Plagiat in der Schule Was Karlchen nicht lernt...Seite 2/2
Es gibt aber auch positive Ausnahmen. Als Sebastian Schuhbeck am Chiemgau-Gymnasium den USB-Stick aus seinem Federmäppchen zog, glaubten Aglaia, Benedikt und die anderen Schüler ihren Augen nicht zu trauen. »Plagiarism Finder« stand auf dem dunkelblau glänzenden Stift, den der Lehrer für Religion und Englisch am Laptop einsteckte. Auf dem Word-Dokument, das auf der Beamer-Leinwand erschien, färbten sich plötzlich Textteile rot ein. »36 übereinstimmende Passagen im Internet gefunden«, meldete die Software. Schuhbeck grinste: »Jetzt herrscht Waffengleichheit!«
Der 51-Jährige hat schon im Internet gesurft, als man noch mit Altavista suchte; seit 1998 nützt er seine Leidenschaft für Technik auch beruflich, als bayerischer Landesbeauftragter für Computereinsatz im Religionsunterricht. Er bringt seinen Kollegen bei, die Software einzusetzen – oder einfach den gesunden Menschenverstand. »Eigentlich zeigt einem schon der einigermaßen geübte Blick, ob ein Schüler seinen Aufsatz wirklich selbst geschrieben hat«, sagt Schuhbeck. »Wenn einer, der sonst starke Grammatikprobleme hat, plötzlich einen ganzen Absatz lang fehlerloses Englisch schreibt, wird man doch stutzig. Ich gebe dann die betreffende Passage bei Google ein.«
Dass seine Schüler richtig zitieren, kann er zumindest in der Oberstufe verlangen. Denn in Bayern gibt es seit dem Schuljahr 2009/10 ein verpflichtendes W-Seminar – W wie wissenschaftliches Arbeiten. Hier wird all das gelehrt, was später an den Universitäten verlangt wird: der kritische Umgang mit Quellen, richtiges Zitieren. Allerdings stehen solche Inhalte bisher in den wenigsten Ländern im Lehrplan.
Immerhin wird das Problem inzwischen wahrgenommen. Die Kultusministerkonferenz will im Herbst eine Erklärung zur Förderung der schulischen Medienbildung abgeben. Die soll dann einen Rahmen für die Aktivitäten der Länder bilden, die für die Lehrerausbildung und die Lehrpläne zuständig sind. »Wir brauchen dringend bundesweite Mindeststandards«, fordert Horst Niesyto, der Sprecher der Initiative Keine Bildung ohne Medien, die mit einem Kongress Ende März in Berlin die Debatte befeuern will.
Im Schulalltag sei es die Aufgabenstellung, die dem bloßen Kopieren am besten vorbeuge, sagt Kerstin Mayrberger, die als Juniorprofessorin an der Universität Mainz eine Einführung in die schulische Medienpädagogik hält. »Wenn ich als Lehrer die Schüler bitte, Informationen zu den Römern zu suchen, kopieren sie wahrscheinlich. Wenn ich aber von ihnen verlange, das Leben in einer Provinz aus der Sicht eines Römers zu erzählen, müssen sie die gesammelten Informationen verarbeiten und selbst denken.«
Mitarbeit: Angelika Dietrich
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- Datum 25.02.2011 - 19:40 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 24.2.2011 Nr. 09
- Kommentare 29
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http://www.bundesregierun...
Wie soll ich meinem schulpflichtigen Sohn erklären, dass für einen adeligen schneidigen Blender andere Regeln gelten als für ihn, ein bürgerliches Schulkind?
Für die bevorstehende Abschlussklasse habe ich ihm, nach langen Diskussionen über den Casus KT zu G, jegliche Form der "Schummelei" erlaubt.
Im Notfall reicht eine gut gespielte Entschuldigung um ministrabel zu bleiben.
Grüße
ist Ihr Sohn jedoch leider kein Minister, ministrabel kann er ja auch ohne Abitur sein.
Was den doctor plagiarius angeht, kann man hoffen, dass er auf etwas längere Sicht noch abgesägt wird.
