Jemen 25 Dollar für eine Kalaschnikow
Im Jemen hat eine junge Elite ihren Herrscher satt. Sie protestiert ohne Gewalt — aber wie lange noch?
© Gamal Noman/AFP/Getty Images

Die jemenitische Aktivistin Tawakel Karman (rechts) in einer Gruppe von Demonstranten in Sanaa
Sanaa. Eine Woche ist es her, dass in der Hauptstadt von Jemen Zigtausende Demonstranten auf die Straße gingen, darunter viele Studenten: Sanaas junge Elite demonstrierte. Deren Väter hätten es nicht hingenommen, wenn ihre Kinder von bewaffneten Staatskräften bedrängt worden wären. Auch deshalb ging der Tag friedlich vonstatten. Aber Hunderttausende einfache Bewohner von Sanaa blieben den Straßen fern. Das hat seine Gründe.
Nachmittags nimmt der Verkehr in der Hauptstadt deutlich ab. Auch jene, die dann noch arbeiten müssen, stopfen sich die Blätter des Kat-Strauches in den Mund. Die Männer – die meisten Frauen bleiben zu Hause – laufen dann mit dicken Backen herum, und weil Kat-Kauen für Infektionen anfällig macht, nehmen sie einen Zipfel ihres lose auf dem Kopf verschlungenen Turbans in den Mund, als Schutz gegen jede Art Pestilenz. Wer eine Stunde lang Kat kaut, wird zunächst gesellig, später fühlt er sich luzide und ist ganz bei sich. Während der ersten zwei Phasen sind die Männer redselig, da wird politisiert. Wer mithält, nimmt seine Rede gern für die Tat.
Wenn es bei den Demonstrationen in Sanaa wochenlang nicht zu Gewalttaten gekommen ist, dann liegt es, einem verbreiteten Vorurteil zum Trotz, nicht vor allem daran, dass die Männerwelt von zwei Uhr nachmittags an mit Kat-Kauen beschäftigt ist. Es liegt auch nur zum Teil daran, dass die meisten Jemeniten islamisch-konservativ sind und Politik für etwas halten, was sich im Fernsehen abspielt. Der Grund ist, dass die entscheidenden Stammesführer nicht zu den Waffen gerufen haben.
Kein arabisches Land ist so arm wie der Jemen. Aber eine Kalaschnikow ist dort für nur 25 Dollar zu haben. Und jeder, der auf sich hält, besitzt wenigstens eine Schusswaffe. Wenn ein Scheich ruft, wenn ein Sippenchef seine Leute mobilisiert – das gilt für das gesamte Land –, dann nutzen die Männer die ersten zwei Phasen der Kat-Wirkung. Jemeniten gelten als tapfere Kämpfer.
Auch im Jemen gilt jetzt die neue Zeitrechnung: vor Tunesien oder nach Tunesien.
»Tunesien ist passiert«, sagte Scheich Hamid al-Ahmar Mitte Januar bei einem vertraulichen Gespräch mit einer Delegation von EU-Botschaftern. Seitdem sei »alles anders«.
Hamid al-Ahmar ist einer der vielen Söhne des 2007 verstorbenen Scheichs Abdullah bin Hussain al-Ahmar. Wenn im Jemen von einem Mann die Rede ist, dann muss man wissen, mit wem er verwandt ist: Das ist entscheidend. Der verstorbene Vater war, mit den Worten eines westlichen Diplomaten, »der Präsident der Herzen«. Scheich Abdullah war Gründer und Chef der wichtigsten Oppositionspartei, der islamischen Islah. Sein Ansehen war so groß wie sein Reichtum – und dafür sorgte auch Präsident Ali Abdullah Saleh, der wusste, dass er sich diesen mächtigsten aller Stammesführer gewogen halten musste. Nicht zufällig wurde Scheich Abdullah die Lizenz für den Aufbau des Handynetzes im Jemen übertragen. Sichere Einkommensquellen und lukrative Ämter sind in dem Land als Pfründen zu verstehen, die der Staatschef verteilt, wie einst Europas feudalistische Herrscher ihren Vasallen lukrative Diözesen übertrugen.
- Datum 03.02.2011 - 18:23 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 3.2.2011 Nr. 06
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lt. wiki im Jahr 2005
24 bis 28 mio Einwohner, 46 % unter 14 Jahre alt
geburtenrate 6 kinder /frau
mind. 50 % der Bevölkerung in Armut
trotz Schulpflicht 50 % Analphabeten.
Bodenschätze Erdgas
Hauptstadt Sanaa wird erste Stadt der Welt ohne Trinkwasser werden
Rauschgiftsucht verbreitet ( Khat )
Wieder ein Staat, dem durch die Bevölkerungsexplosion alle Mittel ausgehen.
...sondern durch Ausbeutung und Ignoranz des Westens. Man verwechsle nicht Ursache und Wirkung.
...sondern durch Ausbeutung und Ignoranz des Westens. Man verwechsle nicht Ursache und Wirkung.
