ihnen einige Vorkenntnisse fehlen. Sehr bequem für die Unis, wirtschaftlich und menschlich ein Skandal!

    Ich habe das zudem ganz anders erlebt: da wurde die Durchfallerquote der Leistung angepasst, kamen zuviele durch, korrigierte man nach. So dass zwei Drittel permanent keine Chance hatten. Sadismus ist das, nicht Lehre.

    Und gerade in den techn. Studiengängen ist es extrem schwer Kenntnisse nachzuholen, durch die fixen Stundenpläne wird man von Anfang an mit Stoff zugeschüttet, oft von didaktischen Krüppeln und unter unsäglichen Bedingungen. Und mathematische Zusammenhänge liest man nicht mal eben nach, die muss man sich aufwendig aneignen. Eine kleine Lücke reicht um in einem Fach den Boden zu verlieren und es gibt viele schwere Fächer.

    Die Arroganz der Unis schreit zum Himmel.

    so wie es in den schulen UND den unis zum teil vermittelt wird. die lehre an den universitäten ist teilweise unter jeder kritik, wird aber i.a. selten hinterfragt. nicht dass es nicht unpassende studenten gäbe, aber auch auf der anderen seite ist handlungsbedarf. das selbstverständnis der lehrenden (das leider auch bei dir herauszulesen ist), dass es keineswegs die EIGENE schuld sein kann, ist absolut unangebracht.

    "Da muss ich Herrn Gritzmann von der TU München recht geben: ich würde auch nicht wollen, dass solche Leute später technische Sicherheiten garantieren sollen."

    Aber das merkt man erst nach 3 Jahren Studium?

    Dann, entschuldige, sind die Universitäten UNFÄHIG, nicht die Studenten. Das ist nämlich zynische Verschwendung von Lebenszeit, Steuergeldern und Motivation.

    Zudem sollte man sich fragen, inwieweit das Abitur dann noch gut genug ist und ob die Unis nicht (gezwungenermassen) etwas aufrüsten müssen, wenn die Vorkenntnisse nicht mehr ausreichen. Es ist sicher nicht anstrebenswert, diese intelligenten und motivierten Leute auf die Straße zu setzen, weil ihnen einige Vorkenntnisse fehlen. Sehr bequem für die Unis, wirtschaftlich und menschlich ein Skandal!

    Ich habe das zudem ganz anders erlebt: da wurde die Durchfallerquote der Leistung angepasst, kamen zuviele durch, korrigierte man nach. So dass zwei Drittel permanent keine Chance hatten. Sadismus ist das, nicht Lehre.

    Und gerade in den techn. Studiengängen ist es extrem schwer Kenntnisse nachzuholen, durch die fixen Stundenpläne wird man von Anfang an mit Stoff zugeschüttet, oft von didaktischen Krüppeln und unter unsäglichen Bedingungen. Und mathematische Zusammenhänge liest man nicht mal eben nach, die muss man sich aufwendig aneignen. Eine kleine Lücke reicht um in einem Fach den Boden zu verlieren und es gibt viele schwere Fächer.

    Die Arroganz der Unis schreit zum Himmel.

    • Afa81
    • 31.01.2011 um 10:38 Uhr

    Also, wenn ich das von Daniel lese, tut mir das schon leid. Ich habe auch Maschinenbau studiert. Ein Spaziergang ist es nicht, aber es ist auch nicht so unschaffbar. Die hohe Abbrecherquote hängt aber auch damit zusammen, dass viele Ingenieurstudiengänge zum Parken nutzen. Man studiert halt mal los, ist für Medizin und Jura auch noch eingeschrieben, aber hat noch keinen Platz bekommen, wg. NC. Da bei den meisten Ingenieurstudiengängen kein NC existiert, oder dieser sehr sehr niedrig liegt, kann man damit die Zeit "sinnvoll" nutzen, klingt auch nicht so schlecht und man studiert, obwohl man das Studium garnicht absolvieren möchte, sondern eigentlich von vorne herein vor hat, so bald wie mögl, zu wechseln.
    Ein weiterer Grund liegt sicher bei allen Ingenieurstudiengängen darin, dass es schon sehr trocken ist. Die Studenten sind illusioniert und denken, dass sie wirklich praxisnahe unterrichtet werden. Statt dessen schlägt man sich die ersten Semester nur mit Differenzialgleichungen rum und blanker Theorie. Aber da muss man halt durch...und ich kann nur sagen, ganz unsinnig ist das nicht. Der ein odere andere braucht das später in der Arbeit noch.

