BrettspielSchach

von Helmut Pfleger

Schachaufgabe

Es gibt Menschen, die partout kein Auto haben möchten und sich stattdessen mit einem Fahrrad und bei weiteren Strecken mit der guten, alten Bahn fortbewegen wollen. Bequem, zuverlässig, entspannend. Zumindest meist; es sei denn, ein in jeglicher Hinsicht gewichtiger Mitreisender, der seiner Frau per Handy mitteilt, was ihm in Mannheim alles passiert ist, obendrein der Meinung ist, dass dies sicher auch alle anderen brennend interessiere, stört. Aber im Großen und Ganzen ist das Bahnfahren für mich ein Vergnügen.

Noch schöner ist es allerdings, wenn man umsonst und erster Klasse durchs Land fährt, normalerweise ein Privileg von Bundestagsabgeordneten und ähnlich wichtigen Persönlichkeiten. Doch gelegentlich wird so etwas auch gewöhnlichen Sterblichen zuteil, beispielsweise wenn sie vom DB-Beauftragten Rudolf Fernengel (mit solch einem metaphorischen Namen muss man ja geradezu bei der die Ferne wundersam erschließenden Eisenbahn arbeiten) eingeladen werden, anlässlich der 175-Jahr-Feier der Eisenbahn Ende letzten Jahres in Frankfurt am Main eine Simultanvorstellung an 28 Brettern zu geben. Sehr freundliche Menschen, aber warum mussten sie mir denn am Schachbrett das Leben so schwer machen?!

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Im Vorfeld zeigte ich eine 100 Jahre alte Partie zwischen dem Deutschen Eduard Lasker und dem Engländer Sir George Thomas, bei der Lasker als Weißer mit einer herrlichen Opferkombination den schwarzen König magnetisch ins eigene Lager zwang und auf g1 matt setzte. Wie kam’s?

Schachlösung
Schachlösung aus Nr. 9

Lösung aus Nr. 9:
Mit welcher Feinheit nutzte Weiß die fatale Randlage des schwarzen Königs aus? Nach 1.De5! mit der furchtbaren Drohung 2.g5+ war Schwarz trotz der nur noch wenigen Figuren überraschend verloren. Er versuchte noch 1...Dg8 (1...Db6 2.Dg5 matt oder 1...Dg7 2.Dh5 matt), war aber nach 2.Df6+ Dg6 3.g5 matt

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