Grand Hotel Heiligendamm Schatten auf der weißen Stadt

Unter fachfremder Regie ruiniert das Grand Hotel Heiligendamm seinen Ruf

Es gibt kein anderes Hotel in Deutschland, das in den vergangenen Jahren für so viele Schlagzeilen gesorgt hat wie das Grand Hotel Heiligendamm. Zuerst fand in dem weiß getünchten klassizistischen Architekturensemble an der Ostsee der G-8-Gipfel statt, dann kündigte der Hotelkonzern Kempinski kurzerhand den Betreibervertrag.

Für die größten Schlagzeilen jedoch sorgt in ziemlicher Regelmäßigkeit Anno August Jagdfeld. Jagdfeld ist so etwas wie der Felix Krull des 21. Jahrhunderts. Mit Thomas Manns Romanfigur teilt er die Herkunft aus dem Rheinland, ein baroneskes Auftreten, ein gewisses Faible für Hotels und eine derbe Portion Narzissmus. Jagdfeld ist Inhaber der Dürener Fundus-Gruppe, die über zahlreiche Fonds unter anderem den Neubau des Berliner Hotels Adlon und des Grand Hotels Heiligendamm finanziert – mit dem Geld privater Anleger. Viele von ihnen haben noch nicht einen Cent von der versprochenen Rendite gesehen, Adlon-Anleger klagen bereits vor Gericht. Doch Kritik perlt an den maßgeschneiderten Anzügen des Immobilienmenschen Jagdfeld ab. Gern dreht er die Chose sogar noch um: Als Kempinski in Heiligendamm ausstieg, warf er dem Konzern, der weltweit mehr als 60 Hotels und Resorts betreibt, mangelnde Erfahrung vor. Jetzt führt Jagdfeld die Geschäfte des Grand Hotels Heiligendamm in eigener Regie. Wie aber schafft er das, ganz ohne Erfahrung als Betreiber eines Hotels?

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Die Neugier wächst mit jedem Kilometer, den man sich der mecklenburgischen Ostseeküste nähert. Kurz vor dem Seebad geht es durch eine traumhaft schöne Winterlandschaft aus Schnee und Eis. In den Bäumen sitzen Raben, aufgeplustert, regungslos. Noch zwei Kurven oder drei, und schon steht man vor dem Haupthaus des Hotels. Ein Portier in dunkelblauer Filzkutte eilt zur Fahrertür. Er sagt, dass er den Wagen gern in Empfang nehme, 25 Euro am Tag. Was er nicht sagt: dass das Fünf-Sterne-Hotel bis heute keine Tiefgarage hat und dass gleich hinter dem Hotelparkplatz ein öffentlicher Parkplatz ist, 12 Euro am Tag, ebenfalls kameraüberwacht. Dort wird man später parken. Der Mops braucht ohnehin Auslauf.

Das Hotel hatte bei der Reservierung des 210-Euro-Standardzimmers gebeten, Hunde anzumelden, um ihnen, wie es verheißungsvoll hieß, »den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen«. Sie seien »willkommen für 35 Euro pro Tag«. Jetzt aber, wo der Mops auf dem weißen Marmor vor der Rezeption steht, wird er keines Blickes gewürdigt. Stattdessen drückt einem die Rezeptionistin eine Liste in die Hand. Akribisch ist darauf vermerkt, dass der Mops nicht ins Kurhaus Restaurant darf, nicht in die Baltic Sushi Bar, nicht ins Gourmetrestaurant. Leinenzwang in der Hotel- und Parkanlage, Leinenzwang auf der Strandpromenade. »Ins Medini’s dürfen Sie ihn mitnehmen«, sagt die Rezeptionistin, während sie den Weg zum Zimmer 1108 im ersten Stock des Haupthauses weist, »das Medini’s ist unser italienisches Restaurant.«

Die 1108 ist ein Zimmer, in das man durchaus hineinfliegen kann. Und zwar deshalb, weil die Handwerker die Auslegware im Flur nicht richtig verlegt und eine zwei Zentimeter breite Anschlusskante gelassen haben, über die man gleich einmal stolpert. Auch der Teppichboden im Zimmer sieht schrammelig aus. Da freut sich der Mops, dass man ihm sein Lammfell mitgebracht hat – vom angekündigten Korb, der Decke und dem Napf ist im Zimmer ohnehin nichts zu sehen. Schon jetzt drängt sich der Eindruck auf: Hier denkt man erst ans Geld und dann an den Gast.

