Im holzgetäfelten Vortragssaal des Explorers Club haben Damen in Pelzen und Herren in Wollmänteln Platz genommen. Ungerührt trotzen sie an diesem frostigen Januarabend der Kälte, die nach einem Heizungsausfall durch das gediegene Tudor-Haus in New Yorks vornehmer East Side kriecht. Weiße Atemwölkchen steigen auf und bilden einen merkwürdigen Kontrast zu den historischen Fotos, die der Referent auf die Wand projiziert: Bilder von Giraffen- und Zebraherden unter Kenias Sonne. Das Publikum ist zu einer Veranstaltung gekommen, die den amerikanischen Großwildjäger und Naturforscher Carl Akely würdigt. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlegte er Löwen, Geparden und Elefantenbullen und präparierte sie für das Naturkundemuseum auf der anderen Seite des Central Parks. Einige dieser reglosen Kreaturen ließ er auch in den dunklen Räumen des Explorers Club aufstellen, wo sie noch heute mit erstarrtem Blick und aufgerissenen Mäulern die Besucher beeindrucken.

Seit 1909 gehörte Akely der ehrwürdigen Institution in der 70. Straße an. 1904 war sie von einer kleinen Gruppe befreundeter »Gentlemen-Abenteurer« ins Leben gerufen worden. »Dort hingehen, wo noch nie ein Mensch war« – so lautete das Motto der Gründungsväter. Unter der Federführung des Reiseschriftstellers Henry Collins Walsh galt es, »die Arbeit der Erforschung mit allen Mitteln« zu fördern. Weltumsegler, Gipfelstürmer und Tiefseetaucher, die sich aufmachten, die letzten weißen Flecken auf der Landkarte zu erkunden, tauschten im Club Erfahrungen und Erkenntnisse aus. Das Wissen über die durch die Industrialisierung bedrohten Naturparadiese wollten sie dokumentieren und bewahren. Nur wer die Erde bereist und die Menschheit um bahnbrechende Erkenntnisse bereichert hatte, wurde im Explorers Club aufgenommen.

Unter dessen Schirmherrschaft stand zum Beispiel Teddy Roosevelt, der sich als US-Präsident für die Errichtung von Nationalparks einsetzte und später Exkursionen nach Afrika und an den Amazonas unternahm. Das Register des Clubs führt viele illustre Namen: Roald Amundsen, der 1911 den Südpol erreichte; Sir Edmund Hillary, der als Erster 1953 den Mount Everest, den höchsten Gipfel der Welt, bestieg; Jacques Piccard, der 1960 einen Tiefenrekord aufstellte, als er in einer Titan-Tauchkugel sieben Meilen unter dem Meeresspiegel landete.