Wenn jedoch seine dummdreiste Vorgehensweise bevölkerungsweit plagiiert wird, führt das schließlich einfach nur dazu, dass über kurz oder lang niemand mehr in der Lage sein wird, anspruchsvolle geistige Arbeit zu leisten, schließlich kann man alles ja auch einfacher haben. Welche Folgen das langfristig für Deutschland haben mag, kann sich ja jeder selbst überlegen.
Warum muss man sich eigentlich immer an miserablen Vorbildern orientieren? Vielleicht könnte man einfach zu Hause anfangen, einen Gegenakzent zu setzen. Man kann ja auch negative Vorbilder thematisieren.
ist Ihr Sohn jedoch leider kein Minister, ministrabel kann er ja auch ohne Abitur sein.
Was den doctor plagiarius angeht, kann man hoffen, dass er auf etwas längere Sicht noch abgesägt wird.
Wenn jedoch seine dummdreiste Vorgehensweise bevölkerungsweit plagiiert wird, führt das schließlich einfach nur dazu, dass über kurz oder lang niemand mehr in der Lage sein wird, anspruchsvolle geistige Arbeit zu leisten, schließlich kann man alles ja auch einfacher haben. Welche Folgen das langfristig für Deutschland haben mag, kann sich ja jeder selbst überlegen.
Warum muss man sich eigentlich immer an miserablen Vorbildern orientieren? Vielleicht könnte man einfach zu Hause anfangen, einen Gegenakzent zu setzen. Man kann ja auch negative Vorbilder thematisieren.
"Tiefer gehende Gedanken über das Warum machten sie sich allerdings selten."
Vollkommen zu recht. Das Urheberrecht ist ein perverses, ja, ein perverses Verwertungsrecht. Ich sehe durchaus ein, dass ein Autor einen gewissen Schutz für seine Arbeit verdient, damit sie nicht von anderen kommerziell ausgebeutet wird. Warum das bis tief in die Privatssphäre reichen muss und gelegentlich sogar Existenzen ruiniert, ist unverständlich.
Seit Menschengedenken wurde kopiert, es war sogar nötig zu kopieren, nur so konnte das Wissen erhalten bleiben. Wir könnten mit einer offenen Plagiatskultur viel produktiver sein, stattdessen muss man etwas perfekt formuliertes noch umständlich umschreiben, um nicht irgendjemanden auf die Füße zu treten. Die Lehrer und Hochschulen verschwenden Zeit damit, kopierte Passagen zu finden, Anwälte ruinieren arglose Menschen mit Abmahnungen, die ZEIT zensiert Zitate, Zitatesammlungen sind verboten usw. das ist lächerlich. Jedes Mal muss das Rad neu erfunden werden, anstatt sinnvoll auf bestehendem aufzubauen.
Auf der anderen Seit würgt man Kreativität von vornherein mit intransparenter Abkassiererei und hoher juristischer Unsicherheit ab, wie etwa im Musikbereich durch die GEMA. In Belgien ist die sich nichtmal zu schade, für Fantasietitel Geld zu verlangen:
http://www.heise.de/tp/r4...
Undemokratische intransparente Abzockerei. Mehr steckt nicht dahinter. Irgendwann wird diese Pfründewirtschaft fallen.
Ihr Beitrag ist ein schönes Beispiel für mangelnde Medienkompetenz. Wenn sie z.B. ein Lied aus dem Internet herunterladen, dann macht es einen Unterschied, ob sie die Kopie nur zuhause hören, oder die Kopie als CD für Geld auf der Straße verkaufen, oder das Lied unter der Dusche singen, oder beim Auftritt in der Kneipe singen und behaupten sie hätten es selbst geschrieben, oder die ersten drei Takte aus der Kopie in ihr eigenes Lied einbauen und das auch so auf das CD-Cover schreiben, oder das ganze Lied mit allen Soli übernehmen und nur drüber singen ohne die Musiker zu erwähnen, ... die Liste ist endlos.
Man kann zu jedem der Punkte eine andere Meinung haben, aber alles in einen Topf zu schmeißen und einfach Plagiate jeglicher Art zu befürworten ist wirklich arm. Dazu fällt mir nur noch Goethe ein: Wer keinen Geist hat, glaubt nicht an Geister und somit auch nicht an geistiges Eigentum.
>>die ZEIT zensiert Zitate, <<
Die Zeit zensiert zwar einiges, was anderswo noch locker durchgeht, aber Zitate?
