Schulzeitverkürzung Jeder kommt durch
Bayerns letzter G9-Jahrgang soll das Abi möglichst geschlossen bestehen. Die Schwachen werden mit allen Mitteln gefördert.
Es ist alles eine Frage des Ergebnisses: Besteht Vanessa das Abi, wird sie sagen, sie habe Glück gehabt, dass sie im letzten G9-Jahrgang in Bayern Abitur machen durfte. Fällt sie durch, wird sie sagen, es sei Pech gewesen, zu den letzten G9ern zu gehören.
In diesem Jahr werden in Bayern etwa 70.000 Schüler Abitur machen – doppelt so viele wie normal: die aus dem letzten Jahrgang des neunstufigen Gymnasiums (G9) und die aus dem ersten Jahrgang des achtstufigen Gymnasiums (G8). Und deshalb ist diesmal vieles anders. Für das bayerische Abitur, das bisher im Ruf stand, das härteste der Republik zu sein, gilt in diesem Jahr die Devise: Alle müssen durch! Und da wird gefördert wie noch nie.
Kein G9-Schüler darf durchfallen, weil er sonst in ein komplett anderes Oberstufensystem wechseln müsste, das er sich gar nicht ausgesucht hat. Zudem muss, das weiß man im Kultusministerium, das letzte G9-Abitur einen ähnlichen Schnitt haben wie das erste G8-Abitur, sonst könnte es heißen: »Die G9er haben im Kampf um die knappen Studienplätze einen Nachteil.« Und dass zu alledem das erste G8-Abitur ein politischer Erfolg werden muss, gilt ohnehin als offenes Geheimnis. Damit die G9-Schüler die gleichen Chancen wie G8-Abiturienten haben, forderte die Landeselternvereinigung das Kultusministerium auf zu handeln. Thomas Lillig, Vorsitzender der Landeselternvereinigung Bayern, spricht von »Chancengerechtigkeit«: »Wenn ein G9-Schüler im Abitur nicht erfolgreich ist, gibt es kein ernsthaftes Zurück. Deshalb müssen Sondermaßnahmen her.«
Um im Herbst den erwarteten Studentenansturm auf die Unis zu entzerren, schreiben die G9-Schüler ihre Abi-Klausuren Mitte März statt im Mai und können gleich zum Sommersemester ein Studium beginnen. Das erste Halbjahr endete für sie bereits mit den Weihnachtsferien. Weil so weniger Zeit zum Lernen und Prüfen blieb, wurde eine der sonst pro Halbjahr üblichen zwei Klausuren in den Leistungskursen gestrichen. Weil das wieder ungerecht sein könnte für die, die just diese eine Probearbeit verhauen, dürfen die Schüler wählen, ob die Note im Verhältnis zur mündlichen Note einfach oder doppelt zählt. »Günstigkeitsklausel« heißt das in der Ministerialsprache.
»Da wird nichts gepampert«, sagt der Sprecher des Kultusministeriums
Und für die, die in der Oberstufe bislang grundsätzlich zu wenige Punkte geschrieben haben, um überhaupt zum Abi zugelassen zu werden, gab es im Januar zusätzliche Prüfungen. Sogenannte Feststellungsprüfungen. Zum Glück, sagt Vanessa Rank, Abiturientin am Münchner Heinrich-Heine-Gymnasium: »Wenn alles so wäre wie im normalen G9, dann müsste ich ein Jahr zurückgehen. So konnte ich diese Nachprüfung in Mathe und Chemie machen. Also ist es im Moment auf jeden Fall ein Vorteil, dass ich im letzten G9-Jahrgang bin.« Vanessa, 19, Leistungskurse Chemie und Wirtschaft, sagt aber auch: »Die Prüfungen waren gut zu schaffen – ich hatte in den Ferien ja viel gelernt. Bei der Chemielehrerin zum Beispiel bin ich sicher, dass sie alles versucht hat, damit ich’s schaffe.« Vermutlich konnte sie in den Nachprüfungen mehr Punkte absahnen, als sie es bei gleichem Aufwand für die regulären Klausuren je geschafft hätte.
»Ausnahmsweise« hält Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, solche Regelungen für gerechtfertigt. »Man muss den Leuten helfen, aber man darf ihnen das Abiturzeugnis nicht nachwerfen.« Dennoch, so meint er, betrachteten einige G9-Schüler diese Nachhilfen als »ungeschriebene Rückversicherung«, dass sie das Abi schon bekommen würden. Weil viele schwächere Schüler des letzten G9-Jahrgangs über Jahre immer weitergeschoben wurden, damit sie nicht ins G8 wechseln mussten, werde dies sicher nicht der leistungsstärkste Jahrgang sein. Meidinger sagt: »Da sind einige drin, die es sonst nicht geschafft hätten.«
- Datum 11.02.2011 - 10:19 Uhr
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- Serie Der besondere Jahrgang
- Quelle DIE ZEIT, 10.2.2011 Nr. 07
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fördern statt sanktionieren, die unsinnigen "Ehrenrunden" abschaffen. Aber das Länderschulchaos wird sich fortsetzen und eine größere Bandbreite an Qualifizierungsmöglichkeiten liegt in weiter Ferne.
