Familienpolitik Mit der großen Gießkanne
Ob Oberschicht oder Unterklasse, alleinerziehend oder zu zweit, mit Job oder ohne Job: Der deutsche Sozialstaat hilft fast jeder Familie – und damit keiner richtig.

Familie: 53 familienpolitische Maßnahmen listet der Bericht des Familienministeriums auf, sie summieren sich auf 189 Milliarden Euro im Jahr
Für Christian Böllhoff endet jedes Jahr mit einer kleinen familienpolitischen Demonstration. Dann überschlägt er nämlich, wie viel Kindergeld der Staat ihm für seine beiden Söhne überwiesen hat – und verweigert die Annahme. 184 Euro monatlich pro Kind stehen ihm zu, diese 4476 Euro werden, nach oben aufgerundet, von Böllhoff weitergeleitet. Empfänger ist die Deutsche Stiftung Kindergeld, die vor einigen Jahren eigens für Eltern wie Böllhoff gegründet wurde. Ihr Geld fließt in Bildungsprojekte für Problemfamilien. »Der Staat kann sein Geld intelligenter ausgeben, als ausgerechnet uns zu unterstützen«, findet er.
Christian Böllhoff ist Manager und Politikberater, er leitet die Prognos AG, ein Wirtschaftforschungsinstitut, und lebt mit Frau und Söhnen in einem Haus am Rand von Berlin. Gerade waren alle vier im Skiurlaub in der Schweiz, der ältere Sohn spielt Hockey und liebäugelt mit dem ersten Musikunterricht. »Wir können unseren Söhnen auch ohne Kindergeld einen guten Start ins Leben verschaffen«, sagt Böllhoff. Viele Eltern sieht er in der gleichen Situation. Er hat ausrechnen lassen, wie viel zusammenkäme, wenn alle Familien mit einem Haushaltseinkommen von über 150.000 Euro verzichteten. Ergebnis: 800 Millionen Euro.
800 Millionen Euro – das ist so viel, wie die Bundesregierung demnächst für Hartz-IV-Kinder ausgeben will. Wochenlang feilschten Vertreter von Bund und Ländern um die Kosten für ein Bildungspaket, mit dem Sport- und Musikunterricht und ein warmes Mittagessen finanziert werden sollen. Das Projekt folgt dem Gedanken, dass Kindern aus Problemfamilien mit solchen Angeboten oft mehr geholfen wird als mit direkten Zahlungen an die Eltern – eine Einsicht, die neben Böllhoff viele Familienexperten und vor allem Ökonomen teilen. Auch in Berlin wird darüber oft gesprochen, das Bildungspaket ist aber nur ein winziger Schritt in diese Richtung. »Die Verringerung von Kinderarmut läuft bei der bisherigen Familienpolitik weitgehend unter ferner liefen«, kritisiert Katharina Spiess vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).
Kindergeld ist ein perfektes Beispiel für staatliche Familienleistungen, die großenteils bei Menschen ankommen, die sie nicht brauchen. Es gibt viele Beispiele, denn in kaum einem Politikfeld wird Geld so planlos ausgegeben. Deutschland braucht zwar mehr Geburten, weniger Kinderarmut, besser ausgebildete Schüler und angesichts drohenden Fachkräftemangels wohl auch mehr berufstätige Eltern – aber das merkt man der staatlichen Förderpolitik kaum an. Die Bundesregierung betreibe »Familienpolitik mit der Gießkanne«, kritisierte vor Kurzem das Institut Finanzen und Steuern. Großer Aufwand, wenig Ertrag.
Was aber brauchen Familien? Schon die alte Regierung aus Union und SPD hatte sich vorgenommen, die Leistungen des Staates zu ordnen und Sinnvolles von Falschem zu trennen, ein großes Wissenschaftlerteam untersuchte mehr als 70 Einzelmaßnahmen. Geändert hat sich seitdem fast nichts. Die heutige Familienministerin Kristina Schröder hat eine weitere Bewertung angekündigt. Aber auch die neue Regierung will nichts überstürzen – mit einem Ergebnis rechnet das Ministerium nicht vor 2013. Dann wird gewählt. Eine große Sozialreform wäre ein Wunder.