  2. als die eines Germanisten! Da muss man auch andere Mass-
    staebe anlegen, sonst werden die Pruefer haftbar gemacht.

    • Basser
    • 31.01.2011 um 10:43 Uhr

    Ich habe es deutlich bemerkt, als ich anfing zu studieren (Ingenieursstudiengang). Mein Abitur war darauf ausgelegt, dass ich Zusammenhäönge erkennen konnte und Aufgaben lösen. Entsprechend war ich nicht so gut (aber nur explizit) vorbereitet auf die Abschlussprüfungen wie Schüler anderer Schulen. Deswegen resultierten schlechtere Noten (Durchschnitt 2,4) und ich musste zwangsläufig einen NC-freien Studiengang wählen. Ich habe dort Leute angetroffen die teilweise einen ganzen Notenpunkt besser waren als ich, aber kein Dunst von Mathematik hatten im Sinne, dass sie Zusammenhänge erkennen und daraus Lösungen ableiten konnten. Hätte man Ihnen eine 08/15-Mathe-Abituraufgabe hingelegt hätten sie diese wahrscheinlich lösen können, hätte man aber hintergründige Fragen dazu gestellt wären sie (wie im Studium) gescheitert.
    Von daher ist es wichtig in den Schulen anzusetzen, und den Leuten wieder wirklich etwas beizubringen, anstatt stupide Schema F zu lehren um in irgendeiner Prüfung bestmöglich abzuschließen.

  3. Ingenieurswissenschaften, aber ich sehe nicht das Problem mit der oben erwähnten Klausur;

    "Ein Drittel der Punktzahl reichte aus, um zu bestehen – diese waren zu erreichen, ohne die anspruchsvolleren Transferaufgaben lösen zu müssen."

    Schon im Mathe- und Physikunterricht in der Schule hieß es immer, es käme eine relativ anspruchsvolle Transferaufgabe in der Klassenarbeit dran, um den "sehr guten" vom "guten" Kandidaten unterscheiden zu können. Die Bez. "Transferaufgabe" meint ja schon, dass es eben KEINE Aufgabe ist, die man in ähnlicher Form schon in einem Tutorium o.ä. gelöst hat, denn andernfalls wäre es ja 08/15. Die Transferleistung besteht ja genau darin, in der Prüfung eine in der gegebenen Form bislang unbekannte Problemstellung bearbeiten zu können. Dass das nicht jeder kann, ist klar, aber wie auch im Artikel erwähnt, kann man eine Klausur ja auch ohne Lösen dieser anspruchsvollen Transferaufgaben bestehen, indem man einfach die bekannten Aufgabentypen korrekt löst.

    Wenn er also durchgefallen ist, tja, dann hat er wohl auch bei den 08/15- Aufgaben (mit 08/15 will ich nicht unterstellen, dass sie per se einfach wären) nicht alles richtig gemacht, ergo Wissenslücken offenbart.

    Auch wenn das Land dringend Ingenieure braucht, so braucht es aber sicher keine, die z. B. die Statik einer Brücke nicht berechnen können, sofern sie eine konstruieren wollen. Also insofern kann man doch nicht die Anforderungen heruntersetzen, wenn man mehr "FACH"(!)kräfte will.

  4. @ lepkeb:

    Laut Artikel hat nicht Daniel den Dozenten gewechselt, sondern seine Hochschule.

    @ die ganze Kritik die jetzt gleich an den faulen Studenten laut wird, die nur das nötigste lernen:

    Erklären sie mal, warum man für Fächer, wo ganz klar ist, dass man den Stoff nie wieder benötigt, weil der Dozent schon selber in den Vorlesungen ankündigt "Die Wahrscheinlichkeit, dass ihr das später nochmal so rechnen müsst/könnt ist gering, dafür gibt es Software, aber es ist doch schön es mal im Kopf überschlagen zu können"...Was für ein Schwachsinn...nur weil wir auf dem Papier die Eigenfrequenz 2.ORdnung von Biegebalken innerhalb von 10 Minuten auf dem Papier überschlagen könnten, was bringt das? Null? Nix?
    Ein anderer Professor erzählt uns bei seiner überschlägigen Auslegung einer Riemenscheibe, er habe dass schon seit 10 Jahren nicht mehr gemacht und hätte auch erstmal gucken müssen, ob die Rechnungen so überhaupt stimmen. Aber er würde es jetzt einfach mal von seiner Powerpoint Folie vortragen.
    Dazu kommt die unnötige Theoretisierung an dt. Hochschulen, weil viel zu viele Studenten auf zu wenige Mitarbeiter kommen, Praxis bekommt man nur durch Nebenjobs an der Uni...und die reichen eher nicht für die tausendundxhundert Erstsemestler die es z.b. Wintersemester für Wintersemester an der TU Dresden gibt...
    Fächer die Konkret mit Materialien, Verschleiss etc. zu tun haben, werden langweilig vor 400 Studenten mit Powerpoint vorgetragen, oder mit Sauklaue auf Endlosfolie und Polylux

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    Anmerkung: Erstsemestler im Maschinenbau

    Da fallen mir gleich eine ganze Reihe von Gründen ein.

    1) Auch die Software muss jemand schreiben. Da den Informatikern, die das gemeinhin tun, schlecht abverlangt werden kann, dass sie neben den notwendigen Kenntnissen zur Programmierung auch noch die komplexen fachlichen Anforderungen wissen, braucht es einen Menschen, der dem Programmierer sagen kann, was er zu programmieren hat.

    2) Es gibt keine fehlerfreie Software. Fragen Sie Informatiker. Ich würde also durchaus Wert darauf legen, dass zukünftige Ingenieure sich nicht blind auf irgendwelche Softwareergebnisse verlassen, sondern wenigstens "über'n Daumen" nachvollziehen können, wie diese zustande kommen.

    3) Bildung ist nicht das gleiche wie Faktenwissen. Die Elastizität des menschlichen Hirns erhält (in beiderlei Wortsinn) man nicht durch Auswendiglernen.

    Ich gebe Ihnen aber völlig Recht, dass der Betreuungsschlüssel an vielen Hochschulen schlicht katastrophal ist.

    • lepkeb
    • 31.01.2011 um 16:45 Uhr

    habe es anders gelesen. Trotzdem ändert es nichts an dem Sachverhalt. Wenn ich nicht einmal 1/3 der Pkt. Zahl erreiche, dann bin ich als Ing. imho falsch. Hier in Canada liegt die Schwelle oftmals bei 70% und danach ist gleich Schluss, nicht 3 Versuche, bei Studiengebühren um die 10.000 Euro im Jahr. Und bei aller Liebe, die Lösung von Matheaufgaben hängt nicht vom Dozenten ab, denn entweder es stimmt und ich habe richtig gerechnet, weil ich weiß was ich tue oder halt nicht.
    Auch kann ich ihre Argumentation mit, das brauchen sie nicht mehr, nicht teilen, und wenn lt. Ihnen so etwas ein Dozent sagt,dann spricht es nicht für den Dozenten.
    Leider weiß kein Ing.heutzutage mehr, welche Aufgaben ihm in seinem Arbeitsleben erwarten und da sind Prof. die schlechtesten Berater, es heißt nicht umsonst Elfenbeinturm, rede da aus Erfahrung.
    Und Software ist nur so gut wie der, der die Berechnungen damit ausführt. Wenn ich falsche Lastannahmen bei Brückenbauten habe und eingebe, oder falsche Annahmen bei flußhydraulischen Berechungen, dann hilft mir das Programm auch nicht, wenn ich nicht ein Gefühl dafür haben ob die Dimensionen halbwegs stimmen. Und an solchen Berechnungen hängen Menschenleben.

    Wer einen Rechengang nicht selbst von Hand durchführen kann, sollte Software nicht benutzen. Es kommt in der Regel Unsinn heraus. Gerade im Ingenieurbereich hängen viele Ergebnisse von Annahmen ab, die zur Interpretation von Rechenergebnissen bekannt sein müssen. Das sieht ein Student im 3. Semster nicht ein, aber jeder Praktiker.

    • setter
    • 01.02.2011 um 12:52 Uhr

    Ic denke schon, dass ein guter Ingenieur in der Lage sein muss, ein Ergebnis grob abzuschätzen. Wie er das macht ist egal: mit kleiner Überschlagsrechnung oder aus mit viel richtigem Bauchgefühl auf Grund langjähriger Erfahrungen. Man darf doch dem Ergebnis eines Computerprogramms nicht blindlings vertrauen, sondern muss in der Lage sein, es durch eine Grobabschätzung auf deine Plausibilität zu überprüfen. Wenn z.B. der U-Wert eines mehrschichtigen Teils der Gebäudehülle berechnet werden soll, muss der Bauingenieur selbstverständlich das annähernde Ergebnis vorher abschätzen können und nicht ahnungslos und gespannt auf das Rechenergebnis warten.