Reformiert endlich die Ausbildungswege und ermöglicht lebenslanges Lernen.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen und bleiben Sie beim konkreten Thema des Artikels. Danke. Die Redaktion/ew
... und haben keine Ahnung von gar nichts, wissen auch nicht, wie man lernt. Aber da die Abbruchquote die Zuweisung aus München beeinflußt (und zwar negativ), heißt es auch an der Uni "durchschleusen". Und dann werden sie auf einen Beruf losgelassen, in dem sie nichts leisten können, mangels fundierter Kenntnisse und mangels der Fähigkeit, konzentriert und zäh zu arbeiten, um Probleme zu lösen. Zu einer ordentliche Arbeit (Handwerk) sind sie weder willens noch ausgebildet - kein Wunder, das die Wirtschaft nach Ausländern ruft! Ebenso kein Wunder, daß die Universitäten von Think Tanks zu Nachhilfeschulen und Diplomschleudern verkommen. Die "Durchgeschleusten" aber enden in prekären Jobs. Löungsansatz: Für die Uni einen gediegenen NC einführen, für die anderen eine solide FH- oder Berufsakademie-Ausbildung, schließlich ist ein Handwerksmeister auch nicht zu verachten.
Besser kann man es nicht schreiben!
Besser kann man es nicht schreiben!
Wo ist der Sinn, wenn jeder durchkommt? Das Abitur wird dann wertlos. Gute Schüler fallen zurück, weil das Lerntempo zu langsam ist.
Sie bringen das auf den Punkt. Bildungstitel sind und waren ein Mittel,um geteilte Ausbildungs- und Arbeitsmärkte zu schaffen.
Wenn jeder Abitur macht, verliert der Bildungstitel an Wert, und der Wettbewerb auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wird veschärft.
Weder der Ausbilduns- noch der Arbeitsmarkt sind effiziente Märkte. Mobilitätsbesschränkungen und Suchkosten erschweren es Arbeitgeber/Ausbilder und Auszubildenden/Arbeitsnehmer den besten Kandidaten auf eine Stelle zu setzen.
Es kostet enorm viel Aufwand, den besten Kandidaten zu finden, daher sollte man das Abitur wiederum differenzieren, und auch Zusatzqualifikationen mit aufnehmen.
Am ehesten wird das Problem gelöst, wenn man Stipendien und Preisaufgaben stellt, und die Platzierung auf dem Abitur vermerkt.
Ein grosses Problem ist z.B., dass durch großen Fleiß und ein gutes Gedächtnis, die Schüler das Ergebnis verfälschen können. Die Abiturnote zeigt gar keine intellektuellen Kompetenzen an.
Unsere Wissensgesellschaf braucht für ihre F&E aber Intellektuelle, um die Produktivität boosten zu können. Derzeit werden viel zu viele Abiturienten angeschwemmt, die man nach Bachelor/Masterstudium bestenfalls nur eklektische Zusammenfassungen schon bekannten Wissens machen können.
Diesen Leuten muss auf jeden Fall der Weg in das mittlere Management versperrt werden.
Sie bringen das auf den Punkt. Bildungstitel sind und waren ein Mittel,um geteilte Ausbildungs- und Arbeitsmärkte zu schaffen.
Wenn jeder Abitur macht, verliert der Bildungstitel an Wert, und der Wettbewerb auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wird veschärft.
Weder der Ausbilduns- noch der Arbeitsmarkt sind effiziente Märkte. Mobilitätsbesschränkungen und Suchkosten erschweren es Arbeitgeber/Ausbilder und Auszubildenden/Arbeitsnehmer den besten Kandidaten auf eine Stelle zu setzen.
Es kostet enorm viel Aufwand, den besten Kandidaten zu finden, daher sollte man das Abitur wiederum differenzieren, und auch Zusatzqualifikationen mit aufnehmen.
Am ehesten wird das Problem gelöst, wenn man Stipendien und Preisaufgaben stellt, und die Platzierung auf dem Abitur vermerkt.
Ein grosses Problem ist z.B., dass durch großen Fleiß und ein gutes Gedächtnis, die Schüler das Ergebnis verfälschen können. Die Abiturnote zeigt gar keine intellektuellen Kompetenzen an.
Unsere Wissensgesellschaf braucht für ihre F&E aber Intellektuelle, um die Produktivität boosten zu können. Derzeit werden viel zu viele Abiturienten angeschwemmt, die man nach Bachelor/Masterstudium bestenfalls nur eklektische Zusammenfassungen schon bekannten Wissens machen können.