Beim Geldausgeben für Familien gehören die Deutschen zur Spitze, sie liegen auf Platz drei hinter Luxemburg und Dänemark. 153 familienpolitische Maßnahmen listet der Bericht des Familienministeriums auf, sie summieren sich auf 189 Milliarden Euro im Jahr. Das ist mehr als das Dreifache von dem, was im ganzen Land für sämtliche öffentlichen Schulen ausgegeben wird. Der größte Posten ist mit rund 38,8 Milliarden das Kindergeld. Knapp zwanzig Milliarden kostet das Ehegattensplitting, das große Steuervorteile für Familien bietet, in denen nur ein Ehepartner berufstätig ist. Der maximale Vorteil liegt laut Bundesfinanzministerium bei 15.694 Euro pro Jahr. Ein Drittel der Splitting-Vorteile geht an kinderlose Ehepaare und an solche, deren Nachwuchs nicht mehr im Haushalt lebt. »Im Interesse der Kinder müssten wir junge Eltern stärker fördern als alte, aber das Splitting wirkt eher in die andere Richtung«, kritisiert der Familiensoziologe Hans Bertram.
Da, wo Geld nötig wäre, kommt viel zu wenig an. In großen Flächenstaaten, wie Nordrhein-Westfalen, gibt es gerade einmal für 15 Prozent aller Kinder unter drei Jahren einen Krippenplatz – obwohl laut DIW 90 Prozent aller Kleinkind-Mütter in Ostdeutschland und mehr als 80 Prozent im Westen betonen, dass sie gern berufstätig wären. Beim Vergleich des Ausmaßes der Kinderarmut in Industrieländern steht Deutschland auf einem traurigen achten Platz (siehe Grafik). Und die Geburtenrate, die allerdings von staatlicher Förderpolitik nur begrenzt beeinflusst werden kann, liegt ohnehin deutlich hinter der von Frankreich oder den USA. Für den ehemaligen Regierungsberater und Sozialexperten Bert Rürup, mittlerweile beim Finanzdienstleister AWD, ist die Familienpolitik daher das wichtigste Reformfeld überhaupt, eines, bei dem über die Zukunftschancen eines Landes entschieden werde. Allerdings auch das schwierigste. »Es ist viel einfacher für die Politik, eine Leistung für Arbeitslose abzuschaffen als eine für Familien«, sagt Rürup.
- Datum 12.02.2011 - 13:48 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 10.2.2011 Nr. 07
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Kindergeld ist eben nicht an Leistung, Wohlverhalten oder konzeptionelle Ergenisorientierung gebunden. Es gibt welche die brauchen es nicht, es gibt welche die brauchen es und es gibt welche die könnten ohne es gar nicht leben.
Würde der Staat es abschaffen, setzt er ein Signal in Richtung staatlicher Zuwendung nur im Rahmen politischer Konzepte. Das wäre psychologisch qualitativ m. E. etwas anderes. Noch ist ja auch der Sozialstaat Gebot und nicht vollständig an Do ut Des gebunden. Und das ist gut und sollte so bleiben.
... denn familienpolitische Leistungen entbehren hier meist einer strategischen Orientierung, sei es im Hinblick auf Anreize für sozial erwünschtes Verhalten (z.B. Kinder kriegen), oder im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit.
Gerade das Kindergeld ist aber ein SCHLECHTES Beispiel für diese Misere. Denn es stellt keine isolierte Leistung dar, sondern ist im Zusammenhang mit dem steuerlichen Kinderfreibetrag zu sehen.
Nun zahlen finanziell schlechter gestellte Familien wenige oder keine Steuern - und haben mithin nichts von Freibeträgen. Der Sinn des Kindergelds liegt genau darin, dass auch diese Familien eine Leistung erhalten - die von der maximalen möglichen Steuerersparnis übrigens gar nicht so weit entfernt ist.
Man könnte sogar sagen, dass finanziell besser gestellte Familien (bereits ab ca. 60.000€ zu versteuerndem Familieneinkommen) gar nicht vom Kindergeld profitieren - für diese stellt es lediglich eine monatliche Vorauszahlung auf die ansonsten zu erwartende Steuerrückerstattung dar.
Aaaber .. könnte man sagen .. dann streichen wir eben den Kinderfreibetrag und geben Kindergeld nur noch, sagen wir, bis zur mittleren Mittelschicht. Leider schwer zu bewerkstelligen, denn der Kinderfreibetrag ist nichts anderes als das mutmaßliche Existenzminimum - und dessen Steuerfreiheit ist für jeden Bürger, ob reich oder arm, verfassungsrechtlich garantiert - und danach kommt die steuerliche Progression.