Ich verwende sehr oft Zitate und bisher wurde noch keins gelöscht, vermutlich deswegen, weil ich diese auch als solche mit Quellenangaben kenntlich mache.
Ich muss also nicht das Rad neu erfinden, wie sie in ihrem Beitrag behaupten. Aber warum sollte ich die Ideen und Gedanken eines Anderen, mit denen ich übereinstimme, nicht kenntlich machen und sie dem Zuschreiben, der sie bereits perfekt formuliert hat. Mein Ego geht daran nicht zu Grunde, wenn ich fremde Ideen, die ich mir zu Eigen mache, als solche Kennzeichne. Insofern kann ich Ihr Problem nicht wirklich nachvollziehen.
Warum in akademischen Arbeiten das Abschreiben nichts zu suchen hat, sollte auch klar sein. Eine Doktorarbeit hat etwas mit Forschung zu tun, abgeschriebenes Wissen wiederzugeben, hat aber nichts mit Forschung und Weiterentwicklung zu tun. Gedanken, die bereits gedacht wurden zu wiederholen bringt niemanden weiter.
Das Ganze aber in einem Topf mit der Content-Industrie (die schon fast mafiaähnliche Züge angenommen hat) zu werfen, zeigt, dass es mit dem differenzierten Betrachtungen nicht allzuweit her sein kann. Vielleicht haben Sie einfach zu oft Meinungen kopiert ohne diese zu hinterfragen. Denn genau so ein Murks kommt dabei heraus, wenn man völlig sinnlos sich alles "mal eben" zusammen kopieren darf aber das Kopierte eben nicht entsprechend reflektiert.
"Seit Menschengedenken wurde kopiert, es war sogar nötig zu kopieren, nur so konnte das Wissen erhalten bleiben."
Ist Ihnen aufgefallen, daß damals die Kopien die einzige Form der Weitergabe waren und der "Kopierer" unter den Namen des Autors seinen eigenen als Abschreiber setzte? Heute braucht man keine Mönchsschule mehr, um die Kopie eines Buches zu erhalten. 1. Argument - aus.
Wir könnten mit einer offenen Plagiatskultur viel produktiver sein, stattdessen muss man etwas perfekt formuliertes noch umständlich umschreiben, um nicht irgendjemanden auf die Füße zu treten.
Wieso sind Plagiatkulturen produktiver? China-Syndrom? Wenn etwas perfekt formuliert ist, warum keine Quellenangabe?
2. Argument - aus.
"Die Lehrer und Hochschulen verschwenden Zeit damit, kopierte Passagen zu finden"
Richtig zitieren - weniger Suche. 3. Argument - aus.
"Anwälte ruinieren arglose Menschen mit Abmahnungen."
Da sollte man wirklich mal was tun - Abmahnungen beim ersten Mal frei stellen zum Beispiel.
"die ZEIT zensiert Zitate."
Bei mir bisher nicht.
"Zitatesammlungen sind verboten usw."
Soweit ich weiß, ist damit 80 Jahre nach Tod des Verfassers Schluß.
"das ist lächerlich. Jedes Mal muss das Rad neu erfunden werden, anstatt sinnvoll auf bestehendem aufzubauen."
Wenn Sie es nicht besser erschaffen können als der Vorgänger, so sollten Sie ihn zitieren.
Ihr Beitrag ist ein schönes Beispiel für mangelnde Medienkompetenz. Wenn sie z.B. ein Lied aus dem Internet herunterladen, dann macht es einen Unterschied, ob sie die Kopie nur zuhause hören, oder die Kopie als CD für Geld auf der Straße verkaufen, oder das Lied unter der Dusche singen, oder beim Auftritt in der Kneipe singen und behaupten sie hätten es selbst geschrieben, oder die ersten drei Takte aus der Kopie in ihr eigenes Lied einbauen und das auch so auf das CD-Cover schreiben, oder das ganze Lied mit allen Soli übernehmen und nur drüber singen ohne die Musiker zu erwähnen, ... die Liste ist endlos.
Man kann zu jedem der Punkte eine andere Meinung haben, aber alles in einen Topf zu schmeißen und einfach Plagiate jeglicher Art zu befürworten ist wirklich arm. Dazu fällt mir nur noch Goethe ein: Wer keinen Geist hat, glaubt nicht an Geister und somit auch nicht an geistiges Eigentum.