Heiligendamm wurde 1793 von Friedrich Franz I., Herzog von Mecklenburg-Schwerin, als erstes deutsches Seebad gegründet. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts amüsierten sich Erholungssuchende hier beim Pferderennen, später gab es einige der ersten Frauenturniere im Tennis. Die Nationalsozialisten entdeckten die »weiße Stadt am Meer« für sich, nach dem Krieg diente sie als Kurbad für Werktätige. Nach der Wiedervereinigung entdeckte sie Anno August Jagdfeld. 200 Millionen Euro investierte er in den Ausbau des 225-Zimmer-Komplexes. Mit aufwendigem PR-Tamtam sammelte er einen Großteil der Summe bei Anlegern ein, Mindesteinlage 25000 Euro. 50 Millionen Euro öffentliche Gelder flossen zur Schaffung von Arbeitsplätzen in das Projekt. Heiligendamm sollte zum Musterbeispiel für die Entwicklung des Luxustourismus in den neuen Bundesländern werden. Doch bisher gab es eigentlich nur Ärger. Das Hotel ärgerte sich über die Tagesgäste in Heiligendamm und schottete das Anwesen mit dem Bau eines Zaunes ab, worüber sich die Bürger in den Nachbarorten ärgerten. Kempinski ärgerte sich, weil Jagdfelds Fonds nicht, wie versprochen, sanieren und erweitern ließ und der Betrieb in schlechten Jahren bis zu sieben Millionen Euro Verlust machte. Nachdem die Betreibergesellschaft ausgestiegen war, sah sich die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern gezwungen, mit einer Bürgschaft von vier Millionen Euro auszuhelfen – das Hotel hätte sonst nicht überlebt. Und für einige Anleger ist Anno August Jagdfeld ohnehin ein rotes Tuch.

Es gibt aber auch Menschen, die an Heiligendamm verdienen. Zum Beispiel Herr Jagdfeld. Oder seine Frau Anne Maria, die das Hotel eingerichtet hat. Anne Maria Jagdfeld ist nach ihrem Selbstverständnis eine international tätige Designerin. In Heiligendamm beherrscht sie nichts so gut wie die Farbpalette von Beige bis Braun. Im Bad sieht das recht behaglich aus, was aber auch an der viel zu schummerigen Beleuchtung liegen kann. Das Zimmer selbst wirkt jedoch furchtbar bieder. Hinzu kommt, dass in dem winzigen 210-Euro-die-Nacht-Raum noch ein klobiger Fernseher steht. Ob ihn Frau Jagdfeld wohl bei einem Second-Hand-Elektroladen in Berlin-Neukölln gefunden hat?

Im Winter fährt man in ein Ostseehotel, um sich nach einem Spaziergang in den Bademantel zu werfen und vom Zimmer direkt ins Spa zu schlappen. Im Grand Hotel Heiligendamm muss man den Mantel anziehen, samt Handschuhen und Mütze, denn vom Hauptgebäude geht es durch die Kälte rüber zum Severin Palast. Dort ist das Spa untergebracht. Die Dame bei der Reservierung hatte von Instandsetzungsarbeiten im Severin Palast gesprochen, das »Spa mit finnischer Außensauna« sei jedoch »uneingeschränkt in Betrieb«. In der Umkleide ist man an diesem späten Nachmittag bereits etwas irritiert, die Türen der Spinde stehen weit auf, überall liegen benutzte Badetücher herum. Dann läuft man zu den Duschen. An der ersten hängt ein Schild: defekt. Aus der zweiten kommt nur kaltes Wasser. Vor der dritten und letzten stehen schon andere Gäste an.

