Gerechtigkeit: Was ist gerecht?
Dass Flüchtlinge abgewiesen werden und einfache Arbeiter so wenig verdienen, kann man erklären, aber kaum verteidigen.
Deutschland ist ein gutes Land mit überwiegend netten, anständigen Leuten. So viel schon mal vorweg. Doch es hat auch seine verlogenen Seiten. Und zwar in zwei grundlegenden Gerechtigkeitsfragen. Es geht um Oben und Unten. Und um Drinnen und Draußen. Anders gesagt: um Hartz IV und die tunesischen Flüchtlinge.
Beide Fragen haben gemeinsam, dass sie meist nur an der Oberfläche berührt werden, es scheint beinahe so, als gebe es hier eine Absprache zwischen Politik, Medien und Stammtisch, ein Schweigekartell. Beginnen wir mit den paar Tausend tunesischen Flüchtlingen, die sich jetzt auf Lampedusa drängen . Sie tun das nicht nur, weil sie arm sind, nicht nur, weil sie denken, dass die wirtschaftliche Erholung Tunesiens allzu lange dauern wird. Sie tun es einfach, weil sie es jetzt können, weil die Schergen des Systems sie nicht mehr davon abhalten. Sie tun es, weil sie frei sind, es zu tun.
Nun macht Europa daraus ein ernstes Problem, obwohl ja nicht der Flüchtlingsstrom groß ist, sondern nur die Insel klein, an der er ankommt. Groß ist auch die Angst, dass demnächst noch viel mehr Flüchtlinge kommen, dass sie ihre neue Freiheit nutzen, um uns zu besuchen.
Nun wird, wie üblich, hin und her diskutiert, wer wie viele von ihnen aufnehmen muss und vor allem: Wie lässt sich der Zustrom stoppen? Was nicht diskutiert wird, ist die Frage, warum wir das dürfen. Mit welchem Recht verwehren wir es armen Leuten, zu uns zu kommen? Wer erlaubt uns festzulegen, wer ein Mensch mit minderem Recht auf ein menschenwürdiges Leben ist und wer ein vollwertiger Europäer?
Wir halten die Flüchtlinge draußen, einfach weil wir es können
Darauf gibt es natürlich Antworten. Jedoch keine moralischen, sondern nur pragmatische. Zum Beispiel: Wenn jeder, der will, herkommt, dann zehrt das den Wohlstand hier auch noch auf. (Allerdings sind wir davon noch sehr, sehr weit entfernt.) Oder: Wenn zu viele Araber zu uns kommen, dann wird es hier zu ausländerfeindlichen Exzessen kommen. Das ist ein faules Argument, weil wir mit unserem eigenen Ausflippen drohen. Schließlich wird paternalistisch gewarnt, Tunesien dürfe nicht ausbluten, gerade jetzt, da es demokratisch werde. Das würde dann aber bedeuten, dass Europa sehr offen sein müsste gegenüber den weiterhin undemokratisch regierten Algeriern oder Marokkanern, was es nicht ist.
Im Kern sagen wir all den armen Flüchtlingen da draußen in der Welt, dass wir sie fernhalten dürfen, weil wir es wollen, dass wir es tun, weil wir es können. Aus schlichtem Egoismus, der menschlich verständlich, aber nicht sehr menschlich ist, den wir auch nur durchhalten können, weil wir ihn den Flüchtlingen nicht ins Gesicht sagen müssen. Und eben weil es das Schweigekartell gibt, das Verdrängen der unmoralischen Seite unseres Lebens durch Geschäftigkeit.
Beim Thema Hartz IV herrscht dasselbe Prinzip. Da wird über Monate um ein paar Euro mehr oder weniger gerungen , um eine Summe, die für die Betroffenen von Belang ist, so sehr, dass sie Grund haben, über die Verzögerung durch die Politik verbittert zu sein. Aber als Diskussion über Gerechtigkeit handelt es sich um eine Ersatzdebatte. Sie verdeckt das eigentlich Anstößige in unserer Gesellschaft. Dass nämlich Menschen, die hart arbeiten, ein Zehntel oder ein Hundertstel von dem verdienen, was andere bekommen, die auch so hart arbeiten, aber weniger schmutzige Arbeit verrichten und sich dabei nicht die Knochen kaputt machen müssen. Wer härter arbeitet, verdient weniger.





