Stimmt'sDie Geschichte vom Pferd

"Schlafen Pferde im Stehen?", fragt Friedrich Patzner aus Bückeburg von 

Dass Pferde ihr Schlafbedürfnis allein im Stehen stillen können, ist eine Legende. Zwar können sie tatsächlich aufrecht vor sich hindösen, manchmal sogar stundenlang. Anders als beim Menschen erfordert dieses Stehen beim Pferd kaum Kraft. Es kann seine Beine sozusagen »einrasten« lassen.

In diesem Halbschlaf nimmt das Tier seine Umwelt noch gut wahr, kann also bei Gefahr sofort fliehen. Echter Schlaf ist das aber nicht. Für den muss sich auch das Pferd hinlegen. Es werden zwei Schlafzustände unterschieden: erstens der sogenannte Slow-Wave-Schlaf, bei dem das Pferd die Beine unter dem Bauch faltet. Und dann der tiefste Schlaf, der REM-Schlaf, da liegt das Tier auf der Seite und streckt alle Viere von sich.

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Aber wie steht es um das Gerücht, dass Pferde nicht lange liegen dürfen, da ihre Gedärme sonst zu stark zusammengedrückt werden? In der Tat müssen kranke Pferde aufgerichtet werden, da dass Liegen die Organe im Pferdebauch belastet. Ältere Pferde dürfen nicht so lange liegen wie jüngere. Allerdings wissen gesunde Tiere selbst, wann sie wieder aufstehen sollten.

Anders als der Mensch schläft das Pferd nicht die ganze Nacht am Stück, sondern verteilt viele kurze Nickerchen über den Tag.

Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg, oderstimmts@zeit.de. Das »Stimmt’s?«-Archiv:www.zeit.de/stimmts

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Leserkommentare
    • sjuju
    • 30. Januar 2011 15:51 Uhr

    Aber wieso heißt bei Pferde der tiefste Schlaf REM-Schlaf? Ist nicht bei Menschen der REM-Schlaf (rapid eye movement) bzw. die REM-Phase die, in der man nicht sehr tief schläft und viel träumt?

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    ... ist ein Schlaf, der erst eine ganze Weile nach Schlafbeginn eintritt. Deshalb, und da man typischerweise im REM-Schlaf nicht von alleine aufwacht (außer vielleicht bei Alpträumen), kann man ihn durchaus als tiefen Schlaf bezeichnen.
    Er ist sozusagen der wichtigste Teil des Schlafes, weshalb Probanden, die im REM-Schlaf gestört wurden, psychisch aufällig werden und diesen, bei der nächsten Gelegenheit, durch vermehrte REM-Schlafphasen nachholen. Außerdem ist während dem REM-Schlaf die Motorik gehemmt (um zu verhindern, dass Träume "ausagiert" werden, man also um sich schlägt oder ähnliches), die Gehirnaktivität sehr hoch und die Augen bewegen sich.
    Hoffe ich konnte helfen.

    • K.P.R.
    • 31. Januar 2011 9:39 Uhr

    in den "Schlafspindeln" werden Gedächtnis-Inhalte verfestigt, und dies geschieht außerhalb der REM Phase.
    Also muß hinterfragt werden, ob REM die wichtigste ist

    • K.P.R.
    • 31. Januar 2011 9:43 Uhr

    meine P.liegen im Sommer flach auf dem Boden mit ausgestreckten Beinen, zappeln mit den Hufen und wiehern leise,
    man kann buchstäblich sehen, wie sie träumen.

  1. Und dann der tiefste Schlaf, der REM-Schlaf, da liegt das Tier auf der Seite und streckt alle Viere von sich.

    -> Als ich derletzt in den Stall kam (früher Nachmittag), lag der Nachbar von meinem wie o.g.in seiner Box, und ich hab es nur gemerkt, weil ich sehr seltsame Geräusche gehört habe ..
    es klang wie ein Jammern, Seufzen ein langezogener Ton ..
    in unregelmäßigen Abständen, der in Höhe und Stärke variiert hat, so als würde er im Schlaf reden..hatte ich vorher noch nie gehört und die Überraschung und Faszination war gross :-)

    und Schnarchen tun sie auch , die Süßen ...

    2 Leserempfehlungen
  2. ... ist ein Schlaf, der erst eine ganze Weile nach Schlafbeginn eintritt. Deshalb, und da man typischerweise im REM-Schlaf nicht von alleine aufwacht (außer vielleicht bei Alpträumen), kann man ihn durchaus als tiefen Schlaf bezeichnen.
    Er ist sozusagen der wichtigste Teil des Schlafes, weshalb Probanden, die im REM-Schlaf gestört wurden, psychisch aufällig werden und diesen, bei der nächsten Gelegenheit, durch vermehrte REM-Schlafphasen nachholen. Außerdem ist während dem REM-Schlaf die Motorik gehemmt (um zu verhindern, dass Träume "ausagiert" werden, man also um sich schlägt oder ähnliches), die Gehirnaktivität sehr hoch und die Augen bewegen sich.
    Hoffe ich konnte helfen.

    Antwort auf "Gut zu wissen"
    • K.P.R.
    • 31. Januar 2011 9:39 Uhr

    in den "Schlafspindeln" werden Gedächtnis-Inhalte verfestigt, und dies geschieht außerhalb der REM Phase.
    Also muß hinterfragt werden, ob REM die wichtigste ist

    Antwort auf "Gut zu wissen"
    • K.P.R.
    • 31. Januar 2011 9:43 Uhr

    meine P.liegen im Sommer flach auf dem Boden mit ausgestreckten Beinen, zappeln mit den Hufen und wiehern leise,
    man kann buchstäblich sehen, wie sie träumen.

    Antwort auf "Gut zu wissen"
    • Kopflos
    • 31. Januar 2011 10:09 Uhr

    Eine unserer Islandstuten - die übrigens, wenn sie auf der Seite liegt, auch häufig schnarcht wie ein ganzes Holzfällerkommando - schläft gelegentlich mit dem Kopf in meinem Schoß. Wenn ich mich auf den Boden neben sie setze, solange sie noch auf dem Bauch liegt, und sie zwischen den Ohren kraule, wird sie immer dösiger, bis sie schließlich "umfällt" und sich in meinen Schoß kuschelt. Sobald sie richtig schläft, ist deutlich zu sehen (und auch zu spüren), wie sich die Augäpfel unter den geschlossenen Lidern bewegen, also meines Wissens dasselbe Kriterium, das auch bei Menschen für die Traumphase gilt und ja namensgebend dafür ist. Dieser Vertrauensbeweis von einem Fluchttier ist immer wieder berührend für mich, wobei man allerdings auch sagen muß, daß ihr Kopf auf Dauer wirklich sehr, sehr schwer wird...

    • mamor
    • 31. Januar 2011 11:12 Uhr

    Danke für den netten Artikel, vor allem über die Kommentare habe ich herzlich gelacht.

    • Voce
    • 31. Januar 2011 12:45 Uhr

    sonst nehmen doch die Journalisten für sich in Anspruch auf Zack zu sein, doch wenn es darauf ankommt, wissen sie sich nicht zu helfen. Warum interviewt man nicht einfach einmal ein Pferd, und wenn man sich das nicht gleich zutraut, kann man ja beim Esel anfangen, der schläft doch auch im Stehen , oder nicht ?

    Anm: Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/lv

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  • Serie Stimmt's
  • Schlagworte Geschichte | Archiv | Schlaf | Tier | Umwelt | Hamburg
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