Model Andrej Pejic "Als Frau bin ich sexy, als Mann schlicht"
Er ist das einzige Model, das sowohl Männer- als auch Frauenmode präsentiert. Damit verkörpert er einen revolutionären Trend, die Auflösung der Geschlechtergrenzen.
ZEITmagazin: Herr Pejic, fühlen Sie sich eher als Mann oder als Frau?
Andrej Pejic: Manchmal eher männlich und manchmal eher weiblich. Viele finden mich zurzeit sicher eher feminin, aber ich bin beides. Und fühle mich momentan sehr wohl damit.
ZEITmagazin: Wann haben Sie Ihre feminine Seite entdeckt?
Pejic: Schon als ich sehr jung war, habe ich mich für die Garderobe meiner Mutter interessiert. Und solange man ein Kind ist, finden das alle auch noch süß. Erst als ich älter wurde, habe ich gemerkt, dass es eine feine Linie gibt zwischen Jungen und Mädchen.
ZEITmagazin: Und dann war es nicht mehr süß?
Pejic: Nein, es war dann nicht mehr okay, dass ich mit Puppen gespielt und Make-up aufgetragen habe. So zwischen acht und zwölf Jahren hatte ich eine Zeit, in der ich mit aller Kraft versuchte, ein richtiger Junge zu sein. Aber es hat nicht sehr gut funktioniert.
ZEITmagazin: Sie sind in Bosnien geboren, kurz vor dem Krieg, und haben bis zum achten Lebensjahr in Serbien gelebt – das klingt für mich nicht nach einer Umgebung, die viel Rücksicht auf sexuelle Selbstfindung nimmt...
Pejic: Serbien ist bestimmt kein sehr tolerantes Land. Aber ich war ein süßes Kind, da hat man mir viel verziehen. Die harte Zeit begann für mich erst, als ich älter wurde. Ich habe meiner Mutter viel zu verdanken, die uns in dieser krisengeschüttelten Zeit sehr behütet aufgezogen hat.
ZEITmagazin: Wie war Ihr Elternhaus?
Pejic: Mein Vater war Ökonom, jetzt arbeitet er in Bosnien in der Tourismusindustrie. Meine Mutter war Rechtsanwältin – als wir nach Australien umsiedelten, studierte sie noch einmal, heute ist sie Lehrerin.
ZEITmagazin: Also eine Mittelklassefamilie?
Pejic: Wir kamen aus der Mittelklasse, ja. Aber nach dem Krieg waren wir eine arme Familie – ich fühle mich eher als Arbeiterkind.
ZEITmagazin: Wie haben Sie sich dort zurechtgefunden als Achtjähriger in einem fremden Land?
Pejic: Es war hart. Es gab zum Beispiel kein Integrationsprogramm für Ausländer. Ich saß in der Klasse, sprach kein Wort Englisch und versuchte, etwas aufzuschnappen. Aber wenn man ein Kind ist, ist das leichter. Ich habe ein Jahr gebraucht, um die Sprache zu lernen.
ZEITmagazin: Seit wann interessiert Sie Mode?
Pejic: Ich habe schon früh Modemagazine gelesen und gerne Kleidung gekauft – aber ich habe nie an eine Modelkarriere gedacht.
- Datum 17.02.2011 - 13:11 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin, 17.2.2011 Nr. 08
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Das ZEITmagazin (Tillman Prüfer) bemerkt zu Pejic:
"Sie sind in Bosnien geboren, kurz vor dem Krieg, und haben bis zum achten Lebensjahr in Serbien gelebt – das klingt für mich nicht nach einer Umgebung, die viel Rücksicht auf sexuelle Selbstfindung nimmt..."
Ja, nur um sexuelle Selbstfindung ging es dem 8jährigen nicht.
Es ging um Geschlechtsidentität bzw. die Präsentation des Geschlechts.
Mit sexuell hat das gar nichts zu tun.
Aber sicher ist es sensationeller für den Journalisten ...
Ist es so schwer, Geschlechtsidentität und Sexualität/sexuelle Orientierung auseinander zu halten?
Sie wollen trennen was nicht zu trennen ist. Sie separieren also das eigene geschlechtliche Identität von der eigenen Sexualität? Was genau ist denn ihre Beweggrund dafür?
sexus, übrigens, ist das lateinische Wort für Geschlecht.