Wir sind es leider gewohnt, vieles hinzunehmen, das im Grunde völlig unmenschlich ist. Umso wichtiger, sich ab und an daran zu erinnern.
Bernd Ulrich sagt ganz treffend: wir halten unseren Egoismus nur durch, weil wir ihn den Betroffenen nicht ins Gesicht sagen müssen.
Anders ist es nicht erklärbar, dass wir Europäer einerseits - zumindest im Mittel - im absoluten Überfluss leben, und andererseits jeder siebte Mensch auf der Welt permanent kurz vor dem Verhungern ist (http://www.fao.org/public...).
Wenn wir zu siebt am Tisch säßen, darunter ein Halbverhungerter, dann würde doch keiner von uns ihn einfach ignorieren, und ihm was voressen? Oder noch schlimmer, ihm das Wenige das er hat, auch noch streitig machen?
Aber wir schaffen das, weil wir es so gut verdrängen können.
Ein Beispiel: Nachdem unsere Fangflotten die europäischen Meere praktisch ausgefischt haben, gehen sie jetzt einfach vor Afrikas Küste auf Fang, und ruinieren auch noch die dortigen Bestände (http://www.taz.de/1/polit...). Die lokalen Fischer in Nordafrika können da nicht mehr mithalten. Ist doch klar, das die Leute dann irgendwann versuchen, ihr Land zu verlassen. Die haben dort einfach keine Perspektive, die haben nicht mal genug zu essen.
Die ganze Situation ist einer so hochentwickelten Gesellschaft, für die wir Europäer uns halten, unwürdig. Wir müssen uns anstrengen, das zu ändern.
Falls SIe auch selbst was an der Situation verbessern wollen, also von "wir müssen was tun" ins "ich will was tun" wechseln wollen, empfehle ich Ihnen http://www.projects-abroa...
Schließlich kann jeder auch erstmal selbst was verbessern.
Falls SIe auch selbst was an der Situation verbessern wollen, also von "wir müssen was tun" ins "ich will was tun" wechseln wollen, empfehle ich Ihnen http://www.projects-abroa...
Schließlich kann jeder auch erstmal selbst was verbessern.
Ich habe mich heute morgen über diesen Artikel sehr geärgert. Er vermischt Dinge miteinander, die separat zu betrachten sind, verfällt in altes Gutmenschentum und lässt jeglichen Sinn für Realität vermissen. Die Dinge im Einzelnen betrachtet:
1. Aufnahme von Flüchtlingen: Sie wollen doch nicht allen Ernstes unserem Staat das Recht absprechen, zu bestimmen, wer bei uns leben darf und wer nicht. Wir haben uns aus guten Gründen darauf geeinigt, dass wir politische Flüchtlinge aufnehmen, wirtschaftliche Flüchtlinge aber nicht. Tunesien ist gerade dabei, von einem autokratischen System zu einer (hoffentlich) demokratischen Ordnung zu finden. In dieser Situation ist politisches Asyl wohl nicht zu rechtfertigen.
2. Hartz IV-Diskussion: Im Kern geht es doch hier um zwei Fragen: Zum einen geht es darum, was eine Menschenwürdige Existenz ist. Zum zweiten geht es darum, den Abstand zu geringbezahlter Arbeit hoch genug zu halten, um Anreize zum Arbeiten zu schaffen. Ich habe hier ein Beispiel aus meinem Bekanntenkreis, welches ich sehr nah miterlebt habe. Es handelt sich um eine Familie mit einem Kind. Sie haben ca. 5 Jahre lang Hartz IV bezogen. Zusätzlich hat der Vater einen Nebenjob angenommen, um von der Aufstockungsmöglichkeit Gebrauch machen zu können (160€ im Monat).
