Internet auf einem Mobiltelefon © Peter Macdiarmid/Getty Images

DIE ZEIT: Immer mehr Menschen surfen mit ihren Mobiltelefonen im Internet. Wann brechen die Funknetze wegen Überlastung zusammen?

Douglas Gilstrap : Vor allem in Japan und den Vereinigten Staaten beobachten wir schon heute tatsächlich ein stark steigendes Datenvolumen. Aber die Netze halten das aus, ein Zusammenbruch ist nicht zu befürchten, weil die Netzbetreiber die Kapazitäten stetig erhöhen.

ZEIT : Kein Blackout? Woher kommen dann all die Meldungen vom drohenden Datenstau und ruckelnden Bildern?

Gilstrap : Den Netzen geht es gut. Das ist nicht das Problem.

ZEIT: Wirklich nicht? Während der Abendstunden gehen in den USA bereits mehr als 40 Prozent der gesamten Netzkapazitäten für das Anschauen von Onlinevideos drauf. Noch machen die Nutzer das vor allem am PC zu Hause, aber sie sind zunehmend mit Tablets und Smartphones unterwegs.

Gilstrap : Die Zahl der Smartphones steigt tatsächlich stark an, und die Besitzer konsumieren damit auch mehr Videos. Aber das ist technisch beherrschbar, dabei geht es um Frequenzen und andere Dinge. Viel wichtiger ist, dass die Netzbetreiber...

ZEIT : ...also Firmen wie Telekom, Vodafone oder Verizon...

Gilstrap : ...das Datenaufkommen ordentlich managen. Und das machen sie über spezielle Datentarife für Smartphones. Mobiles Surfen ist nicht ohne Grund so teuer.

ZEIT : Teuer? Eine Internet-Flatrate fürs Handy bekommt man schon für unter zehn Euro.

Gilstrap : Haben Sie mal versucht, das auszureizen? Die meisten dieser sogenannten Flatrates sind gar keine echten Pauschalangebote. Im Kleingedruckten steht fast immer eine Obergrenze. Wenn Sie diese erreichen, und bei Videos kann das ziemlich schnell gehen, wird die Übertragungsgeschwindigkeit gedrosselt. So schützen die Netzbetreiber ihre begrenzten Ressourcen.

ZEIT: Obergrenze, drosseln, begrenzt – das steht doch im krassen Widerspruch zu den Versprechungen der Industrie, wir könnten bald alle ständig und überall online sein. Ist das alles Blendwerk?

Gilstrap : Nein, die Netze entwickeln sich ja auch weiter.