>>die ZEIT zensiert Zitate, <<
Die Zeit zensiert zwar einiges, was anderswo noch locker durchgeht, aber Zitate?
Ich verwende sehr oft Zitate und bisher wurde noch keins gelöscht, vermutlich deswegen, weil ich diese auch als solche mit Quellenangaben kenntlich mache.
Ich muss also nicht das Rad neu erfinden, wie sie in ihrem Beitrag behaupten. Aber warum sollte ich die Ideen und Gedanken eines Anderen, mit denen ich übereinstimme, nicht kenntlich machen und sie dem Zuschreiben, der sie bereits perfekt formuliert hat. Mein Ego geht daran nicht zu Grunde, wenn ich fremde Ideen, die ich mir zu Eigen mache, als solche Kennzeichne. Insofern kann ich Ihr Problem nicht wirklich nachvollziehen.
Warum in akademischen Arbeiten das Abschreiben nichts zu suchen hat, sollte auch klar sein. Eine Doktorarbeit hat etwas mit Forschung zu tun, abgeschriebenes Wissen wiederzugeben, hat aber nichts mit Forschung und Weiterentwicklung zu tun. Gedanken, die bereits gedacht wurden zu wiederholen bringt niemanden weiter.
Das Ganze aber in einem Topf mit der Content-Industrie (die schon fast mafiaähnliche Züge angenommen hat) zu werfen, zeigt, dass es mit dem differenzierten Betrachtungen nicht allzuweit her sein kann. Vielleicht haben Sie einfach zu oft Meinungen kopiert ohne diese zu hinterfragen. Denn genau so ein Murks kommt dabei heraus, wenn man völlig sinnlos sich alles "mal eben" zusammen kopieren darf aber das Kopierte eben nicht entsprechend reflektiert.
"Seit Menschengedenken wurde kopiert, es war sogar nötig zu kopieren, nur so konnte das Wissen erhalten bleiben."
Ist Ihnen aufgefallen, daß damals die Kopien die einzige Form der Weitergabe waren und der "Kopierer" unter den Namen des Autors seinen eigenen als Abschreiber setzte? Heute braucht man keine Mönchsschule mehr, um die Kopie eines Buches zu erhalten. 1. Argument - aus.
Wir könnten mit einer offenen Plagiatskultur viel produktiver sein, stattdessen muss man etwas perfekt formuliertes noch umständlich umschreiben, um nicht irgendjemanden auf die Füße zu treten.
Wieso sind Plagiatkulturen produktiver? China-Syndrom? Wenn etwas perfekt formuliert ist, warum keine Quellenangabe?
2. Argument - aus.
"Die Lehrer und Hochschulen verschwenden Zeit damit, kopierte Passagen zu finden"
Richtig zitieren - weniger Suche. 3. Argument - aus.
"Anwälte ruinieren arglose Menschen mit Abmahnungen."
Da sollte man wirklich mal was tun - Abmahnungen beim ersten Mal frei stellen zum Beispiel.
"die ZEIT zensiert Zitate."
Bei mir bisher nicht.
"Zitatesammlungen sind verboten usw."
Soweit ich weiß, ist damit 80 Jahre nach Tod des Verfassers Schluß.
"das ist lächerlich. Jedes Mal muss das Rad neu erfunden werden, anstatt sinnvoll auf bestehendem aufzubauen."
Wenn Sie es nicht besser erschaffen können als der Vorgänger, so sollten Sie ihn zitieren.
Lehrer:
"Karlchen, Du bist mein bester Schueler. Ist Dir wenigstens klar, dass das Kopieren Deiner Hausarbeit aus Quellen im Internet in mehr als der Haelfte Deiner Arbeit gleich ein mehrfaches Fehlverhalten ist: Betrugsversuch, Diebstahl geistigen Eigentums und fehlendes Rechtsbewusstsein Deinen Mitschuelern gegenueber, die sich angestrengt haben und ehrlich waren?"
Karlchen:
"Ja, es tut mir aufrichtig leid, aber ein Betrug ist das nicht! Da muss ich wohl nur etwas schlampig gearbeitet haben, ich musste ja auch gleichzeitig auf mein kleines Schwesterchen aufpassen, da kann das schon mal passieren."