Diesen Leuten muss auf jeden Fall der Weg in das mittlere Management versperrt werden.
Sie bringen das auf den Punkt. Bildungstitel sind und waren ein Mittel,um geteilte Ausbildungs- und Arbeitsmärkte zu schaffen.
Wenn jeder Abitur macht, verliert der Bildungstitel an Wert, und der Wettbewerb auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wird veschärft.
Weder der Ausbilduns- noch der Arbeitsmarkt sind effiziente Märkte. Mobilitätsbesschränkungen und Suchkosten erschweren es Arbeitgeber/Ausbilder und Auszubildenden/Arbeitsnehmer den besten Kandidaten auf eine Stelle zu setzen.
Es kostet enorm viel Aufwand, den besten Kandidaten zu finden, daher sollte man das Abitur wiederum differenzieren, und auch Zusatzqualifikationen mit aufnehmen.
Am ehesten wird das Problem gelöst, wenn man Stipendien und Preisaufgaben stellt, und die Platzierung auf dem Abitur vermerkt.
Ein grosses Problem ist z.B., dass durch großen Fleiß und ein gutes Gedächtnis, die Schüler das Ergebnis verfälschen können. Die Abiturnote zeigt gar keine intellektuellen Kompetenzen an.
Unsere Wissensgesellschaf braucht für ihre F&E aber Intellektuelle, um die Produktivität boosten zu können. Derzeit werden viel zu viele Abiturienten angeschwemmt, die man nach Bachelor/Masterstudium bestenfalls nur eklektische Zusammenfassungen schon bekannten Wissens machen können.
Diesen Leuten muss auf jeden Fall der Weg in das mittlere Management versperrt werden.
sollten die Hierarchien in den Unternehmen einfach so flach sein, dass es nicht so schlimm ist, wenn ein "Idiot" irgendwo im Management sitzt. Das Argument muss schwerer wiegen als die Hierarchie das wäre am effizientesten. Aber das ist leider die Ausnahme auch in Schule und Uni. Deswegen halte ich Schule und Uni auch nur für bedingt geeignet die von Ihnen geforderte Ausdifferenzierung vorzunehmen.
sollten die Hierarchien in den Unternehmen einfach so flach sein, dass es nicht so schlimm ist, wenn ein "Idiot" irgendwo im Management sitzt. Das Argument muss schwerer wiegen als die Hierarchie das wäre am effizientesten. Aber das ist leider die Ausnahme auch in Schule und Uni. Deswegen halte ich Schule und Uni auch nur für bedingt geeignet die von Ihnen geforderte Ausdifferenzierung vorzunehmen.
deshalb ketten wir jetzt alle zusammen. Welch Unsinn wird in diesem Lande noch betrieben?
Sicher ist auch ein Handwerksmeister nicht zu verachten, aber wenn ich bedenke, dass ich heute auch nur ein Meister , statt eines Diplom-Ingeniuers sein könnte, dann fände ich das schon ziemlich schade, denn eigentlich habe ich schon reichlich Spaß an meiner Arbeit. Hätte es in meinem Bundesland eine stärkere Auslese gegeben (ich bin also schonmal nicht aus Bayern), dann hätte ich da schon über so manches stolpern können. In der Grundschule war ich nämlich nur mittelmäßig, in Musik und Kunst sogar ziemlich schlecht. Bis heute hat sich allerdings niemand darüber beschwert, dass ich nicht singen kann. Ich würde soweit gehen, zu sagen, dass die Grundschule nicht der richtige Ort ist um festzustellen, wer mal Ingeniuer werden darf.
Wie schauts mit dem Abitur aus? Trotz Realschulempfehlung bin ich auf Gymansium gegangen und letztlich nach "Regelschulzeit" mit nem Schnitt von 1,4 durchgekommen. Hat mich das zum Ingenieur qualifiziert? Es hat es damals zumindtest recht leicht gemacht einen Studienplatz zu bekommen. Aber ich muss zugeben, dass ich anfangs trotz meines recht guten Abiturs ziemliche Probleme hatte und auch die eine oder andere Prüfung mal nicht bestanden wurde. Mit der Zeit wurde es dann aber besser und besser und hat mich dahin geführt, wo ich heute stehe.
Ich würde mir heute nicht anmaßen "Fähig" von "Unfähig" zu trennen. Das muss jeder selbst rausfinden. [...]
Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine sachliche Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er
... ist der "Elitezirkel an der Harvard" nun auch nicht ;)
... ist der "Elitezirkel an der Harvard" nun auch nicht ;)
Wiederholung in hamburg, Bremen oder Berlin.
Dafuer reicht es allemal. besaetigen koennen es all diejenigen familien, die mit Kindern von Bayern in genannte Laender umziehen mussten.
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