    Anmerkung: Erstsemestler im Maschinenbau

    Da fallen mir gleich eine ganze Reihe von Gründen ein.

    1) Auch die Software muss jemand schreiben. Da den Informatikern, die das gemeinhin tun, schlecht abverlangt werden kann, dass sie neben den notwendigen Kenntnissen zur Programmierung auch noch die komplexen fachlichen Anforderungen wissen, braucht es einen Menschen, der dem Programmierer sagen kann, was er zu programmieren hat.

    2) Es gibt keine fehlerfreie Software. Fragen Sie Informatiker. Ich würde also durchaus Wert darauf legen, dass zukünftige Ingenieure sich nicht blind auf irgendwelche Softwareergebnisse verlassen, sondern wenigstens "über'n Daumen" nachvollziehen können, wie diese zustande kommen.

    3) Bildung ist nicht das gleiche wie Faktenwissen. Die Elastizität des menschlichen Hirns erhält (in beiderlei Wortsinn) man nicht durch Auswendiglernen.

    Ich gebe Ihnen aber völlig Recht, dass der Betreuungsschlüssel an vielen Hochschulen schlicht katastrophal ist.

    • lepkeb
    • 31.01.2011 um 16:45 Uhr

    habe es anders gelesen. Trotzdem ändert es nichts an dem Sachverhalt. Wenn ich nicht einmal 1/3 der Pkt. Zahl erreiche, dann bin ich als Ing. imho falsch. Hier in Canada liegt die Schwelle oftmals bei 70% und danach ist gleich Schluss, nicht 3 Versuche, bei Studiengebühren um die 10.000 Euro im Jahr. Und bei aller Liebe, die Lösung von Matheaufgaben hängt nicht vom Dozenten ab, denn entweder es stimmt und ich habe richtig gerechnet, weil ich weiß was ich tue oder halt nicht.
    Auch kann ich ihre Argumentation mit, das brauchen sie nicht mehr, nicht teilen, und wenn lt. Ihnen so etwas ein Dozent sagt,dann spricht es nicht für den Dozenten.
    Leider weiß kein Ing.heutzutage mehr, welche Aufgaben ihm in seinem Arbeitsleben erwarten und da sind Prof. die schlechtesten Berater, es heißt nicht umsonst Elfenbeinturm, rede da aus Erfahrung.
    Und Software ist nur so gut wie der, der die Berechnungen damit ausführt. Wenn ich falsche Lastannahmen bei Brückenbauten habe und eingebe, oder falsche Annahmen bei flußhydraulischen Berechungen, dann hilft mir das Programm auch nicht, wenn ich nicht ein Gefühl dafür haben ob die Dimensionen halbwegs stimmen. Und an solchen Berechnungen hängen Menschenleben.

    Wer einen Rechengang nicht selbst von Hand durchführen kann, sollte Software nicht benutzen. Es kommt in der Regel Unsinn heraus. Gerade im Ingenieurbereich hängen viele Ergebnisse von Annahmen ab, die zur Interpretation von Rechenergebnissen bekannt sein müssen. Das sieht ein Student im 3. Semster nicht ein, aber jeder Praktiker.

    • setter
    • 01.02.2011 um 12:52 Uhr

    Ic denke schon, dass ein guter Ingenieur in der Lage sein muss, ein Ergebnis grob abzuschätzen. Wie er das macht ist egal: mit kleiner Überschlagsrechnung oder aus mit viel richtigem Bauchgefühl auf Grund langjähriger Erfahrungen. Man darf doch dem Ergebnis eines Computerprogramms nicht blindlings vertrauen, sondern muss in der Lage sein, es durch eine Grobabschätzung auf deine Plausibilität zu überprüfen. Wenn z.B. der U-Wert eines mehrschichtigen Teils der Gebäudehülle berechnet werden soll, muss der Bauingenieur selbstverständlich das annähernde Ergebnis vorher abschätzen können und nicht ahnungslos und gespannt auf das Rechenergebnis warten.

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