...Forsetzung im nächsten Kommentar...
gibt es einmal einen Artikel, der nicht die üblichen Verdächtigen aufzählt, sondern Querverbindungen schafft, kommt sofort der Niveaulosigkeitshammer. War klar, wie könnte man auch zulassen, dass man einmal richtig hinschaut und nicht nur fachsimpelt?
Für mich, sg. Herr Ulrich, ist dieser Artikel sehr gelungen. Ich danke Ihnen für diesen Artikel in der Zeit und finde ihn außergewöhnlich gut, auf dem Niveau, auf dem die Zeit nicht immer ist.
ich beobachte, wie Deutschland die Qualität kaputt macht, wie selbständige Handwerksbetriebe aufgrund der unglaublichen Bedingungen des Selbständigseins in diesem Lande nur unter Opferung ihres Körpers, ihrer Gesundheit und ihres Schlafes existieren können, während Discounter und Lebensmittelvergifter ebenso wie Materialvergifter das höchste Ansehen genießen und ohne jegliche Schranken erbarmungslose Dumping-Löhne zahlen und zugleich astrale Gewinne mit Schrott einfahren, die sie zu Sonderkonditionen versteuern. Das alles ist mehr als verlogen, und vielleicht müsste man den munteren und eiskalten Theoretiker, den wir hier finden, einfach mal ins eiskalte Selbständigen-Wasser stellen. Das würde IHnen eine Seite des Lebens zeigen, die Sie sich nicht virzustellen vemochten.
gibt es einmal einen Artikel, der nicht die üblichen Verdächtigen aufzählt, sondern Querverbindungen schafft, kommt sofort der Niveaulosigkeitshammer. War klar, wie könnte man auch zulassen, dass man einmal richtig hinschaut und nicht nur fachsimpelt?
Für mich, sg. Herr Ulrich, ist dieser Artikel sehr gelungen. Ich danke Ihnen für diesen Artikel in der Zeit und finde ihn außergewöhnlich gut, auf dem Niveau, auf dem die Zeit nicht immer ist.
ich beobachte, wie Deutschland die Qualität kaputt macht, wie selbständige Handwerksbetriebe aufgrund der unglaublichen Bedingungen des Selbständigseins in diesem Lande nur unter Opferung ihres Körpers, ihrer Gesundheit und ihres Schlafes existieren können, während Discounter und Lebensmittelvergifter ebenso wie Materialvergifter das höchste Ansehen genießen und ohne jegliche Schranken erbarmungslose Dumping-Löhne zahlen und zugleich astrale Gewinne mit Schrott einfahren, die sie zu Sonderkonditionen versteuern. Das alles ist mehr als verlogen, und vielleicht müsste man den munteren und eiskalten Theoretiker, den wir hier finden, einfach mal ins eiskalte Selbständigen-Wasser stellen. Das würde IHnen eine Seite des Lebens zeigen, die Sie sich nicht virzustellen vemochten.
Fortsetzung aus Teil 1...
Ich habe in dieser Familie nie einen leeren Kühlschrank gesehen. Der Sohn war stets anständig gekleidet (wenn auch nicht in Markenkleidung). Der Vater raucht ca. 25 Zigaretten am Tag (Kosten: ca.6€ pro Tag). Ich denke, dies beantwortet die Frage nach Menschenwürdiger Existenz. Der Vater hat nun einen Vollzeitjob als Verkäufer in einem Sportartikelfachgeschäft angenommen. Die Familie hat nun ca. 100€ mehr im Monat zur Verfügung. Wir sind also hart an der Grenze zu einem fehlenden Arbeitsanreiz bei geringer Qualifikation. Die Hartnäckigkeit der Kanzlerin kann ich hier also durchaus verstehen.