Man bemüht sich, die dreckigen Bodenkacheln zu übersehen. Im Poolbereich geht das nicht mehr. Hier sieht es aus wie am Tag nach einer Party: schmutzige Teller und halbvolle Gläser auf dem Boden, überall benutzte, nasse Tücher, braune Apfelreste auf einem Tisch. Den Schwitzgang in der provisorisch wie ein Schuppen an den Palast gezimmerten Sauna spart man sich, der Rest des Wellnessbereichs ist wegen Umbaus geschlossen. Warum renoviert ein Hotelmanagement so etwas im Winter? Warum nicht im Sommer, wenn die Gäste am Strand liegen? Oder wenn sie an den riesigen Rasenflächen der Anlage entlang spazieren, die die Kühle und Strenge des Klassizismus noch unterstreichen? Enttäuscht geht man zurück zum Zimmer.

Nein, jetzt möchte man nicht noch mal raus in die Kälte, um zu einem der Restaurants zu gelangen. Man möchte auch nicht in die Bar, in der am Mittag die Suppe kalt serviert worden war und der Kaffee nach Salzwasser schmeckte. Aber es gibt ja Roomservice. Man bestellt ein Club Sandwich und bittet die Dame am anderen Ende der Leitung, es nicht, wie es in der Karte steht, mit geräucherter Putenbrust und Chips zu servieren, sondern mit frisch gebratener Hühnchenbrust und Pommes. Kein Problem, sagt die Dame, in 20 bis 25 Minuten ist es fertig. Nach 35 Minuten klopft eine schüchterne Auszubildende und bringt das 16-Euro-Club-Sandwich – mit geräucherter Putenbrust und Chips.

Am nächsten Tag möchte man sich was Gutes gönnen und läuft mit dem Mops zum Medini’s. Links der Strand, rechts die alten Villen, in denen der Hausschwamm zu Hause ist und die einmal restauriert oder originalgetreu nachgebaut werden sollen. Auch das Medini’s könnte mal wieder aufgefrischt werden. Außen bröckelt die Farbe, innen stehen billige rustikale Kerzenleuchter und eine rote Tischdekoration, die schwer an die achtziger Jahre erinnert. Da sitzt man schließlich vor einem gebratenen 50-Euro-Hühnchen für zwei, das mit Zitrone und Kräutern zubereitet ist – und statt aufs Meer schaut man auf Möwenkot, der an den Fensterscheiben klebt. Nein, mit dem Luxus eines Grand Hotels hat das hier nichts zu tun, mit Glamour schon gar nicht. Das Einzige, was Glanz ausstrahlt, sind die Schneekristalle auf den Rasenflächen vor dem Hotel, die in der Wintersonne wie Diamanten funkeln. Aber bald wird es tauen.

 
Leser-Kommentare
  1. Das Wichtigste: Private Anleger können ja gern machen was Sie wollen um Ihre Profite, oder sagen wir besser versprochenen Profite, zu erwirtschaften.
    Nun lese ich das 50 Mio. Euro als Förderung geflossen sind. Das ist doch ein Skandal! Als Student einer Hochschule des Landes hätte ich eine Menge Ideen und Standorte für diese Summe gehabt die dann im Übrigen auch Arbeitsplätze (langfristig und sozialversichert) geschaffen hätten.
    Hier könnte der dt. Journalismus mal die Spur aufnehmen und die Verantwortlichen in der Politik und Verwaltung befragen wie es denn steht um den Sinn und Nutzen des Steuergeldes! Aber da lassen sich sicher die Herren aus Politik u. Medien im grauen Mecklenburg gern mit dem PR-Monster Heiligendamm ablichten und viel. auch mal eine Woche Vollpension? Ich bin kein Sozialneider und auch kein Wutbürger, aber wie soll man das bitte erklären? Selbst wenn dort 100 Arbeitsplätze entstanden sind! Zynisch: Wie lange könnte man wohl tausend Arbeitslose mit dem Geld unterstützen oder gar qualifizieren?