Hmmpf ... leider ist's vieles nicht so einfach, wie's scheint ...
das zugleich auch ein Existenzminimum darstellte, koennte man diesen Problem der Steuerfreibetraege loesen. Das Grundeinkommen selbst waere dann der einzige steuerfreie "Abschlag" - auf jeden durch Erwerbsarbeit oder andere Einkommensarten verdienten Euro hingegen fielen sofort Steuern an.
das zugleich auch ein Existenzminimum darstellte, koennte man diesen Problem der Steuerfreibetraege loesen. Das Grundeinkommen selbst waere dann der einzige steuerfreie "Abschlag" - auf jeden durch Erwerbsarbeit oder andere Einkommensarten verdienten Euro hingegen fielen sofort Steuern an.
Ungefähr 2/3 des gesamten deutschen Kindergeldes sind Rüc kerstattung verfassungswidriger Lohn- und Einkommensteuern. Von der Besteuerung muss nämlich nicht nur der Grundfreibetrag des Erwerbstätigen freigestellt werden, sondern auch das, was er für den lebensnotwendigen Unterhalt seiner Kinder aufwenden muss (Existenzminimum). Der deutsche Staat besteuert trotzdem den Teil der elterlichen Einnahmen, den die Eltern für die Kinder aufwenden müssen. Diese verfassungswidrigen Steuern bekommen die Steuerpflichtigen aber dann unter dem Titel 'Kindergeld' zurückerstattet. Bei Großverdienern besteht das Kindergeld aus nichts anderem als der Steuerrückerstattung, bei Geringverdienern ist das Kindergeld eine tatsächliche staatliche Leistung, und bei der Mittelschicht ist es eine Mischung. Insgesamt sind aber 2/3 des deutschen Kindergeldes, nämlich ca. 20 Milliarden EUR, keine staatliche Leistung an die Familien, sondern Rückerstattung einer überhöhten Besteuerung von Eltern, die für den Lebensunterhalt von Kindern gerade stehen.
Ich persönlich würde noch weiter gehen und dafür plädieren, das Kindergeld komplett abzuschaffen - aber nicht Ersatzlos.
Stattdessen sollte es
- kostenfreie KiTa Plätze für alle Kinder geben (egal ob die Eltern berufstätig sind oder nicht), in denen sowohl Frühstück als auch Mittagessen (beides von guter Qualität und nicht das billigste Angebot) gereicht werden
- alle Schulmaterialien wie Arbeitshefte, Stifte, Malkästen, Zeichenblöcke, Kopien etc. muss den Schülern von der Schule zur Verfügung gestellt werden (die Kosten, die ich für meine Kinder am Gymnasium ausgebe in Form von Kopiergeld, Klassenkasse etc. pp. haben längst die Auswüchse eines verdeckten Schulgeldes angenommen) - für sozial schwache Familien sind diese Kosten ein echter Ausschluss vom Gymnasium, kein Scherz
- kostenloser Besuch der städt. Musikschule
- kostenlose Mitgliedschaft in einem Sportverein
- kostenlose Besuche in Zoos, Museen und öffentlichen Bädern
- Liste an dieser Stelle bitte selbstständig ergänzen
Das wäre eine kinderfreundliche Politik, weil jedes Kind davon profitieren könnte - unabhängig von seiner sozialen Herkunft.
gab es Milch, Mittagessen u.s.w. für umsonst.
Wären wir dann im Kommunismus?
über die wirkung von Kindergeld muss man Ihnen wohl attestieren.
Kindergeld sichert das steuerliche Existenzminimum. D.h. gerade die Wohlhabenden würden über die verfassungsmäßig gebotene Besteuerung nach der Leistungsfgähigkeit gar keine Einbussen erleiden.
Der Verlust ging voll zu Lasten derjenigen, für die Kindergeld, wegen der niedrigen Einkommen höher ausfällt, als die Steuerleiche Entlastung.
Solche Forderungen nutzen das soziale Gewissen in Kombination mit Unwissenheit aus, um sich populistisch zu bereichern und die die Schäden mangels Transparenz anderen zuzurechnen.
Eine beliebte Pseudosozialpoltik zu Lasten breiter Schichten, für die man auch diese Schichten zur Durchsetzung dieser Ausbeutung einspannt, ohne das ihnen das bewusst würde.