Lehrer:
"Schoen, dass Du so demuetig bist, Karlchen! Die Hausarbeit kann ich leider nicht anerkennen, aber weitere Folgen hat das fuer Dich nicht, schliesslich bist Du sonst ein so ausgezeichneter Schueler und auch ein Klassenliebling!"
Sehr geehrte Frau Kutter!
Bei der Lektüre ihres Artikels drängt sich mir ein roter Faden der Argumentation auf, der darauf hinaus läuft, dass es den Schülern an deutschen Gymnasium zum jetzigen Zeitpunkt maßgeblich an der medialen Kompetenz mangelt, das Urheberrecht entsprechend zu würdigen.
Wenn dem so ist, und dieser These kann ich durchaus beipflichten, erachten Sie es nicht vielleicht als ein wenig zu begrifflich übersteuert, in diesem Zusammenhang gleich von einem Plagiat zu sprechen?
Auch wenn hinsichtlich der genauen Definition, ob für ein Plagiat Vorsatz notwendig ist oder nicht (zumindest die Wikipedia trifft hier keine eindeutige Aussage), keine Klarheit zu bestehen scheint, empfinde ich es doch, gelinde gesagt, für übertrieben, aus jedem Referenten einer 10ten Klasse gleich einen Plagiator zu machen, weil im Referat nicht die Wikipedia oder die BPB o.a. als Quelle genannt wurden.
Für mich gehört zu einem Plagiat massiv die Täuschungsabsicht und der Vorsatz; Motive, die man unzureichend sensibilisierten Schülern nur schwerlich anlasten kann, wie ich finde.
Über einen kurzen Absatz zur Klärung ihres Standpunktes zu diesem Thema wäre ich erfreut.
Mit freundlichem Gruß,
Mith
Sehr geehrter Mith,
wie wuerden Sie eine Klassenarbeit eines Gymnasiasten bewerten, bei der folgende Auffaelligkeiten gefunden wurden:
- einmal 8 und einmal 5 Seiten am Stueck durchgehende Kopie eines anderen Textes
- Herausloeschen von bereits vorhandenen Quellennachweisen aus einem kopierten Textabschnitt
- woertliche Uebersetzungen auslaendischer Urtexte ohne Quellenangabe
- insgesamt ueber 60 Seiten reiner Text aus fremden Texten zusammenkopiert
- schon in der Einleitung keine eigenen Gedanken verwendet
---
Hmm, kann man dies als vorsaetzliche Taeuschung und Plagiat bezeichnen oder ist dies vielleicht Zufall und Schlampigkeit? Ich bin mir nicht sicher...
Sehr geehrter Mith,
wie wuerden Sie eine Klassenarbeit eines Gymnasiasten bewerten, bei der folgende Auffaelligkeiten gefunden wurden:
- einmal 8 und einmal 5 Seiten am Stueck durchgehende Kopie eines anderen Textes
- Herausloeschen von bereits vorhandenen Quellennachweisen aus einem kopierten Textabschnitt
- woertliche Uebersetzungen auslaendischer Urtexte ohne Quellenangabe
- insgesamt ueber 60 Seiten reiner Text aus fremden Texten zusammenkopiert
- schon in der Einleitung keine eigenen Gedanken verwendet
---
Hmm, kann man dies als vorsaetzliche Taeuschung und Plagiat bezeichnen oder ist dies vielleicht Zufall und Schlampigkeit? Ich bin mir nicht sicher...
"Geistiges Eigentum"? So ein Quatsch. Was damit gemeint ist deckt sich mit dem gemeinhin verwendeten Eigentumsbegriff gar nicht und führt nur zu Verwirrung.
Ich kan lynchmob nur zustimmen. Schon der Begriff "Geistiges Eigentum" ist unsinnig. Geistiges Monopol trifft es da schon eher. Ich empfehle zu diesem Thema "Against Intellectual Monopoly" von Michele Boldrin und David K. Levine, welches sowohl als Buch als auch in elektronischer Form (http://www.dklevine.com/g...) erschienen ist.
Ich kan lynchmob nur zustimmen. Schon der Begriff "Geistiges Eigentum" ist unsinnig. Geistiges Monopol trifft es da schon eher. Ich empfehle zu diesem Thema "Against Intellectual Monopoly" von Michele Boldrin und David K. Levine, welches sowohl als Buch als auch in elektronischer Form (http://www.dklevine.com/g...) erschienen ist.
