Infografik Deutschland unter Wasser

Es ist die Naturkatastrophe Nummer eins in Deutschland: das Hochwasser. Regelmäßig schwappen die Gewässer der Flüsse über. Ist der Klimawandel schuld? Ja und nein.

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1993 und 1995 steht Köln unter Wasser, Pfingsten 1999 lässt das Hochwasser in Bayern Deiche brechen, Dresden zahlt die Schäden des Augusthochwassers von 2002 heute noch ab. Die jüngsten Überschwemmungen setzen die Reihe fort. In den vergangenen Wochen herrschte Hochwasser an Elbe, Rhein und Donau. Das Fernsehen zeigte Aufnahmen von  überfluteten Kellern und Katastrophenhelfern mit Sandsäcken. Nimmt die Zahl solcher Hochwasserereignisse zu? Und ist der Klimawandel dafür verantwortlich? Ja und nein, lautet die Antwort – die Wirklichkeit ist komplizierter.

Global betrachtet nimmt die Gefährdung durch den Klimawandel tatsächlich zu, denn steigende Temperaturen erhöhen die Verdunstungsrate und damit den Niederschlag. Regional jedoch wirkt sich die Erderwärmung sehr unterschiedlich aus. Während das winterliche Überschwemmungsrisiko im Westen Deutschlands generell zunimmt, ist es in Ostdeutschland rückläufig. Sommerhochwasser sind schwerer zu prognostizieren, sie sind eher die Folge einzelner Wetterereignisse.

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Deutschland ist in drei Hochwasserzonen aufgeteilt. Wann das Wasser über die Ufer steigt, hängt von vielen Faktoren ab. Am Rhein herrschen eher milde Winter, im Süden schmilzt der Schnee erst spät und der Osten hat teilweise kontinentales Klima – also klirrende Kälte im Winter und Hitze im Sommer. Je nach klimatischen Bedingungen sind auch die Hochwassermuster in den Gebieten verschieden.

Der Rhein und seine Nebenflüsse werden vor allem von Winterhochwassern dominiert. Sie machen hier 40 Prozent aller Überschwemmungen aus und werden in Zukunft zunehmen. Die Hochwasser an Elbe, Ems, Oder und Weser finden ebenfalls meist im Winter statt – das Maximum liegt aber im März. Sommerhochwasser werden seltener. Die Donau tritt am häufigsten im Juni über die Ufer. Mehr als ein Drittel der Hochwasser gibt es im Sommer – Tendenz steigend.

Die großen Hochwasser, die es in Deutschland gegeben hat, zeigt die Infografik. Sie können sie hier als PDF herunterladen.

Weitere Infografiken der Serie "Wissen in Bildern" finden Sie hier.

 
Leser-Kommentare
  1. "Sommerhochwasser werden seltener. Die Donau tritt am häufigsten im Juni über die Ufer. Mehr als ein Drittel der Hochwasser gibt es im Sommer – Tendenz steigend."

    Gibt es jetzt mehr oder wenige Hochwasser im Sommer? Hier scheint sich der Autor nicht ganz mit sich selbst einig zu sein.

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    "Sommerhochwasser werden seltener."
    aussage bezogen auf das gesamte.

    "Die Donau tritt am häufigsten im Juni über die Ufer. Mehr als ein Drittel der Hochwasser gibt es im Sommer – Tendenz steigend.""
    aussage bezogen auf die donau.

    "Sommerhochwasser werden seltener."
    aussage bezogen auf das gesamte.

    "Die Donau tritt am häufigsten im Juni über die Ufer. Mehr als ein Drittel der Hochwasser gibt es im Sommer – Tendenz steigend.""
    aussage bezogen auf die donau.

  2. In der Infografik heißt es, an Elbe und Oder würden Sommerhochwasser seltener. Das stimmt so pauschal nicht.

    Im Osten Deutschlands, in Böhmen und in Polen wird es im Zuge der Klimaerwärmung im Sommer vermehrt Vb-Wetterlagen geben, die in den ansonsten trockenen Regionen Extremniederschläge bringen werden. Nur im Osten Mitteleuropas spielen diese Wetterlagen eine Rolle, da in diesen seltenen Fällen Tiefdruckgebiete vom Mittelmeer kommend östlich an den Alpen vorbei nach Norden vordringen müssen.

    2002 gab es diese Extremwetterlage, aber allein im letzten Jahr gab es sie fünfmal. Ist man vor wenigen Jahren noch von sinkenden Niederschlagsraten im Süden Ostdeutschlands ausgegangen, zeichnet sich zunehmend ab, dass die Sommerniederschläge zunehmen werden.

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    • spacko
    • 09.02.2011 um 13:54 Uhr

    "Im Osten Deutschlands, in Böhmen und in Polen wird es im Zuge der Klimaerwärmung im Sommer vermehrt Vb-Wetterlagen geben, die in den ansonsten trockenen Regionen Extremniederschläge bringen werden."