Geenau das ist der Grund, warum gerade die SPD für mich unwählnbar ist. Weil ich als Betroffener im Ruhrgebiet erleben durfte wie schamlos diese Partei auf diese Art Politik machte und macht un diejenigen, die ihr vertrauten sozial abgehängt hat.
H.
gab es Milch, Mittagessen u.s.w. für umsonst.
Wären wir dann im Kommunismus?
über die wirkung von Kindergeld muss man Ihnen wohl attestieren.
Kindergeld sichert das steuerliche Existenzminimum. D.h. gerade die Wohlhabenden würden über die verfassungsmäßig gebotene Besteuerung nach der Leistungsfgähigkeit gar keine Einbussen erleiden.
Der Verlust ging voll zu Lasten derjenigen, für die Kindergeld, wegen der niedrigen Einkommen höher ausfällt, als die Steuerleiche Entlastung.
Solche Forderungen nutzen das soziale Gewissen in Kombination mit Unwissenheit aus, um sich populistisch zu bereichern und die die Schäden mangels Transparenz anderen zuzurechnen.
Eine beliebte Pseudosozialpoltik zu Lasten breiter Schichten, für die man auch diese Schichten zur Durchsetzung dieser Ausbeutung einspannt, ohne das ihnen das bewusst würde.
Geenau das ist der Grund, warum gerade die SPD für mich unwählnbar ist. Weil ich als Betroffener im Ruhrgebiet erleben durfte wie schamlos diese Partei auf diese Art Politik machte und macht un diejenigen, die ihr vertrauten sozial abgehängt hat.
H.
Wie schon einer meiner Vorkommentatoren anmerkte, handelt es sich um weiter nichts als die Erstattung von zu viel gezahlten Steuern. Dass hiervon Steuerzahler mit hohem Steuersatz stärker profitieren liegt an der Steuerprogression. Wer dies ungerecht findet muss die Steuerprogression abschaffen. @Drachenrose, was Sie vorschlagen, nennt sich staatliche Zwangsbeglückung. Und offenbar sind Sie sich ja selbst nicht sicher, was sonst noch so alles kostenlos sein soll (wie ich der Aufforderung entnehme, die Liste nach Gutdünken zu verlängern). Wir (beide voll berufstätig, 2 Kinder) wollen nichts geschenkt haben. Es reicht uns, wenn man unsgenügend von meinem selbst erarbeiteten Einkommen lässt. Dann sind wir auch in der Lage, unsere Kinder all die schönen Dinge aus Ihrer Aufzählung zu finanzieren (so wir sie für sinnvoll erachten. Sehr erhellend finde ich auch den Konjunktiv "könnte" im letzten Satz Ihres Beitrages.
>>Wir (beide voll berufstätig, 2 Kinder) wollen nichts geschenkt haben. Es reicht uns, wenn man unsgenügend von meinem selbst erarbeiteten Einkommen lässt.<<
Das ist alles schön und gut. Aber stellen Sie sich folgendes Szenario vor (welches ich Ihnen beileibe nicht wünsche): Sie werden durch einen Unfall oder einer schweren Krankheit Berufsunfähig (wohlgemerkt nicht arbeitsunfähig), aber niemand will einen Versehrten einstellen, sie haben nur noch ein Einkommen, können Sie dann auch noch Ihren Kindern all das erfüllen, was ich aufgezählt habe? Oder könnte es sein, dass Ihre Kinder plötzlich auch zu den benachteiligten Kindern gehören?
Stellen Sie sich nun vor, es kommt noch schlimmer, Ihre Frau verliert ihren Arbeitsplatz durch betriebsbedingte Kündigung, Konkurs o. ä. und findet keinen neuen Job. Ihre Familie rutscht nun endgültig in H4 ab, entkommen unmöglich. Was glauben Sie, können Sie Ihren Kindern dann noch finanzieren? Nichts. Sie werden Nachts wach im Bett liegen und sich fragen, wie sie das verdammte Kopiergeld für die Schule aufbringen sollen, oder darüber nachdenken, ob Sie vielleicht noch eine Mahlzeit auslassen können, um wenigstens noch den Beitrag für den Sportverein weiterhin bezahlen zu können. Glauben Sie nicht?
Merke: Nicht alle arbeitslosen H4-Empfänger sind Asoziale, sondern viele sind ungewollt in diese Situation herausgerutscht und deren Kinder müssen derzeit eine völlig verpfuschte Sozialpolitik ausbaden.