...sondern durch Ausbeutung und Ignoranz des Westens. Man verwechsle nicht Ursache und Wirkung.
Die Fehler, die man in Sanaa gemacht hat, sind sicher nicht dem Westen anzulasten, sondern den Gewohnheiten und Ansprüchen der einheimischen Bevölkerung, die sich um eine bessere ökologische Nutzung ihrer knappen Ressourcen kein bisschen gekümmert hat.
Das Sanaa Probleme hatte, ist schon seit vielen, vielen Jahren bekannt, worauf auch westliche Forscher lange genug hingewiesen haben, ohne dass die Politik vor Ort hieraus vernünftige Reformen eingeleitet hätte. Es ist daraus aber auch eine Lehre zu ziehen, die man auch hierzulande besser beherzigen sollte.
Sanaa wird nicht zu retten sein. Das ist schade, doch scheint der Untergang auch notwendig zu sein.
Sie billigen den Menschen aus Jemen eine totale Inkompetenz zu , die sie von Dritten abhängig macht.
Das ist nicht fair gegenüber den Menschen, die im Lande keine Arbeit finden und daher in die Emirate -zwecks geldverdienen gehen, dort aber keine Staatsangehörigkeit erwerben können.
Das ist auch nicht fair gegenüber den Ländern , die dort Entwicklungshilfe leisten , die Menschen ausbeuten ???
und Ignoranz ??? Ich muss mich nicht um jeden Reissack kümmern , der irgendwo auf der Welt umkippt, da sind wohl die Einwohner selbst gefragt.
Die Fehler, die man in Sanaa gemacht hat, sind sicher nicht dem Westen anzulasten, sondern den Gewohnheiten und Ansprüchen der einheimischen Bevölkerung, die sich um eine bessere ökologische Nutzung ihrer knappen Ressourcen kein bisschen gekümmert hat.
Das Sanaa Probleme hatte, ist schon seit vielen, vielen Jahren bekannt, worauf auch westliche Forscher lange genug hingewiesen haben, ohne dass die Politik vor Ort hieraus vernünftige Reformen eingeleitet hätte. Es ist daraus aber auch eine Lehre zu ziehen, die man auch hierzulande besser beherzigen sollte.
Sanaa wird nicht zu retten sein. Das ist schade, doch scheint der Untergang auch notwendig zu sein.
Sie billigen den Menschen aus Jemen eine totale Inkompetenz zu , die sie von Dritten abhängig macht.
Das ist nicht fair gegenüber den Menschen, die im Lande keine Arbeit finden und daher in die Emirate -zwecks geldverdienen gehen, dort aber keine Staatsangehörigkeit erwerben können.
Das ist auch nicht fair gegenüber den Ländern , die dort Entwicklungshilfe leisten , die Menschen ausbeuten ???
und Ignoranz ??? Ich muss mich nicht um jeden Reissack kümmern , der irgendwo auf der Welt umkippt, da sind wohl die Einwohner selbst gefragt.
Die Fehler, die man in Sanaa gemacht hat, sind sicher nicht dem Westen anzulasten, sondern den Gewohnheiten und Ansprüchen der einheimischen Bevölkerung, die sich um eine bessere ökologische Nutzung ihrer knappen Ressourcen kein bisschen gekümmert hat.
Das Sanaa Probleme hatte, ist schon seit vielen, vielen Jahren bekannt, worauf auch westliche Forscher lange genug hingewiesen haben, ohne dass die Politik vor Ort hieraus vernünftige Reformen eingeleitet hätte. Es ist daraus aber auch eine Lehre zu ziehen, die man auch hierzulande besser beherzigen sollte.
Sanaa wird nicht zu retten sein. Das ist schade, doch scheint der Untergang auch notwendig zu sein.
Sie billigen den Menschen aus Jemen eine totale Inkompetenz zu , die sie von Dritten abhängig macht.
Das ist nicht fair gegenüber den Menschen, die im Lande keine Arbeit finden und daher in die Emirate -zwecks geldverdienen gehen, dort aber keine Staatsangehörigkeit erwerben können.
Das ist auch nicht fair gegenüber den Ländern , die dort Entwicklungshilfe leisten , die Menschen ausbeuten ???
und Ignoranz ??? Ich muss mich nicht um jeden Reissack kümmern , der irgendwo auf der Welt umkippt, da sind wohl die Einwohner selbst gefragt.
Was ist mit dem vor 2 Jahren gekidnappten Ehepaar aus Sachsen passiert, dessen 2 kleine Töchter letztes Jahr ausgeflogen wurden, aber bisher verschwunden blieben?
Westerwelle hat sie wahrscheinlich abgeschrieben, weil sie wohl ermordet wurden, er aber doch vor einem Jahr weitere 79 Millionen EUR dem Präs. Saleh übergeben konnte .
So sieht es im AA und Entwicklungsministerium in D real aus. Alles andere ist Schnickschnack.
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