ErfolgDas Zitat... und Ihr Gewinn

Hermann Hesse sagt: Der Machtmensch geht an der Macht zugrunde, der Geldmensch am Geld, der Unterwürfige am Dienen, der Lustsucher an der Lust von 

Bodybuilder bei einem Wettbewerb in Thailand

Bodybuilder bei einem Wettbewerb in Thailand  |  © Bryn Lennon/Getty Images

Die Probezeit endete mit einem Knall: Der mittlere Manager musste seinen Hut nehmen. Derselbe Autozulieferer, der ihn aus seiner alten Firma abgeworben hatte, gab ihm nun den Laufpass. Begründung: »Sie passen nicht zu unserer Kultur!«

Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"

Jede Woche gibt der Coach Martin Wehrle Tipps für den Erfolg im Job in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn"  |  © Dwonderwall/Flickr.com

Worüber war der Manager gestolpert? Ausgerechnet über jene Eigenschaft, die er als seine größte Stärke sah: sein Durchsetzungsvermögen.

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Projekte gegen Widerstand durchzuboxen, Meinungen zu drehen, Märkte umzukrempeln und Konkurrenten zu übertrumpfen, das war ihm im Laufe seiner Karriere mehrfach gelungen. Er war ein Draufgänger, eine Kämpfernatur, ein Überzeugungstäter.

Seine letzten Firmen, zwei Autokonzerne, hatten ihn für diese Rambo-Mentalität befördert. Bei seinem neuen Arbeitgeber, einem mittelständischen Zulieferer, warf er sich daher wie gewohnt in die Schlacht. Es wurde eine Probezeit mit Power. Mit sehr viel Power. Er hörte nicht hin, sondern kommandierte . Schob eigenmächtig Projekte an, überschritt seinen Handlungsrahmen, brandmarkte die Bedenken anderer schnell als Hasenfüßigkeit.

Martin Wehrle
Martin Wehrle

Der Coach Martin Wehrle ist Autor mehrerer Karrierebücher und gibt jede Woche Karrieretipps in der Kolumne "Das Zitat und Ihr Gewinn".

Die Kollegen rebellierten. Zwei kritische Mitarbeitergespräche , in denen sein Chef »mehr Diplomatie« anmahnte, liefen ins Leere.

Mit den Stärken eines Menschen verhält es sich wie mit einer Medizin: Ob sie als Heilmittel taugen oder zu einem Gift werden, hängt allein von der Dosis ab. Gerade die dribbelstärksten Fußballstürmer neigen dazu, am Ende einen Haken zu viel zu schlagen – anstatt den Ball einfach ins Tor zu schieben.

Jede Stärke, die man übertreibt, wird zur Schwäche. Viele Machtmenschen, sagt Hermann Hesse, gehen an der Macht zugrunde. Wer es mit der Diplomatie übertreibt, verkommt zum Weichei. Wer zu kontaktfreudig ist, endet als »Schwätzer«. Und ein »brillanter Rechner«, der allzu viel rechnet, wird als »herzloser Zahlenanbeter« abgeschrieben – erst recht in einem neuen Umfeld, wo andere Werte gelten.

Welches sind Ihre Stärken? In welcher Dosis dienen sie Ihrer Aufgabe? In welchen Situationen können Sie damit auftrumpfen? Und wann schlagen dieselben Stärken – aus der Sicht anderer – in Schwächen um?

Solche Fragen hätte der Automanager sich stellen müssen und sein Durchsetzungsvermögen danach dosieren. Dann wäre er vorwärtsgekommen – und nicht unter die Räder seiner eigenen Stärke.

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Leserkommentare
  1. Bitte achten Sie auf eine sachliche Ausdrucksweise. Danke. Die Redaktion/wg

  2. Wenn Coaches sich im Management tatsächlich so gut auskennen, warum sind sie dann Coaches und keine Manager?

    4 Leserempfehlungen
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    • ysknab
    • 06. März 2011 23:04 Uhr

    "Martin Wehrle ist als Karriereberater, Redner und Buchautor tätig. Als Journalist wurde er mit dem „Reportagepreis“ der Hamburger Akademie für Publizistik ausgezeichnet. Er hat zwei Abteilungen in einem deutschen Konzern geleitet, eher er sich als Coach selbständig machte. Heute bietet er an seiner Hamburger Karriereberater-Akademie die erste Ausbildung zum Karriereberater und -coach im deutschsprachigen Raum an."

  3. Weil es sehr viel einfacher ist, mit solch einer allgemeinnützlichen Fähigkeit Geld zu machen, als sich in einem harten Wirtschaftsbetrieb durchzusetzen. Außerdem ist es sehr viel stressfreier.
    Der gute Herr macht nämlich nicht mit Waren oder Devisen sein Geld, sondern mit den Gefühlen und Wünschen der Menschen und dies ist ein sehr zeitloses Business.
    Er könnte parallel Flirtcoach oder Personal Trainer sein.
    Seine Aufgabe ist lediglich, den Menschen sich selbst vor Augen zu halten, um es letzten Endes so erscheinen zu lassen, als seien sie selbst auf die neuen Erkenntnisse über sich selbst gekommen.
    Und der Großteil der Menschen zahlt hierfür gerne und viel.

    4 Leserempfehlungen
  4. ...der nachdenklich macht.

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    Erst vor ein paar Monaten habe ich hier den Artikel eines anderen Coaches gelesen, der geraten hat sich auf seine Stärken zu konzentrieren. Und jetzt das. Ich bin verwirrt, es wäre super wenn beide Autoren es hier ausdiskutieren würden, das wäre doch etwas, ein Livestream und ein Kampf bis auf den Tod, erlaube Waffen sind Kugelschreiber, Tacker und bunte Haftzettel.

  5. Den Gedanken hatte auch schon Aristoteles

    http://de.wikipedia.org/w...

    Gruß

    Eine Leserempfehlung
    • pabaco
    • 06. März 2011 20:49 Uhr
    6. ??????

    "Welches sind Ihre Stärken? In welcher Dosis dienen sie Ihrer Aufgabe? In welchen Situationen können Sie damit auftrumpfen? Und wann schlagen dieselben Stärken – aus der Sicht anderer – in Schwächen um?"

    Wer zahlt eigentlich für solche Binsenweisheiten???????

    Coaches-Wie die Eunuchen! Sie wissen wie man es tut!

    Eine Leserempfehlung
    • ysknab
    • 06. März 2011 23:04 Uhr

    "Martin Wehrle ist als Karriereberater, Redner und Buchautor tätig. Als Journalist wurde er mit dem „Reportagepreis“ der Hamburger Akademie für Publizistik ausgezeichnet. Er hat zwei Abteilungen in einem deutschen Konzern geleitet, eher er sich als Coach selbständig machte. Heute bietet er an seiner Hamburger Karriereberater-Akademie die erste Ausbildung zum Karriereberater und -coach im deutschsprachigen Raum an."

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Legitimationsproblem"
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    Der Kerl der mir im Media Markt erklärt, welcher Fernseher der beste ist, ist auch Bereichtsleiter eines internationalen Kozerns.

  6. sind wie Eunuchen: sie wissen, wie man es macht.

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  • Serie Das Zitat und Ihr Gewinn
  • Schlagworte Hermann Hesse | Arbeitgeber | Chef | Diplomatie | Hut | Karriere
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