Soviel zum Thema "staatl. Zwangsbeglückung"!
>>Wir (beide voll berufstätig, 2 Kinder) wollen nichts geschenkt haben. Es reicht uns, wenn man unsgenügend von meinem selbst erarbeiteten Einkommen lässt.<<
Das ist alles schön und gut. Aber stellen Sie sich folgendes Szenario vor (welches ich Ihnen beileibe nicht wünsche): Sie werden durch einen Unfall oder einer schweren Krankheit Berufsunfähig (wohlgemerkt nicht arbeitsunfähig), aber niemand will einen Versehrten einstellen, sie haben nur noch ein Einkommen, können Sie dann auch noch Ihren Kindern all das erfüllen, was ich aufgezählt habe? Oder könnte es sein, dass Ihre Kinder plötzlich auch zu den benachteiligten Kindern gehören?
Stellen Sie sich nun vor, es kommt noch schlimmer, Ihre Frau verliert ihren Arbeitsplatz durch betriebsbedingte Kündigung, Konkurs o. ä. und findet keinen neuen Job. Ihre Familie rutscht nun endgültig in H4 ab, entkommen unmöglich. Was glauben Sie, können Sie Ihren Kindern dann noch finanzieren? Nichts. Sie werden Nachts wach im Bett liegen und sich fragen, wie sie das verdammte Kopiergeld für die Schule aufbringen sollen, oder darüber nachdenken, ob Sie vielleicht noch eine Mahlzeit auslassen können, um wenigstens noch den Beitrag für den Sportverein weiterhin bezahlen zu können. Glauben Sie nicht?
Merke: Nicht alle arbeitslosen H4-Empfänger sind Asoziale, sondern viele sind ungewollt in diese Situation herausgerutscht und deren Kinder müssen derzeit eine völlig verpfuschte Sozialpolitik ausbaden.
Soviel zum Thema "staatl. Zwangsbeglückung"!
In meiner schönen Heimatstadt Erfurt gibt es seit etwa 10 Jahren dankenswerterweise den sogenannten Familienpass. Dieser ist im Prinzip ein Heftchen mit Gutscheinen zum kostenfreien oder ermäßigten Besuch vom Museen, Freibädern (sogar diversen Spielen des örtlichen Drittligafussballclubs) etc. . Diesen Familienpass können sich alle Familien der Stadt (also Menschen mit Kindern unter 18) beim Bürgeramt abholen. Schaut man sich nun an, wer dieses Angebot tatsächlich nutzt, gelangt man zu dem Verdacht, dass es eben eher nicht die einkommenschwachen Bevölkerungsteile sind. Auch hier KÖNNTE jedes Kind profitieren, tut es aber augenscheinlich nicht. Besucht man hingegen das nahe gelegene Spaßbad (welches wirklich recht teuer ist,daher sind wir dort eher selten), begegnet man zu jeder beliebigen Zeit der genannten Bevölkerungsschicht in erstaunlichem Umfang.
ist eine Art Steuererleichterung für die Eltern, deren Verdienst zu klein ist, um von den Steuervorteilen durch Freibeträge zu profitieren!
Apropos Spitzenverdiener: Auch Verdiener über der 150k€- Klasse werden nach "Leistungsfähigkeit" besteuert. Sie sind nun einmal als Eltern weniger leistungsfähig als Personen mit gleichem Verdienst, die keine Kinder aufziehen. Es wäre schon schwer zu vermitteln, wenn ein Spitzenverdiener ohne Kinder seine Steuern durch Schiffsbeteiligungen minimieren kann, eine andere aber ihre Kinder nicht steuermindernd anerkennen lassen könnte. Jede Verdienstgrenze zieht im Übrigen einen gewaltigen Kontrollapparat nach sich, der in seinen Kosten häufig die eingesparten Summen übersteigt.
Außerdem: Die Vielverdienenden (nicht die Vermögenden und Reichen!!) zahlen schon erhöhte Kindergartengebühren, erhöhte Beträge bei Klassenfahrten usw. usw.! Wollen wir diese immer weiter vergraulen?
Die wirklich Vermögenden sind aber bei uns immer außen vor: Bei uns gibt es einen Landwirt mit einem Hof von über 200ha Größe, dessen Kinder haben alle nur Mindestbeiträge bezahlt und mit Bafög studiert: Der Landwirt hat,wenn es darauf ankam, nie etwas "verdient"!