    Und das Hotel? Aus eigener Erfahrung (und vieler Bekannter) ist es wirklich nicht das, was es verspricht, mitunter zum Busbahnhof verkommen.
    Aber so ist das leider gerade in McPomm mit den "guten" Hotels, immer hohe Nebenkosten, hölzerner Service usw.
    Aber es gibt Alternativen: Für den verlangten Zimmerpreis fahren wir (und die Freunde und Bekannten) lieber nach Sylt! Es gibt ja zum Glück keinen H-Damm-Zwang. Das Hotel lebt eh nur vom Kempinski-Image!

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    Ich kann Ihre Ausführungen durchaus nachvollziehen, möchte aber ein paar Gedankenanstöße geben. Das Ensemble Heiligendamm konnte nach 1990 nicht mehr gehalten werden und jegliche Versuche, darin medizinische Einrichtungen unterzubringen, scheiterten. Letztlich blieb nur noch FUNDUS übrig und mit Hinblick auf den Erhalt des Ensembles unterstützte man FUNDUS nach und über ganzer Kraft. Vor diesem Hintergrund muss man die Lokalpolitik sehen: Es geht nicht um den Erhalt des Grand Hotels, sondern um die Gebäude, in denen es residiert. Und es geht darum, FUNDUS ein Weitermachen zu ermöglichen, damit auch die restlichen Gebäude endlich saniert werden können. FUNDUS hat am Kern des Ensembles gezeigt, was geht und nun wollen Stadt, Land und Bürger auch den Rest saniert sehen - und zwar genau so und man glaubt, dass nur FUNDUS das so schaffen kann. Momentan ist die Unterstützung alternativlos, denn man weiß nichts besseres, als das Hotel in Heiligendamm residieren zu lassen, was ja der Historie entspricht. Eine Fachschule gab es ein paar Häuser weiter schon einmal aber die zog nach Wismar zurück. Und ganz ehrlich: Der kleine schlecht angebundene Ort eignet sich nicht für eine Schule von den Ausmaßen des heutigen Grand Hotels. Schon eine volle Auslastung des Hotels würde den Ort an seine Grenzen treiben. Darum soll es ja eben diese Erweiterungen geben, die verhindern, dass die weniger naturverliebten Hotelgäste sich draußen langweilen. Und genau dafür fehlt das Geld.

    Zum Bericht an sich möchte ich auch noch etwas los werden. Und zwar ein großes Lob für den Schreiber und seine akribischen Beobachtungen. Bei diversen Führungen wurden Zimmer gezeigt, in denen die Fernseher am Fußende versenkbar sind, der SPA-Bereich war in einem sehr guten Zustand (wobei da ja auch nicht gebaut wurde) und auch die Auffüllungen in den Zimmern waren ordnungsgemäß. Baulich war ebenfalls immer alles in gutem Zustand, sodass sich wohl die vorgestellten Zimmer doch von den vermieteten unterscheiden. Ich hatte den Eindruck, dass es unter Kempinski FDGB-Heim-Flair war und unter der Eigenregie der Standard erst wieder gestiegen ist. Sofern der Bericht keinen Einzelfall darstellt, ist es natürlich enttäuschend zu sehen, dass noch immer nicht alles glamourös ist.

    Der Bericht bestätigt meine Vermutung: Ab Saisonende hat Heiligendamm nichts mehr zu bieten. Aber gerade darum sollen ja die saisonverlängernden Angebote entstehen, für die jetzt die Gesellschafter grünes Licht geben sollen. Wirtschaftlich stelle ich es mir so vor, dass im Winter das Hotel Sparflamme fährt und die Tester genau das zu spüren bekamen. Was den Parkplatz betrifft: Als Einheimischer möchte ich nicht, dass die Hotelgäste unsere wenigen öffentlichen Parkplätze blockieren, wenn das Hotel einen eigenen hat, den wir schließlich nicht nutzen können, wenn die Gäste die öffentlichen blockieren. Heiligendamm wird nie genug Parkplätze haben und da muss man schon vernünftig zu teilen bereit sein.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