Ihren Vorwurf an den Journalisten "sensationslüstern" zu sein, der trifft eher auf Sie selbst zu. Endlich ein Fehler den man dem Journalisten bloß vorwerfen kann. Toll gemacht.
Sie wollen trennen was nicht zu trennen ist. Sie separieren also das eigene geschlechtliche Identität von der eigenen Sexualität? Was genau ist denn ihre Beweggrund dafür?
sexus, übrigens, ist das lateinische Wort für Geschlecht.
Ihren Vorwurf an den Journalisten "sensationslüstern" zu sein, der trifft eher auf Sie selbst zu. Endlich ein Fehler den man dem Journalisten bloß vorwerfen kann. Toll gemacht.
Normalerweise haben Frauen Brüste. Die Modelbranche jedoch zeigt nun mit diesem Model, dass die "normalen" zu hageren Frauen auch keine Brüste haben und so von einem femininen Mann ersetzt werden können. Ist das nicht erschreckend?
Zugleich zeigt es die absolute Sinnlosigkeit der Schnitte heutzutage, da die normal durchschnittliche Frau einen normalen Busen mitbringt. Schaut man sich die Schlabberkleidung beispielsweise bei H&M an, so möchte dies doch keine ausgewachsene junge Frau tragen, sondern wirklich eher die Teenager, [...]
Schöne Grüße.
Teil entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke. Die Redaktion/wg
Das gleiche habe ich auch gedacht. Die Models heute haben Größe null, XS bzw. 34 und haben überhaupt keine weiblichen Formen oder Busen mehr. Es ist krotesk sie durch einen Mann zu ersetzen. Aber irgendwie auch sehr interesant. I mean what' s next?
Das gleiche habe ich auch gedacht. Die Models heute haben Größe null, XS bzw. 34 und haben überhaupt keine weiblichen Formen oder Busen mehr. Es ist krotesk sie durch einen Mann zu ersetzen. Aber irgendwie auch sehr interesant. I mean what' s next?
Das gleiche habe ich auch gedacht. Die Models heute haben Größe null, XS bzw. 34 und haben überhaupt keine weiblichen Formen oder Busen mehr. Es ist krotesk sie durch einen Mann zu ersetzen. Aber irgendwie auch sehr interesant. I mean what' s next?
Da ruft Frau Nadja Auermann zu einem Gesetz gegen Kindermodels auf und einen Tag später kommt das Zeitmagazin mit der "Lösung": Die Modeschöpfer wollen magere Kindfrauen ohne Busen, Po und Hüfte- dann lasst die Mode doch künftig nur noch von Jungen tragen.
Es ist mir ein Rätsel, wie es den Redakteuren gelingen konnte diese Entwicklung so zu feiern, ohne auch nur ein kritisches Wort zu schreiben. Und die Fotos sind, wie alle die ich bislang im Zeimagazin von Juergen Teller betrachten konnte, kalt und abstoßend.
Ich bin froh, dass die Serie durch Fotos von Paolo Pellegrin ersetzt wurde.
Das Anschauen Ihres Zeitmagazins zur Frühjahrsmode hat mich aggressiv und traurig gestimmt. Warum lassen sich Frauen einreden, sie müssten alles Weibliche verschwinden lassen, damit sie gut aussehen? Wollen Frauen diesem männlichen Modell nacheifern, damit die Kleidung passt, müssten sie sich alles Runde und Weibliche wegoperieren lassen. Besser: Die Mode einfach nicht kaufen! Das wünsche ich mir und eine Fotostrecke mit echten Frauen und Mode, die Lust auf Frühling und nicht wütend macht.