Sehr geehrter Mith,
wie wuerden Sie eine Klassenarbeit eines Gymnasiasten bewerten, bei der folgende Auffaelligkeiten gefunden wurden:
- einmal 8 und einmal 5 Seiten am Stueck durchgehende Kopie eines anderen Textes
- Herausloeschen von bereits vorhandenen Quellennachweisen aus einem kopierten Textabschnitt
- woertliche Uebersetzungen auslaendischer Urtexte ohne Quellenangabe
- insgesamt ueber 60 Seiten reiner Text aus fremden Texten zusammenkopiert
- schon in der Einleitung keine eigenen Gedanken verwendet
---
Hmm, kann man dies als vorsaetzliche Taeuschung und Plagiat bezeichnen oder ist dies vielleicht Zufall und Schlampigkeit? Ich bin mir nicht sicher...
wo das Bewusstsein gegeben ist, dass das, was man tut, Unrecht ist.
Wenn einem Schüler aber nie die Notwendigkeit von korrekter Zitation und sorgfältiger Quellenpflege nahe gelegt wurde, kann ich persönlich dieses Bewusstsein nicht unterstellen.
In diesem Fall müsste ich von Fahrlässigkeit statt Vorsatz ausgehen.
Genau das ist ja mein Problem in diesem Fall. Ich verbinde den Begriff des Plagiats mit einer vorsätzlichen Handlung. Und den mag ich einem Schüler der zehnten Klasse, der, weil es nie vorher erwähnt wurde, seine Referatsinhalte aus dem Internet zusammensucht, in diesem Fall nicht unterstellen.
wo das Bewusstsein gegeben ist, dass das, was man tut, Unrecht ist.
Wenn einem Schüler aber nie die Notwendigkeit von korrekter Zitation und sorgfältiger Quellenpflege nahe gelegt wurde, kann ich persönlich dieses Bewusstsein nicht unterstellen.
In diesem Fall müsste ich von Fahrlässigkeit statt Vorsatz ausgehen.
Genau das ist ja mein Problem in diesem Fall. Ich verbinde den Begriff des Plagiats mit einer vorsätzlichen Handlung. Und den mag ich einem Schüler der zehnten Klasse, der, weil es nie vorher erwähnt wurde, seine Referatsinhalte aus dem Internet zusammensucht, in diesem Fall nicht unterstellen.
Man sollte den Unterschied beachten. Die Angabe des Urheber ist im wissenschaftlichen Sinne insofern wichtig, um eine Rückverfolgung und somit ein besseres Verständnis und Nachprüfbarkeit zu ermöglichen. "Geistiges Eigentum" fällt eindeutig unter den Wirtschaftlichen Aspekt. Dieser hat nicht zwingend etwas mit der Wissenschaftlichkeit zu tun. Wenn man von "Geistiges Eigentum" spricht, befindet man sich bei ökonomischen Eigenschaften des Wissens. Das Wissen wertvoll sein kann, steht außer Frage.
http://www.spiegel.de/spi...
Eckhard Höffner zeigt aber mit seiner These auch, dass ein nicht so strenges Urheberrecht im ökonomischen Sinne, wirtschaftlich von Vorteil sein kann. Das muss aber nicht zwingend eine unwissenschaftlichkeit nach sich ziehen.
Würde man konsequent sein, müsste man jede einzelne Sache, die man gelernt habe mit Verweis auf die Quelle angeben. Wann endet das "Allgemeinwissen" und wann beginnt "spezielles Wissen"? Wenn man bei jeder einzelnen Aussage auf ihre Quelle verweißt, hat man die Logik, dass eigentlich (fast) alles einen anderen Urheber hat und man selber es nur irgendwo gehört hat und unterbewusst angewendet hat. Auf diese Weise würde aber ein solch radikales Verhalten dazu führen, dass niemand mehr "geistiges Eigentum" für sich beanspruchen könnte, weil alles den vorangegangenen Generationen zusteht.
Man sollte mehr über die ökonomischen Eigenschaften von Wissen in Bezug auf den Wissenschaftskörper diskutieren!
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