    Ich kann Ihre Ausführungen durchaus nachvollziehen, möchte aber ein paar Gedankenanstöße geben. Das Ensemble Heiligendamm konnte nach 1990 nicht mehr gehalten werden und jegliche Versuche, darin medizinische Einrichtungen unterzubringen, scheiterten. Letztlich blieb nur noch FUNDUS übrig und mit Hinblick auf den Erhalt des Ensembles unterstützte man FUNDUS nach und über ganzer Kraft. Vor diesem Hintergrund muss man die Lokalpolitik sehen: Es geht nicht um den Erhalt des Grand Hotels, sondern um die Gebäude, in denen es residiert. Und es geht darum, FUNDUS ein Weitermachen zu ermöglichen, damit auch die restlichen Gebäude endlich saniert werden können. FUNDUS hat am Kern des Ensembles gezeigt, was geht und nun wollen Stadt, Land und Bürger auch den Rest saniert sehen - und zwar genau so und man glaubt, dass nur FUNDUS das so schaffen kann. Momentan ist die Unterstützung alternativlos, denn man weiß nichts besseres, als das Hotel in Heiligendamm residieren zu lassen, was ja der Historie entspricht. Eine Fachschule gab es ein paar Häuser weiter schon einmal aber die zog nach Wismar zurück. Und ganz ehrlich: Der kleine schlecht angebundene Ort eignet sich nicht für eine Schule von den Ausmaßen des heutigen Grand Hotels. Schon eine volle Auslastung des Hotels würde den Ort an seine Grenzen treiben. Darum soll es ja eben diese Erweiterungen geben, die verhindern, dass die weniger naturverliebten Hotelgäste sich draußen langweilen. Und genau dafür fehlt das Geld.

    Zum Bericht an sich möchte ich auch noch etwas los werden. Und zwar ein großes Lob für den Schreiber und seine akribischen Beobachtungen. Bei diversen Führungen wurden Zimmer gezeigt, in denen die Fernseher am Fußende versenkbar sind, der SPA-Bereich war in einem sehr guten Zustand (wobei da ja auch nicht gebaut wurde) und auch die Auffüllungen in den Zimmern waren ordnungsgemäß. Baulich war ebenfalls immer alles in gutem Zustand, sodass sich wohl die vorgestellten Zimmer doch von den vermieteten unterscheiden. Ich hatte den Eindruck, dass es unter Kempinski FDGB-Heim-Flair war und unter der Eigenregie der Standard erst wieder gestiegen ist. Sofern der Bericht keinen Einzelfall darstellt, ist es natürlich enttäuschend zu sehen, dass noch immer nicht alles glamourös ist.

    Der Bericht bestätigt meine Vermutung: Ab Saisonende hat Heiligendamm nichts mehr zu bieten. Aber gerade darum sollen ja die saisonverlängernden Angebote entstehen, für die jetzt die Gesellschafter grünes Licht geben sollen. Wirtschaftlich stelle ich es mir so vor, dass im Winter das Hotel Sparflamme fährt und die Tester genau das zu spüren bekamen. Was den Parkplatz betrifft: Als Einheimischer möchte ich nicht, dass die Hotelgäste unsere wenigen öffentlichen Parkplätze blockieren, wenn das Hotel einen eigenen hat, den wir schließlich nicht nutzen können, wenn die Gäste die öffentlichen blockieren. Heiligendamm wird nie genug Parkplätze haben und da muss man schon vernünftig zu teilen bereit sein.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

  2. Zitat "Nachdem die Betreibergesellschaft ausgestiegen war, sah sich die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern gezwungen, mit einer Bürgschaft von vier Millionen Euro auszuhelfen – das Hotel hätte sonst nicht überlebt."