Es ist ein Skandal, dass sich die Regierungskoalition nicht bewegen lässt, die unsägliche HARTZ IV Reformreform so umzugestalten, dass die Ärmsten unserer Gesellschaft endlich menschenwürdig leben können, wenn man bedenkt, welches anachronistische und unwürdige Fünf-Euro-Geschacher diese von der Mehrheit des Volkes gewählte Regierung schon viel zu lange in Szene gesetzt hat. Ebenso ist es eine Schande, dass in unserer so genannten Solidargemeinschaft die Reicheren nicht von selbst darauf kommen, dieses ihnen moralisch nicht zustehende Kindergeld in einen offenen Fond zu spenden, denn eine gesetzliche Regelung angesichts unseres überbordendes Rechtssystems wird wahrscheinlich erst dann möglich sein, wenn verantwortungsvolle Sozialpolitiker wieder das Sagen haben. Aber auch diese 800 Millionen sind ja nur ein Krümel jenes Kuchens, den man ganz anders, also gerechter verteilen könnte, man denke nur an die Bevorteilung der Reicheren durch die Steuergesetze, deren Zahlungsverpflichtungen sie je nach gusto auf ein Minimum herunter rechnen können. Wie wollen wir uns noch einigermaßen als soziales System begreifen, wenn Deutschland als eines der reichsten Länder der Welt ganz oben auf der Scala der Kinderarmut rangiert. Wenn die Regierenden und die wirtschaftlichen Verantwortlichen in unserem Land unfähig sind, diese Schieflage zu verändern, dann muss die Basis, das zur Zeit so oft zitierte aufmüpfige Volk, die Solidarität und die Gerechtigkeit eben von unten aufrollen.
W. Neisser
zu organisieren, wäre nach den Geboten unserer Verfassung eigentlich die Kernaufgabe jeder Bundesregierung, jedes Ministers und jedes Staatsbeamten. Und natürlich die Aufgabe jedes "demokratisch" gewählten parlamentarischen Repräsentanten.
Dass wir heute nur noch mit der Realpolitik eines wohl fast schon extremistischen Klientel- und Lobbygruppeninteressenvertretungsparlaments konfrontiert werden, können wir aufgrund unserer scheinbaren Privilegierungen in unseren scheinbar gesicherten Verhältnissen gewiss verdrängen. Dass dies aber die Logik ungdes Biedermanns ist, der sich die Brandstifter als Gäste ins Haus holt, können nur noch fanatische Dogmatiker verdrängen und besteiten.
Dies wiederum erinnert an jene Geisteshaltung einer Elitariergruppe, die sich noch im Januar 1945 sicher und gewiss war, dass eine gewisse "Reservearmee Weiss" den Endsieg bringen würde.
Diese Variante von Spekulation hat jedoch nur ein Resultat: Die totale Fassungslosigkeit beim Erkennen der eigenen, zerstörten Sicherheit und Geborgenheit.
relevanten Berlinern Abstimmungsstrategen die rote Karte und gehen wählen...!!!
zu organisieren, wäre nach den Geboten unserer Verfassung eigentlich die Kernaufgabe jeder Bundesregierung, jedes Ministers und jedes Staatsbeamten. Und natürlich die Aufgabe jedes "demokratisch" gewählten parlamentarischen Repräsentanten.
Dass wir heute nur noch mit der Realpolitik eines wohl fast schon extremistischen Klientel- und Lobbygruppeninteressenvertretungsparlaments konfrontiert werden, können wir aufgrund unserer scheinbaren Privilegierungen in unseren scheinbar gesicherten Verhältnissen gewiss verdrängen. Dass dies aber die Logik ungdes Biedermanns ist, der sich die Brandstifter als Gäste ins Haus holt, können nur noch fanatische Dogmatiker verdrängen und besteiten.
Dies wiederum erinnert an jene Geisteshaltung einer Elitariergruppe, die sich noch im Januar 1945 sicher und gewiss war, dass eine gewisse "Reservearmee Weiss" den Endsieg bringen würde.
Diese Variante von Spekulation hat jedoch nur ein Resultat: Die totale Fassungslosigkeit beim Erkennen der eigenen, zerstörten Sicherheit und Geborgenheit.
relevanten Berlinern Abstimmungsstrategen die rote Karte und gehen wählen...!!!
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