3. Management-Vergütung: Sicher ist die Vergütung von Managern teilweise recht hoch und nicht verständlich. Dies sind jedoch von Privatunternehmen festgelegte Gehälter. Wenn ein Unternehmen der Meinung ist, dass die Leistung eines Managers eine Million € im Jahr wert ist, dann ist das die freie Entscheidung dieses Unternehmens. Über die Entlohnung von 450TSD€ im Jahr für das Verlesen der Gewinnzahlen der Glücksspirale kommentiert Ihre Zeitung auf der gleichen Seite: "Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen".
Diese separat zu führenden Diskussion zu vermengen und moralinige Argumente statt ernster Fakten anzuführen, ist der Zeit nicht würdig.
die der Fa. eine Million oder mehr wert ist, bedeutet oft einen großen volkswirtschaftlichen Schaden, aber privatwirtschaftlichen Gewinn für diese Bank oder Konzern.
Stellen Sie mal die Rechnung auf, WER wirklich bluten muss für diese Boni (Schuldenstand beachten).
Ist es möglich, dass Politiker nicht rechnen können?
Falsch, sie können rechnen, aber nur für ihr eigenes Konto. Nach mir die Sintflut, hat bisher immer geklappt und bis zum Bankrott dauert es noch...
die der Fa. eine Million oder mehr wert ist, bedeutet oft einen großen volkswirtschaftlichen Schaden, aber privatwirtschaftlichen Gewinn für diese Bank oder Konzern.
Stellen Sie mal die Rechnung auf, WER wirklich bluten muss für diese Boni (Schuldenstand beachten).
Ist es möglich, dass Politiker nicht rechnen können?
Falsch, sie können rechnen, aber nur für ihr eigenes Konto. Nach mir die Sintflut, hat bisher immer geklappt und bis zum Bankrott dauert es noch...
Bernd Ulrich schreibt in seinem Kommentar:“ Wer erlaubt uns festzulegen, wer ein Mensch mit minderem Recht auf ein menschenwürdiges Leben ist und wer ein vollwertiger Europäer?“
Aus schlichtem Egoismus würden wir die Menschen draußen halten und weil wir es den Menschen nicht ins Gesicht sagen müssen.
Ich sage dieses sehr wohl als ein Angehöriger einer Generation, die nach 1945 unter unsäglichen Opfern Deutschland wieder aufgebaut hat.
Hier meine Argumente:
1. Anspruch auf Asyl haben nach unserem Recht politisch Verfolgte und keine Wirtschaftsflüchtlinge.
2. Die Aufnahme der 5000 Flüchtlinge von Lampedusa würde ein verheerendes Signal an alle potentiellen Flüchtlinge geben, es auch zu versuchen. Die Bevölkerung in den arabischen Ländern ist in 30 Jahren von 150 Mio. auf 400 Mio. gestiegen. Bei einer Umfrage gaben zwei Drittel der Bevölkerung in diesem Raum an, wenn sie Gelegenheit dazu bekommen würden, nach Europa flüchten zu wollen.
[...]
Anm: Bitte achten Sie auf Sachlichkeit. Danke. Die Redaktion/km
die bösen Afrikaner wollen alle unser Sozialsystem ausnutzen, weil sie ja so faul sind. Mein Gott, ich wünsch mir manchmal dass Menschen wie Sie mal auf die "gutmenschlichkeit" ihrer Mitmenschen angewiesen sind.
Ich verstehe nicht, warum dieser Kommentar (insbesondere 3 und 4) so pauschal auf den Charakter auf Einwanderer abzielt. Ich habe selbst in Tunesien eine Zeit lang dort gearbeitet und studiere gerade in Tunesien. Wahrscheinlich wissen die wenigsten, dass wir Deutschen wirklich wie die Made im Speck leben. Wenn wir eine Gute soziale Absicherung haben ist doch alles schön und gut und dass unser Ruf so weltweit bekannt ist, umso besser.
Nun kann man es einem Tunesier (oder auch zukünftig Flüchtlingen aus anderen Ländern) nicht verdenken, dass sie auch einen Teil vom Kuchen abhaben wollen.