    So wird also wirtschaftlich gehandelt um jeden Preis...
    Das Hotel geht Pleite? Na und? Welchem anderen privatwirtschaftlichen Unternehmen wird denn bitte so geholfen?
    Ach ja, ich vergaß, der "Magnet" Heiligendamm und die Arbeitsplätze, das Super-Argument wenn es um unsinnigen Aktionismus der Politik geht!

    Das Land hätte auch die 50 Millionen Förderung nur anteilsweise als Darlehen vergeben dürfen! Was sind denn bitte die Kriterien gewesen? Wer haftet denn? Wer entschied? Im Grunde ist das eigentlich, leider nicht juristisch, eine Veruntreuung!

    Das Hotel ist überdimensioniert und steht sehr allein in einer Landschaft, die nur einen, für McPomm minderwertigen Strand und einen Golfplatz bieten kann. Der Rest der Villen verfallen, keine Geschäfte etc.
    Das hätte man vorher wissen dürfen! Der Name "Kempinski" zog natürlich Klientel aus HH und Berlin, aber wie in Binz (mittlerweile kein Kempinski) ist leider die Erwartung und im Übrigen die Preise (für reale 5 Sterne natürlich angemessen!) hoch und der Standart schlecht.

    Man hätte es Konkurs gehen lassen sollen und für das Geld hätte es dem Land zugesprochen werden müssen. Dann eine neue Hochschule rein! Oder eine int. Hotelkette (wäre schwierig, die rechnen..)

  3. Ich kann Ihre Ausführungen durchaus nachvollziehen, möchte aber ein paar Gedankenanstöße geben. Das Ensemble Heiligendamm konnte nach 1990 nicht mehr gehalten werden und jegliche Versuche, darin medizinische Einrichtungen unterzubringen, scheiterten. Letztlich blieb nur noch FUNDUS übrig und mit Hinblick auf den Erhalt des Ensembles unterstützte man FUNDUS nach und über ganzer Kraft. Vor diesem Hintergrund muss man die Lokalpolitik sehen: Es geht nicht um den Erhalt des Grand Hotels, sondern um die Gebäude, in denen es residiert. Und es geht darum, FUNDUS ein Weitermachen zu ermöglichen, damit auch die restlichen Gebäude endlich saniert werden können. FUNDUS hat am Kern des Ensembles gezeigt, was geht und nun wollen Stadt, Land und Bürger auch den Rest saniert sehen - und zwar genau so und man glaubt, dass nur FUNDUS das so schaffen kann. Momentan ist die Unterstützung alternativlos, denn man weiß nichts besseres, als das Hotel in Heiligendamm residieren zu lassen, was ja der Historie entspricht. Eine Fachschule gab es ein paar Häuser weiter schon einmal aber die zog nach Wismar zurück. Und ganz ehrlich: Der kleine schlecht angebundene Ort eignet sich nicht für eine Schule von den Ausmaßen des heutigen Grand Hotels. Schon eine volle Auslastung des Hotels würde den Ort an seine Grenzen treiben. Darum soll es ja eben diese Erweiterungen geben, die verhindern, dass die weniger naturverliebten Hotelgäste sich draußen langweilen. Und genau dafür fehlt das Geld.

  4. Zum Bericht an sich möchte ich auch noch etwas los werden. Und zwar ein großes Lob für den Schreiber und seine akribischen Beobachtungen. Bei diversen Führungen wurden Zimmer gezeigt, in denen die Fernseher am Fußende versenkbar sind, der SPA-Bereich war in einem sehr guten Zustand (wobei da ja auch nicht gebaut wurde) und auch die Auffüllungen in den Zimmern waren ordnungsgemäß. Baulich war ebenfalls immer alles in gutem Zustand, sodass sich wohl die vorgestellten Zimmer doch von den vermieteten unterscheiden. Ich hatte den Eindruck, dass es unter Kempinski FDGB-Heim-Flair war und unter der Eigenregie der Standard erst wieder gestiegen ist. Sofern der Bericht keinen Einzelfall darstellt, ist es natürlich enttäuschend zu sehen, dass noch immer nicht alles glamourös ist.

