Dass Pferde ihr Schlafbedürfnis allein im Stehen stillen können, ist eine Legende. Zwar können sie tatsächlich aufrecht vor sich hindösen, manchmal sogar stundenlang. Anders als beim Menschen erfordert dieses Stehen beim Pferd kaum Kraft. Es kann seine Beine sozusagen »einrasten« lassen.

In diesem Halbschlaf nimmt das Tier seine Umwelt noch gut wahr, kann also bei Gefahr sofort fliehen. Echter Schlaf ist das aber nicht. Für den muss sich auch das Pferd hinlegen. Es werden zwei Schlafzustände unterschieden: erstens der sogenannte Slow-Wave-Schlaf, bei dem das Pferd die Beine unter dem Bauch faltet. Und dann der tiefste Schlaf, der REM-Schlaf, da liegt das Tier auf der Seite und streckt alle Viere von sich.

Aber wie steht es um das Gerücht, dass Pferde nicht lange liegen dürfen, da ihre Gedärme sonst zu stark zusammengedrückt werden? In der Tat müssen kranke Pferde aufgerichtet werden, da dass Liegen die Organe im Pferdebauch belastet. Ältere Pferde dürfen nicht so lange liegen wie jüngere. Allerdings wissen gesunde Tiere selbst, wann sie wieder aufstehen sollten.

Anders als der Mensch schläft das Pferd nicht die ganze Nacht am Stück, sondern verteilt viele kurze Nickerchen über den Tag.

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