postings, die den magerwahn im modelbusiness und die quasi formlosigkeit des fashion-körperkonzepts nun durch andrej p. nur noch mehr bestätigt und also als problem sehen, gibts unter vielen artikeln, die ihn betreffen. ist interessant und auch nicht ganz falsch, dass das in artikeln nicht vorkommt und aber verhandelt werden sollte. andererseits gehts mir langsam auf die nerven. denn es geht hier um etwas ganz anderes. mode und auch models in dieser kategorie sind keine schönheitsideale, sondern stellen eine künstlerische setzung dar, wenn man so will. klar, deren bilder sind auch ein kulturelles "produkt", aber in einer welt voller bilder, braucht man nicht mehr den einen maler, der nun das allgemeine schönheitsideal auf die leinwand bringt. es gibt auch viele initiativen, die sich nämlich in die andere richtung wenden, wie die von dove oder von brigitte (schon älter), dann gab es supermodel sophie daal oder anna nicole smith. wichtig ist allerdings, dass frauen schon in jungen jahren in ihrem selbstbewusstsein gestärkt werden um das nicht als vorbild zu sehen. so viele postings fragen, warum frauen sich das antun, solche models zu akzeptieren. da kann ich nur sagen, aber hallo, als erwachsene frau glaubt man doch nicht, dass diese bilder bedeuten, man solle so aussehen, oder doch?? das ist doch tragisch! (2.teil folgt)
postings, die den magerwahn im modelbusiness und die quasi formlosigkeit des fashion-körperkonzepts nun durch andrej p. nur noch mehr bestätigt und also als problem sehen, gibts unter vielen artikeln, die ihn betreffen. ist interessant und auch nicht ganz falsch, dass das in artikeln nicht vorkommt und aber verhandelt werden sollte. andererseits gehts mir langsam auf die nerven. denn es geht hier um etwas ganz anderes. mode und auch models in dieser kategorie sind keine schönheitsideale, sondern stellen eine künstlerische setzung dar, wenn man so will. klar, deren bilder sind auch ein kulturelles "produkt", aber in einer welt voller bilder, braucht man nicht mehr den einen maler, der nun das allgemeine schönheitsideal auf die leinwand bringt. es gibt auch viele initiativen, die sich nämlich in die andere richtung wenden, wie die von dove oder von brigitte (schon älter), dann gab es supermodel sophie daal oder anna nicole smith. wichtig ist allerdings, dass frauen schon in jungen jahren in ihrem selbstbewusstsein gestärkt werden um das nicht als vorbild zu sehen. so viele postings fragen, warum frauen sich das antun, solche models zu akzeptieren. da kann ich nur sagen, aber hallo, als erwachsene frau glaubt man doch nicht, dass diese bilder bedeuten, man solle so aussehen, oder doch?? das ist doch tragisch! (2.teil folgt)
"Das gleiche habe ich auch gedacht. Die Models heute haben Größe null, XS bzw. 34 und haben überhaupt keine weiblichen Formen oder Busen mehr. Es ist krotesk sie durch einen Mann zu ersetzen. Aber irgendwie auch sehr interesant. I mean what' s next?"
Zufälligerweise habe ich auch die Größe 0 und Sie können darauf wetten, dass mein Busen oder meine weiblichen Formen immer noch da sind, wo sie hingehören. Fangen wir hier in Deutschland etwa jetzt auch mit der leidigen Debatte an, bezüglich welche Körperform als wirklich weiblich zu bezeichnen ist und welche nicht? Ich hatte wirklich gehofft, dass die Zeiten, in denen wir uns Stammtischsprüche, wie "Eine Frau muss einen Hintern haben, in dem man ein Fahrrad parken und ein Glas Bier drauf abstellen kann" längst vorbei sind.
Zu Andrej; Frauen stoßen jeden Tag in sogenannte Männerdomänen vor, also warum sollten Männer dies nicht auch mal wagen? Das gilt übrigens nicht nur für den Modeljob.
Meiner Meinung nach liegt in der Androgynität unsere Zukunft. Warum haben die Menschen so Angst davor? Ist es wirklich so wichtig Genderrollen aufrecht zu erhalten, damit wir auch ja alle nicht vergessen, dass nur Männer furzen und nur Frauen schlecht einparken dürfen?
Interessante Idee mit dem Geschlechterwechsel, allein ein ganzes Heft mit den Extrem-Blitz-Fotos von Jürgen Teller ist wirklich grausam. Wahrscheinlich bin ich ein Kunstbanause, aber für mich sehen seine Bilder (meistens) aus, wie von Tante Erna mit der Wegwerfkamera genknipst. Das soll wohl so und in höheren kulturellen Kreisen geht da wohl manchem einer ab. Für mich wirken die Bilder flach, hart und kalt – ich hoffe, dass die Zeit in Zukunft mehr mit anderen Fotografen arbeitet.
