Glanzvoll war sein Leben nur auf den ersten Blick – trotz Macht und Pomp. Schon sein Eintritt in die Welt war mühselig, sein Abschied von ihr eine Schmerzenszeit. Dreizehn Stunden quälte sich seine Mutter, bis er in einem bescheidenen Adelspalais das Licht erblickte. Sein Vater ließ ihn auf einen für sein Haus ungewöhnlichen Namen taufen und begab sich bald wieder auf ausgedehnte Reisen. So erzog die Mutter den bleichen, blauäugigen und etwas kränklichen Jungen mit ungewöhnlich großer Strenge, manchmal prügelte sie ihn sogar. Seine Ausbildung war weder gründlich noch umfassend, einer seiner Lehrer sorgte jedoch für die intolerante Einstellung gegen jeden anderen Glauben. Trotz seiner eher bescheidenen Kenntnisse – vor allem das Rechnen fiel ihm sein Leben lang schwer – interessierte er sich brennend für neue ferne Länder sowie für Tiere und Pflanzen. Früh wurde er zum Bilder- und Büchernarr; am Ende seines Lebens besaß er 14.000 Bände, die größte private Bibliothek seiner Zeit, und eine Sammlung einschüchternd apokalyptischer Gemälde. Sein literarischer Geschmack dagegen war einfach, ein trivialer Ritterroman blieb seine Lieblingslektüre.

Fast noch Kind, ging er seine erste Ehe ein, mit 18 Jahren war er zum ersten Mal Witwer. Drei weitere Ehen endeten jeweils schon nach wenigen Jahren, mit 53 war er zum vierten Mal Witwer. Auch unter dem frühen Tod seiner Kinder litt er zutiefst, denn er liebte seine Kinder – nur ein Sohn und eine Tochter aus einer Schar von acht Kindern überlebten den treuen Familienvater.

Er fühlte sich als Sklave seines Amtes und bekannte, seiner Zeit voraus: "Das Volk ist nicht für den Herrscher da, sondern umgekehrt der Herrscher für das Volk." Im Glauben an Gottesgnadentum und absolute Macht wurde er sehr früh zu einem ernsten, prinzipientreuen, oft kleinlich bedenkenden und misstrauischen Herrscher. Konzentriert ging er vom späten Vormittag bis in die tiefe Nacht den Staatsgeschäften in einem Land nach, das dreimal während seiner Regierungszeit bankrott war. Alles wollte er wissen, alles entscheiden und anordnen. "Kein Sekretär verbraucht mehr Papier als Seine Majestät", stöhnte ein Vertrauter. Erholung fand er allein im weitläufigen und kunstvoll gestalteten Garten seines Sommersitzes.

In den über vierzig Jahren seiner Regierung verfehlte er sein Ziel, die Ausbreitung eines von ihm verabscheuten neuen Glaubens aufzuhalten. Ebenso wenig gelang es ihm, die Dauerfeindschaft mit seinem Nachbarn beizulegen.

Die letzten drei Jahre seines Lebens verbrachte er fast immer im Bett, geplagt von zahllosen Leiden. Dem Tod nahe, zeigte er einem vertrauten Botschafter seinen "übel riechenden, von Geschwüren durchlöcherten und von Läusen gequälten Leib" mit den Worten: "Ich wollte Euch diese Szene ersparen, aber ich wünsche, dass Ihr seht, wie Monarchen zu Ende gehen." Wer war’s?

Lösung aus Nr. 8:
Fanny Ardant (*22.3.1949) wuchs u.a. in Monaco auf und spielt seit 1975 Theater. 1981 machte sie der Film "La femme d’a côté" berühmt, sie spielte an der Seite von Gérard Depardieu unter der Regie von François Truffaut, der ihr Lebensgefährte wurde und Vater ihrer zweiten Tochter Josephine. Mit ihm drehte sie auch die Krimikomödie "Vivement dimanche". 1984 starb der Regisseur an einem Hirntumor. Ardants damals aktueller Film (Regie: Alain Resnais) trug ausgerechnet den Titel "L’amour à mort" – "Liebe bis in den Tod". Die Schauspielerin arbeitete mit Regisseuren wie Roman Polanski und Volker Schlöndorff und führte 2009 erstmals selber Regie in dem Drama "Cendres et sang"