    Der Bericht bestätigt meine Vermutung: Ab Saisonende hat Heiligendamm nichts mehr zu bieten. Aber gerade darum sollen ja die saisonverlängernden Angebote entstehen, für die jetzt die Gesellschafter grünes Licht geben sollen. Wirtschaftlich stelle ich es mir so vor, dass im Winter das Hotel Sparflamme fährt und die Tester genau das zu spüren bekamen. Was den Parkplatz betrifft: Als Einheimischer möchte ich nicht, dass die Hotelgäste unsere wenigen öffentlichen Parkplätze blockieren, wenn das Hotel einen eigenen hat, den wir schließlich nicht nutzen können, wenn die Gäste die öffentlichen blockieren. Heiligendamm wird nie genug Parkplätze haben und da muss man schon vernünftig zu teilen bereit sein.

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    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:10 Uhr

    [...]

    Zufälligerweise sind wir derzeit in Heiligendamm im Grandhotel. Für eine Woche. Mit Hund. Ich bin beruflich sehr oft in 5-Sterne-Häusern, glaube daher zwischen gut und schlecht scheiden zu können. Meine Frau hat uns die Woche geschenkt. Wir sind keine Großverdiener, statt zweienhalb Wochen machen wir halt eine Woche Karnevalsurlaub in diesem besonderen Hoitel. Ins Bild der obszönen Kapitalisten passen wir nicht so recht. Auch ist fraglich, ob wir wieder kommen, denn wir haben drei Kinder und können uns das Hotel mit der ganzen Familie kaum erlauben.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen und formulieren Sie Ihre Kritik bitte in konstruktiver Weise. Die Redaktion/cs

    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:10 Uhr

    [...]

    Zufälligerweise sind wir derzeit in Heiligendamm im Grandhotel. Für eine Woche. Mit Hund. Ich bin beruflich sehr oft in 5-Sterne-Häusern, glaube daher zwischen gut und schlecht scheiden zu können. Meine Frau hat uns die Woche geschenkt. Wir sind keine Großverdiener, statt zweienhalb Wochen machen wir halt eine Woche Karnevalsurlaub in diesem besonderen Hoitel. Ins Bild der obszönen Kapitalisten passen wir nicht so recht. Auch ist fraglich, ob wir wieder kommen, denn wir haben drei Kinder und können uns das Hotel mit der ganzen Familie kaum erlauben.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf beleidigende Bemerkungen und formulieren Sie Ihre Kritik bitte in konstruktiver Weise. Die Redaktion/cs

    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:10 Uhr

    [...]

    Zufälligerweise sind wir derzeit in Heiligendamm im Grandhotel. Für eine Woche. Mit Hund. Ich bin beruflich sehr oft in 5-Sterne-Häusern, glaube daher zwischen gut und schlecht scheiden zu können. Meine Frau hat uns die Woche geschenkt. Wir sind keine Großverdiener, statt zweienhalb Wochen machen wir halt eine Woche Karnevalsurlaub in diesem besonderen Hoitel. Ins Bild der obszönen Kapitalisten passen wir nicht so recht. Auch ist fraglich, ob wir wieder kommen, denn wir haben drei Kinder und können uns das Hotel mit der ganzen Familie kaum erlauben.

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    Antwort auf "Sehr guter Bericht."
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    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:11 Uhr

    Im Haus haben wir sowohl von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Wellnessbereich zu nutzen und unseren Hund mitzubringen. Unser Zimmer ist geschmackvoll eingerichtet. Die ebenso strenge wie elegante, (zumeist) klassizistische Architektur strahlt Ruhe aus. Alles ist sauber. Die Küche ist überragend. Vor allem aber besticht der unaufdringlich präsente sehr gute Service. Die jungen Leute - viele kommen aus der Umgebung - treten ihren Gästen selbstbewusst und mit Freundlichkeit gegenüber. [...]