postings, die den magerwahn im modelbusiness und die quasi formlosigkeit des fashion-körperkonzepts nun durch andrej p. nur noch mehr bestätigt und also als problem sehen, gibts unter vielen artikeln, die ihn betreffen. ist interessant und auch nicht ganz falsch, dass das in artikeln nicht vorkommt und aber verhandelt werden sollte. andererseits gehts mir langsam auf die nerven. denn es geht hier um etwas ganz anderes. mode und auch models in dieser kategorie sind keine schönheitsideale, sondern stellen eine künstlerische setzung dar, wenn man so will. klar, deren bilder sind auch ein kulturelles "produkt", aber in einer welt voller bilder, braucht man nicht mehr den einen maler, der nun das allgemeine schönheitsideal auf die leinwand bringt. es gibt auch viele initiativen, die sich nämlich in die andere richtung wenden, wie die von dove oder von brigitte (schon älter), dann gab es supermodel sophie daal oder anna nicole smith. wichtig ist allerdings, dass frauen schon in jungen jahren in ihrem selbstbewusstsein gestärkt werden um das nicht als vorbild zu sehen. so viele postings fragen, warum frauen sich das antun, solche models zu akzeptieren. da kann ich nur sagen, aber hallo, als erwachsene frau glaubt man doch nicht, dass diese bilder bedeuten, man solle so aussehen, oder doch?? das ist doch tragisch! (2.teil folgt)
...noch dazu in diesem speziellen fall von andrej, geht es doch um etwas ganz anderes. wobei die überlegung, was androgynität im verhältnis zu weiblichen formen bedeutet und weiters zu gender-bender, gleichberechtigung und natürlich der frage, warum der knabenkörper (es geht nämlich hier um einen knaben!) quasi als "neutral" gesehen wird und somit fähig, beide geschlechter zu repräsentieren, schon eine rolle spielen sollte und viel über unser gender verständnis sagt, aber es geht hier nicht, genauso wenig wie bei allen weiblichen androgynmodels die derzeit herumlaufen, darum zu sagen, so leute, ihr müsst alle mager sein. eher darum zu sagen: gendergrenzen sind einfach nur konstruiert! und so ist auch die setzung "echte frauen haben hüfte und busen" nur eine kulturelle setzung, die genauso abzulehnen ist, wenn sie zur alleinigen norm werden sollte. man sollte daran ansetzen, junge frauen in ihrem selbstbewusst zu stärken und den umgang mit bildern thematisieren. so, dass man sich diese bilder nicht als vorbilder nimmt. denn ganz ehrlich, ich kann die "normalen" (was das überhaupt ist?) frauen oder männer genauso interessant inszenieren bzw mir überlegen, was deren iniszenierung in einer gegebenen geschichtlichen situation bedeutet, wie total "abnormale". ich brauch nicht die "frau von der straße". was ist das überhaupt? und ich erwarte mir nicht totale realität in den bildern. das hab ich eh um mich herum. die realität muss künstlerisch verarbeitet werden.
...noch dazu in diesem speziellen fall von andrej, geht es doch um etwas ganz anderes. wobei die überlegung, was androgynität im verhältnis zu weiblichen formen bedeutet und weiters zu gender-bender, gleichberechtigung und natürlich der frage, warum der knabenkörper (es geht nämlich hier um einen knaben!) quasi als "neutral" gesehen wird und somit fähig, beide geschlechter zu repräsentieren, schon eine rolle spielen sollte und viel über unser gender verständnis sagt, aber es geht hier nicht, genauso wenig wie bei allen weiblichen androgynmodels die derzeit herumlaufen, darum zu sagen, so leute, ihr müsst alle mager sein. eher darum zu sagen: gendergrenzen sind einfach nur konstruiert! und so ist auch die setzung "echte frauen haben hüfte und busen" nur eine kulturelle setzung, die genauso abzulehnen ist, wenn sie zur alleinigen norm werden sollte. man sollte daran ansetzen, junge frauen in ihrem selbstbewusst zu stärken und den umgang mit bildern thematisieren. so, dass man sich diese bilder nicht als vorbilder nimmt. denn ganz ehrlich, ich kann die "normalen" (was das überhaupt ist?) frauen oder männer genauso interessant inszenieren bzw mir überlegen, was deren iniszenierung in einer gegebenen geschichtlichen situation bedeutet, wie total "abnormale". ich brauch nicht die "frau von der straße". was ist das überhaupt? und ich erwarte mir nicht totale realität in den bildern. das hab ich eh um mich herum. die realität muss künstlerisch verarbeitet werden.
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