Diese Flüchltlinge zeigen Mut, indem über hundert Kilometer ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, mit der Ungewissheit, was danach mit Ihnen geschieht. Denken Sie wirklich, dass diese Person zu faul ist, dann acht Stunden am Tag zu Arbeiten? (Tunesier arbeiten teilweise mehr als 8 Stunden, außer natürlich im Ramadan)
Zu 4. : Es sind hausgemachte Probleme in Dtl.. Es liegt an der Politik und primär an uns wie wir diese Leute integrieren und akzeptieren. Viele meiner Freunde aus dem Nahen Osten sind fleißiger und arbeitssamer als ich. Auch wenn sie einen anders glauben, habe ich mehr mit und von Ihnen gelernt als von manchem Deutschen. Ich frage mich, warum diese weniger Recht auf ein Leben in Dtl. haben als ich. Man sollte einmal weniger in Weiß und Schwarz oder in Schubladen denken.
Manchmal ist es unter jeder Menschenwürde was einige hier schreiben, Schauen sie mal im GG1 nach ;)
[...]
Dieser Teil ihres Kommentars widert mich besonders an.
Anm: Der von Ihnen zitierte Beitrag wurde zwischenzeitlich moderiert. Danke. Die Redaktion/km
die bösen Afrikaner wollen alle unser Sozialsystem ausnutzen, weil sie ja so faul sind. Mein Gott, ich wünsch mir manchmal dass Menschen wie Sie mal auf die "gutmenschlichkeit" ihrer Mitmenschen angewiesen sind.
Ich verstehe nicht, warum dieser Kommentar (insbesondere 3 und 4) so pauschal auf den Charakter auf Einwanderer abzielt. Ich habe selbst in Tunesien eine Zeit lang dort gearbeitet und studiere gerade in Tunesien. Wahrscheinlich wissen die wenigsten, dass wir Deutschen wirklich wie die Made im Speck leben. Wenn wir eine Gute soziale Absicherung haben ist doch alles schön und gut und dass unser Ruf so weltweit bekannt ist, umso besser.
Nun kann man es einem Tunesier (oder auch zukünftig Flüchtlingen aus anderen Ländern) nicht verdenken, dass sie auch einen Teil vom Kuchen abhaben wollen.
Diese Flüchltlinge zeigen Mut, indem über hundert Kilometer ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, mit der Ungewissheit, was danach mit Ihnen geschieht. Denken Sie wirklich, dass diese Person zu faul ist, dann acht Stunden am Tag zu Arbeiten? (Tunesier arbeiten teilweise mehr als 8 Stunden, außer natürlich im Ramadan)
Zu 4. : Es sind hausgemachte Probleme in Dtl.. Es liegt an der Politik und primär an uns wie wir diese Leute integrieren und akzeptieren. Viele meiner Freunde aus dem Nahen Osten sind fleißiger und arbeitssamer als ich. Auch wenn sie einen anders glauben, habe ich mehr mit und von Ihnen gelernt als von manchem Deutschen. Ich frage mich, warum diese weniger Recht auf ein Leben in Dtl. haben als ich. Man sollte einmal weniger in Weiß und Schwarz oder in Schubladen denken.
Manchmal ist es unter jeder Menschenwürde was einige hier schreiben, Schauen sie mal im GG1 nach ;)
[...]
Dieser Teil ihres Kommentars widert mich besonders an.
Anm: Der von Ihnen zitierte Beitrag wurde zwischenzeitlich moderiert. Danke. Die Redaktion/km
...dass die Menschen garnicht aus ihrem Land flüchten wollen?
Ist doch simpel.
Keine Not = Keine Flucht
Ich verstehe nicht, warum man lieber hunderte Millionen in die Grenzsicherung investiert, anstatt diese in die dortige Aufbauhilfe fließen zu lassen.
Die Antwort kann ich Ihnen geben …
Weil sich wirtschaftliche Entwicklung nicht erzwingen lässt. Helmut Kohl warb im Überschwang der Vereinigungs-Euphorie mit den heute sprichwörtlichen „blühenden Landschaften“, also mit der Vorstellung, ein Wirtschaftswunder 2.0 lasse sich gezielt herbeiführen. Wir konnten in den letzten zwei Jahrzehnten verfolgen, was davon Wirklichkeit wurde – und was nicht. Im Maghreb sind sich Voraussetzungen noch ungleich schlechter.