    Sprach die allwissende Glaskugel? Oder ist das lediglich ein empirischer Schluss auf die Zukunft?

    Bis jetzt ist noch kein Fall bekannt, in dem Vorhersage von Klimaveränderungen (jenseits von vorhersehbaren Periodika a la "el Nino") halbwegs funktionert hätte - also machen Sie hier nicht einen auf Nostradamus.

    • spacko
    • 09.02.2011 um 13:54 Uhr

    "Im Osten Deutschlands, in Böhmen und in Polen wird es im Zuge der Klimaerwärmung im Sommer vermehrt Vb-Wetterlagen geben, die in den ansonsten trockenen Regionen Extremniederschläge bringen werden."

    Sprach die allwissende Glaskugel? Oder ist das lediglich ein empirischer Schluss auf die Zukunft?

    Bis jetzt ist noch kein Fall bekannt, in dem Vorhersage von Klimaveränderungen (jenseits von vorhersehbaren Periodika a la "el Nino") halbwegs funktionert hätte - also machen Sie hier nicht einen auf Nostradamus.

  3. in der Infografik werden die Oberirdischen Einzugsgebiete unserere Abflussysteme dargestellt.

    dazu ergben sich eine hydrologischen Fragen:

    1. Warum wurde der Zeitraum ab 1950 für die ausgewählten Pegel abgebildet?

    2. Wurde die Flächenversiegelung und Querschnittsänderung oberhalb der aufgeführten Pegel seit 1950 berücksichtigt ?

    3. Wurden etwaige Differenzen der eingetragenen Niederschläge bezogen auf die, mitunter voneinander abweichenden, oberirdischen und unterirdischen Einzugsgebiete berücksichtigt?

    Wenn ja, wie ist das erkennbar?

    MfG Karl Müller

    3.

  4. "Sommerhochwasser werden seltener."
    aussage bezogen auf das gesamte.

    "Die Donau tritt am häufigsten im Juni über die Ufer. Mehr als ein Drittel der Hochwasser gibt es im Sommer – Tendenz steigend.""
    aussage bezogen auf die donau.

    Eine Leser-Empfehlung
    • spacko
    • 09.02.2011 um 13:54 Uhr
    5. fehler

    "Im Osten Deutschlands, in Böhmen und in Polen wird es im Zuge der Klimaerwärmung im Sommer vermehrt Vb-Wetterlagen geben, die in den ansonsten trockenen Regionen Extremniederschläge bringen werden."

    Sprach die allwissende Glaskugel? Oder ist das lediglich ein empirischer Schluss auf die Zukunft?

    Bis jetzt ist noch kein Fall bekannt, in dem Vorhersage von Klimaveränderungen (jenseits von vorhersehbaren Periodika a la "el Nino") halbwegs funktionert hätte - also machen Sie hier nicht einen auf Nostradamus.

    Antwort auf "Inhaltlicher Fehler"
    • ewirth
    • 13.02.2011 um 16:41 Uhr

    @ Argusaugen:
    Die Überschwemmungsgebiete alleine können aber auch nicht verantwortlich sein.
    Auch die Anzahl und Schwere der Mosel-Hochwasser ist gestiegen und wenn Sie sich das Moseltal ansehen, wo war da jemals Platz für Überschwemmungsgebiete ?

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    bei näherer Betrachtung z.B. der Bremmer Moselschleife oder des Raums Trier kann schon der Eindruck von größerern Sedimentationsebenen aufkommen.

    Wie genau begründen Sie denn eigentlich, dass die sichtbaren Querschnittsänderungen nicht für die gemessenen Pegelstände verantwortlich sind?

    Zumal der oberirdische Einzugsbereich der Mosel ja weit über das Rheinische Schiefergebirge hinausgeht?

    MfG Karl Müller

    bei näherer Betrachtung z.B. der Bremmer Moselschleife oder des Raums Trier kann schon der Eindruck von größerern Sedimentationsebenen aufkommen.

    Wie genau begründen Sie denn eigentlich, dass die sichtbaren Querschnittsänderungen nicht für die gemessenen Pegelstände verantwortlich sind?

    Zumal der oberirdische Einzugsbereich der Mosel ja weit über das Rheinische Schiefergebirge hinausgeht?

    MfG Karl Müller

  5. bei näherer Betrachtung z.B. der Bremmer Moselschleife oder des Raums Trier kann schon der Eindruck von größerern Sedimentationsebenen aufkommen.

    Wie genau begründen Sie denn eigentlich, dass die sichtbaren Querschnittsänderungen nicht für die gemessenen Pegelstände verantwortlich sind?

    Zumal der oberirdische Einzugsbereich der Mosel ja weit über das Rheinische Schiefergebirge hinausgeht?

    MfG Karl Müller

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