    Zu unserem Hund: kein einfaches Tier, ängstlich und manchmal abweisend. Hinzu kam, dass er sich ausgerechnet während unseres Aufenthalts den Magen verdorben hatte. Ein Malheur passierte. Das Hauspersonal hat alles sofort in Ordnung gebracht, unaufgeregt und verständnisvoll. Nachts schläft der Hund in dem gebuchten Korb, Fressnäpfe werden zur Verfügung gestellt.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe auf den Autor. Die Redaktion/cs

    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:11 Uhr

    Im Haus haben wir sowohl von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Wellnessbereich zu nutzen und unseren Hund mitzubringen. Unser Zimmer ist geschmackvoll eingerichtet. Die ebenso strenge wie elegante, (zumeist) klassizistische Architektur strahlt Ruhe aus. Alles ist sauber. Die Küche ist überragend. Vor allem aber besticht der unaufdringlich präsente sehr gute Service. Die jungen Leute - viele kommen aus der Umgebung - treten ihren Gästen selbstbewusst und mit Freundlichkeit gegenüber. [...]

    Zu unserem Hund: kein einfaches Tier, ängstlich und manchmal abweisend. Hinzu kam, dass er sich ausgerechnet während unseres Aufenthalts den Magen verdorben hatte. Ein Malheur passierte. Das Hauspersonal hat alles sofort in Ordnung gebracht, unaufgeregt und verständnisvoll. Nachts schläft der Hund in dem gebuchten Korb, Fressnäpfe werden zur Verfügung gestellt.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe auf den Autor. Die Redaktion/cs

    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:11 Uhr

    Im Haus haben wir sowohl von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Wellnessbereich zu nutzen und unseren Hund mitzubringen. Unser Zimmer ist geschmackvoll eingerichtet. Die ebenso strenge wie elegante, (zumeist) klassizistische Architektur strahlt Ruhe aus. Alles ist sauber. Die Küche ist überragend. Vor allem aber besticht der unaufdringlich präsente sehr gute Service. Die jungen Leute - viele kommen aus der Umgebung - treten ihren Gästen selbstbewusst und mit Freundlichkeit gegenüber. [...]

    Zu unserem Hund: kein einfaches Tier, ängstlich und manchmal abweisend. Hinzu kam, dass er sich ausgerechnet während unseres Aufenthalts den Magen verdorben hatte. Ein Malheur passierte. Das Hauspersonal hat alles sofort in Ordnung gebracht, unaufgeregt und verständnisvoll. Nachts schläft der Hund in dem gebuchten Korb, Fressnäpfe werden zur Verfügung gestellt.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe auf den Autor. Die Redaktion/cs

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    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:12 Uhr

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe auf den Autor und formulieren Sie Ihre Kritik bitte in konstruktiver Weise. Die Redaktion/cs

    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:12 Uhr

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe auf den Autor und formulieren Sie Ihre Kritik bitte in konstruktiver Weise. Die Redaktion/cs

    • mikejo
    • 09.03.2011 um 16:12 Uhr

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  5. Auch ich möchte, nein muß mich zum Bericht äußern.
    Ich war 2x Gast dieses Hauses. Bei uns klappte der Service vorbildlich, und die Resturants dermaßen schlecht zu schreiben kommt mir seltsam vor. Wo Sie Recht haben, ist die Ausstattung mit den "veralteten" Fernsehgeräten.(kein Flatscreen) Nun, da kann ich in einem Hotel durchaus mit leben, sie funktionierten ja auch einwandfrei. Lösung:150x neu und der Sondermüll? Bei der geschilderten Verschmutzung im Spa-Bereich musste ich dann schon fast lachen. Waren wir im gleichen Hotel? So etwas hab ich dort jedenfalls nicht bemerkt. Und so geht es mir mit einigen Dingen die Sie so beschreiben. Was die Fundusgruppe und Ihre Aktivitäten angeht, kann ich allerdings nicht mitreden.
    Aber über das Hotel haben Sie meiner Meinung nach schlicht nicht objektiv berichtet.
    Mit freundlichem Gruß
    Peter
    PS. Nein, ich hab mit den Betreibern/Eigentümern nichts am Hut, war nur Gast.

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