Dass ein Abriegeln von Grenzen keine Probleme löst, sondern sie einem bestenfalls vom Leibe hält, steht auf einem anderen Blatt.
Die Antwort kann ich Ihnen geben …
Weil sich wirtschaftliche Entwicklung nicht erzwingen lässt. Helmut Kohl warb im Überschwang der Vereinigungs-Euphorie mit den heute sprichwörtlichen „blühenden Landschaften“, also mit der Vorstellung, ein Wirtschaftswunder 2.0 lasse sich gezielt herbeiführen. Wir konnten in den letzten zwei Jahrzehnten verfolgen, was davon Wirklichkeit wurde – und was nicht. Im Maghreb sind sich Voraussetzungen noch ungleich schlechter.
Dass ein Abriegeln von Grenzen keine Probleme löst, sondern sie einem bestenfalls vom Leibe hält, steht auf einem anderen Blatt.
Unter moralischen Gesichtspunkten ist die Frage klar beantwortet. Jeder der kommt, wird mit einem Dach und Essen ausgestattet. So ist es dem guten Menschen geschuldet.
Wir sprechen hier schon gar nicht mehr von Integration. Hier hatten wir 50 Jahre Erfahrung, die Zahl der Menschen, welche in Parallelgesellschaften leben, wächst bei schrumpfender noch Bevölkerungsmajorität. Nach einem halben Jahrundert, in diesem Prozeß, ist kaum noch Besserung zu erwarten. Wer sich integrieren (Assimilation durch gemeinsame Kinder etc.) will, tut dies einfach, wer nicht, wandert in die Parallegesellschaften ab/verbleibt dort.
Es werden immer mehr Menschen aus Afrika und den orientalischen Ländern kommen. Diese werden in Europa keine Arbeit im niedrigqualifizierten Arbeitsmarkt bekommen, dieser ist übersättigt. Somit wird die Bevölkerungswanderung weitergehen, solange wir dies noch finanzieren können. Es sind Millionen im 3 stelligen Bereich, welche nach Europa wollen (z.B.: nur Mali möchten über 50% der Menschen auswandern).
...ja gar nicht so Unrecht. Menschen aus anderen Erdteilen wollen nach Europa, weil sie sich hier ein besseres Leben erhoffen. (Aus demselben Grund wollen übrigens Menschen aus anderen Teilen Europas nach Deutschland und Menschen aus vielen Teilen Deutschlands in die Hauptstädte - das hat nichts mit der "Kultur" zu tun, aus der jemand stammt.)
Ein anderer Kommentator stellt fest, dass unser Recht vorsieht, politische Flüchtlinge aufzunehmen, wirtschaftliche aber nicht.
Ich finde diese Unterscheidung kurios, setzt sie doch voraus, dass jeder, der arm ist (wo auch immer auf der Welt) dies aus eigenem Verschulden ist und diesen Zustand aus eigener Kraft ändern könnte. Dass das Quatsch ist, muss man hoffentlich niemandem mehr erklären.
Mich bestürzt immer wieder die Arroganz, mit der in Deutschland allenthalben verkündet wird, all diese Ausländer wollten nur an unsere Honigtöpfe und sollten sich mal lieber zuhause 'nen Job suchen. Von denselben Leuten, die entrüstet aufschreien bei jeder Anmerkung, dass schon behutsame Veränderungen der globalen Wirtschaftssysteme möglicherweise dazu beitragen könnten, dass Menschen aus anderen Weltteilen vllt. gar nicht mehr hierher kommen wollen müssten, weil ihnen dann ein Leben in ihrer Heimat ermöglicht würde (viele Menschen sind lieber in ihrer Heimat als anderswo, nicht nur Deutsche ;) ).
Aber wirtschaftl. Flüchtlinge produzieren und dann an der Tür ablehnen ist schon irgendwie unmoralisch...
...ja gar nicht so Unrecht. Menschen aus anderen Erdteilen wollen nach Europa, weil sie sich hier ein besseres Leben erhoffen. (Aus demselben Grund wollen übrigens Menschen aus anderen Teilen Europas nach Deutschland und Menschen aus vielen Teilen Deutschlands in die Hauptstädte - das hat nichts mit der "Kultur" zu tun, aus der jemand stammt.)
Ein anderer Kommentator stellt fest, dass unser Recht vorsieht, politische Flüchtlinge aufzunehmen, wirtschaftliche aber nicht.
Ich finde diese Unterscheidung kurios, setzt sie doch voraus, dass jeder, der arm ist (wo auch immer auf der Welt) dies aus eigenem Verschulden ist und diesen Zustand aus eigener Kraft ändern könnte. Dass das Quatsch ist, muss man hoffentlich niemandem mehr erklären.
Mich bestürzt immer wieder die Arroganz, mit der in Deutschland allenthalben verkündet wird, all diese Ausländer wollten nur an unsere Honigtöpfe und sollten sich mal lieber zuhause 'nen Job suchen. Von denselben Leuten, die entrüstet aufschreien bei jeder Anmerkung, dass schon behutsame Veränderungen der globalen Wirtschaftssysteme möglicherweise dazu beitragen könnten, dass Menschen aus anderen Weltteilen vllt. gar nicht mehr hierher kommen wollen müssten, weil ihnen dann ein Leben in ihrer Heimat ermöglicht würde (viele Menschen sind lieber in ihrer Heimat als anderswo, nicht nur Deutsche ;) ).
Aber wirtschaftl. Flüchtlinge produzieren und dann an der Tür ablehnen ist schon irgendwie unmoralisch...
die bösen Afrikaner wollen alle unser Sozialsystem ausnutzen, weil sie ja so faul sind. Mein Gott, ich wünsch mir manchmal dass Menschen wie Sie mal auf die "gutmenschlichkeit" ihrer Mitmenschen angewiesen sind.
...der von Ihnen kommentierte Kommentator tatsächlich wie behauptet nach 1945 an diesem Land herumaufgebaut hat, dann steht zu erwarten, dass er oder sie in nicht allzuferner Zeit in exakt die Situation kommen wird, dass diverse zugewanderte Billigarbeitskräfte ihm oder ihr den Brei in den Mund zu schaufeln haben werden.
Wahrscheinlich wird es dann aber zu spät für irgendeine Art von Erkenntnis sein...
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km
...der von Ihnen kommentierte Kommentator tatsächlich wie behauptet nach 1945 an diesem Land herumaufgebaut hat, dann steht zu erwarten, dass er oder sie in nicht allzuferner Zeit in exakt die Situation kommen wird, dass diverse zugewanderte Billigarbeitskräfte ihm oder ihr den Brei in den Mund zu schaufeln haben werden.
Wahrscheinlich wird es dann aber zu spät für irgendeine Art von Erkenntnis sein...
Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/km
„Im Kern sagen wir all den armen Flüchtlingen da draußen in der Welt, daß wir sie fernhalten dürfen, weil wir es wollen, daß wir es tun, weil wir es können. Aus schlichtem Egoismus, der menschlich verständlich, aber nicht sehr menschlich ist, den wir auch nur durchhalten können, weil wir ihn den Flüchtlingen nicht ins Gesicht sagen müssen.“
Aus dieser unbewiesenen Behauptung spricht mangelndes Realitätsbewußtsein.
Die Decke der Zivilisation ist dünn, auch wenn diese unbequeme Tatsache bestimmte saturierte Milieus in Deutschland verdrängen. Wirklich bedrohtes Eigentum wird im allgemeinen mit Gewalt gegen Eindringlinge verteidigt.
was is denn "unser" Eigentum ? Reichtum gebaut auf die Jahrhunderte Knechtschaft ?
was is denn "unser" Eigentum ? Reichtum gebaut auf die Jahrhunderte Knechtschaft ?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren